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Verteil-Donnerstag vom 16.1.2020 – immer mehr kommen!

Heute, Donnerstag, 16.1.2020 - Unser Verteil-Donnerstag stand auf dem Kalender. Der Tag begann um 6 Uhr früh mit Aussichten auf den 2. Tag meiner "Zuckerschulung" im Kepler Med Campus. Den gesamten Vormittag gut zuhören, in Wirklichkeit war ich bei all den Sachen die grade während dieser Schulung unerledigt bleiben und all die Vorbereitungen für den Verteil-Donnerstag heute Nachmittag. 11.15 Uhr - Schulung ist aus, schnell heim was essen, und schon geht es ab nach Haid Brot, Gebäck und Obst für Nachmittag abholen. Anschließend ins Lager, alles vorbereiten und herrichten zum einladen. Um 14 Uhr war ein Teil unseres Teams im Lager um gemeinsam anzupacken. Der Transporter war bald geladen und Barbara Schwingenschuh und Brigitte Stadler nehmen im Transporter Platz und fahren mit mir bei strahlendem Sonnenschein Richtung Linz. An unserem Platz angekommen standen schon etwa 25 Bedürftige und warteten auf uns. Hänger abgekoppelt und abgestellt, Transporter ebenso positioniert und von allen Seiten zugänglich gemacht. Recht bald stellte sich auch heute heraus dass wir wieder viele viele neue Gesichter zu Gast haben werden. Teilweise neue Obdachlose oder Menschen, die gerade delogiert wurden, wie auch schon die letzten Wochen viele neue Jugendliche bei uns zu Besuch waren. Die Zahlen bzw. die Anzahl der neuen Besucher bei unserem Bus erschreckt uns Woche für Woche wieder sehr. Unser Bus sollte abends leergeräumt sein, von unseren heutigen etwa 90 Besuchern. Die Schlange hörte nicht auf, immer neue Menschen kamen wieder und registrierten sich, ließen sich unsere Regeln erklären und stehen in der langen Schlange, um Lebensmittel, Hygieneartikel, neue Unterwäsche und Socken u.a. zu bekommen. Als es so gegen 17.30 Uhr schon dunkel war und wir eine kurze Verschnaufpause hatten, es uns schon fröstelte und fror, redeten wir von Besuchern, die schon lange nicht mehr da waren, da kam uns alle B. in den Sinn. B. war von Ihrem "Freund" der Kopf mit der Axt gespalten worden und kämpfte lange Zeit ums überleben. B. fehlt uns sehr und ihr Schicksal war heute Anlass für einige/viele Tränen im Team. Wir wollen sie nicht vergessen, warum nicht? Weil Sie es verdient hat, dass zumindest irgendjemand an Sie glaubt und hofft, dass Sie die Kurve ins Leben kriegt. Wir würden Ihr liebend gerne helfen dabei, aber wir können niemanden zwingen. Wir würden es uns so sehr wünschen. Auf Augenhöhe und mit ganz viel Wertschätzung reden wir über B., die keinen in unserem Team unberührt lässt. Es war viel los heute, und unser tolles Team meisterte heute wieder alles grandios. Ich bin richtig stolz auf unser GESAMTES TEAM! Schön dass es Euch gibt und schön dass wir gemeinsam diese schöne Aktion machen können. Um 18 Uhr zusammenpacken und Richtung Ansfelden/Lager fahren, heute müssen wir unsere Donnerstags-Wagerl im Bus angegurtet lassen und alles, was Flüssigkeiten betrifft, muss aus dem Bus ausgeladen werden und im warmen Lager zwischengelagert werden. Da unser Bus heute zur Werkstatt kam wo morgen und Montag eine große Reparatur gemacht werden muss, und der Bus lange im Freien steht, müssen wir dem einfrieren der Lebensmittel/Hygieneartikel vorbeugen. Ich sage wieder, so wie jeden Donnerstag, an all unsere Spender/innen und Gönner/innen, all unseren Wegbegleitern ein herzliches DANKE und VERGELT'S GOTT, dass wir heute fast 100 Menschen mit dem Nötigsten versorgen konnten. Danke Danke Danke an ALLE, die an uns glauben und uns immer so großartig moralisch unterstützen.

Samstag, 11.1.2020 – € 912,70 vom BRG Kirchdorf!

