Eine Hitzeschlacht auf der Linz-Tour!
Linz-Tour nach einem unerträglich heißen Sommertag!
Um 17:00 Uhr trafen sich Christian, Max und ich, um gemeinsam alle restlichen Lebensmittel in den Bus zu laden. Diesmal lies Walter schon zu Mittag den Bus im Lager steh‘n und wir konnten bis auf die Schokolade und die Kühl Ware alles am Vormittag dank Max und Christian laden. Dann ging es auch schon los.
17:30 Uhr – Volksgarten
Unser erster Stopp führte uns zu Gabi im Volksgarten. Den Umständen entsprechend geht es ihr recht gut, doch auch sie leidet sehr unter der drückenden Hitze. Sie wünschte sich Sommerkleidung – leider hatten wir diesmal keine dabei. Natürlich haben wir ihren Wunsch notiert und werden ihr beim nächsten Besuch passende Kleidung mitbringen.
18:00 Uhr – Schillerpark
Franziska ist inzwischen im Schillerpark. Ihre langjährige Schlafstätte unter der Brücke musste sie verlassen, weil sich dort ein weiterer obdachloser Mann niedergelassen hat, der sie belästigt.
Mit einem Lächeln sagte sie: „Hier kann Emma in den Brunnen hüpfen, das macht ihr bei der Hitze Spaß.“ Dankbar nahm sie Lebensmittel und Hygieneartikel entgegen. Leider blieb diesmal keine Zeit für ein längeres Gespräch, denn am Bahnhof warteten bereits viele Menschen auf uns.
Dort angekommen, standen bereits etwa 50 bis 60 unserer Schützlinge bereit, um sich das Nötigste abzuholen. Sie freuten sich, uns zu sehen, können aber bis heute nicht verstehen, warum wir immer noch keinen festen Verteilplatz haben. Man sieht ihnen die Enttäuschung und Traurigkeit an, auch wenn viele versuchen, sie zu verbergen.
Eines möchten wir ihnen immer wieder sagen: Wir geben euch nicht auf. Wir kämpfen weiter.
Danach mussten wir rasch weiter zu Peter. Wenn wir zu spät kommen, macht er sein DÜK pünktlich zu – da kennt er keine Ausnahmen.
Peter zeigte uns voller Stolz seine Buschtomaten. Ehrlich gesagt war ich fast ein wenig neidisch, denn meine Schauen längst nicht so schön aus. Schmunzelnd erklärte er mir: „Buschtomaten werden nicht ausgegeizt, Mäuschen.“ Seit diesem Abend bin ich für Peter also das „Mäuschen“ – und diesen Spitznamen durfte ich noch einige Male hören.
Auf gehts zum Pleschinger See, nicht zum Baden,
Wir besuchten Peter. Er erzählte uns, dass er unbedingt zu Thalia müsse, um seine Bücher abzuholen. Man wird aus diesem Menschen einfach nicht schlau. So belesen, so interessiert und gleichzeitig obdachlos – es macht traurig, wie schnell Menschen durch das soziale Netz fallen können.
Anschließend fuhren wir zu Milenko – jenem Mann, der Franziska von ihrer Schlafstelle verdrängt hat. Sein Platz gleicht inzwischen fast einer kleinen Wohnung. Wir schätzen, dass dort etwa vier Menschen schlafen. An diesem Abend war allerdings niemand anzutreffen.
Danach ging es weiter zum Blau-Weiß-Stadion. Angeblich schläft dort mittlerweile Sabrina, eine junge Frau, doch wir konnten sie nicht finden. Wenn sich ihr Erwachsenenvertreter verantwortungsvoll um sie kümmern würde, müsste sie wohl nicht auf der Straße leben. Gerade einmal 20 Euro pro Woche stehen ihr zum Leben – oder besser gesagt: zum Überleben – zur Verfügung. Leider konnten wir sie nicht finden.
Wir drei fuhren noch zum Brucknerhaus aber hier hat niemand sein Quartier aufgeschlagen.
Nun war es Zeit für eine kleine Pause.
Wir aßen unsere Leberkässemmeln auf und sammelten kurz neue Kraft.
Kurz vor Mitternacht besuchten wir Toni. Knapp 80 Jahre jung und trotzdem immer mit einem Lächeln im Gesicht. Besonders liebt er TUC-Kekse – und im Winter Eiskonfekt.
Zum Schluss fuhren wir noch zu Hansi und Oliver. Die beiden hatten es sich vor ihrem DÜK gemütlich gemacht und schauten gemeinsam am Handy Fußball. Sie erzählten uns, dass sie gerne einen kleinen Garten anlegen möchten.
Um 1:30 Uhr waren wir schließlich zurück im Lager. Es war eine lange, intensive Linz-Tour. Man gewöhnt sich wohl nie an die Armut, die Verzweiflung und die Schicksale, denen wir begegnen. Und doch gibt uns die Dankbarkeit der Menschen, denen wir helfen dürfen, jedes Mal neue Kraft.
Zum Abschluss saßen wir noch zusammen, tranken jeder einen Gespritzten und sprachen über den Abend und die Nacht. Diese Gespräche sind wichtig. Sie helfen dabei, das Erlebte zu verarbeiten. Andernfalls würde einen all das irgendwann überwältigen.
So viel Armut. So wenig Hilfe.
Und die Menschen, die wir heute versorgen konnten, sind nur ein kleiner Teil. Es gibt noch viele weitere, die unsere Hilfe brauchen – manche kennen selbst wir noch nicht.
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w


















