27.8.2020 – Unser Verteil-Donnerstag an neuer Stelle!

Heute, Donnerstag 27.8.2020: Zum 1. Mal stehen wir heute an unserem neuen Platz am alten Busterminal neben dem Hauptbahnhof. Dank der ÖBB dürfen wir unsere Aktion hier weitermachen, da an unserem alten Platz beim Hauserhof das große Nebengebäude geschliffen wird und dort schon alles voller großer Maschinen und Container hinter Absperrungen geparkt sind. Auf unserem neuer Platz dürfen wir NUR unseren Transporter und unseren Anhänger parken, unsere Schützlinge dürfen diese Seite des Grünstreifens nicht betreten, da das ÖBB Gelände ist und dort intensiver Bus- sowie schwer-LKW Verkehr von der Baustelle hinter dem Postverteilzentrum, stattfindet. Also viel zu gefährlich dort zu stehen, unsere Schützlinge müssen auf dem Gehsteig außerhalb des ÖBB-Geländes stehen und dürfen nur einzeln von der Seite der Kärntner Strasse in den Grünstreifen zu unserem Bus bzw. Anhänger gehen. So viel vorweg, wir sind sehr sehr dankbar für diesen Platz, damit wir überhaupt unsere Donnerstag-Verteilaktion machen können, ABER, es ist schon sehr, sehr gefährlich da von Seite der Kärntner Strasse gleich neben dem Gehsteig die Busspur ist und somit die Busse sehr nah an den Gehsteig kommen. Es ist hochgefährlich wenn dort Gruppen von Menschen stehen, da alles viel zu nahe am starken Verkehr passiert. Wir sind glücklich über diesen unseren Platz und die Möglichkeit unsere Aktion weiterzumachen, ABER wir suchen auch noch weiter, vielleicht finden wir einen Platz wo wir auch unsere Aktion machen dürfen der nicht so gefährlich ist. Wir möchten unsere Schützlinge nicht dieser hohen Gefahr aussetzen.
Für unseren Verteil-Donnerstag bin ich wie gewohnt gestern schon ins Tiefkühllager und ins Kühllager nach Pasching gefahren, um alles herzurichten und es dann heute Vormittag abzuholen. Dazu kam in den letzten Tagen etwas zusätzlicher Stress, da mein Computer neu aufgesetzt werden musste wegen zerschossenem Windows. Bis tief in die Nacht Daten gesichert und und und, Tagsüber dann Spenden abgeholt und Lager umgeräumt, volles Programm wo wir eigentlich "Sommerpause" hätten. Heute Vormittag dann in Haid wieder Brot und Gebäck, Obst und Gemüse abgeholt, anschließend Kühlllager die hergerichteten Waren abholen, dann noch schnell nach Hause und eine Kleinigkeit essen, um 13Uhr Treffpunkt Lager mit Maria Fleischanderl und Wolfgang Wegner. Pünktlich beginnen wir alle Waren durchzuschauen ob wir auch wirklich alles ausgeben können oder ob sich verdorbene Lebensmittel zwischendrinnen verstecken. Dazwischen wurden immer wieder Themen diskutiert die vergangenen Sonntag bei unserer Generalversammlung beschlossen wurden, ob das alles in der Praxis umsetzbar und angemessen ist. Um 14 Uhr kommen
Ingrid Strassl
und Gerlinde Körner dazu und wir können unsere Wagerl laden, alles in den Bus einräumen und den Anhänger füllen und anhängen. Der neue Platz wird uns später noch vieles abverlangen, da wir alles erst ausprobieren müssen wie es am Besten angelegt ist um alles flüssig zu halten. Wir müssen schauen dass unsere Schützlinge nicht zu lange beim Bus sind, damit die Menschenschlange möglichst schnell abgebaut wird und nichts passiert. Punkt 15 Uhr - auf los geht's los, Abfahrt Richtung Linz, zuerst fahren wir unseren alten Platz an um allen zu sagen dass wir dort nicht mehr stehen können, unsere Schützlinge wussten ja davon nichts dass wir einen neuen Standplatz haben, also blieb Wolfgang am alten Platz stehen und informierte alle 81(!!!) Schützlinge, die heute zu uns kamen. Dann rüber zum alten Busterminal, unser neuer Platz und Anhänger positionieren, wo stellen wir was hin um alles leichtgängig zu machen, wo kommt der Bus hin, wo die Tische .... 