Heute, Samstag dem 11.1.2020 besuchte uns die verantwortliche Professorin aus dem BRG Kirchdorf, die eine grandiose Spendenaktion unter den Schülern angestoßen hat. Dort, wo wir im November für Unter- und Oberstufe eine Präsentation inkl. Vortrag machten und wo anschließend viele, viele Lebensmittel & Hygieneartikel gesammelt wurden. Heute kam Frau Prof. Claudia Sendner erneut zu uns ins Lager und brachte noch einmal eine großartige Geldspende mit. Gesamt erhielten wir von Ober- und Unterstufe eine Geldspende in der Höhe von ..... ♫♪♪♪♫♫ Tataaaam..... € 912,70 .... für Lebensmittel & Hygieneartikel. Herzlichen Dank und eine tiefe Verneigung an die gesamte Schule, Ihr seid KLASSE! Vergelt's Gott und DANKESCHÖN!

Donnerstag, 9.1.2020 – Beklemmend und Traurig!

Donnerstag, 9.1.2020 - Der Tag begann recht entspannt mit abholen von Brot und Gebäck in Haid, danach Kartons entsorgen, Schreib-kram erledigen, Mittagessen und ... um 13 Uhr Sandra in Traun abholen und ins Lager fahren. Unser Team kam um 14 Uhr und griff gleich vollgas zu um den Transporter und Anhänger schnellstens zu beladen. Barbara unser neuestes Mitglied, kam und erkundigte sich gleich was heute so passieren würde. In kurzen Details erklärte ich Ihr auf was sie ihr Augenmerk legen muss. Sie war gespannt und freute sich auf die Aufgabe. Um 15.30 Uhr waren wir dann in Linz, Wolfgang und Stefan warteten schon auf uns, hielten uns 4 Parkplätze frei, so war eine störungsfreie Verteilaktion eigentlich schon gesichert. Letzte Woche bedankten sich viele, viele Menschen bei uns, teilweise unter Tränen und Umarmungen. Heute, liebe Spender und Wegbegleiter, war ich es, der oft den Tränen nah war. Ein Obdachloser, nennen wir ihn Raimund (Name geändert), kommt seit Beginn an zu unserem Bus am Donnerstag, früher mit seiner Frau, jetzt lebt er alleine auf der Strasse, seine Frau hat sich an einen anderen Obdachlosen "angehängt". Raimund ist 42 und Drogensüchtig, im Verdacht auf Herzinfarkt wurde er vor 3 Tagen ins Krankenhaus eingeliefert, die Abklärung dort ergab Brust- und Lungenkarzinom, der Arzt meinte auf Raimunds Vorschlag, "dann mach ich jetzt einen Entzug damit ich die Krankheit chemotherapeuthisch überlebe" lediglich, "das zahlt sich nicht mehr aus", wer so mit seinem Körper umgeht und ihn derart mit Drogen vollstopft, hat jede medizinische Chance vergeben, meinte der Arzt, der ihn dann heute aus dem KH entließ. Ich bin vorsichtig solche Dinge zu glauben, jedoch bin ich mir fast sicher, dass Raimund mich nicht anlügt. Auf Raimunds Frage "Walter glaubst Du, man spürt es wenn seine Zeit abgelaufen ist?" antwortete ich ein leises JA, ich glaube schon. "Ich glaub' ich bekomm' keine Chance mehr in diesem Leben, irgendwie bin ich froh wenn diese Tortur, mein Leben vorbei ist", "ich wünsche mir nur noch, da rauf zu kommen und nicht dort hinunter". Da kämpft man, liebe Leute, ganz arg, wenn dir ein Mensch so was sagt und so antwortet. Egal wie oft er falsch abgebogen ist im Leben, er ist MENSCH und man hat mit ihm genauso WERTSCHÄTZEND umzugehen, wie mit jedem anderen Menschen! Das schnürte mir heute über weite Strecken den Hals zu. Im weiteren Verlauf kamen heute viele, neue Menschen zu unserem Bus, viele Junge, hochverschuldete und g'rade delogierte, die mit ihrem Leben und der Situation in der Obdachlosigkeit, so gar nicht umgehen können. Einige sind erst gestern delogiert worden. Schlimm, aber nach dem Hinfallen muss es ein schnelles Aufstehen geben, niemand kann den Weg für diese Menschen gehen, wir als Verein können den Weg nur leichter machen mit Lebensmittel, Hygieneartikel, warmer Kleidung u.a., aber gehen müssen sie selbst! Später kam noch Monika (Name geändert), eine 32 jährige Frau, die noch nie, nicht einmal als Kind die richtige Ampel im Leben erwischte. Als sie von uns heute wegging, hatten wir alle die sie beobachteten, ein trauriges Bild vor Augen...waren alle Helfer erschüttert, wie es einem Menschen überhaupt passieren kann, so hoffnungslos durch's Leben zu gehen...oder sollte man sagen, so hoffnungslos dahin zu vegetieren? Wir räumten den Bus ein und für unseren Dauerredner Andy, der zum Schluss noch mit einer heute delogierten Frau kam, öffneten wir natürlich nochmal den Bus, um auch ihn und die Begleitung noch versorgt zu wissen. So fuhren wir (ich mit einem beschissenen Gefühl) Richtung Lager, räumten alles aus und fuhren heim. Zuhause ein wichtiges Telefonat mit Sr. Tarcisia Valtingoier, das mich etwas beruhigte und mir auch ein Lächeln entlockte. Diese Frau hat so vieles geschaffen, so viel getan für unsere armen Menschen in Linz, ich bin glücklich, einen tollen Kontakt zu ihr zu haben. Danke an all unsere Helfer, unser tolles Team und Vergelt's Gott an all unsere Spender und Wegbegleiter, dass Ihr uns immer wieder einen moralischen Input gebt und uns eine große Stütze seid. DANKE dafür

