2.7.2020 – Engel haben immer kalte Füsse!

Heute, Donnerstag 2.7.2020 ... Der Tag heute begann früh mit diversen Telefonaten, mit künstlich erstellten Problemen die man uns andichtet und so manch komischer Aussage am Telefon, kein Problem, heute ist Verteil-Donnerstag und wir treffen unsere Schützlinge heute wieder, das zählt viel mehr. Gestern schon wurde mir eine etwas komische Ansicht einer Obdachlosen-Einrichtung Nahe gebracht bzw. deutlich gesagt, die meinte, Zitat: "Wir nehmen keine Lebensmittel mehr, die 3-4 Wochen VOR Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatums sind". Na BUMM, das saß, manche Lebensmittel bei uns sind abgelaufen, ja, aber wir würden niemals prekäre Lebensmittel weitergeben, wir geben ausschließlich jene weiter (wenn diese abgelaufen sind), wo uns der Hersteller zusichert dass auch 5-6 Monate nach Ablauf des MHD keine Gefahr für Leib und Leben besteht und das Lebensmittel absolut keinen Makel hat. Wir beliefern viele Einrichtungen mit solchen Lebensmitteln, aber niemand echauffierte sich je auf diese Weise. Dazu kommt immer wieder die Aussage von verschiedenen Sozialarbeitern in Obdachlosen-Einrichtungen, Zitat: " Wenn wir keine Lebensmittel zum ausgeben haben, mir ist das egal, dann haben die Wohnungs- und Obdachlosen halt weniger." Und das muss ich hier und heute einmal zum Ausdruck bringen, dass das schon eine Art der Aussage ist, die für uns ein absolutes NoGo darstellt. Wir wollen niemandem sagen, was er/sie zu tun, zu entscheiden hat, aber die oben angeführten Zitate hörte ich nun schon aus 2 verschiedenen Einrichtungen von 3 verschiedenen Sozialarbeitern. Diese Aussagen machen mich unendlich traurig und eigentlich sind wir machtlos dagegen, weil dann einfach nicht mehr mit uns geredet wird und auf alles lieber verzichtet wird. Diese Aussagen liegen mir schon einige Zeit als riesengroßer Brocken Stein in meiner Brust und nehmen mir oft die Luft zum atmen.
Heute früh nach all den Anrufen dann abfahrt nach Haid, wie immer Brot und Gebäck, etwas Obst und andere Süßigkeiten holen, anschließend ins Kühllager, Kuchen und Rolladen, Salate, Getränke und vieles andere noch zusammensuchen, einladen und einkaufen fahren. Nach dem Einkaufen noch schnell tanken vor 12 Uhr und ab, zu einem Snack nach Hause, um 13 Uhr ist Lager angesagt. Noch schnell den Wetterbericht angeschaut, ohjegale, ab 14 Uhr Regen und Gewitter, uiui, lieber Jesus bitte hilf, bitte halt für uns unseren Platz trocken. Ankunft 13 Uhr im Lager, Maria und Wolfgang aus St. Pölten waren schon da, Maria Fleischanderl hatte Schnitzelsemmerl für unsere Schützlinge gemacht, die Sie heute austeilen wird. Maria kümmert sich dann um die Wurst, die geschnitten und verpackt werden muss, um all die Kühlwaren und verpackt die Sachen gleich in unserem Kühlschrank und den Kühlboxen. Wolfgang sieht der weilen das Brot und Gebäck durch und sortiert aus. Als um 14 Uhr Ingrid Strassl und Brigitte Stadler kamen, legten wir wie jeden Donnerstag los, unsere Wagerl einzuladen, dazu müssen wir zu 4. sein um ein Kippen zu verhindern. Heute ging es Schlag auf Schlag und alles war im Nu verstaut, Aschenbecher, 5 Tische, 2 Sessel und 2 Hocker, Sonnensegel gegen Regen, Expander, Müllsäcke, starke Einkaufstaschen, Mund/Nasenmasken, Gesichtsschutz, Vinylhandschuhe, Desinfektionsmittel und vieles andere, alles eingepackt. Heute haben wir aufgrund der Geschehnisse wieder verstärkte Auflagen zu befolgen, jede/r im Team muss wieder Mundmaske UND Gesichtsschutz sowie Handschuhe tragen, unsere Schützlinge müssen 2m Abstand halten. 