2-3 Varianten wurden im Team diskutiert, bis wir uns dazu entschlossen die Tische zwischen Bus und Anhänger zu stellen und von dort in den Grünstreifen auszuteilen. Um 15.45 Uhr waren etwa 20 Schützlinge da und wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon große Angst wegen dem ganzen Verkehr. Unser Team musste heute auf mich gänzlich verzichten, da ich all unsere "Besucher" im Zaum halten musste und immer wieder auch wegen Corona auf die Sicherheitsmaßnahmen hinweisen und Disziplin einfordern musste. Zeitweise wären Kindergartenkinder disziplinierter gewesen, aber hier durfte ich nicht zurückstecken und im Minutentakt auf die strengen Vorgaben von ÖBB, Polizei und Krisenstab des Landes O.Ö. hinweisen. Wenn es sein muß wiederhole ich mich gerne auch im Minutentakt, wenn es der Sicherheit dient. Wie immer hatten wir auch heute wieder Menschen dabei die sich stritten um die Reihenfolge, da sie glaubten die letzten in der Reihe bekommen nichts mehr, ich konnte alle beruhigen, wir hatten genug für alle dabei, wohl gemerkt waren wir um 18 Uhr dann aber auch LEER! Aber zwischenzeitlich kamen heute auch Menschen, die von irgendwo gehört haben dass wir an die Obdach- und Wohnungslosen Lebensmittel verteilen, die dann ganz frech mit einem Audi A4 neues Baujahr bei der PVA parken und zu uns kamen und Spenden haben wollten. Gottseidank sind all unsere Schützlinge so ehrlich und loyal, dass sie uns auch wirklich sagen wenn jemand dabei ist der weder bedürftig noch obdachlos ist, das war heute wieder der Fall. Wir haben daraus gelernt und werden ab sofort unsere "Corona-Schonzeit" beenden und mit sofortiger Wirkung wieder alle Einkommensnachweise einfordern. Da wir vom Land OÖ die Auflage hatten dass unsere Schützlinge sich nicht zu lange in Gruppen aufhalten dürfen und wir schauen müssen, dass alles möglichst schnell und flüssig abläuft. Deshalb kontrollierten wir die letzten 3 Monate nicht, wie gesagt, bis heute und ab sofort wird wieder streng kontrolliert. Solche Dinge dürfen nicht sein, da fehlt uns jedes Verständnis wenn sich jemand so frech unsere Spenden aneignen möchte, das lassen wir nicht durchgehen und dieses Pärchen schickte ich auch OHNE Lebensmittel weg. Ein anderer neuer Besucher wollte mir erklären er wurde delogiert und brauche einen Schlafsack, ich erklärte ihm deutlich was wäre würde er diesen Schlafsack verkaufen um an Alkohol zu kommen. Er verstand mich und versprach mir, ihn selbst zu brauchen. Ein anderer Besucher hatte schon 2 volle Taschen Lebensmittel, als er dann frech wurde und mich beschimpfte, weil ich ihm keine 3. Tasche gab, auch dieses Problem wurde gelöst indem er bei den nächsten Ausgaben sich überlegen darf, ob es gut ist wenn man Lebensmittel gespendet bekommt und dann frech und laut ist und denjenigen beschimpft der ihm hilft. Seit Corona nimmt manchmal die Stimmung vor Ort komische Töne an, denen wir uns nicht aussetzen wollen und das auch nicht durchgehen lassen können und wollen. 17.55 Uhr haben wir alles zusammengepackt und waren fertig zur Heimfahrt, als noch ein Schützling dringend um ein Shirt bat, Anhänger auf und Shirt raus, Abfahrt! Im Lager wie gehabt, ausräumen und wegräumen, anschließend Nachbesprechung beim Mäcki nebenan, wo jede/r ihre/seine eigenen Eindrücke, Bedenken, Aussagen und Befürchtungen erzählte, diese Nachbesprechungen sind für uns als Team immens wichtig, weil nicht jede/r im Team vor Ort alles mitbekommt oder sieht. DANKE an unser heutiges Team, das sich großartigst an die neue Situation anpasste und absolut tolle Arbeit machte. Vielen herzlichen DANK an all unsere Spender/innen und Gönner/innen, die uns immer wieder diese Möglichkeiten erst möglich machen mit ihrer Unterstützung. VERGELT'S GOTT und DANKESCHÖN! So endet fürs Team heute der Tag mit dem Einbruch der Dunkelheit, für mich aber gibt es noch einiges zu tun, ich werde mich bemühen dass es nicht zu lange wird, da die Nacht um 4.30 Uhr zu Ende ist. 🙂 ❤