18.2.2021 – Neue Schicksale, neue Gesichter …

VERTEIL-DONNERSTAG 18.2.2021: NEUE SCHICKSALE, NEUE GESICHTER...
...viele neue Menschen auf dem Weg in die Armut bzw. Obdachlosigkeit. Woche für Woche sehen wir und stellen immer wieder fest, dass Menschen zu unserem Bus kommen, die finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Einige davon haben vor Tagen, manche schon vor Wochen ihren Termin für die Delogierung/Rückgabe der Wohnung bekommen. Vielen Menschen sitzt die nackte Angst im Gesicht und der Gerichtsvollzieher auf Schritt und Tritt im Nacken. Wenn vor Corona das Geld gerade so reichte für das Notwendigste im Leben, so ist es durch Corona um eine gewichtige Spur schlechter geworden. Viele wurden 2020 wegen Corona gekündigt, viele wurden mit Lohnkürzungen in die Kurzarbeit geschickt und deshalb wissen zurzeit viele nicht mehr weiter. Lösungen gibt es so gut wie keine und die Aussichten werden auch immer trüber. Teile der Gesellschaft, viele, viele Menschen haben keine Ahnung wie es weitergeht. Teilweise sind die Menschen mit 4-5 Mieten im Rückstand, mit den Betriebskosten schaut es nicht anders aus. Die Menschen sind in die Ecke gedrängt, mit dem Rücken zur Wand und wissen buchstäblich nicht mehr weiter. Zuschüsse, einmalige Sonderzahlungen, Förderungen, all das gibt es für Otto-Normalverbraucher nicht, auf die Menschen und ihre Angst, vergisst man total. Arbeiten wollen alle, nur, in Zeiten wie diesen gibt es fast keine neue Arbeitsstelle von der man auch halbwegs leben könnte. Die Firmen die keine Kurzarbeit oder keine Auftragseinbußen durch Corona haben, haben ihr fixes Personal und stocken jetzt auch nicht auf. Fast die gesamte Gastronomie steht seit Monaten still, den Menschen die eigentlich immer Opfer brachten indem sie Samstag und Sonntag gearbeitet haben, die schickt man in Kurzarbeit oder kündigt sie. Dass die Gastronomie zum Teil von Trinkgeldern lebt, die jetzt natürlich ausbleiben, ist auch eine Tatsache. Es gibt so viele Branchen denen es jetzt an den „Kragen“ geht, aber warum lässt man die Menschen in ihrer Existenzangst und in ihrer Verzweiflung alleine? Wie soll jemand, der/die seit 4-5 Monaten keine Miete inkl. Betriebskosten zahlen KANN, jemals noch auf die Beine kommen? Wie sollen die Menschen diesen Spagat je schaffen? Auch wenn jetzt hoffentlich Corona bald einmal der Vergangenheit angehört, die Leute, so sie einen Job finden, verdienen ja nicht so viel, dass sie all diese Schulden schultern könnten. Sie hatten vor Corona nicht viel, konnten nichts auf die hohe Kante legen, aber es reichte zum Leben, und jetzt wird die Ecke immer enger, in die diese Menschen getrieben werden. Wir sehen es ganz oft, wie verzweifelt die Menschen sind, es kommen jede Woche viele neue Menschen zu unserem Bus und ich fürchte, die Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Heute waren es 94 Menschen, die zu unserem Bus kamen, viele davon schämen sich, weil sie auf dem direkten Weg in die Armut sind und nicht mehr wissen, wie es weitergehen kann. Einige stehen kurz vor der Delogierung, manche sind schon delogiert und die Wenigsten können bei Freunden oder Familie unterkommen. Ab und zu kommen Eltern mit Kindern zu unserem Bus, die seit Tagen nichts gegessen haben und bedanken sich gefühlte 100-Mal bei uns. Natürlich liebe Leute, natürlich bekommen diese Menschen, denen es gerade richtig schlecht geht finanziell, von uns Lebensmittel, auch wenn sie (noch) nicht obdachlos sind, arm und vom Leben gebeutelt sind sie auf jeden Fall. 94 Menschen, die zur Monatsmitte zu unserem Bus kommen und sich Lebensmittel holen, erschreckend diese aktuelle Zahl. Und, glaubt mir liebe Spender/innen und Wegbegleiter, die Dunkelziffer ist höher, viel höher, denn diejenigen, die sich schämen ob ihrer Armut, kommen gar nicht oder nur sehr zaghaft zu unserem Bus. Wir geben unser Bestes, tun was wir immer machen, HELFEN! Aber die aktuelle Situation macht auch mir Angst, denn niemand sagt etwas, wie es für die Menschen in dieser Lage weitergeht. Corona ist das Eine, das Leben DURCH Corona, das Andere. Bitte liebe Leute, schaut hin, helft den Menschen, sie brauchen es wirklich dringendst. Dass wir keine 4-5 Monatsmieten inkl. Betriebskosten bezahlen können für eine Familie, ist leider so, dass würde unseren Rahmen sprengen, aber wir wollen niemanden hungern oder frieren lassen, wenngleich bei vielen schon Strom und Wasser abgedreht wurde und nur mehr das nackte Dach übern Kopf haben. Glaubt mir liebe Leute, echt schlimm wenn eine Frau, eine Familie vor dir steht mit Tränen in den Augen und um Hilfe bittet. Auch sie wollen wertschätzend behandelt werden, was wir ohnehin tun, aber in diese, unsere Wertschätzung mischt sich die Scham über die Armut der Betroffenen, ein widerlicher Gefühlszustand, sich für etwas schämen zu müssen, wofür man selbst nichts kann. 94 Menschen, die heute den Weg zu uns fanden, und wie viele kommen erst gar nicht zu uns? Deshalb fahre ich zurzeit fast jede Nacht aus und tauche in die Linzer Nacht ein, weil viele arme Menschen nachts unterwegs sind, die Mülleimer zu durchsuchen oder in die Container hinter den Geschäften klettern, obwohl es verboten ist, nur um etwas Essbares zu finden. Einige von den Menschen, die kurz vor der Delogierung stehen, holen sich auch Tipps von Obdachlosen, oder wandern teilweise mit ihnen durch die Nacht und lernen halt so auf schnellstem Wege die Möglichkeiten kennen, die es noch gibt, es sind nicht mehr viele, aber ein paar. Diese Woche begann mit einem Mail einer großen Firma, die wiederum große Firmen, ganze Ketten, mit Lebensmittel versorgen. Durch meinen Freund Christian Krainz, meldete sich eine Firma wo wir tolle Frischware bzw. Tiefkühlware gespendet bekommen. Am Montag bekam ich eine Mail mit all den Waren, die verteilt werden und heute, Donnerstag hat mir Hr. L. von Transdanubia schon gesagt, „deine Ware ist bei uns im Lager“. Klasse! Es ist einfach großartig, wenn wir von tollen Firmen Lebensmittel oder Spenden bekommen, die wir in all die Einrichtungen bringen können und diese auch jeden Donnerstag an unsere Schützlinge verteilen dürfen. Vergelt’s Gott an alle Unterstützer/innen, alle Firmen und alle Gönner/innen. Eine tiefe Verneigung vor EUCH! Der Dienstag war geprägt von Telefonaten, Mails und Terminen und am Abend mit der üblichen Linz Tour zu unseren Schützlingen, zu den Hotspots, zu den Obdachlosen die es nicht schaffen, am Donnerstag zu uns zu kommen. Die Tour begann wie immer um 18Uhr und endete um 22.30 Uhr. Sandra, die mich begleitete war sichtlich verwundert über die verschiedensten Schicksale, die Situationen der Obdachlosen, wenn sie wirklich in der Kälte schlafen müssen. Sandra wünschet