13.8.2020 – Danke für diesen Verteil-Donnerstag!

Heute, Donnerstag 13.8.2020 ... eigentlich wären wir in der Sommerpause, aber da die meisten Linzer Obdachloseneinrichtungen Urlaub haben und zugesperrt sind, haben wir uns entschlossen, heute außerplanmäßig nach Linz zu fahren und an unsere Schützlinge Lebensmittel und Hygieneartikel auszuteilen. Die Vorbereitungen sollten eigentlich gestern schon beginnen, was aber durch meine Vergesslichkeit und meine Unkonzentriertheit torpediert wurde. Also fuhr ich heute früh ins -40° Tiefkühllager bei der Fa. Transdanubia um dort Käsepunkerl und Pizza-Salami abzuholen. Anschließend noch ins "normale" Kühllager, ebenfalls bei Hr. Lehner in der Transdanubia, dort noch Frischware zusammengesucht und gemeinsam mit Christian eingeladen. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Hr. Lehner und der Fa. Transdanubia für diese tolle Geste, uns in den Kühllagern kostenlos Palettenplätze zur Verfügung zu stellen, Vergelt's Gott und vielen Dank! Anschließend nach Haid, Brot und Gebäck sowie Obst und Gemüse abholen. Noch ein nettes Gespräch bevor es dann ins Lager ging, um alle Lebensmittel auf Genießbarkeit überprüfen und sortieren. Christian Jung, vielen Dank für deine Hilfe immer, einfach toll. Mittlerweile wäre ich ohne Christian so gut wie hilflos, ich würde all die Arbeit nicht mehr schaffen. Eigentlich war geplant, JETZT Urlaub oder Sommerpause zu machen, um für die nächste Wintersaison wieder gerüstet zu sein, jedoch hatte ich seit Anfang Oktober 2019 erst 1 Woche wirklich frei, im Februar, seither im täglichen Einsatz, auch am Wochenende und oft Nachts. Aber jetzt, ja, jetzt müssen ein paar freie Tage her, egal wie. Es nützt niemandem wenn ich flach liege. Deshalb auch heute im Lager dann mit halber Kraft weiter gemacht. Maria kam um 12.30 Uhr und half uns die Pizza-Salami zu portionieren und zu schneiden, gar nicht so leicht als tiefgefrorene Wurst. Maria Fleischanderl, Christian & Wolfgang halfen dann im Lager auch noch zusammen und räumten alle Spenden der letzten Wochen und Tage in die Regale. Danke an dieser Stelle dafür. Als Gerlinde, Brigitte Stadler, Ingrid Strassl und Barbara Nowecki um 14 Uhr ins Lager kamen, wurlte es rundherum, jede/r brachte sich ein und half, wo Hilfe nötig war. Unser neuer Humer-Anhänger darf heute wieder in seinem Element sein und uns die ganzen Lebensmittel sicher nach Linz bringen. Dieser, unser neuer Anhänger ist für uns schon sehr, sehr wichtig und er erfüllt all unsere Anforderungen großartigst, die Firma Humer-Anhänger GmbH (Gunskirchen) baute hier einen Anhänger der Sonderklasse. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an die Firma Humer, Vergelt's Gott und Danke für die tolle Unterstützung, um auf Österreichs Strassen im Dienste der armen und obdachlosen Menschen unterwegs sein zu können.