15 Uhr, wir hängen unseren tollen, neuen Humer-Anhänger an und geben Gas. Auf dem Weg nach Linz waren schon tiefe Regenwolken im Mühlviertel zu sehen, ich betete nochmal still in mich hinein "Lieber Jesus, willst Du wirklich dass wir nass werden und uns vielleicht noch verkühlen?" Soviel kann ich hier vorweg nehmen, bis auf 2x kurzes Tröpfeln kam nichts vom Himmel, außer guter Spirit. Im Radio läuft der Titel "Engel haben immer kalte Füsse", ist das etwa die Vorhersage für den restlichen Nachmittag? BITTE, Jesus!!! Ankunft in Linz, Wahnsinn, fast alle Parkplätze frei, wir suchen uns die Besten aus und platzieren uns so, dass es Übersichtlich ist und niemand wo darüberstolpert. Bei der Ankunft waren schon etwa 12 Schützlinge da, was für einen Monatsanfang absolut ungewöhnlich ist, weil wir meistens am Monatsanfang gesamt etwa 20-30 Besucher haben. Heute sollen es insgesamt 56 Schützlinge werden, die sich Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Kleidung und Schuhe holen. Beim Beginn der Ausgabe mussten wir öfters dem Abstand von 2m einfordern, aber kein Problem, alle halten sich daran. Schnell den Hänger aufmachen und teilweise ausladen und auf den Tischen ausbreiten, beim Transporter das Gleiche, hier fahren wir gleich zu Beginn unsere Markise gegen den Regen aus und spannen unser Sonnensegel hinten über beide Türen damit kein Regen eindringen kann. 15.55 Uhr, bei unserem Team- Meeting letzten Sonntag haben wir beschlossen, VOR der Ausgabe noch auf die wichtigsten Dinge vor Ort einzugehen, was heute super-gut angenommen wurde, ich verweise noch auf die einzelnen Lebensmittel, auf einzelne Vorgehensweisen und Wünsche, was das ganze Team wirklich beherzigte. Ausgabe ab sofort hieß es dann um 16.05 Uhr, und die Schlange wurde immer länger. Vor einigen Wochen bekamen wir in Linz von einer unbekannten Dame 2 Stangen Zigaretten gespendet, davon hab ich auch heute wieder 3 Packungen an unsere Schützlinge ausgegeben, jeder 2-3 Stk., und außerdem gaben wir heute noch 34 Stk. Nächtigungsjetons à € 4,- für die Linzer Notschlafstelle aus. Alles verläuft absolut diszipliniert und ruhig, gefühlte 200 lautstarke DANKE quittieren wir mit einem Lächeln und einem "schon gut". Die Dankbarkeit ist wieder sehr groß, wenn man in die Gesichter unserer Schützlinge schaut, geht dort nicht eine, sondern gehen 10 Sonnen zugleich auf. Alle strahlen, alle glänzen und sind zufrieden. Um 17.45 Uhr wird alles eingeräumt...der Bus und Anhänger geschlossen, bis noch ein Schützling, Hr. Ing. P. kommt und noch dringend Lebensmittel braucht, na klar wird alles nochmal geöffnet und auch diese Tasche gefüllt. Wieder fertig gemacht zur Heimfahrt ins Lager, kommen noch 2 Schützlinge, also wieder alles auf und noch einmal 2 Rucksäcke füllen, kein Problem. Zum Schluss gingen alle mit gefüllten Taschen und Rucksäcken von unserem Bus. Ein gutes Gefühl, das bei jeder/jedem im Team bleibt. So, schnell ins Lager und ausräumen, da heute noch unser Vereins-Stammtisch ansteht. Ein gemütliches Zusammensein und über Gott und die Welt philosophieren, tut einfach gut mit so einem tollen Team auch außerhalb des Lagers Zeit zu verbringen. Also im Lager alles gut geübt ausgeladen, alles an die verschiedenen Plätze geräumt und ab, zum Strauss nach Freindorf. 19 Uhr, Stammtisch, es wird ein kurzer aber toller und intensiver Stammtisch werden. 20 Uhr, ab nach Hause, Bilder sichten, Text schreiben, Probleme in der Lagerverwaltung beheben und weiter an unsere Bedürfnisse anpassen, das alles wartet heute noch auf mich, bis tief in die Nacht. Eine tiefe Verneigung und ein dankbares VERGELT'S GOTT an all unsere Spender, die uns diese Aktion jede Woche erst ermöglichen.   Vielen DANK! Ein besonderer Dank ergeht auch heute wieder an unser tolles Team, das absolut tolle Arbeit leistete und mir immer wieder den Rücken stärkt. DANKE, und schön dass es EUCH gibt. Ihr seid großartige Menschen, ich bin richtig stolz auf JEDE/N von EUCH!   Ich gelobe Besserung in der Länge meiner Postings, ab nächste Woche werde ich mich kürzer halten (Nächste Woche ist unser 1. Donnerstag in diesem Sommer wo wir pausieren). Erst in 14 Tagen stehen wir wieder in Linz und verteilen Lebensmittel an unsere Schützlinge. Danke auch an alle Wegbegleiter hier in unserer Gruppe, die uns immer wieder die Moral und den Rücken stärken, immer einen prima Zuspruch für uns auf der Zunge haben!  🙏☀️