sich diese Linz Tour, weil sie Thomas kennt und entfernt mit ihm verwandt ist. Beide waren froh, dass sie diese Möglichkeit des Treffens hatten. Der Mittwoch begann wie jede Woche im Kühllager und Tiefkühllager, dann bei uns im Lager noch viel Liegengebliebenes aufarbeiten, Postpakete öffnen und die Lebensmittel einlagern. Ein neues Kleiderwagerl für unseren Anhänger kam auch per Post, was ich dann gleich im Lager zusammenbaute, damit unsere Ingrid es heute Donnerstag gleich nutzen kann. Das alte Wagerl hatte ausgedient, war kaputtgegangen, deshalb das Neue. Mittwoch gleich noch Obst und Gemüse bei meinem Lieblings-Hofer in der Dauphine Straße bestellen, Karin nahm die Bestellung auf und sorgt dafür, dass wir es pünktlich bekommen. Klasse Service, wir haben bei diesem Hofer immer ein tolles Gefühl herzlich willkommen zu sein, was in anderen Filialen nicht immer so ist. Karin, Manuel, Martina und alle anderen, es sei hier einmal gesagt, DANKE für alles was Ihr für uns macht! Heute Donnerstag früh, wie erwähnt, die Bestellung beim Hofer abholen, ab Richtung Lager Ansfelden, wo Robert bald kommen wird. Markus hatte gestern Abend schon von Roman aus Sierning etwas Obst und Gemüse geholt und mir gebracht, alles jetzt aus dem Transporter ausladen und durchschauen. Alle Rollwagen aus dem Lager herausstellen, Kartonagen zerkleinern, die großen Kunststoffpaletten einladen und für die Fa. TAB im ASZ entsorgen und…und…und. Nachdem wir Brot und Gebäck holten kam auch unsere Verena ins Lager, um uns zu unterstützen bei der Durchsicht. Alles ging richtig Propper, eine gute Stimmung und die Vorfreude auf unseren Verteil-Donnerstag war deutlich zu spüren. Zu Mittag hatten wir schon +12,5° und Sonnenschein, um 15.16 Uhr Abfahrt nach Linz, heute zum 1. Mal dabei, Stefan, unser Neuzugang. Noch kurz ein paar Tipps und dann geht’s los. Ankunft in Linz, es warten schon etwa 20 Schützlinge, und unter diesen waren heute 3-4 Neue, die noch nie bei uns waren. Wir positionierten die Fahrzeuge, räumten alles aus und ich ging dann nach hinten um die 2 Meter Abstand einzufordern und denen, die Alkohol mitgebracht haben zu sagen, so NICHT! Beim Bus keinen Alkohol, wissen tun sie es ja alle, aber sie hoffen halt ich sehe es nicht. Ich weiß wie man tickt, wenn man eine Sucht in sich trägt, da ich ja auch trockener Säufer bin. Ich weiß was in dem Körper passiert, aber wir können und dürfen es nicht unterstützen, das geht gar nicht. Und bei unserem Bus gibt es halt absolut keinen Alkohol. Als wir alles ausgeräumt hatten, kam eine nette Bekannte mit einen riesen Topf voller Gummibärli vorbei: „Bitte austeilen“. Wird gemacht. Ich erinnere alle an die ffp2 Maskenpflicht und an die 2 Meter Abstand, manche grollen, manche murren, aber alle folgen. Robert teilt heißen Tee aus und die Besten Krapfen die wir je hatten, Beate macht heute Tiefkühlware, unsere Prinzessin Gerlinde teilt gemeinsam mit unserem Wiener Gast Fiona (Frühstück im Park), Brot und Gebäck aus. Verena macht Obst und Gemüse und Stefan kümmert sich um die Süßigkeiten und die Knabbereien. Ich achte auf ihn weil es wichtig ist, niemanden beim ersten Mal zu überfordern. Es geht ihm aber gut. Ingrid ist überglücklich mit ihrem neuen Wagerl, das Verena zu Mittag noch umräumte. Und unser Max, kümmert sich um alle Belange des Teams. Es läuft schleppend an, die Schlange wird immer länger und länger, und wie gesagt, einige neue Gesichter sind auch dabei. Unser Herr Ingenieur P. kam auch heute nach 2-Monatiger Pause wieder, wir waren alle erleichtert, da wir alle nicht wussten was mit ihm los war, wir wussten nur, dass er Risikopatient ist. Gottseidank ist er wieder da, und es geht ihm gut. In der Reihe gibt es Streit zwischen Daniel und einer neuen Frau die scheinbar in der Vergangenheit über uns schimpfte und nun selbst in der Reihe steht. Ich schlichtete den Streit und erklärte Daniel, dass es nicht wichtig ist was jemand voriges Jahr sagte oder glaubte, jede/r darf seine/ihre Meinung umstoßen und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Deshalb bitte aufhören zu streiten. Auch unsere Nächtigungsjetons gingen wieder weg wie die warmen Semmeln, heute gaben wir 70 (!) Jetons aus, damit unsere Schützlinge wenigstens 2-3 Nächte im warmen Zimmer haben. Die Krapfen waren heute früh aus, zu früh. Der Tee war ebenfalls sehr gefragt, trotz der Plus-Grade. Unser Vereinsmitglied Barbara schaute dann noch vorbei bei uns, sie hatte Sehnsucht, weil sie seit Längerem nicht dabei sein kann, wegen Home-Schooling ihrer 3 Kinder. Sie vermisse uns so und freut sich, uns zu sehen, danke liebe Barbara für den Besuch, wir freuten uns auch alle sehr. Später kam noch der Rebell von vor ein paar Wochen, der den Parkplatz gegen den Bus, sitzend verteidigte. „Ich“? „Ich war letzte Woche zum 1. Mal da, ich war das nicht, ich bin doch richtig froh, dass es Euch gibt“. NoNa, natürlich war er es der sitzen blieb, ich hatte den Eindruck er schämt sich dafür und deshalb die Ausrede: „Das war nicht ich, das muss jemand gewesen sein der so ausschaut wie ich“. Na gut, lassen wir es gut sein, ich weiß, dass er es war aber, wenn er sich nun normal aufführt, hab‘ ich kein Problem mehr mit ihm. Christian ruft mich über Daniel an, ob er auch Lebensmittel haben darf, er schafft es aber nicht zum Bus da er ein Sorgenkind daheim hat, eine frisch obdachlos gewordene Frau die er beherbergt. Daniel nimmt auch Christian und dieser Frau etwas mit. Langsam werden die Tage wieder länger und ich übersehe fast die Zeit, dass es schon kurz vor 18Uhr ist. Gottseidank wird es wieder heller und freundlicher, wenn wir zusammenräumen müssen. Im Nu ist alles verstaut, ab Richtung Lager, wie gewohnt alles wieder ausräumen und einlagern, kurze Umfrage wie es das Team heute fand? Eben auch hier die Rückmeldung, dass viele neue Gesichter kommen und die Armut bei denen die zu uns kommen, greifbar ist. Stefan fand es heute toll, er wird uns weiterhin unterstützen als aktives Mitglied. Der Tag heute ist gelaufen, ein arbeitsintensiver Freitag steht vor der Tür, Samstag wieder Spendenannahme und abends dann Linz Tour usw.. Also alles ausgebucht. Ich bedanke mich wieder bei all unseren Spendern/innen und Gönnern/innen, bei allen Weg Begleitern und all jenen, die in uns etwas sehen was wir Woche für Woche sind, Hilfe für viele Menschen. An alle Menschen die an uns glauben, ein Vergelt’s Gott und Danke. Der Abend wird noch etwas dauern, die Nacht wird wieder kurz, aber wir sind gesegnet, helfen zu dürfen, durch EURE Unterstützung. Ein großes DANKE auch an unser gesamtes TEAM, schön, dass ihr immer wieder so großartiges vollbringt wie heute. STOLZ bin ich auf Euch! Gute Nacht und alles liebe! 🙂 <3