02.01.2020 – Viele Tränen und noch mehr Dankbarkeit!

Unser heutiger Donnerstag begann um 5.45 Uhr bei -7° in Dörfla bei Graz! Nach der Spendenlieferung ins Grazer Vinzidorf vom 27.12.2019 blieben Rena und ich ein paar Tage in Ihrer alten Heimat um auszuspannen und dem Stress der vergangenen Wochen Adieu zu sagen. Vor der Heimfahrt ging es heute nochmal ins Vinzidorf, dort bekamen wir noch einige Spenden die wir in Linz an die Obdachlosen und Bedürftigen verteilen dürfen. Nach dem beladen ging es um 7.25 Uhr Richtung Linz. Nach dem Gleinalmtunnel auf der A9 zeigte unser Transporter eine Außentemperatur von - 10,5° an und die Natur entlang der Autobahn, spiegelte diese Temperatur wider. Der dicke Raureif hing an den Bäumen, an den Asten, in den Büschen, es war einfach schön anzusehen. Nach dem Bosrucktunnel in Oberösterreich zeigte die Temperaturnadel - 6,5° und die Umgebung leider keinerlei Naturschauspiel, außer ein wenig Schnee-zucker an den Berghauben. Um 9.45 Uhr in Linz angekommen, schnell die Formulare und Listen fertig machen für unseren Verteil-Donnerstag, schnell eine Kleinigkeit essen und dann in Haid Brot und Gebäck abholen (an dieser Stelle ein dickes Danke an Fr. Igel). Um 13 Uhr Ankunft im Lager, Kurt, unser neuestes aktives Mitglied, kommt auch gleich voller Elan und greift mächtig zu beim Ausladen unseres Transporters. Um 14 Uhr kommen alle anderen Helfer, um unsere Donnerstagswagen einzuladen, denn dazu müssen wir zu 4. sein. Der Transporter ist schnell geladen, voll und gut bestückt mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Winterjacken und Winterschuhen, warmen Schlafsäcken und tollen Isomatten, die keine Minusgrade durchlassen. Unsere Schützlinge kamen zu Beginn langsam und träge zum Bus, auf einmal kamen sie von allen Seiten und wir zählten wieder etwa 55 Menschen, die sich heute wieder mit dem Nötigsten eindeckten. Wir hatten wieder 2 große Thermoskannen mit heissem Tee und 1 Termoskanne mit heisser Gemüsesuppe ohne Einlage dabei, um vor Ort etwas warmes anzubieten, etwas Gebäck dazu, und das "Kaffee- oder Suppenkränzchen" bei frostigen - 2,5° kann beginnen. Um 17 Uhr kam ein weiterer großer Schwung an Menschen, die sich Jetons für die Notschlafstelle und/oder Lebensmittel und Hygieneartikel oder nur einen Schlafsack holten. Eines prägte den heutigen Verteil-Donnerstag zutiefst, von Beginn an um 16 Uhr bis zum zusammenpacken um 17.40 Uhr, es kamen heute wirklich fast jede Minute tiefe, tränen-erfüllte Aussagen von unseren Schützlingen wie z.B., Zitat: "Gäbe es die Obdachlosenhilfsaktion nicht, ich wäre längst nicht mehr auf dieser Welt, ich hätte mich schon längst umgebracht". Viele leise-laute Danksagungen und Umarmungen von gestandenen Männern, die heute Tränen in den Augen hatten und teilweise durch den zugeschnürten Hals kein Wort mehr herausbrachten, dann umarmten sie uns einfach, oder Handreichungen mit Tränen und einem stockendem Atem. All das muss....darf....soll Platz haben, in unserer Aktion. Menschliche Gesten sind uns einfach wichtig und müssen genug Platz haben. Aber alle wollten nur eines, DANKE sagen! DANKE an all unsere Spender, die diese, unsere Aktion jede Woche erst möglich machen. Auch wir möchten im neuen Jahr DANKE für Eure große Loyalität, Eure großartige Unterstützung sagen. Ein tief, demütiges Vergelt's Gott an alle, die an uns glauben und uns unterstützen, egal wie! Nach dem Ausladen im Lager war heute noch Vereins-Stammtisch, gemütliches Zusammensitzen in schöner Atmosphäre, zum Ausklang des Abends. Ich sitze noch hier, bearbeite Fotos und texte für Euch den langen Tag, da ich Euch den erzählerisch noch schuldig bin. Wie jede Woche sage ich Danke ans gesamte Team, Ihr seid großartige Menschen. Und an alle Wegbegleiter ein DANKE für Eure moralische Stütze vielleicht in Form eines "Likes". Euch noch einen schönen Abend und alles liebe!

