Donnerstagsverteilung in Linz – Zu Gast das BRG-Kirchdorf

Heute, Donnerstag 28.11.2019 ... Gestern Mittwoch Abend in Sierning Gemüse und Obst für den heutigen Verteil-Donnerstag geholt (vielen Dank immer für das tolle gratis Gemüse), heute Vormittag noch Brot und Gebäck und viele Süßigkeiten von einer tollen Spenderin bekommen und in Haid abgeholt. Heute Mittag dann 8l Wasser kochen, um für heute Nachmittag Wasser für Tee zu haben. Um 13Uhr im Lager angekommen, war unser Helferlein Maria Fleischanderl schon da und wartete gespannt auf mich. Da sie mit dem Einpacken der Weihnachtsgeschenke für all unsere aktiven Helferleins beginnen wollte. Zuerts noch schnell den ganzen Transporter ausräumen, um wieder Platz für unsere Wagerl zu haben. Alle Kombies und Wagerl rausfahren aus dem Lager, positionieren um sie alle mit dem elektr. Hochhubwagen in den Transporter zu heben, dazu müssen wir zu 4. sein, um die Balance halten zu können und vorzubeugen, dass die Wagerl kippen. Der Transporter war bald eingeräumt dann noch schnell den Anhänger mit dem ganzen Obst und Gemüse, dem Brot und Gebäck anfüllen und los geht's dann. 15.25Uhr, wir sind spät dran. Waltraud Ziegert, unser neues Helferlein heute zum 1. Mal dabei, fährt mit mir nach Linz und wir reden noch über die wichtigsten Vorgangsweisen (z.B. dass sich niemand selbst bedienen darf, wir uns von niemanden beschimpfen lassen vor Ort usw.). Auf dem Weg nach Linz hängen tiefe Regenwolken am Himmel, mein Blick nach oben jagt mir schon Starkregen in meinen Gedanken über den Rücken. Angekommen in Linz, warteten schon etwa 20 Schützlinge auf uns um uns einzuweisen, und um uns zu helfen alles aufzubauen. Zu allererst wird die Markise (als Regenschutz) ausgefahren, die Getränke bei Brigitte Stadler's Ausgabe plaziert und dann kamen....ja, dann kamen die angekündigten 20 Schüler des BRG-Kirchdorf (Oberstufe), wo wir vor ein paar Wochen die Vorträge hatten, um die Ecke mit neuen Handschuhen, Hartwürsten, mit 15kg frischem, noch warmen Schwarzbrot und Hygieneartikeln. Mit dabei waren 3 Lehrkräfte, ich begrüßte die Klasse samt Lehrerinnen und schlug vor, die Klasse zu teilen, 1 Teil zum Bus und der andere Teil zum Anhänger. Ich habe 2 Obdachlose gebeten, aus ihrem Leben, ihrem Schicksal zu erzählen, um den Schülern die andere Seite des Lebens auch zu zeigen. Wolfgang, der ältere der Beiden blieb beim Bus und Daniel,. der 2.Obdachlose ging zum Anhänger, die Schüler legten gleich los mit Fragen, und Wolfgang erzählte, beantwortete Fragen, erklärte Umstände, was wie warum in seinem Leben geschah. Die Schüler waren still, waren "geflasht" und hatten es sich total anders vorgestellt, schweigsam folgten sie den Erzählungen von unseren beiden Schützlingen. Die Lehrkräfte passten gut auf damit es keinem Schüler zu viel wurde, das war auch mein dringender Appell, hier sorgsam mit den Erklärungen umzugehen, damit die Jugendlichen alles gut verarbeiten können. Nach Halbzeit kam der Wunsch einer Lehrerin, die "Schlafplätze" im Terminal sehen zu wollen. Wir gingen mit 5 Schülerinnen ins Terminal, und wir trafen einige Altbekannte an und die Schüler waren zusehend beeindruckt, wie ein Leben auf der Strasse aussieht. Auch die Lehrerin ging nur mehr Kopfschüttelnd neben mir, "unbegreiflich" war noch eines ihrer schönsten "Feststellungen". Zurück beim Bus war die Dunkelheit zur Gänze ausgebreitet und viele Obdachlose kamen nun auf mich zu, um von mir Nächtigungsjetons, die wir Donnerstags ausgeben, für die Notschlafstelle zu erbitten. Wir geben jeden Donnerstag so etwa 30 Jetons für die NOWA (Notschlafstelle) aus, an jene Menschen, die diese € 3,50 je Nacht nicht selbst haben. 17.45Uhr, die Klasse verabschiedet sich zum Zug und bedankt sich für diese einzigartige Erfahrung, dass sie mit "dabei" sein durften und ganz viele Eindrücke mitnehmen zu dürfen. Etwa 90 (+-5) Schützlinge kamen heute wieder zum Bus und deckten sich mit Lebensmittel und Hygieneartikel, Winterjacken und Winterschuhe ein. Die Kälte zog schon über die Schuhe in die Beine, die meisten unserer Helferleins froren schon und sehnten das Ende herbei. Punkt 18Uhr war alles finster und eingeräumt, fertig zur Abfahrt ins Lager, um dort wieder alles aus dem Transporter auszuräumen und im Lager wieder so einzuordnen, das wir es nächste Woche wieder finden und nichts vergessen. Es war ein stressiger Tag, eine stressige, aber tolle Donnerstags-Verteilung, auch für uns gibt es jede Woche dazuzulernen, jede Woche kommen neue Menschen dazu, neue Schicksale und neue Lebenswege, Lösungen und Ergebnisse (wie sie zurück ins Leben können) werden ein wenig warten auf unsere Bedürftigen. Sie alle sind bei uns herzlichst willkommen, und wirklich alle bedanken sich immer wieder, dass sie bei uns auf Augenhöhe und mit ganz viel Wertschätzung begrüßt werden. Und wir bedanken uns für all das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird in all den zahlreichen Gesprächen, wo uns ganz viel Schicksale erzählt werden. Vergelt's Gott und lieben Dank unseren Helferleins heute... Beate Loeffler Maria Fleischanderl Waltraud Ziegert Andrea Dostl Ingrid Strassl Brigitte Stadler - lieben Dank auch an die gesamte Klasse des BRG-Kirchdorf, und eine tiefe Verneigung all unseren Spendern, die Woche für Woche und diese Verteilung erst ermöglichen. LIEBEN DANK!  

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