13.2.2021: Linz Tour zu den Hotspots

LINZ TOUR SAMSTAG, 13.2.2021:

Nach einem langen Spendenannahmetag und einem anstrengenden Lager Tag, der von 7 Uhr früh bis 16 Uhr nachmittags dauerte, hieß es noch unser Not Paket mit allem drum und dran einzuladen, da wir um 18Uhr Richtung Linz fahren und die Hotspots abklappern. Um 17.40 Uhr heimgekommen, schnell umgezogen, warme Schuhe und dicke Socken, heißen Tee gemacht und dann draufgekommen, dass ich die Becher im Lager vergaß. Meine Nachbarn Walter Rosenthaler Roswitha Rosenthaler, die mich zuvor zum essen eingeladen hatten, halfen auch hier mit neuen Bechern aus. Um 18Uhr dann zur Metro-Tankstelle, Silvia Brandstätter und Karin Thalhammer abholen, und ab geht es Richtung Ebelsberg. Dort lebt unter einer Brücke immer noch Thomas. Christian, sein Bruder sitzt derzeit in Haft, noch etwa 1,5 Monate. Thomas ist schwer krank und fristet sein Dasein nun alleine in weiter Natur. Die vergangenen Wochen und Monate setzten ihm stark zu, aber er freute sich sehr, uns zu sehen. Wir hatten haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel sowie lange Thermo-Unterwäsche und neue Socken dabei. Heißen Tee gab es natürlich auch für Thomas. Anschließend fuhren wir zu A., die in ihrer Wohnung ist und alles herrichtet, um es gemütlich zu machen. Viele, viele Spender gaben uns etwas mit für A., was wir gestern gleich vorbeibrachten. Dann ging es weiter zum Terminal, wo Gaby, Andy, Renate, Francesco und Elke auf den Bänken sitzen und...frieren. Gaby war unsere Haltestation, da sie vor ein paar Wochen alles verloren hat, braucht sie nun wieder ein paar Sachen. Zu trinken, zu essen und verschiedene Dinge wie dicke Winterjacke, Thermo-Leggins, Socken, Unterwäsche usw., Andy, unser neuer Obdachloser von dem ich Euch am Donnerstag schon berichtete, schläft 3 Bänke neben Gaby und kann seine Situation immer noch nicht fassen, wie schnell es gehen kann dass man in so eine Situation kommt. Andy braucht eine dicke, warme Winterjacke mit einem Bodywarmer drunter, neue, warme Winterschuhe, und etwas zum essen und trinken. Andy ist uns ans Herz gewachsen und wir wollen ihm helfen, wieder auf die Beine zu kommen, Andy hat alle Kranscheine, Staplerscheine und ist eigentlich gelernter Maurer. Wir gehen am Terminal eine Runde und fragen alle, ob jemand etwas braucht. Der bekannte Herr der früher am Barbarafriedhof schlief und danach beim Lentos seine Zelte aufschlug, ist nun auch am Terminal, ich fragte ob er was braucht, er dürfte erschreckt sein weil er wie ein wilder aufstand und laut schimpfend uns verfolgte, weiter zu Elke und Renate, die Beide nichts brauchen, aber die Kälte tief in sich tragen, das sieht man schon von Weitem. Als wir zurück zum Bus kamen, war der Opa von Francesco beim Bus, der seit etwa 1 Jahr dort schläft, und nichts von den Eltern, die ihn ab und zu besuchen, und auch nichts von seinem Opa wissen will. Francesco nimmt keine Spenden an, er lässt sich nicht helfen und trotzt seiner Familie. Auf die Bitte seines Opas nach einer warmen Winterjacke hat Karin natürlich gleich eine rausgesucht und dem Opa mitgegeben. Bei der Haltstelle trafen wir dann noch Pascal, ein junger Salzburger Obdachloser, der immer lächelnd und zufrieden antwortet. Ein toller Mensch den auch aus heiterem Himmel traf. Er erzählte uns von Obdachlosen in einen Abbruchhaus über Linz. Vom Terminal, wo es für jede/n heißen Tee und Lebensmittel sowie warme Kleidung und Schlafsäcke gab, ging es weiter zum Volksgarten, zum Schillerpark und dann zur vereinbarten Adresse von Pascal. Er lotste uns da hin. Im Haus selber trafen wir Daniel, Heidi und Stefan (der mit dem Hund). In dem früheren Wohnzimmer dieses Abbruchhauses sah man die Spuren der letzten Tage, aber wenigstens geschützt vor der Kälte. Ich versprach Holz zu besorgen, um den offenen Kamin im Wohnzimmer füttern zu können. Die Drei gingen mit zum Bus und wir gaben ihnen Lebensmittel, einen Schlafsack und div. andere Sachen wie Schokolade. Ein Blick aus dem Wohnzimmer und man sah Linz aus einer Perspektive, die ich noch nie sah, Wahnsinn! Wir verabschiedeten uns wieder und fuhren zu Florian beim Brucknerhaus. Er fristet ein Dasein unter vielen, vielen Decken und Planen, und kommt vor Schmerzen fast nicht auf. Ich bitte ihn mit zum Bus zu kommen, er bekommt Socken, Trainingshose und andere Sachen. Humpelnd folgte er uns und lehnte die meisten unserer Angebote über Lebensmittel, warmer Winterschuhe, Winterjacke u.a. dankend ab. "Danke nein". Wir geben Florian was er haben mag und fahren weiter Richtung Hafenstraße, in einer kleinen Nebengasse sind ebenfalls Abbruchhäuser, wo sich Franziska aufhält. Doch an der Adresse ist ein neues Schloss was mich um kurz vor 22 Uhr, Sr. Martha anrufen ließ. Sr. Martha und Sr. Lydia kümmern sich intensiv um Franziska, versorgen sie mit dem Nötigsten, ich wollte heute Franziska besuchen um den Kontakt nicht zu verlieren. Aber Sr. Martha meinte nur, dass Franziska auch hier an dieser Adresse schon wieder drauf und dran wäre, alles kaputtzumachen, dass sie hier überwintern darf. Leider hat Franziska manchmal eine Art, mit der viele Menschen nicht umgehen können und wollen, auch ich habe oft Probleme mit ihr. Silvia, Karin und ich beschließen, noch zum Fernheizwerk zu fahren um nachzuschauen, und abschließend noch zum Pleschingersee. An beiden Plätzen fanden wir niemanden und fuhren um 22.45 Uhr Richtung Lager, um alles wieder im warmen einzulagern. Um etwa 23 Uhr setzte ich Karin und Silvia wieder bei der Metro ab und der Tag, ein langer Tag, war gelaufen. Danke auch an dieser Stelle dass wir diese Tour fahren dürfen und Spenden an die Menschen verteilen können. Vergelt's Gott und Danke! 🙂 ❤

11.2.2021 – Wo beginne ich und wo hör ich auf?