27.12.2019 – Spendenlieferung nach Graz!

Heute, Freitag 27.12.2019 ... wie angekündigt ging es heute auf die Fahrt ins Vinzidorf nach Graz. Bei steirischem Schneegestöber und Schneefahrbahn ging es die A9 Richtung Graz. Frau Wimmer und Ihr Team wartete schon auf uns. Diese 1-Malige Spendenlieferung nach Graz hatte mehrere Hürden, bis diese fertiggestellt und zugestellt war. Wir bringen zum ersten Mal Spenden nach Graz, weil auch hier viele wichtige Dinge für die Obdachlosen fehlen. Für diesen Winter 2019/2020 wird es auch die einzige bleiben. Wir hatten viele haltbare Lebensmittel wie Ketchup, Marmelade, Zucker, haltbare Milch, Speiseöl, Essig, Aufstriche, Kaffee, haltbare Fertiggerichte in 400g und 800g Dosen, Nudeln und Reis uva. sowie Hygieneartikel verschiedenster Art wie Shampoo, Duschgel, Deo, Damenhygiene, Rasierschaum und Rasierer, Zahnbürsten und Pasta, Handseifen und Cremeseifen, Fußcremen, Toilettenpapier, Küchenrollen, Geschirrspülmittel, Waschpulver flüssig und Pulver, 60 Winterjacken D/H, neue Unterwäsche und neue Socken D/H, Winterschuhe für D/H, Schlafsäcke und Isomatten, einige Eurer Weihnachtsgeschenke und vieles andere mehr dabei. Herzlichen Dank allen Spendern die diese Spendenlieferung erst möglich machten. Vergelt's Gott und lieben Dank!  

Herzlichen Dank

Resümee 2018/2019!

Liebe Spender/innen und Wegbegleiter/innen!

