16.4.2020 – Verteil-Emotionen auf ganzer Linie!

Heute, Donnerstag 16.4.2020 ... mit Genehmigungen des O.Ö. Krisenstabes und der Polizei starteten wir heute wieder mit drastischen Sicherheitsvorkehrungen durch und führten unseren Verteil-Donnerstag durch. Heute Vormittag zuerst Brot & Gebäck sowie süße Backwaren und Obst/Gemüse abholen, anschließend ins Kühllager um dort die Lebensmittel zu kommissionieren, die wir nachmittags austeilen wollen. An dieser Stelle vielen, herzlichen Dank der Spedition Transdanubia (Herr G. Lehner) für die tolle Möglichkeit, in deren Lager kostenlos Lebensmittel zu lagern und diese für uns länger haltbar zu halten. Vergelt's Gott und lieben Dank! Im Kühllager traf ich dann die "Linzer Aliter Lions" die uns ebenfalls eine großartige Spende ins Kühllager brachten. Vielen herzlichen Dank auch für diese tolle Hilfe, liebe Lions rund um Christian Palmetshofer! Und noch einen Bekannten traf ich im Kühllager, Patrick, den Staplerfahrer den wir in die Transdanubia vermittelten. Es geht ihm gut, die Tage sind anstrengend aber er bedankte sich zum wiederholten Male aufrichtig für diese Chance, die er bekam. Er wolle das Beste draus machen. Diese Chance will er nutzen um gänzlich im Leben anzukommen. Wir drücken dir die Daumen, lieber Patrick! Dann nach dem Kommissionieren einladen, 11.40 Uhr schnell nach Hause und flink eine Kleinigkeit essen, noch schnell Mails checken und den Kalender noch abgrasen ob kein Termin übersehen wurde. 12.20 Uhr auf geht's ins Lager nach Ansfelden. Im Radio klingt gerade "Cuando Sali De Cuba", eines meiner Lieblingslieder, das mich schon mein ganzes Leben begleitet. Die Stimmung gut, alle Zweifel wie weggeblasen. Das Wetter einfach grandios, blauer Himmel bei 23° und mein Wunsch, nachmittags all unsere Schützlinge wieder etwas aus deren Lethargie und Eintönigkeit zu holen, der Frust sitzt zur Zeit schon sehr tief. Abfahrt vom Lager Punkt 15Uhr, und bei der Ankunft in Linz waren, man soll es nicht glauben, 2 nebeneinanderliegende Parkplätze frei, und wir nutzten natürlich die Chance. Um 15.40 Uhr begannen wir unseren Boxen auszuladen, ich forderte des öfteren die Vorgaben der Polizei, den 2 Meter Abstand unserer Schützlinge ein, bis ein, bis heute uns völlig Unbekannter sich echauffierte und partout den 2 Meter Abstand nicht einhalten wollte und mich mit Trottel und A.......H titulierte, wild gestikulierend meinte er mich zu beeindrucken, ich schenkte ihm ab diesem Zeitpunkt keine Aufmerksamkeit mehr, wobei er immer wieder um die Ecke schaute und immer wieder in meine Richtung schimpfte. Egal! Unsere heutigen 71 Schützlinge waren dazu im Gegensatz glücklich, wieder tolle Lebensmittel mitnehmen zu können. Wenn wir auch heute wieder einige Menschen von anderen, großen Institutionen geschickt bekommen haben. Ein Anruf bei einem "Familienbegleiter", der eine Frau mit 3 Kleinkindern aus der Caritasbetreuung zu uns um Lebensmittel schickte, offenbarte dann, Zitat: "Dass zur Zeit viele Lager leer wären und Sie (wir, die Obdachlosenhilfsaktion) doch so ein tolles Angebot hätten". Ja, haben wir, aber jede Woche kommen mehr Menschen von den großen Institutionen und Einrichtungen um sich Lebensmittel bei uns zu holen. Bitte liebe Wegbegleiter und Gönner, BITTE NICHT FALSCH VERSTEHEN, aber wir sind rein durch private Spenden finanziert, bekommen keinen einzigen Cent öffentlicher Gelder und müssen nun schauen, dass wir wirklich alle Münder satt bekommen, irgendwie wird uns das auch heute wieder gelingen. Wir helfen wirklich gerne und IMMER, wenn wir können und solange wir können, aber es ist absehbar, dass diese Anzahl an Lebensmittel, die wir jede Woche verteilen, irgendwann zu Ende gehen werden. Aber dieser Zeitpunkt ist noch nicht da, und somit werden wir weiterhin jedem helfen, der zu unserem Bus kommt und Hilfe braucht. Um 17.40 Uhr steht der, der mich zuvor beschimpfte immer noch bei unserem Bus und schaut mich böse an, als ich zu einer Packung Speck griff und wir über das verbliebene Brot diskutierten, welches wir noch auszuteilen haben, das ich ihm geben wollte, drehte er sich um und ging. Auch gut, dachte ich. Die Fahrt ins Lager zurück, ein Anruf bei unserer Kassierin, da wir von einem Schicksal erfuhren, das uns tief berührte. Wir beschlossen diesem Menschen, der seit 2 Monaten keine Einkünfte hat und seit über 1 Woche nichts gegessen und so schon 7 kg abgenommen hat, zu helfen. Nicht nur Lebensmittel werden wir schicken, auch Hygieneartikel und Waschpulver werdne wir geben. Liebe Gönner und Spender, wenn ihr von einem Menschen hört, dem es so, oder so ähnlich ergeht, bitte schaut nicht weg, wir tun es auch nicht. Bitte helft, schnell und direkt! Und diese Nachricht durfte ich im Lager noch an die richtige Adresse weitergeben, mehr brauch' ich dazu nicht sagen, liebe Leute. Ein langer Tag voller kurioser, aber auch schöner Eindrücke geht langsam zu Ende. Herzlichen Dank unserem Team, das heute wieder absolut tolle Arbeit machte, ich bin echt stolz auf Euch! An dieser Stelle ebenfalls eine tiefe Verneigung an all unsere Spender, die uns auch heute unseren Verteil-Donnerstag erst möglich machten. VERGELT'S GOTT und lieben Dank! JA, ES IST SCHÖN DASS ES EUCH GIBT und ihr den Weg mit uns geht. Danke für all die emotionalen Geschenke, für all die wertschätzenden und menschlichen Gesten. IHR SEID TOLL!