Eine „erlebnisreiche, furchterregende Woche“, mit vielen Drohungen und noch mehr Beschimpfungen mündete heute in unseren Verteil-Donnerstag. Erst diesen Montag, als wir die Spenden nach Salzburg brachten, wurde ich ebenfalls per privater Nachrichten zurechtgewiesen, Zitat: „Was haben SOS-Kinderheime mit Obdachlose zu tun? Die Fratzen brauchen keine Süßigkeiten, sondern ein paar hinter die Ohren“. Bumm, ich war sowas von sprachlos, dass jemand so etwas überhaupt denken, geschweige denn schreiben könnte. Und ein paar Minuten später beschimpfte mich auch in einer persönlichen Nachricht noch jemand, weil die Spendenlieferung in die Salzburger Wärmestube so umfangreich war. „Das Gesindel soll einmal arbeiten gehen, dieses faule Pack. Diese Menge an Spenden für jemand nicht lebensfähigen herzugeben, ist unterirdisch, da könnte man das alles auch gleich in den Müll werfen.“ Leute, ich verstehe die Welt nicht mehr, was ist denn in dieser so schönen Welt in letzter Zeit passiert, dass Menschen so reagieren und solche Dinge von sich geben? Ich will und kann es nicht verstehen, Sorry! Diese Woche war nur der Gipfel einer Wintersaison 2020/2021, die geprägt war von ganz viel Arbeit, von zum Teil nicht zu beherrschbaren Problemen, von Corona und seinen Auswirkungen und von in die Enge getriebenen Menschen die nicht mehr weiterwissen. Meine Kraft und meine Geduld gegenüber solchen Menschen, die mich immer wieder beschimpfen, bedrohen und dann vor meiner Tür stehen und diese eintreten wollen, ist zu ENDE!
Ich habe das Gefühl, Euch diese, meine Meinung und meine Ratlosigkeit schuldig zu sein. Ich werde die nächsten Tage und Wochen hart mit mir selber ins Gericht gehen und ausloten, was ich künftig noch kann und was nicht mehr. Das Team stand diese Woche versammelt hinter mir und machte mir Mut und redete mir gut zu, Danke dafür!
Diese Woche, wie schon gesagt, begann arbeitsreich am letzten Montag mit den Spendenlieferungen nach Salzburg, in 2 Einrichtungen und anschließend noch ins SOS Kinderdorf nach Altmünster. Die Spenden kamen wie immer großartig an in Salzburg, die Freude war groß in beiden Einrichtungen. Wir, unser Team vom Montag hatten eine gute Stimmung und eine große Freude, weil die Spenden wirklich so dankbar angenommen wurden, dass es richtig tief reinging. Auch im SOS-Kinderheim Altmünster wurden wir herzlichst bedankt wieder verabschiedet. Ein großes Gefühl für die Seele und für unser Herz. Der Montag war dann bald gelaufen, der Dienstag begann mit SMS von Ch. und Behauptungen seinerseits, die einfach nur Haarsträubend waren. Deshalb blockierte ich ihn und widmete mich dem geplanten Tagesprogramm. Um 9Uhr früh, Termin Spendenübergabe mit Hr. Dr. Haimbuchner, Hr. Grad (Eigentümer) und Hr. Lehner (Geschäftsführer) in der Firma Transdanubia, 1 Palette Pizzabrötchen wurde uns von der FPÖ Oberösterreich gespendet. Fototermin und dann weiter zu Gesprächen, zu Planungen und zur Orientierung. Der Tag war eigentlich ein guter, sieht man von den SMS ab. Der Mittwoch, wie üblich, Tiefkühllager, Kühllager, unser Lager in Ansfelden, alles herrichten, fehlendes noch organisieren und dann ab, nach Hause. Diese Woche kostete schon sehr viel Kraft, darum Couching am Nachmittag. Trotzdem holte ich heute früh schon Obst und Gemüse vom Hofer, und dann ab ins Lager. -7° in Ansfelden, Robert kommt um 9.30 Uhr, wir fahren nach der Aussprache vom Dienstag, wieder nach Haid und holen Brot und Gebäck. Danach kontrollieren und und und (eh schon wissen, jede Woche der gleiche Ablauf). Zu Mittag dann wie üblich alles herrichten zum Einladen, heute lief es jedoch nicht so rund und wir waren verspätet, nicht zuletzt wegen meiner Müdigkeit. So kam es dann, dass wir heute erst um 15.25 Uhr in Ansfelden losfuhren, wo wir normalerweise schon lange in Linz alles aufbauen. Bei Ankunft warten wieder etwa 20 Schützlinge auf uns, manche sitzend und manche fröstelnd. Der Wind machte die Minusgrade dann nochmal eine Spur kälter…unerträglicher. Bald schon kroch die eisige Kälte in alle Poren, in alle Taschen und in alle Socken und Handschuhe. Auch in den Handschuhen war fast kein Erwärmen möglich, einfach bitterkalt. Und bei diesen 7-8 Minusgraden müssen Menschen auf der Straße schlafen. Wahnsinn! Wir gaben wieder Krapfen und heißen Tee an unsere Schützlinge aus, damit die Wartezeit nicht allzu lange dauert und sie sich aufwärmen können, zumindest ein wenig. Um 16.10 Uhr beginnen wir mit Monika, die jede Woche die Erste ist in der Schlange, dahinter Harry usw., und Stefan ist auch da, mit seinem Hund der mich gebissen hat. Der Hund scheint sich nicht daran zu erinnern, ich schon! Etwa in der Mitte der Schlange steht ein neuer Obdachloser, Andy, er ist seit 3 Tagen am Bahnhof, ist eigentlich Kranfahrer, Staplerfahrer, Entwicklungshelfer und vieles andere, als er vor 3 Tagen aus der USA zurückkam, durfte er nicht mehr in sein Haus, die Frau reichte die Scheidung ein und tauschte das Schloss aus. Er war in der USA erkrankt und vom öst. Arbeitgeber gekündigt worden. Seine 3. Nacht am Bahnhof war niederschmetternd, weil ihm jemand den Rucksack mit dem Geld und den Papieren im Schlaf gestohlen hatte, alles weg. Seine Tränen tropfen in den heißen Tee den ich ihm gebracht habe. Er hat Hunger und er friert so bitter, sagte er, worauf ich gleich zu unserer Ingrid startete und für Andy Schlafsack, Isomatte, warme Winterschuhe und warme Unterwäsche reservierte. Mit tränenerstickter Stimme beschwor mich Andy immer wieder, ich komme da raus, ich schaffe das, aber dass ihr mir jetzt helft, ist ein Wahnsinn, das vergesse ich Euch niemals. Es kommen Zeiten da wird es mir wieder bessergehen, dann, ja dann, revanchiere ich mich bei Euch. Niemand braucht sich revanchieren, niemand, wenn wir helfen können ist das für uns das Wichtigste, deshalb machen wir ja unsere Aktion. Andy bedankt sich gefühlte 20-Mal, ehe er dann mit neuen, warmen Schuhen und einem winterfesten Schlafsack unterm Arm Richtung Bahnhof ging. Ich werde ihn morgen oder übermorgen abends an seinem Schlafplatz besuchen und ihm Mut zusprechen. Keine 5 Minuten später kam eine quirlige Frau: „Kann man hier spenden? Kann man hier mithelfen? Wie kann man Euch helfen? Tolle Aktion!“ Ich gab der Frau unseren Flyer und verwies sie an unseren Samstag im Lager, da haben wir mehr Zeit zum Reden und es ist ruhiger. Stefan, ein Helfer aus Trauner Zeiten, steht plötzlich neben mir und drückt mir €20,- Mitgliedsbeitrag und €20,- für unser Lager in die Hand, Vergelt’s Gott. Unser Team ist schon richtig durchgefroren und fast schon steif, als ich um 17.30 Uhr schnellstens die Autoschlüssel von Beate und Brigitte einsammle und zu deren Auto laufe, weil schon eine Gis-Dame den Zettel schrieb. Von weitem schrie ich: „BITTE BITTE, ich komme schon und zahle ein“, die Dame ließ es bei einer Verwarnung, und unsere Ladies gingen straffrei aus. Ein anderer Andy kam mit einem großen Spielzeugauto an und ging Sprüche klopfend, wie es seine Art ist, durch die Reihe und mischte unsere Damen vermeintlich auf, so sah es leider NUR Andy. Immer einen Spruch parat und ja nichts anmerken lassen, warum man beim Bus steht, ist seine Devise. Um 18.10 Uhr war dann auch der Letzte heute mit allem wichtigen versorgt und wir räumten im Eilzugstempo zusammen, die Zehen waren beim gesamten Team schon in Mitleidenschaft gezogen, egal ob Markenschuhe oder Billigs Dorfer-Schuhe, allen war eisig kalt. Im Lager dann alles gemeinsam und schnell ausladen, einlagern, säubern und auswischen, reinigen und heute schon die Spendenlieferung für Morgen Freitag, in den Bus einladen. Alles ging richtig flott und klasse, mich fröstelt es immer noch, nicht wegen der Kälte heute, sondern weil das von Gestern nicht in meinen Kopf rein will. Ich sitze da, höre heute weder Musik noch sonst was, habe den Fokus auf meinen Bericht hier und weiß nicht, ob es richtig ist, Euch das alles zu offenbaren, jedenfalls bin ich Euch eine Vorab-Erklärung aller künftigen, möglichen Konsequenzen schuldig. Tief in mir bin ich einfach traurig, weil ein paar Menschen diese, unsere Aktion kaputt gemacht haben. Es tut mir leid, liebe Wegbegleiter, aus tiefstem Herzen leid. So geht nun langsam eine Woche zu Ende, die ich am liebsten aus meinem Leben streichen würde. Gute Nacht und, schön, dass es Euch gibt. Danke allen Spendern/innen und DANKE an unser tolles Team! 🙂 ❤
Foto-Credit: © by
 
Sebastian Scherb

 

8.2.2021 – 1. Spendenlieferung heute nach Salzburg (Soz. Arbeit)

HEUTE, MONTAG 8.2.2021 ...
...Spendenlieferung nach Salzburg und Altmünster. Wir besuchten heute 2 Einrichtungen in Salzburg Stadt, die Soz. Arbeit und die Salzburger Wärmestube. Beladen haben wir diesmal Transporter UND Anhänger. Gestern Sonntag Abend wurde 3 Stunden lang geladen und gestopft bis alles eingeladen war. Zunächst aber die Spendenlieferung in die Soziale Arbeit in Salzburg. Der Tag begann heute um 4 Uhr früh, vom gestrigen Eisregen und Schneefall war heute früh nichts mehr zu sehen, die Straßen frei und die Stimmung gut. Petra und Ulli begleiten mich heute, Petra steigt um 4.45 Uhr in Linz zu und Ulli später in Vorchdorf. Um kurz nach 7 Uhr sind wir in Salzburg Nord und wollten zum Mäcki ein "ToGo-Frühstück" holen, der hat aber geschlossen, also ab zur Tankstelle. Dort Kaffee bestellt und im leichten Schneetreiben in Salzburg genossen. Um 8Uhr waren wir dann bei der Soz. Arbeit, die Sozialarbeiter warteten schon auf uns, zuerst aber musste ein Parkproblem behoben werden, da nicht genug Platz unser langes Gespann vorhanden war. Ein PKW wurde umgestellt und trotzdem war noch zu wenig Platz, worauf ich mir schroff sagen lassen musste "Da kommt doch jeder rein", Nein, da war kein reinkommen, also drehte sie mit ihrem PKW eine Runde und fand mit ihrem kleinen PKW nur sehr schwer in die recht große Parklücke. Also gut, dann flott ausladen und alles mit dem Lift in den 2. Stock bringen, dort alles aufstellen um dann Fotos für unsere Spender zu machen. Das Team dort war überaus freundlich und überaus glücklich über unsere Spendenlieferung, steigen auch dort sprunghaft die Zahlen der Bedürftigen stark an. Wir hatten haltbare Lebensmittel wie Fertiggerichte, Nudeln, Reis, haltbare Milch, Zucker, Marmelade, Kaffee in allen Variationen, Hygieneartikel wie Deo's, Shampoo, Duschgel, Labello, Rasierer und Rasierschaum, Zahnbürsten und Zahnpasta, Mundwasser, Haut- und Fußcremen, Kämme und Bürsten, Toilettenpapier, Küchenrollen, Geschirrspülreiniger, WC-Reiniger, Allzweckreiniger und Essigreiniger und vieles andere mehr. Die Spenden werden für die Obdachlosen und Bedürftigen in kleine Carepakete gepackt und auf diese Art mitgegeben. Vielen Dank an all unsere Spender/innen, dass wir diese Spendenlieferung nach Salzburg bringen durften. Vergelt's Gott und Dank 🙂 ❤