Resümee Saison 2018/2019:
Unser Vereinsjahr beginnt im Oktober 2018 und dauert bis Oktober 2019. Hier ein paar Fakten, Zahlen und Dinge, die uns beschäftigten. Im Oktober 2018 fuhren wir grade seit 3 Monate nach Linz (Startschuss war 15. August 2018) um die Obdachlosen, die Wohnungslosen und Bedürftigen mit Lebensmitteln, Hygieneartikel, Schlafsäcken, Isomatten, Schuhen, Jacken u.v.a. zu versorgen. Unser Dienst, die Möglichkeit sich bei uns die wichtigsten Dinge des Lebens abzuholen, schlug ein wie noch nie zuvor etwas. Für uns war der Verteil-Donnerstag ein Pilotversuch! Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern (Pflegedienstleitung Fr. S.) fällte im Juli 2018 die Entscheidung, das Vincistüberl mit drastischen Kürzungen und Streichungen in drastisch abgespeckter Form ohne Sr. Tarcisia weiterzuführen. Frau S. erläuterte in einem 2 Stunden Gespräch das neue Konzept und wollte uns aber weiter als „Spendenlieferant“, weil das KH keinerlei Budget zur Verfügung stellen wollte für Hygieneartikel und Lebensmittel. Wir entschieden uns dagegen, weil wir nicht „Handlanger“ für Kürzungen und Streichungen sein wollten, und haben im gleichen Augenblick festgelegt, wir bauen unseren Transporter so um, dass wir in Linz die Menschen mit dem Nötigsten versorgen können. Der Vorgang, wie man Sr. Tarcisia und Ihr Lebenswerk „Vincenzstüberl“ mit Füßen trat, war und ist ein „widriger“, weil tief unter der Gürtellinie. Als neue Leiterin des Vincistüberl wurde Fr. F., die Leiterin der Putzbrigade des Krankenhauses eingesetzt, die weder Fingerspitzengefühl noch Wissen und schon gar keine sozialpädagogische Ausbildung mitbrachte. Fragwürdige Entscheidungen und Aussagen folgten und viele, viele Menschen meiden seither das Vincistüberl und besuchen lieber andere Einrichtungen. Aus dieser Entscheidung der Frau S. wurde unser Donnerstag in Linz geboren und wir führen ihn seitdem regelmäßig aus und bisher kamen 372 registrierte Menschen zu unserem Bus und versorgen sich mit unseren Spenden. Im Durchschnitt verteilen wir jeden Verteil-Donnerstag Spenden im Wert von etwa
€ 1400,-, Woche für Woche, sehr viel Geld für einen kleinen Verein wie wir es sind. Wir gaben u.a. 178 Schlafsäcke aus, 93 Isomatten, 356 Jacken (Sommer & Winter), 112 Rucksäcke und 312 Paar Schuhe, gaben lt. Aufzeichnungen 1743 Kleidungsstücke (ohne Jacken) aus, und die unzähligen Hygieneartikel und Lebensmittel, Fertiggerichte und Getränke, die einen Großteil unserer Ausgaben darstellen, ganz zu schweigen.
In der Saison 2018/2019 fuhren wir 83 Spendenlieferungen in Oberösterreichische Einrichtungen, in Notschlafstellen, Tageszentren, Übergangswohnheime, Frauenhäuser und andere Einrichtungen. Unser Transporter trug uns 19.593 km durch Oberösterreich und versagte uns nur 1-Mal den Dienst, wegen einer kaputten Batterie. Ein braver, unser Transporter. Etwa 10.500 Stunden freiwillige Arbeit wurden insgesamt geleistet, im Lager, bei Spendenlieferungen und bei vielen verschiedenen Aktionen. Eine ganze Menge!
Die Entwicklung der Armut - Obdachlosigkeit, die wir hautnah und direkt mitbekommen und täglich sehen, stieg in diesem Zeitraum überproportional an. Viele Hilferufe der ÖBB-Security kamen zu später Stunde (23-24 Uhr) oder gar in frühen Morgenstunden (1-2 Uhr früh), wenn ein neuer unbekannter Obdachloser in Linz ankam, nichts als das nackte Leben am Leib hatte, dann fuhren wir nachts ins Lager um unser immer bereites Not Paket zu schnappen und auf dem schnellsten Weg zum Bahnhof zu fahren um Hilfe zu leisten. Auch außertourlich fahren wir oft zum Bahnhof, um mit den Obdachlosen vom Terminal und Bahnhof zu reden, um Hilfe zu leisten. Diesen „Dienst“ können wir leider nicht regelmäßig anbieten, sondern nur sporadisch, da die ganze Arbeit im Lager beim Kommissionieren, die Spendenlieferungen/Spendenabholungen und sonstigen schweren Arbeiten für uns zur hoffnungslosen Überforderung führen würden. Dann wäre niemandem geholfen. 60-70 Stunden die Woche im Dienste unserer Obdachlosenhilfsaktion sind keine Seltenheit und bringen uns an den Rand des Möglichen.
