Rena

Donnerstag Direktausgabe 22 11 2018

Dienstag
5 Uhr früh fährt Walter nach Regensburg (D) um 2 gebrauchte Batterien für unseren Elektro Hubstapler zu besorgen. Leider können wir keine neuen kaufen, sie würden neu ca. € 1.500,- kosten; das können wir uns nicht leisten.
Der Verkäufer kommt aus Chemnitz und fährt seinerseits nach Regensburg, das sind immerhin auch 280 km, er ist ein Menschenfreund mit einem guten Herzen.
Die gute Nachricht ist; die Batterien sind in Ordnung und wir können unsere Arbeit ungehindert fortsetzen.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, welche Berge uns von der Seele gefallen sind.
Ich bin Gott so dankbar, dass er das Herz dieses lieben „Batteriemannes“ bewegt hat, er wird ihn sicher dafür segnen. Eine gute Tat bleibt nicht unbelohnt.

Mittwoch
Heute findet unser Vortrag über Armut und Obdachlosigkeit in Traun statt. Am Sonntag haben wir in der Freikirche Traun eine kurze Einführung darüber gegeben.
Natürlich sind Walter und ich nervös und schlagen uns mit Gedanken wie: Wie viele Menschen interessieren sich für Armut und Obdachlosigkeit, werden wir vor 1-2 Leuten sprechen oder wird der Saal voll werden? Werden wir das Thema interessant genug gestalten können, um das Herz der Zuhörer bewegen zu können.
Tatsache ist, dass 20 Zuhörer über 2 Stunden, teilweise geschockt, teilweise erschüttert, mucksmäuschenstill zugehört haben. Aufkommende Fragen haben wir sofort beantwortet, sodass mach mal sogar eine Diskussion im Gange war.

Bilanz dieses Abends ist, dass die Zuhörer genug Stoff zum Nachdenken bekommen haben und einige aktiv bei uns mitarbeiten wollen; wir sind zufrieden mit diesem Ergebnis.

Donnerstag
Wir sind am Vormittag nach Eferding gefahren, um beim Efko Shop sehr günstige Lebensmittel ab zu holen. Der Geschäftsführer ist uns preislich wirklich sehr entgegen gekommen.
Auf dem Heimweg sind wir in Alkhofen bei einem Würstelstand eingekehrt und haben zu Mittag gegessen. Die Würstl waren einfach lecker, wenn ich daran denke, rinnt mir sofort wieder der „Sabber“ das Kinn runter.

 

Um die übliche Zeit beladen wir den Transporter und den Hänger; wir arbeiten schnell, da wir viele Waren mitnehmen und nur 1 Stunde zur Verfügung haben; währenddessen kommen laufend Spender, die Walter, obwohl er eigentlich keine Zeit hat, gut betreut.
Wir stellen die Spenden einfach ins Lager, denn aus Zeitmangel können wir sie nicht wegräumen. Das werden wir dann am Samstag während der Spendenannahme so nebenbei tun.
Heute waren Walter, Karin, Sandra, Michael und seine Kinder, Nadine, Ingrid, Thomas, 2 x Brigitte, Andrea, Christine, Elke und ihre niedliche Tochter und eine neue Mitarbeiterin, deren Namen ich leider nicht behalten habe, aber sie kommt wieder, da kann ich sie dann fragen.
Zu Hause habe ich die 3 neu gekauften Thermoskannen (zu je 3 ltr.) mit Tee befüllt und mitgenommen, denn wir bieten jetzt auch Tee an.
Dieses Angebot nehmen die Leute gerne an, da es am Abend schon ziemlich kalt ist, aber sie trinken ihn ohne Zucker, was ich erstaunlich finde. Diese insgesamt 9 Liter Tee reichen für alle.

Diesmal sind wir schon um 15.30 Uhr vor Ort, wo schon mehrere Obdachlose auf uns warten. Nachdem wir alles aufgebaut haben, fangen wir an; etwas früher als normal.
Unsere Batterie betriebenen Lampen kommen in den Einsatz, als es dunkel wird.
Wir haben sie neu gekauft; sie leuchten hell und funktionieren tadellos.
Alles läuft seinen gewohnten Gang, nichts Aufregendes passiert; kalt ist es.

Als es auf 18 Uhr zugeht, packen wir unsere Sachen zusammen, fahren ins Lager, entladen und gehen glücklich und zufrieden heim.

Autorin: Rena

Donnerstag Direktausgabe 22 11 2018
Rena

Donnerstag Direktausgabe 15 11 2018

Dienstag

Manfred, ein Verantwortlicher der Freikirche Traun und Freund, besucht uns am Vormittag, um sich den Vortrag über Armut und Obdachlosigkeit, den Walter am 21.11. 2018, um 19 Uhr, in der Freikirche Traun ,Tischlerstraße, halten wird, an zu schauen und etwaige Änderungen zu besprechen.