8.2.2021 – Die 2. Spendenlieferung nach Salzburg (Wärmestube)

MONTAG 8.2.2021:
Die 2. Spendenlieferung heute führte uns in die Salzburger Wärmestube, zu Edi, der sich überaus glücklich schätzt, Spenden von uns zu bekommen. Nachdem wir heute ausnahmsweise unseren Humer-Anhänger dran hatten und die Zufahrt doch etwas enger ist, mussten die Mädels den Verkehr in der Ignaz-Harrer-Straße aufhalten damit ich rückwärts in die Gasse reinschieben konnte. Blaulicht und Folgetonhorn von der benachbarten Landesnervenklinik ließ mich mitten auf der Straße stoppen, da ich nicht sah woher das Signal kommt. Dann flott reinschieben und ausladen, der gesamte Transporter für die Wärmestube, wir hatten gottseidank 2 Rodeln und 2 Hunde mit, mit denen wir die prall gefüllten Bananenschachteln transportieren konnten. Man sieht auf den Bildern wie umfangreich die Spendenlieferung war, da wir ja im Jänner aussetzten und täglich weit über 200 Obdach- und Wohnungslose in diese Einrichtung kommen. Wir wissen die Spenden in der Wärmestube gut aufgehoben, Edi und seine Mannschaft kümmern sich vorbildlich um die Menschen, DANKE dafür! Auch hier hatten wir alles mögliche an Lebensmitteln, Hygieneartikeln sowie Winterjacken, Winterschuhe, neue Unterwäsche und neue Socken, sowie ganz viel Waschpulver und Reinigungsmittel dabei. Als wir die Spenden aufgestellt und fertig fotografiert hatten begann es wieder zu regnen, Salzburger Schnürlregen halt. Wir halfen Edi noch, alles ins Trockene zu bringen ehe wir mit einem Kaffee belohnt wurden. Danke auch hier allen Spendern/innen, dass wir auch hier diese Spendenlieferung zustellen durften. Um 9.20 Uhr ging es dann weiter Richtung Altmünster. Danke auch an meine Damen heute, die so brav geholfen haben und sich einen Eindruck machen konnten von unserer Arbeit abseits der ganzen Lagerarbeit und unserem Verteil-Donnerstag. 🙂 <3

8.2.2021: 3. Spendenlieferung nach Altmünster (SOS Kinderdorf)

MONTAG 8.2.2021:
Zum Abschluss fuhren wir noch nach Altmünster ins SOS Kinderdorf, da wir um Weihnachten so große Mengen an Süßigkeiten bekamen, entschlossen wir uns, 3 Bananenschachteln an Süßigkeiten ins Kinderheim zu bringen. Hr. Weber erklärte uns kurz das "System" Kinderdorf und beschrieb uns auch den Bedarf. Wir wollten und konnten nichts weiter versprechen über weitere Spenden, da das mit unseren Spendern und unseren Mitgliedern abgeklärt werden muss. Jedenfalls wurde ein weiteres Treffen vereinbart und dann sehen wir weiter. Diesmal waren es 3 Schachteln mit tollen Süßigkeiten, das Nächstemal wird noch geklärt mit Euch liebe Spender/innen. Vielen Dank jedenfalls dass wir diese 1. kleine Spende dorthin bringen durften. Vergelt's Gott 🙂 ❤ Und nun ging es noch nach Krenglbach unser Donnerstagswagerl abholen und dann ab ins Lager, alles ausladen und dann nach Hause, die Couch wartet schon schreiend auf uns. 🙂 ❤

4.2.2021 – Sonne und ein Rebell auf der Straße!

DONNERSTAG, 4.2.2021: DIE LAUFENDE WINTERSAISON...

...mit Abstand unsere schwerste seit Bestehen unseres Vereins. Viele Situationen die wir vorher in dieser Form oder Ausprägung noch nie hatten, und für uns absolutes Neuland ist. Ich nehme nur unsere nächtlichen Touren zu den Linzer Hotspots her, hier passiert so vieles im Kopf, in der Seele, im Herz. Vieles darf man nicht hinterfragen, nicht als selbstverständlich nehmen, kein Tag läuft wie der Andere, jeder ist anders. Menschen die auf der Straße schlafen sind durch Corona zusätzlich gestresst, da manche Einrichtungen zeitweise nur Notprogramm haben und die Menschen dann nur kurz in die Einrichtungen können. Aber nicht nur Corona verdreht unseren gesamten Alltag, die Zeiten sind einfach andere geworden, was noch vor kurzem galt, hat heute oft keine Bedeutung mehr, ein Versprechen das man sich vor ein paar Monaten noch machte, hielt nicht einmal einen Jahrestag lang. Die Menschen sollten viel öfter auf ihr Herz hören und ihrem Bauchgefühl folgen, dann wäre die Welt ein klein wenig wärmer, besser, glaube ich. Vielleicht ist es naiv, vielleicht dumm, vielleicht nicht mehr zeitgemäß an das Gute zu glauben, ich tu es trotzdem und haue mir oft die Nase an, aber was kann Hr. Mayr dafür, wenn mich Hr. Gruber belügt oder enttäuscht? Situationen auseinanderhalten und nicht alle Menschen in den gleichen Topf zu werfen, das sollten wir wieder öfters im realen Leben üben, bis wir es wieder können. Viele Menschen glauben ja teilweise nicht mehr an das Gute, sondern sehen schon dunkle Wolken, wenn jemand nur anderer Meinung ist oder die Dinge des Lebens anders sieht. Hier passieren viele, viele Verletzungen auf beiden Seiten wo ich mich jeden Tag Frage, wie sollen diese Verletzungen jemals wieder gut werden, wenn niemand bereit ist den ersten Schritt zu machen und vielleicht auch einmal ein „Bitte verzeih‘ mir“ sagen kann. Viele Menschen haben das verlernt, ist jeden Tag draußen im Leben zu beobachten, und das macht mich traurig, unendlich traurig. Wenn unsere Schützlinge beschimpft werden, ist das ebenfalls zu verurteilen, weil die Wenigsten die wahren Schicksale hinter den Menschen kennen, aber schimpfen, ja, das können viele Menschen sehr gut, schimpfen und verurteilen. Und genau das machen wir nicht, wir begegnen unseren Schützlingen auf Augenhöhe, wertschätzend und aufrichtig. Auch wenn das manchmal von Menschen die mit Armut oder Obdachlosigkeit nichts am Hut haben, belächelt wird, wir gehen unseren Weg als Team, als Verein, als Obdachlosenhilfsaktion. Sollen sie über uns lachen und hinter unserem Rücken über uns schimpfen, ich denke das darf jeder machen, nur, diese Menschen dann noch jemals ernst zu nehmen, obliegt auch uns alleine, uns, die man belächelt. Das passiert oft, aber mittlerweile können wir im Team gut damit umgehen und lassen uns nicht mehr spalten oder aufhetzen, Sorry, NoGo!