2018 lernten wir „Renate“ vom Bahnsteig 12 kennen, sie war/ist obdachlos, und schwer krank, und wir wollten ihr eine ehrliche Chance geben, haben von der GWG-Linz eine 19,98m² Wohnung zugeteilt bekommen, und wollten Renate dort einziehen lassen, finanziert von Euch liebe Spender/innen durch einen extra Aufruf. Um Nachhaltigkeit einzubringen, forderten wir von Renate, monatlich € 350,- von ihrer Mindestsicherung auf ein gesperrtes Sparbuch einzuzahlen. Die Mindestsicherung hätten wir mit ihr beantragt und die Verwaltung des Sparbuches ebenfalls. Renate tobte „ihr wollt‘ mich entmündigen, das ist mein Geld“, und war nicht dazu zubringen diese Abmachung mit ihrer Unterschrift zu besiegeln. 5-Mal fuhr ich nachts zum Bahnhof und redete mir den Mund fusselig und erklärte Renate, dass wir ihr Geld nicht wegnehmen sondern nur verwalten, sie unterschrieb nicht und wir gaben daraufhin die Wohnung zurück an die GWG. Leider erkannte Renate diese Chance nicht als solche, sondern unterstellte uns irrationale, boshafte Absichten. Im Verein entschieden wir daraufhin, keinen ähnlichen Anlauf mehr, für wen auch immer, zu machen. Denn wir müssten die Wohnung ordnungsgemäß mehrmals wöchentlich überprüfen, da wir zur Gänze mit der Kaution haften würden, und wären Schäden an der Wohnung, könnten wir diese niemals finanzieren. Das war der Hintergrund für diese Entscheidung.
Zur gleichen Zeit als wir Renate kennenlernten, lernte wir auch „Wolfgang“ (Name geändert) kennen, der 40 Stunden arbeiten geht und sich von seinem Lohn keine Wohnung leisten kann und somit am Bahnhof schläft. „Wolfgang“ hat aber den Mut und die Kraft für Veränderung, er arbeitet hart an der Kaution, um sich eine Wohnung leisten zu können. Ich bewundere „Wolfgang“ sehr.
Der intensivste Kontakt, die größte Hilfe rund um unseren Donnerstag erhielt mit absoluter Sicherheit UNSER Martin, der in der Linzer Au in einem Zelt lebte, ohne Zugang zum Gesundheitssystem, ohne Mindestsicherung und ohne jedes Einkommen. Er kam zu Beginn zögerlich, hatte bald Vertrauen und kam regelmäßig, Ingrid, unsere Helferin, kümmerte sich intensiv um Martins Anliegen, besorgte neue Hosen, neue Jacken, neuen Laptop, Martin ist ihr sehr ans Herzerl gewachsen, als er Anfang Mai 2018 nach Schörfling zum Bootsbauer (durch Vermittlung unserer Sandra Baumgartner) arbeiten ging, wusste niemand was passieren wird mit Martin. „Rudi“ (Name geändert), sein Chef, zeigte bald seine andere Seite und schrie Martin zusammen, worauf Martin das Weite suchte und untertauchte. Wir wussten lange Zeit nicht, wo Martin geblieben war, ob er die in den Medien kolportierte Wasserleiche war, ob er noch lebt und ob es ihm auch gut geht. Ein anonymer Hinweis ging in Richtung Einweisung in die forensische Abteilung, wegen einer Messerattacke am Taubenmarkt. Wir waren geschockt! Martin ein Messerstecher? NEIN! Kann nicht sein, weil es nicht sein darf. In der Zwischenzeit übergab Sandra mir Martins ausstehenden Lohn aus Schörfling, den ich Martin auch nicht vorenthalten wollte, waren es doch fast € 950,-. Nachforschungen ergaben bald, dass kein Wort daran wahr war an der Messerattacke. Unsere Nachforschungen ergaben nichts mehr ab einem gewissen Punkt, hier kam von der Polizei der Tipp, eine Vermisstenanzeige zu machen, dann würde der ganze „Apparat“ hochgefahren werden und die Suche intensiviert werden, so hätte man gute Chancen Martin zu finden, so er noch lebt. Gesagt – getan, am gleichen Tag noch die Anzeige gemacht, in der Zwischenzeit machte Ingrid von Bad Schallerbach aus eine Meldeabfrage, die negativ war. Am nächsten Tag kamen 2 Fahnder vom LKA OÖ ins Lager, um mich über Martins Gewohnheiten zu fragen und eventuell Kleidung mitzunehmen, wegen einer DNA-Analyse. Wir hatten ja Martins Habseligkeiten im Lager zwischengelagert und sollte sich auf einem der Kleidungsstücke Haare oder ähnliches finden, wäre ein Abgleich mit gefundenen, nicht identifizierten Menschen möglich. Haare o.