Spendenverteilen 25 10 2018

Donnerstag. 25 10 2018 Spendenverteilung Linz

Die Vorgeschichte beginnt mit Dienstag, da werden die Sachspenden für Donnerstag hergerichtet. Diese Spenden werden von ganz lieben Mitmenschen vorbei gebracht oder wir kaufen benötigte Artikel von den Spendengeldern.

Diese wertvolle Lagerarbeit machen freiwillige Mitarbeiter, die sich extra für diesen Termin frei nehmen oder die eben viel Zeit zur Verfügung haben und sich der Hilfe an dem Nächsten verschrieben haben.

Heute Donnerstag beladen wir um 14 Uhr unseren Transporter und unseren kleinen Anhänger. Wir sind anfangs zu viert, der Walter, die Sandra, die Andrea, die heute das 1. Mal dabei ist und ich, später stößt noch Ingrid dazu, die gleich fleißig mitanpackt.

Wir fahren um 15.30 Uhr weg. Fast hätten wir die Zeit übersehen, das wird knapp, sagt Walter, er glaubt nicht, dass wir rechtzeitig zum Treffpunkt kommen, da vor uns ein Stau beginnt.
„Mann oh Mann, das hat uns gerade noch gefehlt, die Obdachlosen warten und wir stecken im Stau fest, „denke ich“. Da ist guter Rat teuer.
Na ja, ich mache in solchen Fällen das, was ich immer mache, ich bete zu Jesus, dass er uns pünktlich ankommen lässt…..Und was denkt ihr, geschieht?….Wir kommen 10 Minuten früher an und werden natürlich schon sehnsüchtig erwartet.
4 Leute schauen neugierig um die Ecke. Ungeduldig kommen sie näher.

Einparken und den Hänger aufstellen dauert nicht lange, dann noch schnell die Parkgebühr berappen, los geht’s.

Wir haben nicht bemerkt wie viele Leute schon auf uns warten und es werden immer mehr. Der Walter steht im Transporter und gibt die Lebensmittel und Hygieneartikel aus, die Ingrid steht hinten im Transporter und ist für die Kleidung und Schuhe verantwortlich. Andrea steht ihren Mann bzw Frau beim Anhänger und verteilt Cabanossi und Süßigkeiten und vieles mehr.  Da die Arbeit für einen zu viel ist, lasse ich das Fotografieren sein und helfe Andrea beim Verteilen. Das geht dann recht hurtig. Niemand wird übersehen, alle bekommen das ihre. Mit Scherzen wird nicht gegeizt und mehr als einmal erklingt ein herzliches Gelächter. Mit Humor lässt sich das Leben eben leichter ertragen.

Diesmal kümmert sich Sandra um das seelische Wohlbefinden der Männer, Frauen sind auch einige dabei. Sie redet mit ihnen, hört zu, gibt Ratschläge, je nachdem.
Beate stößt später zu uns und nimmt die Position von Walter ein, der jetzt Zeit für Gespräche hat.
Als der erste Ansturm zu Ende ist, kommt Markus mit sehr vielen Obdachlosen im Schlepptau an. Da packe ich meine Kamera wieder aus, übergebe Markus meinen Posten und beginne dieses bunte Treiben auf Bild fest zu halten, damit unsere Spender sehen, was mit ihren Spenden geschieht und wer sie bekommt.

In der Zwischenzeit habe ich gerade noch Zeit Sandra, eine liebe Freundin, vom Busbahnhof ab zu holen und her zu lotsen. Sie sieht sofort, dass bei den Winterjacken jemand gebraucht wird und macht sich mit einem Schmäh mit den Herumstehenden bekannt und beginnt mit der Arbeit.
Die Obdachlosen und auch Menschen, die sehr wenig zum Leben haben begegnen uns höflich und respektvoll, sie bedanken sich oftmals bei uns und  sind sehr froh, dass es uns gibt, sie bekommen neben  Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln, Winterjacken auch Ansprache auf Augenhöhe. Diesen Respekt, den wir ihnen entgegenbringen spüren sie und es tut ihnen gut. Denn die meisten Menschen, die arm sind, sind einsam.

Hier beim Transporter treffen sich viele wieder und begrüßen sich herzlich, sie reden miteinander, lachen und sind guter Dinge. Einige haben ihre Hunde dabei, andere kommen mit Freunden oder kommen einzeln. Sie leben auf der Straße, in Abbruchhäusern, in Kellern, schlafen in Zelten, einige haben zwar ein Zimmer, aber kein Geld zum Leben, die Palette der Armut ist sehr vielfältig.

Ihr müsstet einmal in diese strahlenden Augen sehen, wenn sie einen gefüllten Rucksack in der Hand haben und dann kommt noch jemand her und redet ganz normal mit ihnen, als wären sie auch Menschen.
Autorin: Rena

Donnerstag 25 10 2018 Linz

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