Diese Woche begann mit ein paar Entscheidungen, die zu treffen waren. Sich von Menschen (Vereine) verabschieden, die glauben uns auf der Nase herumtanzen zu können und uns nur ausnutzen. Wir geben solchen Menschen keinen Raum mehr uns auszunutzen oder zu hintergehen. Der Montag war aber auch ein toller Tag, weil wir ganz viele superleckere Palatschinken in allen Variationen von einer großartigen Firma in Wolfern bekamen (muss erst abklären ob ich den Namen veröffentlichen darf), Gemüsestrudel und Lebkuchen-Schmarren und viele andere tollen Lebensmittel gespendet bekamen. Wir dürfen diese tolle 14 Paletten Spende (insgesamt über 30 Paletten) bei der Fa. Transdanubia in Pasching im Tiefkühllager kostenlos lagern, danke an Hr. L. an dieser Stelle, ich kann nicht oft genug Danke sagen für alles was er tut für uns. Eine tiefe Verneigung und ein dankbares Vergelt’s Gott. Großartig! Nachmittags beginnen wir die Spendenlieferung nach Salzburg zu kommissionieren und zusammenzustellen, von 14.00-20.30 Uhr waren wir mit nur 1 Einrichtung beschäftigt, 7 Personen, ich denke das sagt Euch viel über den Umfang dieser Spendenlieferung, Bilder gibt es dann am Montagabend. Am Dienstag ging es dann die Spende sichten, im Tiefkühllager, und beim Aufheben einer Kiste fällt mir die etwa 20kg schwere Kiste auf den kleinen Finger, genau auf das Gelenk, irgendwie tut das höllisch weh, bis zum Heiraten im nächsten Leben ist es wieder gut, ganz sicher. Wenn man sich bei -40° nur kleine Dinge leistet, wird das binnen weniger Minuten bestraft, zu wenig warm angezogen hält man das nur 3-4 Minuten aus, Halbschuhe in diesem Lager zeigen dir sehr schnell was Du falsch gemacht hast, also immer warm angezogen, konzentriert und flott arbeiten, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Vom Tiefkühllager dann ins Kühllager, von -40° ins „warme“ 0° Lager, sichten was noch alles für diese Woche zusammenzustellen ist, für Donnerstag. Bananenschnitten, Tiramisu-Schnitten, Nougat-Roller, Bio-Zitronensaft, Essiggurkerl, 5kg Salat-Dosen, Chili Con Carne, Gulaschsuppe uvam.. Alles zusammengestellt, nur mehr abzuholen am Mittwoch. Weiter geht es nach Linz zu einer Besprechung mit A., die seit ein paar Wochen in Linz lebt und hierbleiben wird, alle Schritte festlegen damit es bald losgehen kann mit allen Aktivitäten. A. ist gut angekommen hier bei uns in Linz. Sie bedankt sich herzlichst bei den Spenderinnen, die gesamt 3 Monatsmieten für sie bezahlten, vielen herzlichen Dank auch von uns. Um 16 Uhr Termin wieder im Tiefkühllager, ein Team aus Traun das sich ebenfalls um arme Menschen kümmert, holt sich einige Schachteln Palatschinken und Gemüsestrudel, die sind gut aufgehoben dort, weil es dort auch direkt an die bedürftigen Menschen ausgegeben wird. Der Mittwoch beginnt mit einem Strafzettel wegen zu hoher Geschwindigkeit, direkt per Post und € 60,- „schwer“, puh, selber schuld. Dann geht’s los alles abholen im Kühllager, in unser Lager bringen und für Donnerstag vorbereiten. Auf dem Weg dahin ein Anruf von T., er geht wieder in die Nowa (Notschlafstelle) und bräuchte ein paar Jetons bitte, ja, klar, kannst Du haben, morgen Donnerstag beim Bus. Auf unser Posting was A. noch alles benötigt kommen dauernd Anrufe, ob wir nicht doch eventuell Hausräumungen machen wollen, NEIN, wollen wir und können wir nicht, mangels Lagerplatz. Wir haben ja eine Liste veröffentlicht was wir alles benötigen würden, und nein, wir bauen keine Küche ab und räumen auch keinen Keller aus, sorry, können wir nicht machen. Abends bringt mir Markus (pastafani) noch Obst und Gemüse aus Sierning vorbei, das er bei R. abgeholt hat. Der Mittwoch nimmt dann noch viel Zeit in Anspruch punkto Lagerverwaltung, die ich an unsere Bedürfnisse anpasse, um diese bestens nutzen zu können. So endet der Mittwoch irgendwann tief in der Nacht, und der Donnerstag beginnt nachdem ich meinem Wecker 6-Mal auf den Kopf drückte, der aber auch nach dem 6. Mal keine Ruhe gab und mich aus dem Bett kickte. Grade munter geworden, schon ruft eine liebe Frau an um ein gemeinsames Anliegen zu besprechen. Ab dann geht es aber im Eiltempo, Hofer, den georderten Einkauf abholen und dann ab ins Lager. Im Lager angekommen, uijeh, der Lagerschlüssel hängt zuhause an der Arbeitshose, und der digitale Ersatzschlüssel funktioniert nicht. M. sperrt unser Lager auf, dass Ulli und Martina weiter kommissionieren können, wenn wir nochmal zu mir nach Hause fahren Schlüssel holen und dann Brot, Gebäck und etwas Gemüse in Haid abholen. Robert und ich fahren nach Haid, wo wir mit einem „Vorwurf“ konfrontiert wurden, der einfach nicht wahr ist und erlogen ist. Daraufhin werden wir künftig nichts mehr abholen in Haid, weil wir uns nicht mehr für etwas rechtfertigen wollen, was nicht stimmt und was frei erfunden ist. Schade, aber wo ein Gespräch über 4 Ecken stattfindet und nur Dinge vorgehalten werden, die frei erfunden sind, ist auch keine Lösung in Sichtweite. Warum erfinden Menschen immer wieder Dinge, die Anderen schaden? Wir müssen uns hier leider distanzieren, weil es unserem Gemüt schadet, wenn wir uns immer wieder von Menschen etwas Boshaftes unterstellen lassen. Geht nicht! Künftig kaufen wir Brot und Gebäck sowie Obst und Gemüse ein, dann kann uns auch niemand beschuldigen, etwas Unrechtes getan zu haben. Mitten in diesem Gespräch überlegte ich kurz, das Brot und Gebäck heute schon nicht mehr mitzunehmen, aber ich hätte kurzfristig keine solche Menge woanders bekommen. Abfahrt ins Lager, wo Martina und Ulli schon quirlig Bananenschachteln rumstapeln und die 2. Einrichtung für kommenden Montag zusammenstellen. Das Gespräch in Haid sitzt tief und wird den ganzen Tag anhalten. Im Lager alles Brot und Gebäck durchschauen, Tee kochen, Wurst schneiden, Kühlboxen befüllen. Barbara, Ingrid und Gerlinde kümmern sich um die Kleidung, Schuhe, Schlafsäcke und vieles andere. Flott wurde der Transporter dann beladen, und bei +7,5° und strahlendem Sonnenschein fuhren wir los Richtung Linz, da kam noch ein SMS vom Obdachlosen Seelsorger Helmut Eder, dass er uns heute besuchen wird. Ich freu mich riesig. Ankunft in Linz, Hänger abkoppeln, Transporter aufstellen, alles auspacken, ein neuer, junger Obdachloser sitzt mitten auf der Straße und behindert den ÖBB-Bus der rückwärts einparken möchte, er blockiert auch den PKW-Verkehr aus dem gesperrten Parkplatz, er kommt sich stark vor, erst als ich ihm drohte, ihn von unserer Verteilung auszuschließen, stand er auf und machte Platz für den Verkehr. In der Reihe stänkerte er und beschimpfte dann andere, bis ich ihm ein 2. Mal die Rute ins Fenster stellen musste, er drängte sich dann zwar vor aber uns war es recht, wenn er so bald wie nur möglich von diesem, unseren Platz weg ist. Er war heute auch der einzige der wirklich feindselig und ungut war, zu mehreren Helferinnen, was mich für seinen nächsten Besuch bestimmt nicht positiv stimmt. Eine junge Frau kommt auf mich zu, Zitat: „Nehmen Sie Geldspenden an?“ Ja, und sie drückte mir € 20,- in die Hand, vielen Dank! Es ist ein feines Gefühl, wenn sich situierte Menschen über andere, arme, obdachlose Menschen Gedanken machen und spenden, großartig. Da wir Monatsanfang haben und viele ein klein wenig Geld bekamen, ist der heutige „Andrang“ nicht recht groß, die Schlange aber trotzdem lange. Dass uns Helmut Eder heute vor Ort besuchte, freute mich wirklich, ein paar Worte wechseln und ein toller Tipp über eine neue Initiative für arme Menschen in Linz. Als Helmut wieder fahren musste, ging ich zum Terminal rüber, weil mich heute früh ein Anruf aufwühlte, Zitat: „Gaby vom Terminal ist nicht mehr dort“. Ich konnte heute früh diese Aussage nicht ganz relativieren, denn wo sollte Gaby schon sein, als am Terminal? Gaby war am Terminal, aber all ihre Sachen wurden wieder einmal entsorgt, weggeworfen. Ich konnte Gaby überreden mit mir zum Bus zu gehen, um sich bei uns eine neue Jacke, warme Schuhe und alles Notwendige zu holen. Gaby geht es nicht gut, kränklich, diesem Kampf auf der Straße langsam nicht mehr gewachsen, der Willkür in Linz überdrüssig. Als ich mit Gaby zum Bus kam, zeigte die Uhr schon 17.45 Uhr, also langsam Zeit aufzuräumen, da hör ich einen Hund bellen, Emma, der Hund von Franziska. Sie brauche dringend frische Unterwäsche und ein paar Karotten, Bananen, Brot und eine Gaskartusche für ihren Gaskocher. Franziska muss wieder weg von ihrem Platz unter der Autobahnbrücke und weiß nicht, wohin sie gehen soll. Leider fällt auch mir kein Platz ein, an dem sie leben kann mit Emma, ihrem so liebenswürdigen Hund. Wir verabschieden uns und räumen alles ein und fahren nach Ansfelden. Alle helfen zusammen und wir sehen jetzt, welch tolle Arbeit Ulli, Martina und Petra leisteten, die gesamte Spendenlieferung für Salzburg ist fertig zusammengestellt. Klasse! Um 19.45 Uhr fahr ich heim und bin froh aus den Klamotten zu kommen. Die Beine schmerzen, der kleine Finger noch viel mehr, ein kleines Brot und dann ab, zum PC, und texten, wieder fast 4 Stunden. Im Kopfhörer trudelt mir Don McLean von seinem „Castles In The Air“ in mein Ohr, es war eine gänzlich andere Zeit als diese Musik gemacht wurde, als Menschen noch miteinander tanzten, miteinander sangen, und nicht mit dem Ellbogen gegeneinander vorgingen. Ich wünsche mir diese Zeit zurück, in der man respektvoll miteinander umging, wo jede/r seine eigene Meinung haben durfte ohne gleich beschimpft zu werden. Ich wünsche mir ….. ja, genau, DAS wünsche ich mir! Danke für Eure Aufmerksamkeit und DANKE an unser Team, das heute wieder tolle Arbeit leistete, und vielen, herzlichen Dank an all unsere Spender/innen, die uns Woche für Woche diese, unsere Aktion ermöglichen. Recht lieben Dank. Zum Ausklang gibt es für mich noch John Prine & Nanci Griffith „Speed Of The Sound Of Loneliness“, und somit gleite ich in die Nacht, die mir noch ein paar Stunden abnehmen wird, weil viel Arbeit anliegt. Danke für alles :-)<3 Gute Nacht