ä. fanden wir nicht mehr, da Sandra Martins Kleidung 5-Ma (!!!) gewaschen hat. Somit fiel zumindest diese Möglichkeit der Identifizierung weg. Über Facebook bekamen wir großartige Hinweise, Martin wäre in Salzburg Stadt gesehen worden. Ich schrieb alle Salzburger Obdachlosen-Einrichtungen an, mit einem Bild von Martin und der Bitte um Hilfe. Nach ein paar Tagen trug mein Rundschreiben Früchte, die Wärmestube rief mich an und die weibliche Stimme fragte „ob es stimme, dass wir Martin suchen“, ja, ja, ja wir suchen Martin! „Martin sitzt hier bei mir und frühstückt“ war ihre Antwort und gab den Hörer weiter an ihn. Ich konnte Martin sagen: „Martin ich habe noch deinen Lohn hier, ca. € 950,-„ er war erstaunt, überhaupt noch einen Lohn zu bekommen. Er sagte mir zu, am darauffolgenden Donnerstag von Salzburg nach Linz zu kommen und uns beim Verteil-Donnerstag zu besuchen und sein Geld abzuholen. Martin war wieder da und es war ein ergreifendes Gefühl, Martin lebend und lachend da stehen zu sehen.
Ein besonderes Mädel für uns war „Babsi“ (Name geändert) aus Grieskirchen, 29 Jahre, vom eigenen Freund mit einer Axt attackiert, den Schädel über die Hälfte gespalten, lange Zeit auf der  Intensivstation, der Freund eingesperrt, die Wohnung weg, die Eltern geschieden und schwerste Alkoholiker, wurde „Babsi“ nach fast einem dreiviertel Jahr entlassen, obdachlos und auf die Straße ausgesetzt, mit schwersten Medikamenten fürs erste ausgestattet fand „Babsi“ sich am Bahnhof wieder. Der Alkohol gefiel ihr immer mehr, für Stunden das eigene Schicksal zu vergessen, „Babsi“ konnte mit ihrem Leben nicht mehr umgehen, sie hat große Angst, vor dem Leben, vor den Menschen. Sie rutschte immer weiter in die Obdachlosigkeit. Durch die Mischung Alkohol/Medikamente wurde „Babsi“ aggressiv und stieß viele Menschen, die helfen wollten, von sich. „Babsi“, so unser letzter Informationsstand, ging nach Gallspach, wir wissen nicht was mit ihr geschah und wie es ihr geht. Leider hebt sie ihr Telefon nicht mehr ab. Oft denke ich an sie und wünsche mir nur ein klitzekleines Zeichen von ihr. Sie hat doch auch ein Leben und eine echte Chance verdient, ich wünsch‘ es mir so sehr! Nur ein Zeichen! BITTE!
Das waren ein paar Geschichten aus unserer Arbeit mit Martin, Renate, „Wolfgang“, „Babsi“ und all den anderen. Vielleicht erzähl‘ ich Euch irgendwann auch die anderen Geschichten aus verschiedenen Schicksalen.
So ging ein ganzes Jahr vorüber wie im Flug. Erkenntnisse und Quintessenz dieser Saison 2018/2019 war/ist, wir können die Welt nicht retten, aber wir dürfen in unserem Umfeld nicht wegschauen und können vielen Menschen helfen, das Leben erträglicher machen, Wärme und Wertschätzung zu schenken. Und genau das ist es, was uns als Verein, als Team und als Obdachlosenhilfsaktion ausmacht, dort zu helfen wo Hilfe dringend nötig ist. Ohne Umwege, direkt bei den Menschen!
Viele Gedanken, noch mehr Tränen und ganz viele schöne Erinnerungen an unsere Schützlinge bleiben in unserem Herzen, in unseren Köpfen und werden wir nicht vergessen.
Unser Team, ein tolles, großartiges Team, auf das wir sehr stolz sind, hat in diesem ganzen Jahr großes geleistet. Vielen lieben Dank jeder/m Einzelnen in unserem Team, die/der ihre/seine Zeit und die ganze Kraft schenkt, und so viel Herzgefühl für unsere Schützlinge mitbringt. VERGELT’S GOTT!
Ein besonderes DANKESCHÖN gilt all unseren Spendern/innen, die uns immer so toll unterstützen, OHNE EUCH WÄRE UNSERE AKTION NICHT MÖGLICH! DANKE und VERGELT’S GOTT mit einer tiefen Verneigung an jede/n Einzelne/n, die/der uns unterstützt, egal in welcher Art. Bleibt uns gewogen, bleibt uns treu und lasst uns auch 2020 helfen, so gut wir können.
Wir wünschen eine gesegnete Weihnacht und alles erdenklich Gute für 2020, Gesundheit und viel Erfolg und wir wünschen Euch all das, was Ihr Euch wünscht. Ihr seid in unseren Herzen! 🙂

