Tatsachenbericht!
Tatsachenbericht vom 7.4.2026!
Man möge sich folgendes vorstellen, was heute tatsächlich passierte:
L., ein Obdachloser, den wir schon etwa 7-8 Jahre auf der Straße in Linz versorgen, fragte mich vor etwa 2 Jahren, als es ihm gesundheitlich richtig schlecht ging und er einige Mal auf der Intensiv gelegen ist, ob ich ihm kein Zimmer oder eine kleine Wohnung besorgen könnte, die er sich leisten kann. Lenny hat keinen gültigen Ausweis oder Pass, seine Dokumente wurden ihm nachts im Schlaf gestohlen. Ich habe bis heute kein leistbares Zimmer für ihn gefunden, all jene die ich anfragte, kosteten ab € 500,- aufwärts, ohne Betriebskosten. So musste L. schlussendlich auch diesen kalten und langen Winter auf der Straße überleben.
Letzte Woche kam mein privater Vermieter auf mich zu, weil ein ungarischer Mieter in diesem Mietshaus hier, auszieht, er fragte mich ob ich jemanden wüßte, der eine kleine Wohnung haben möchte, 32m² um € 400,- all inkl.. Ich dachte sofort an L. und schlug ihn auch bei meinem Vermieter vor: "Ja, dann machens einen Termin aus und ich schau mir den Burschen dann an, ob er die Wohnung bekommt oder nicht.
Heute, Dienstag war ich in Linz und fand L. im Bahnhofsvorpark und erzählte ihm von der kleinen Wohnung: "Mah, Walter, wenn ich die haben könnte wäre ich gerettet, ich kann einfach nimma und habe keine Kraft mehr". L. ist schwer krank, bekommt aber keine Leistung (Sozialhilfe, Notstand, Pension etc.) und ist somit auch nicht krankenversichert, er wird nur im absoluten Notfall behandelt. Ich war im Glauben dass L. schon eine Pension bekommt, meine Nachfrage heute bei ihm war deshalb so: "Na, ich bekomme gar nichts, weil ich keinen Hauptwohnsitz habe kann ich auch nirgendwo um eine Leistung ansuchen". Ich erzählte meinem Vermieter fälschlicher Weise, dass L. eine Pension bekommt, was ich dann aber sofort richtigstellte. Ich ging nochmal zu L. in den Park und fragte ihn wovon er die letzten Jahre gelebt hat: "Von meinem ersparten Geld". OK!
Der Vermieter meinte, wenn L. in Frage käme, könnte er Mitte bis Ende Mai in die kleine Wohnung ziehen, wo ich dem Vermieter zusagte, dass wir eventuell bei der ersten Monatsmiete helfen (in Absprache mit unserer Kassierin). Und bei diesem Telefonat kam heraus, dass L. der Sohn vom verstorbenen Bruder meines Vermieters ist, quasi der Neffe vom Vermieter. L. erfuhr bei diesem Telefonat auch, dass sein Vater, der Bruder des Vermieters, letztes Jahr an einem Herzinfarkt gestorben ist, was ihm einige Tränen in die Augen trieb. Ab diesem Zeitpunkt meinte mein Vermieter, er hätte im Haus wo auch ich selbst wohne, im Keller noch eine Not- Wohnung, die fertig eingerichtet ist, und in diese könnte er bis zum freiwerden der anderen Wohnung ziehen. Mit fiel in diesem Augenblick ein so riesengroßer Stein von der Brust, dass ich es kaum in Worte kleiden kann.
Nun, kommenden Donnerstag um 14.30 Uhr muss ich L. am Bahnhof abholen und hierher bringen, wo sich die Beiden nach etwa 25 Jahren das Erstemal wieder sehen werden.
WAHNSINN! Welche Geschichten das Leben schreibt. Ich bin überglücklich, dass wir bald wieder einem Obdachlosen geholfen zu haben, dass er von der Straße wegkommt und endlich wieder ein halbwegs normales Leben leben kann. Und ich spürte heute in jeder Faser und in jeder Sekunde, wie nah mir Jesus in diesen emotionalen und absolut einzigartigen Augenblicken war, und wie sehr er mir hier geholfen hat, hier zu helfen.
Das wollte ich heute unbedingt mit euch teilen!
Gott segne euch!
Foto © NDR
- Rea Garvey