 

28.1.2021 – Warum geht man mit Menschen so um?

Gleich zu Beginn muss ich etwas loswerden, was ein absolutes „NoGo“ ist. Seit Tagen beobachten wir an den verschiedensten Stellen in Linz, und hier nicht einmal im Zentrum von Linz, sondern im Auslauf, dass viele unserer Schützlinge von Polizei und Ordnungsdienst der Plätze verwiesen werden, ohne eine Antwort darauf zu geben, wo in Linz sie bleiben dürfen. Gestern Mittwoch habe ich aus sicherer Quelle erst erfahren, dass ein Antrag im Linzer Gemeinderat liegt auf generelles „Campier Verbot“, in ganz Linz. Die Obdachlosen, die in keine Einrichtung oder in die Notschlafstelle können/dürfen, werden immer wieder, und hier fast täglich von allen Plätzen verwiesen. KEINE ALTERNATIVE anzubieten und unseren Schützlingen jeden Tag zu sagen, Zitat: „Sie haben 14 Tage um hier zu verschwinden“, zeugt von nicht sehr hoher Intelligenz und von einem sehr armseligen sozialen Gewissen, so die Entscheidungsträger in der Stadt Linz überhaupt so etwas haben. Zurzeit kommt es mir so vor als findet gerade eine richtige Hetze gegen die Obdachlosen, die im Freien schlafen müssen, statt. Immer nur sagen, Zitat „Das geht nicht, und das Andere geht auch nicht, ihr müsst hier weg, es gibt keinen Platz für Euch in Linz usw.“. So löst man keine Probleme, und schon gar nicht die der ohnehin schon an den Rand gedrückten Menschen ohne Dach über dem Kopf. Was soll das? Warum geht man mit den Menschen so um? Hier wären endlich einmal ein paar Antworten fällig, seitens der Stadt Linz. Auch das dauernd behauptet wird, am Terminal urinieren die Obdachlosen willkürlich herum, und deshalb muss man sie des Terminals verweisen, ein beliebtes Vorgehen eines Linzer Politikers, der sich eigentlich nicht um die Belange der Obdachlosen kümmert, aber wir haben 2021 Wahljahr in Linz und deshalb wird gerade auf dem Rücken der Ärmsten dieses armselige Politikum ausgetragen. An ALLE Verantwortlichen, SCHÄMEN SIE SICH! So lange es rund um den Hauptbahnhof keine einzige kostenlose Toilette gibt und man nirgendwo im Bahnhofsbereich kostenlos Trinkwasser konsumieren kann, so lange ist Kohlenmonoxid der Hauptbestandteil der Schnappatmung diverser Politiker, und sonst nichts. Armut, Wohnungs- und Obdachlosigkeit bedürfen echter Lösungen, und keiner heißen Luft eines dahergelaufenen Architekten, der sich in der Politik versucht. Zu viele Menschen trifft es, viele stehen vor den Trümmern ihrer Existenz, Kurzarbeit oder schon gekündigt, keine Aussicht auf eine nahe Zukunft, viele Menschen wissen nicht mehr wie sie die Miete und die Betriebskosten noch bezahlen sollen. Alleine diese Woche hatten wir als Obdachlosenhilfsaktion.at 6 (!) Anrufe bzw. Anfragen, ob wir mit 1 bzw. 2 Mietzahlung aushelfen könnten. Liebe Leute, liebe Wegbegleiter, wenn man eine junge Familie am Telefon hat, 2 Kinder, Mutter arbeitslos und daheim beim Baby, Vater zu Weihnachten gekündigt, das ältere Kind Herzkrank, hier tun sich gerade Abgründe auf. Warum wird hier seitens der Politik nichts getan? Warum sind zurzeit alle Politiker mit „Wirtschaft retten“ beschäftigt? Wir haben zugesagt, in 2 Fällen direkt zu helfen und bei 2 weiteren muss sich unser Vorstand Gedanken machen, wie wir am besten und effektivsten helfen könnten. Soviel zu einem Anliegen, das zunehmend Bauchweh und Schlaflosigkeit bei mir verursacht, weil vieles bei den Menschen zurzeit einfach so aussichtslos erscheint, zu all den anderen Sorgen die Corona so mit sich bringt.
Franziska muss ihren neuen Platz wieder räumen, obwohl sie dort, wo sie jetzt ist, absolut niemanden stört, es keine Anrainer gibt, ebenso ein weiteres obdachloses Pärchen, das in der Nähe von Franziska „wohnt“. Stefan, der Deutsche mit dem Hund, der mich biss, ist in einer Nacht und Nebel-Aktion verschwunden, hinterließ sein Zelt in einem sehr fragwürdigen Zustand, und neben Stefan hatten ja die Brüder Thomas und Christian ihr Zelt, die wir regelmäßig unter der Brücke versorgten. Thomas wurde nun wegen Diebstahl verhaftet und Christian muss das Zelt dort räumen, binnen 14 Tage muss er dort verschwinden. Und niemand sagt, wo er bleiben darf/kann. Nicht nur dass man, wie gesagt, unsere Schützlinge von allen Plätzen verjagt, sondern generell der Umgang mit Obdachlosen in Linz sehr oft von Seiten verschiedener Ämter alles andere als „wertschätzend“ oder „Lösungsorientiert“ ist.
Wir wollen helfen, KEINE FRAGE, aber oft wissen auch wir nicht mehr weiter, weil die Anfragen gebündelt an uns herangetragen werden, und auch wir überfordert sind.
Ja, wir sind nun auf der Suche nach Plätzen, wo Franziska mit ihrer Emma bleiben darf und ein Plätzchen, wo Christian sein Zelt aufschlagen darf. Wenn jemand etwas weiß, bitte einfach melden, DANKE!
Die laufende Woche begann mit eiskalten Nächten, an denen ich immer in Linz unterwegs war um nachzuschauen, ob jemand was braucht, meistens hatte ich heißen Tee mit. Manchmal war einfach das Gespräch das wichtigste, bei dem Anderen war eine frische Unterwäsche oder eine Isomatte wichtiger, die Wünsche waren verschieden, aber alle freuten sich, uns zu sehen. Die nächtlichen Einsätze sind fordernd und kalt, manchmal angsterfüllend oder manchmal auch gefährlich, wenn ich alleine in eine entlegene Ecke gehe und mir jemand folgt, aber sie sind fast immer wichtig. Der Dank aber ist von unseren Schützlingen groß, am liebsten würden sie uns umarmen. Wenn der Nachteinsatz bis 23 Uhr dauert und man aber um 6 Uhr wieder aus den Federn muss, weil Termine anstehen, dann gehen immer öfter die Wecker wieder aus, um noch ein paar Minuten Schlaf herauszuholen. Das sitzt schon tief in den Knochen, die Kälte, die Mühe, all die Arbeit. Diese Woche ist abseits der Spendenannahmen viel im Lager zu tun, wir müssen den Regalumbau planen, all die Umräumarbeiten für kommenden Samstag planen und einteilen. Die Regalbeschriftung wartet morgen auf mich, damit wir Samstag 8 Uhr früh loslegen können. Dienstag bekamen wir eine großartige Spende, von einem Wiener Unternehmen bekamen wir 8 (!) Paletten Faschingskrapfen, aber welche?! Die werden jetzt alle ausgeteilt, am Donnerstag an die Menschen direkt, ab nächste Woche in all die Einrichtungen, und ab nächste Woche bekommen wir ganz viele tolle tiefgefrorene Lebensmittel dazu, die in einem separaten Posting veröffentlicht werden. Wir werden zurzeit ganz großartig mit tollen Spenden beschenkt, Vergelt’s Gott an all unsere Spender, an alle Firmen. Der Mittwoch war wie üblich, zuerst Tiefkühllager und anschließend Kühllager, alles zusammenstellen für Donnerstag und einladen, anschließend in unserem Lager sofort wieder tiefkühlen. Am Nachmittag die nächsten Wochen planen, die nächsten Spendenlieferungen in die Salzburger Einrichtungen planen, die Kommissionierungen in unserem Vereins Kalender ausschreiben um genug Helfer/innen zu bekommen. Auf den „Bestelllisten“ die Stückanzahl noch eintragen, ausdrucken, und in die Lagerverwaltung eingeben. Auch die O.Ö. Frauenhäuser bekommen in den nächsten Wochen auch wieder Spenden von uns geliefert. Eine Einrichtung nach der Anderen wird wieder abgearbeitet und beliefert. Wobei nicht die Spendenlieferung, sondern das Kommissionieren die meiste Arbeit ist, alles zusammenzustellen und einzupacken. Hier muss die gesamte Logistik stimmen, um alles reibungslos abzuwickeln. Ich freue mich schon wieder in die Einrichtungen zu liefern.