Herzlichen Dank

 

26.12.2019 – Weihnachten ist und wir verteilen Spenden!

Heute, Donnerstag 26.12.2019 - unser Verteildonnerstag am Feiertag! Der "Arbeitstag" beginnt heute erst gegen Mittag, da weder Brot, Gebäck noch Obst oder Gemüse abzuholen sind. Heute Mittag um 12.30Uhr auf dem Weg ins Lager, um die letzten Spuren vom heiligen Abend, unserer Weihnachtsfeier mit unseren Schützlingen, auszuladen und ins Lager zu bringen. Viele Limonaden und Getränke sowie Knabbereien sind noch da, die werden gleich mitgenommen, um diese heute in Linz zu verteilen. Kuchen und Kekse ebenfalls, von hl. Abend heute direkt zur Ausgabe nach Linz. Pünktlich um 14Uhr, wie vereinbart kommen unsere Helfer ins Lager, um den Transporter samt Anhänger zu beladen. Heute sind wir als Team gut aufgestellt und vollzählig, ein gutes Gefühl. Die Außentemperatur betrug bei der Fahrt nach Linz etwa +6°, aber aus Richtung Mühlviertel kamen dicke Regenwolken auf Linz zu, war irgendwie so gar nicht vielversprechend. Ankommen in Linz warteten schon die ersten 20 Bedürftigen, und...es gab keinen einzigen Parkplatz. Also so vor die Energie AG hingestellt, dass wir trotzdem Transporter und Hänger platzieren konnten, da ja Feiertag ist und hier heute kein Verkehr stattfindet. Kurze Besprechung noch wer wo eingeteilt wird und es geht los, heute ausnahmsweise mit 10 Min. Verspätung. Rena Meinhart ist heute auch dabei und ist für die Fotos zuständig, Ingrid Strassl für die Schuhe und Kleidung, Brigitte Stadler für die Lebensmittel, Renate und Gerlinde mit Markus beim Anhänger. Heidi Barczuk kam heute mit Mann Roland und Tochter Michelle sowie Freundin Melissa zu uns und wollten mithelfen. Heidi teilte Getränke aus, Roland war mit Markus beim Anhänger und Michelle und Melissa füllten heute die Formulare aus. Wahnsinn wie schnell heute eine relativ hohe Anzahl von Bedürftigen und Obdachlosen herbeikamen und in welchem Eilzugtempo heute gut 60 Menschen "versorgt" wurden. Um 17 Uhr waren nur noch wenige beim Bus, es gab noch heißen Tee mit Kuchen und Keksen, oder eine Gemüsesuppe ohne Einlage, alles ist willkommen, Hauptsache es wärmt. Die Stimmung ist etwas gedrückt, zum Teil wegen Weihnachten zum Teil wegen dem Tod von Erwin, dem ruhigen, leisen, besonnenen Erwin, der vergangenen Samstag nach versuchter Reanimation nicht mehr wiederbelebt werden konnte.  Viele kamen heute um sich Jetons für die Notschlafstelle zu holen, weil niemand mehr die € 3,50 hat, für ein "warmes" Bett. Wir kaufen um Spendengelder immer wieder Jetons ein und verteilen diese am Donnerstag an jene, die es wirklich brauchen. Heute alleine verteilte ich an 32 Menschen Jetons für die Notschlafstelle, jeder bekam 2 Jetons (für 2 Nächte). Die Freude war wirklich groß, und für all jene die leider nicht am hl. Abend dabei sein konnten, für diese Menschen gab es heute noch ein Weihnachtsgeschenk, auch da leuchteten die Augen groß. Wir bekamen vor Weihnachten viele, viele verschiedene Gutscheine von Frau Christa Wänke und ihrer Klasse aus dem Stiftgymnasium Wilhering, die verteilten wir heute. Friseurgutscheine, Eintrittskarten für Museen, Einkaufsgutscheine usw.. Hier leuchteten alle Augen, wirklich, es war ein Freude in die Gesichter zu schauen, mit welcher Freude hier die Geschenke entgegengenommen wurden. Ausnahmsweise packten wir heute 10 Minuten früher zusammen, da wir im Lager noch alles ausräumen müssen und...wir heute noch den ganzen Transporter beladen müssen, da wir morgen früh nach Graz ins Vinzidorf fahren und dort den ganzen Transporter voller Lebensmittel, Hygieneartikel, Winterjacken und Winterschuhe sowie viele Weihnachtsgeschenke hinbringen. Dank so vieler Hilfe heute waren wir um 19Uhr fertig mit aus- und beladen! Rekordzeit, dank unserem tollen Team. Der heutige Tag geht für uns langsam zu Ende, bei mir mit der Vorfreude auf die Spendenlieferung ins Vinzidorf morgen und danach ein paar freie Tage in Graz. An dieser Stelle allen Spendern/innen ein dickes, aufrichtiges DANKE und Vergelt's Gott, und unserem Team wünsche ich ein paar erholsame Tage ohne mich   Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles liebe und Gute! 🌞👍🍁🌹💥❤️