23.4.2020 – “Otto” und unsere Schützlinge!

Heute, Donnerstag 23.4.2020 ... nachdem wir vergangenen Montag zum wiederholten Male von Polizei und Krisenstab des Landes O.Ö. wieder die Erlaubnis bekamen, unseren Verteil-Donnerstag mit den inzwischen gewohnten Sicherheitsvorkehrungen machen zu dürfen, trafen wir bereits gestern Mittwoch die ersten Vorkehrungen für heute. Die Kühlware kommissionieren und in Boxen lagern, danach die tiefgefrorene Pizzasalami aus dem -40° Tiefkühllager holen, um sie bis heute aufzutauen und zu portionieren. Danach ins Lager und unseren Kühlschrank bis obenhin anfüllen, alles bis Donnerstag kühlen. Zwischendurch Fragen am Telefon beantworten, da ja heute die neue Tips Zeitung (Linz Stadt) mit einer ganzen Seite über unsere Aktion auf den Markt kam, dann weitermachen und mich nicht beirren lassen, wenngleich auch viele Vorurteile am Telefon geäußert werden, ich lasse unsere Schützlinge in kein schlechtes Licht rücken und lasse mir aber auch nichts anmerken, dass ich diese unehrliche Art der Kommunikation so gar nicht mag. Heute dann das aufschneiden der Wurst und gleich im Lager die logistische Anordnung diverser Kühlwaren in verschiedenen Boxen. Heute vormittags dann die restlichen hergerichteten Spenden aus dem Kühllager holen und anschließend Brot und Gebäck holen und ab nach vorne, es ist schon spät geworden, 11.45Uhr. In 1 Stunde muss ich wieder im Lager sein und alles in den Bus laden. Schnell heim....was essen und ab wieder ins Lager. Noch schnell telefonisch die Kommissionierung einer Spendenlieferung für nächste Woche vereinbart, und ab geht's. Bei 22° und Bilderbuch-Himmel geht es wieder Richtung Ansfelden, Bus ausräumen, alle hergerichteten Boxen mit den vorgefertigten Lebensmittelbeutel raus stellen, wenn unser heutiges Team kommt, können wir loslegen mit einladen. Punkt 14Uhr war dann unser Team heute vollständig, es kann losgehen....mit Vollgas und toller Unterstützung unserer Helferinnen waren wir im Nu geladen und wir konnten loslegen. 15.15 Uhr...normaler Verkehr auf der Autobahn, als gäbe es Corona nicht, soll uns auch recht sein, die staumachenden Vermessungen auf der Autobahn sind fertig, nichts hält uns noch, vorher im Lager haben wir noch diskutiert, dass es heute vermutlich ein starker Tag werden würde, und ich hab irgendwie "Angst", es könnte sich der Trend der letzten Wochen fortführen, dass sich immer mehr Pensionisten und arme Menschen zusätzlich zu unseren Obdachlosen und Bedürftigen zu unserem Bus einfinden könnten. Ich erzählte euch ja vor kurzem von "Otto" und seiner Gattin, die nicht mehr weiter wissen. Ankunft um 15.30 Uhr, 2 freie nebeneinander liegende Parkplätze, ich bin glücklich...Bus ausräumen und alles ausbreiten. 15.50 Uhr, wir sind bereit müssen jedoch bis Punkt 16 Uhr warten mit der Ausgabe. Eine der ersten Gäste beim Bus heute war eine "alte Bekannte", die sich sichtlich schwer tat, sich auf den Beinen zu halten, Rena gab ihr einen Hocker zum setzen, ihre Erzählung warum sie seit Monaten nicht mehr beim Bus war, hörte sich tragisch an, 2-fache Herz OP und monatelanger Krankenhausaufenthalt. Jetzt wußten wir das auch. Auf Ihr Ersuchen ihre Taschen gleich mit Lebensmittel zu füllen, gingen wir ein weil wir die Geschichte glaubten und sie ja sagte "ich werde nach Anruf von einem Hr. Doktor hier abgeholt, der mich heim bringt". Nachdem ihre Taschen gefüllt waren, stand diese Frau auf vom Hocker und machte sich mit ihren Taschen und dem Trolley auf den Weg und ging stolzen Schrittes weg vom Bus. Aha! Soso, naja, wieder einmal reingefallen, man merkte von dieser 2-fachen Herz OP auf einmal gar nichts mehr. Egal - abhaken! Später kam "Otto" (der Pensionist) wieder bei uns vorbei, und er war so dankbar und zugleich traurig, weil er nicht weiß wie's weitergeht, mit ihm und seiner Frau. Ich versuchte Mut zu machen, aber was kam, waren Tränen. "Otto" bekam heute etwas mehr Lebensmittel, eben für 2 Personen und für eine ganze Woche. Ich finde, es muss hier auch gesagt werden, dass wir natürlich neben unseren Schützlingen auch für diese Menschen da sind und da sein wollen, das ist unser Vereinszweck, so steht es in unseren Statuten. 90 Menschen kamen heute zu unserem Bus, 90 Existenzen, die alles andere als ein normales, geregeltes Leben haben, und die Wenigsten sind wirklich selber Schuld, die Wenigsten! Wie wir immer zu sagen pflegen, es kann JEDEN treffen, JEDEN, das geht schneller als man glaubt! Beim Bus heute eine tolle, ruhige Stimmung, keine Drängler, keine Stänkerer, alles ruhig. Zwischendurch kommt eine Hauptamtskraft der Pro Mente Linz (nach Vorankündigung am Mittwoch) und holt für 4 ihrer Klienten ebenso Lebensmittel, Obst, Gemüse, Süßes und Getränke. Eine überaus nette Danksagung überzeugte uns anschließend, dass auch hier die Hilfe nötig ist und diese Hilfe 1:1 bei den Bedürftigen ankommt. Um 17.45 haben wir das meiste unserer mitgebrachten Spenden an den Mann, an die Frau gebracht und packen zusammen. Ich hatte das Gefühl, es kann noch nicht so spät sein, wo sind die letzten 2 Stunden nur hin, aber wie jeder weiß, wenn man etwas gern und mit dem ganzen Herzblut macht, so wie unser gesamtes Team die Donnerstagsverteilung, dann vergeht die Zeit wie im Flug. Abfahrt Richtung Lager, alles ausladen...das übergebliebene Frischegut noch nach Pasching ins Kühllager bringen, und dann schnell heim, der zuhause frisch gestreute Rasensamen lechzt nach Wasser, also schnell den Turbo schalten und so kommt noch ein langer Abend, lange Nacht auf mich zu. Die Software für Lagerverwaltung noch an unsere Bedürfnisse anpassen, damit wir inventieren können. Das liebe Gönner, liebe Wegbegleiter, steht auf dem heutigen Programm, so wie die letzten 4 Nächte auch. Ein großes VERGELT'S GOTT all unseren Spendern und Gönnern, die auch diesen Verteil-Donnerstag ermöglichten, DANKE für all die Hilfe und Unterstützung. Ein herzliches DANKE auch an unser gesamtes TEAM, das wie immer großartiges leistete, heute wie in der Vergangenheit, IHR SEID GROSSARTIG!