Um 15.15 Uhr dann Abfahrt Richtung Linz, der Wetterbericht sagte gestern schon, Gewitter und Regen ab 16 Uhr, uiuiui, Jesus schau runter (ein Stoßgebet Richtung Himmel), wir haben heute etwas zu erledigen, und das lässt sich trocken besser erledigen, als nass. Der Himmel trug riesengroße Wolken aus dem Mühlviertel in unsere Richtung, was noch nichts heißen muss, mal schauen. Um 15.35 Uhr Ankunft in Linz, Wolfgang hielt uns wieder Parkplätze frei, 4 Stück nebeneinander, klasse. Alles ausladen und auf unseren mitgebrachten Tischen stellen, einige Fragen der schon etwa 15 wartenden Schützlinge beantworten. 16.05 Uhr, Auftakt zur Ausgabe mit den gleichen Sicherheitsauflagen der letzten Monate, Mund/Nasenmasken, Einweghandschuhe, Gesichtsschild und Desinfektionsmittel sowie 2 Meter Abstand zwischen jedem Schützling. Es kann losgehen, was gleich zu Beginn zu sehen war, es kommen heute viele, viele Jugendliche, die entweder in der Schuldenfalle sitzen oder schon Obdachlos sind. Ein trauriges Bild für uns. Manche haben Angst, keine oder zu wenig Lebensmittel und Hygieneartikel zu bekommen, wir mussten immer wieder beruhigen dass genug für alle da ist. Das ruft schon ein sehr befremdendes Gefühl bei unserem Team hervor, wenn solch extreme Existenzängste hier Begleiter im Leben sind und so einen starken Ausdruck finden. Egal ob ein Pensionist, der € 680,- Pension hat, eine kleine Wohnung noch hat, aber keinen Strom und kein Wasser mehr und eben keine Lebensmittel mehr oder die 22 jährige Punkrockerin mit ihren Freunden, die in ihren jungen Jahren schon vom Leben gezeichnet ist und langsam wieder den Glauben ans Leben finden möchte und vieles nachholen wird. Bei uns ist jeder gleich, wir begegnen all unseren Schützlingen auf Augenhöhe und mit höchster Wertschätzung, auch hat das Wort "Schuld" bei uns keine Relevanz, die Schuldfrage wird nicht gestellt und nicht diskutiert. Viele, viele Menschen biegen im Leben falsch ab, und bei manchen hat es drastische Auswirkungen, und glaubt mir, DAS KANN JEDER/JEDEM PASSIEREN, JEDER FRAU/JEDEM Menschen. Niemand ist wirklich sicher vor Armut, Obdachlosigkeit, vor einem Schicksal das seinesgleichen sucht. Es kann schon sein das in manchem Leben der Obdachlosen Alkohol oder Drogen eine Rolle spielt, aber es gab auch eine Lebens-Kreuzung, wo diese Frage durch links- oder rechtsabbiegen gestellt wurde, und wenn man falsch abbiegt, dreht sich das Karussel abwärts, immer und immer schneller und immer noch tiefer. Diese, unsere Schützlinge brauchen Hilfe um aus diesem Kreislauf wieder heraus zu kommen, sie brauchen Zuspruch und keine Schimpftiraden, sie brauchen Menschen die ihnen Mut machen und nicht noch auf sie draufsteigen. BITTE liebe Wegbegleiter, helft mit diesen Menschen zu zeigen, dass noch jemand an sie glaubt, ein kurzes Gespräch oder eine kleine Geste, sie sind so dankbar dafür! Das würd' ich mir wünschen, wenn mich eine Fee fragen würde um meinen Wunsch im Leben, dass die Menschen sich nicht umdrehen und wegschauen.
Die Zeit verging mit vielen Gesprächen im,Flug, um 17.45 Uhr packten wir langsam zusammen und wir hatten wieder 47 Schützlinge heute, die sich mit Lebensmittel und Hygieneartikel versorgten. Eigentlich dachte ich nicht dass heute so viele kommen werden, da wir wie gesagt eigentlich pausieren bis 27.8.2020. Erschreckend aber auch zu sehen, dass es immer mehr Menschen zunehmend finanziell schlechter geht. Punkt 18 Uhr Abfahrt und Jesus hielt sein Wort, als wir wegfuhren aus Linz begann es zu regnen! Seit Beginn unserer Donnerstagsaktion am 15.August 2018 hatten wir ganze 5 (!!!) Regentage, Hallellujah! Mehr sag ich nicht. Im Lager angekommen, schnell alles ausladen und mit
Barbara Nowecki Wolfgang und unserem heutigen Geburtstagskind Rena Meinhart zur Nachbesprechung zum Määcki, das muss heute sein. Die Eindrücke der heutigen Aktion waren bei allen gleich, große Dankbarkeit und auch wieder die eine oder andere Träne aus Dankbarkeit, dass wir heute doch noch außerplanmäßig nach Linz kamen. Vielen, lieben Dank ans gesamte Team, dass sich wieder großartig einsetzte und tolle Arbeit leistete. Ein großes, demütiges DANKE und VERGELT'S GOTT all unseren Spendenr/innen, dass wir auch heute unsere Aktion wieder machen durften. Danke für diese großartige, menschliche Geste der Nächstenliebe. Nun warten noch einige Stunden Arbeit am PC, die auch noch gemacht werden muss und dieser Text hier nahm auch seine Zeit, nämlich etwa 90 Minuten, in Anspruch. Wir wollen Euch ja einen realitätsnahen Bericht unseres Donnerstags präsentieren, ich hoffe, es gelang mir! Gute Nacht!