Am Nachmittag fangen wir, Walter, Brigitte, Brigitte (sie hat grad eine Bein OP hinter sich) und ich zur üblichen Zeit mit Arbeiten an. Die Boxen für die Direktausgabe am Donnerstag müssen wieder aufgefüllt werden.
Walter bekommt einen Anruf von der Notschlafstelle Steyr. Der Leiter ordert eine Menge Lebensmittel, die wir noch heute zusammenstellen, auf Rollwagen laden und in den Transporter bringen; morgen können wir dann direkt von zu Hause aus, weg fahren. Brigitte, Brigitte und Walter kümmern sich um die restliche Kleidung, dann machen sie sich an das Zusammenstellen der Spenden. Die Arbeit geht ihnen flott von der Hand, sie sind schon ein gut eingespieltes Team.
Plötzlich hört man ein: „Autsch“, vom Walter; er hat sich ein wenig den Kopf angeschlagen, der Arme. Vielleicht sollte er ein bisschen vom Gas runter gehen?

Ein wenig verspätet, kündigt sich Beate, unsere Tante Brause, an, lustig und mit einem frechen Spruch auf ihren Lippen.
Sie kommt mir gerade recht, denn ich brauche sie für einige Umräume Arbeiten, die ich alleine nicht bewältigen kann. 94²  Lager Raum sind nicht viel, daher müssen wir ständig umräumen und für ankommende Spenden Platz machen. Anscheinend mutiere ich zur „wo bring‘ ich das unter, Tante“.
Also krempeln wir die Ärmel auf und los geht’s. Als ich sie bitte auf die andere Leiter zu steigen, weigert sie sich zuerst, aber dann, als sie sieht, diese Arbeit kann man nur mit 2 Leitern schaffen, steigt sie hoch –und jammert dabei: „Heute büße ich alle meine Sünden ab“, seufzt und legt los. Tapfere Beate; sie verträgt keine Höhe und überwindet sich doch. Ja, sie macht sogar eine gute Figur auf der Leiter. Wir haben trotz flotten Arbeitens unseren Spaß dabei, mehr als einmal wäre ich fast vor Lachen  von der Leiter gefallen, weil Beate so ein „flottes“ Mundwerk hat – ich bleibe ihr auch nichts schuldig, wie ihr euch ja denken könnt.
In der Höhe ist es ganz schön heiß, die Heizung ist unter der Decke montiert, sodass mir die Zunge am Gaumen kleben bleibt und ich nach einer Erfrischung lechze. In der anschließenden Pause trinken wir bis zum Umfallen.
Als dann auch noch Sandra, die „Prinzessin“ herein schneit, sie kommt immer nach Arbeitsschluss vorbei, ist unser „Power Team“ komplett – da rührt sich was, da geht was weiter. Tralala und tralala, Kisten hin, Kisten her, Kisten schupfen ist nicht schwer. Unser Betriebsklima ist hervorragend.

Mittwoch

Um 9 Uhr fahren wir zu Kurt Traxl, dem Kaffeeröster und Menschenfreund. Er betreibt am Südbahnhofmarkt eine gut besuchte Kaffeerösterei und ermöglicht seinen Kunden, Obdachlose mit einem Kaffee zu beschenken, außerdem spendet er jede Woche 1 kg Kaffee, jede Woche eine andere Sorte. Auch sonst bekommen wir noch einiges was wir für die Spenden Direktausgabe brauchen können.
Hut ab – eine solche Großzügigkeit ist sehr zu loben.

Weiter geht’s nach Steyr in die Notschlafstelle. Es ist ein grauer, nebeliger Tag, eigentlich sollte man zu Hause bleiben und kuscheln, aber wir, Walter und ich, lassen uns davon nicht beeindrucken und machen uns sonnige Gedanken. Aus dem Auto heraus versuche ich einige brauchbare Fotos zu schießen; das erweist sich als ziemlich schwierig, denn, wenn ich ein Objekt sehe, bin ich auch schon daran vorbei….oder die Scheibe spiegelt sich derart im Foto, das es unbrauchbar ist….und…und…und…
In der Steyr Einrichtung kommen sofort ein paar Männer zum Helfen herbei. Sie helfen gerne und bedanken sich mehrmals für die guten Gaben. Einige sind nicht gut bei Kräften, dennoch lassen sie es sich nicht nehmen auch einige Dinge ins Haus zu tragen; ich mag ich sie.

Wir fahren nach St. Valentin, der Nebel hängt noch immer tief, aber hier und da blitzt es schon blau am Himmel auf, und besuchen  Peter (PEHA Medien), der uns einige Formulare und Plakate gratis gedruckt hat. Obwohl er ein schwer beschäftigter Geschäftsmann ist, nimmt er sich für uns Zeit, um mit uns zu plaudern und aus zu tauschen. Er ist ein gerader, aufrichtiger Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hat.
Nach einem netten, inhaltsreichen Gespräch reiten wir mit unserem „Anton“, so heißt unser Transporter, fragt mich nicht, wieso er so heißt – auf einmal war er der „Herr Anton“ – heimwärts.
Die Sonne blinzelt nicht nur, nein, sie strahlt am Himmel; gleich hebt sich auch unser Stimmungsbarometer und wir singen  gemeinsam ein Lied im Radio mit.

