Donnerstag, 12.12.2019 – Bitte nicht krank werden!

Heute, Donnerstag 12.12.2019 ... unser Verteil-Donnerstag stand heute wieder auf dem Programm. Der Tag begann heute mit einem "Lehrgang" "wie beschimpfe ich am effektivsten jemanden, der nicht meine Meinung in einen bestimmten Bereich teilt". Mein Posting löschte ich, nicht aber was hier gesagt wurde und die Beschimpfungen. Vormittags holte ich wieder Gebäck- und Brotspenden, Salate und Obst, zu Mittag war unsere Maria Fleischanderl zum Essen eingeladen, versprochen waren Spaghetti und gekocht von mir, Rena kochte inzwischen unsere 11l Teewasser für Nachmittag auf. Darf man Maria Urteil "glauben", hat es ihr geschmeckt.  Nach den Essen, gings schnurstracks ins Lager, um alles vorzubereiten, dass, wenn die anderen Helferinnen um 14 Uhr kommen, alles bereit steht zum einladen. Renate, Gerlinde und Brigitte Stadler kamen dann rechtzeitig, um alles wie gewohnt einzuladen. Abfahrt um 15.30 Uhr, wir sind spät dran, viel Verkehr auf der Autobahn, da heute das Spiel LASK - Sporting Lissabon stattfindet. Angekommen um 15.45 Uhr warten schon die ersten 20 Menschen, die sich heute wieder Lebensmittelspenden/Hygieneartikel, Schuhe, Schlafsäcke und Winterjacken abholen wollen. Der Anhänger abgehängt und daneben den Transporter gestellt, Markise wegen eventuellen Regen/Schnee ausgefahren und Punkt 16 Uhr kann es losgehen. Etwa 55 Menschen waren inzwischen beim Bus und bildeten eine lange Reihe um sich nach Prüfung den Berechtigt-Zettel abzuholen. Gleich zu Beginn merkte ich, ui, heute wird es kalt, es fröstelt jetzt schon nach 15 Minuten fast das gesamte Team. Wir haben heute 8l Tee und 3l Gemüsesuppe dabei, um uns aufzuwärmen. Ein willkommenes Geschenk, dieser heiße Tee. Alles ging absolut ruhig und gesittet vorüber, alle sind dankbar und haben ein lächeln auf den Lippen. Och lieber Gott, es tut so gut wenn man helfen kann. Bis 17.30 Uhr waren wir alle nun durchgefroren bis in die letzte Pore, wir packten langsam zusammen, der Großteil der Lebensmittel war ausgegeben und unser Resümee war, wir können jetzt nach Hause nach 2 Stunden frieren, die Obdachlosen aber müssen bei diesen Temperaturen draußen bleiben. Es jagt mir einen Schauer durch Mark und Bein und lasse Möglichkeiten vor meinem geistigen Auge vorbeirattern, ob es nicht irgendeine Möglichkeit gibt, den obdachlosen Menschen diese Temperaturen im Freien zu ersparen. Mir fällt einfach keine ein, die zufriedenstellend und befriedigend wäre, die ein warmes Bett und etwas Wertschätzung für unsere Schützlinge bereitstellen würde. Es macht mich unendlich traurig und tut mir weh, nicht mehr tun zu können, kein warmes, kuscheliges Bett bereitstellen zu können. Ich verspreche, künftig viel mehr nachzudenken, mehrere Gedanken weiter zu spinnen um vielleicht einer Lösung etwas näher zu kommen. Viele heute sind schon krank, zittern und bibbern vor sich hin, ich wünsche mir so sehr, dass davon niemand Schaden davonträgt. Angekommen im Lager alles schnell ausgeräumt, und da morgen früh eine Spendenlieferung ansteht, entschied ich kurzfristig, die Lieferung erst morgen früh um 6.30 Uhr einzuladen, das nichts kaputt wird bei diesen frostigen Temperaturen. Ein Donnerstag, der uns allen wieder einmal zeigte, wie wichtig unsere Arbeit ist, es aber langfristig andere Lösungen braucht, damit unsere Schützlinge ein Leben führen können, das auch diesen Namen verdient. Danke und Vergelt's Gott dem gesamten Team und allen Spendern, die uns Woche für Woche diese Möglichkeit geben, zu helfen! DANKE!