Auf dem Weg liegt Asten mit dem  Action Markt und Lidl, dort kaufen wir einige Artikel ein, die uns ausgegangen sind – wir verbinden immer das Praktische mit dem Nützlichen – und, ab nach Hause, denn es ist bereits halb Zwei Uhr. Der Magen knurrt, er will etwas zum Arbeiten – ich kann ihn verstehen.

Heimkommen, kochen, essen – Bilder herunterladen und auf geht’s zum Lager die Einkäufe ausladen und zum nächsten Termin nach Haid –  die Sonne hängt wie ein rotgoldener Feuerball am Horizont – ein unvergleichlich schöner Anblick und ein ereignisreicher, aber befriedigender Tag geht zu Ende.

Donnerstag

Walter ist mit “ Anton“ voraus gefahren, da er im Lager noch ein Regal für heute zusammen bauen will, ich mache inzwischen unsere Wäsche fertig – der Alltagskram muss auch einmal gemacht werden – und fahre später nach.
Als ich ankomme, sind schon Walter, Brigitte, Henriette, die heute das 1. Mal dabei ist und Ingrid fest am Werkeln. Der Bus und der Hänger werden schnell beladen und schon können wir uns auf den Weg machen. Diesmal verläuft die Fahrt ohne Stau.

Kaum haben wir angefangen unsere Spenden für die Ausgabe her zu richten, kommen schon die ersten Männer an und wollen was. Inzwischen treffen Sanchez mit  Gatte Michael, Roswitha und Markus ein. Später kommt noch Sandra dazu.
Heute besuchen uns sehr viele Menschen. Die Stimmung ist gut, wir werden sogar mit Handschlag begrüßt – ich freu mich darüber immer sehr – die Zigarettenstummeln wandern in den bereit gestellten Aschenbecher, sie benehmen sich gut, bis sich ein Konflikt zwischen zwei Männern anbahnt, den ich dann rigoros unterbinden muss, da sonst ein handfester Streit im Gange wäre. Auch Walter ruft einen Mann zur Ordnung, der herumschreit, weil er einen gleichen Rucksack haben will, den ein Anderer erhalten hat. Das tut der guten Stimmung aber keinen Abbruch, alles läuft seinen gewohnten Gang.

Sogar ein Streetworker von der Just besucht uns. Einige seiner Schützlinge sind hier; sie haben ihm so viel von uns erzählt, dass er neugierig geworden ist. Wir unterhalten uns lange und er geht beruhigt wieder in sein Büro.
Wir laden die Leute zu unserer privaten „Weihnachtsfeier“, die am Pfarrplatz in einem Lokal stattfinden wird, ein. Am Hl. Abend sind alle Einrichtungen geschlossen, deshalb wollen Walter und ich damit einen Ausgleich schaffen. Nun werden sogar mehrere Leute bei diesem Vorhaben mitwirken.
Durch Gottes große Güte dürfen wir das Lokal sogar kostenfrei benützen, er stellt uns sogar noch mehrere Menschen an unsere Seite, die mithelfen; für Kuchen sorgen auch schon ein paar Frauen. Es wird sicher spannend.
Auf Günters Frage, was Weihnachten für mich bedeutet, wenn es nicht die Mette ist, sage ich: „Weihnachten ist für mich, wenn ich, wie am Hl. Abend, mit Menschen Gemeinschaft habe, die niemand  haben will, die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen.
Es gibt nichts Schlimmeres, als Weihnachten alleine zu verbringen?“

Viele Obdachlose und Bedürftige gehen heute mit einem gefüllten Sackerl und einem dankbaren Blick zurück, weg; wir sind erschöpft, aber glücklich.

Zum Schluss stehen wir ein wenig herum und unterhalten uns, die Anspannung fällt ein wenig ab, trinken und essen was, packen zusammen und fahren ins Lager.

Dort räumen wir die restlichen Spenden wieder ein und gehen nach nebenan ins „Schachtelrestaurant“. Diesmal sind wir sogar zu Acht, die sich bei einem guten Essen entspannen und den Tag ausklingen lassen. Unter Bla bla bla und vielem Gelächter verabschieden wir uns mit einem fröhlichen „Pfüati“.

Autorin: Rena

Donnerstag Direktausgabe 15 11 2018
11.9.2018 Tedi Rucksäcke

Einkauf am 11.9.2018 bei Tedi

20 Stk. Rucksäcke à € 5,55...............€111,00

Dieser Einkauf wurde durch die Geldspenden folgender Spender/Gönner ermöglicht:

Doris Hittinger...................................€100,00
Astrid Meßthaler...............................€ 15,00
________________________________________________
Summe.............................................€115,00

Rest von €4,00 geht wieder zurück in den Spendentopf!

Herzlichen Dank!

11.9.2018 Tedi Rucksäcke
11.9.2018 Tedi Rucksäcke