Für heute Donnerstag sagte der Wetterbericht nichts Gutes, Regen…Regen…Regen! Wenn hier nur der Wetterbericht nicht zutreffen würde, das wäre schön. Der Tag beginnt heute mit der Abholung der bestellten Ware, Obst und Gemüse. Mein Lieblings-Hofer um die Ecke, mit tollem Personal und einem grandiosen Filialleiter, ist für mich die 1. Adresse. Hier bekomme ich die Mengen die wir benötigen und immer wie versprochen, bereitgestellt. Mit dem Obst und Gemüse geht’s ins Lager, alles ausladen, Robert kommt um 9.30 Uhr, er fährt mit nach Haid, Brot und Gebäck abholen. Um 10.30 Uhr sind wir zurück im Lager mit einer großen Menge an Brot und Gebäck, das nun auf Genießbarkeit durchgeschaut werden muss. Um 11 Uhr kommen heute Ulli und Corinna, beide fahren heute das erste Mal mit nach Linz, zum Verteil-Donnerstag. Beide sind schon gespannt wie es wird, beim Durchschauen des ganzen Brots und Gebäcks haben wir genug Zeit, viele Sachen zu diskutieren, ist spannend mit tollen Leuten im Verein. Irgendwie merke ich, heute fehlt Maria, es läuft etwas unrund, auf viele Dinge denke ich erst nach und nach, wenn Maria hier ist geht alles wie von „selbst“. Wird schon, wir schaffen das. Um 14 Uhr denke ich erst an den Tee den wir mitnehmen wollen, 20 Liter Wasser kochen, hoffentlich geht sich das aus, zeitlich. Es schüttet schon wie aus Eimern, wir packen heute unsere Pavillons ein, um zumindest einiges nicht dem Regen auszusetzen. Ingrid kümmert sich noch um eine Winterjacke für unsere A., ich aber vergesse später alle Sachen, die ich für sie zusammengestellt hatte, so typisch für mich in den letzten Wochen. Barbara stellt uns heute auch ihren „ProntoPronto“ Bus zur Verfügung, um Brot, Gebäck, Obst und Süßigkeiten bei ihr einzuladen. Heute am Donnerstag wieder dabei unser Markus, nach langer Zeit, ich freue mich sehr. Als wir um 15.16 Uhr von Ansfelden wegfahren, schüttet es immer noch stark, mir graut. Die Gischt unseres Anhängers lässt mich nur vermuten, ob hinter mir Verkehr ist. Mit unserem Gespann heißt es aufpassen, wir sind fast 10 Meter lang, das erfordert manchmal schon ganz viel Aufmerksamkeit, immer den gesamten Verkehr im Blickfeld haben, den hinter uns und den vor uns. Wir kommen um 15.30 Uhr in Linz an, niemand steht im Regen, alle haben sich am alten Terminal untergestellt, wir bekommen eine erste Kostprobe, wie es heute werden wird, 3° und volle Brise von Oben. Egal! Wir stellen zuerst unsere 2 Pavillons auf, stellen den Pronto-Bus zwischen unserem und dem Anhänger, weil wir die Sachen die Barbara vom Lager mitnahm, erst gar nicht ausladen. 16 Uhr, wir fangen an mit der Ausgabe. Am Ende kommen heute bei diesem starken Regen trotzdem 56 Schützlinge, die sich für 1 Woche Lebensmittel und Hygieneartikel bei uns holen. Heute viele Gespräche geführt mit den Menschen beim Bus, viele haben die nackte Angst vor der näheren Zukunft, auch heute haben mich 3 Schützlinge gefragt, ob wir mit Unterstützung aushelfen könnten. 2 Mal mit Miete und 1 Mal mit Betriebskosten. Das macht mich schon sehr nachdenklich und traurig, die Anfragen um Hilfe in dieser gesamten Woche häufen sich, ich weiß nicht mehr was ich dazu noch sagen soll?! Ich werde mich in den nächsten Tagen mit unserer Kassierin zusammensetzen und das Problem mit ihr besprechen. Alleine kann und darf ich das auch gar nicht entscheiden, möchte ich auch nicht, deshalb gibt es einen Vorstand, ein Team. Auch die Jetons heute gehen wieder weg, in hohen Zahlen, da zurzeit scheinbar von den Kirchen keine Jetons ausgegeben werden. Heute alleine teilten wir 48 Jetons à € 4,- an unsere Schützlinge direkt aus. Der Regen hält uns alle …. nass, bis auf die Haut, die Skihose die ich vergaß zu imprägnieren, bis auf die Haut durchnässt, da hilft auch die Skiunterwäsche nichts, und die Jacke, eigentlich als wasserdicht angeboten, seit heute weiß ich was „wasserdicht“ wirklich bedeutet, genauso durchnässt wie alles andere, die Trekkingschuhe weichen sich auf, meine Zehen stehen im Wasser, unserem Team geht es nicht anders. Wahnsinn, wie es Petrus heute schütten lässt. M. war auch heute wieder bei uns, sie möchte so gern wieder arbeiten gehen, sie hat eigentlich Friseurin gelernt, aber nie in diesem Job gearbeitet, sie selbst sagt, Zitat: „Ich bin viel zu langsam für diesen Job, aber ich würde auch putzen gehen, egal was ich bekomme, nur arbeiten“. Tja, während Corona wird das nicht so einfach werden, diese Arbeitssuche. Aber sie ist optimistisch, und das gefällt mir ungemein an ihr. Sie gibt nicht auf, ist eine Kämpferin. Der ältere Obdachlose, der hinter M. steht, holt aus seiner Jackentasche neben mir eine Bierdose und macht diese auf, meinen Einspruch hat er noch vorm ersten Schluck, Alkohol bei uns gibt es nicht. Entweder mit der Bierdose von uns weggehen oder Bierdose ausleeren, konsequent. Ich weiß ja selbst als trockener Säufer was die Sucht mit Menschen macht, ich versteh es auch, aber wir können es weder fördern noch dulden, das geht nicht, NoGo! L., die wegen ihrem Verhalten letzte Woche schon in Polizeigewahrsam war, ist heute handzahm, will sich aber trotzdem nicht an unsere 2 Meter und MN-Masken Pflicht halten, ich machte ihr klar, dass nicht ich das entscheide, sondern es Gesetze gibt, die wir einzuhalten haben. L. checkte es und ich musste sie nur mehr an die 2 Meter Abstand erinnern. Alles gut. Bei unseren Neuen läuft alles gut, keine Probleme und sie finden großen Spaß an unserer Aktion. Mit so einem Team schafft man alles, liebe Leute, wirklich alles! 18 Uhr, wir räumen schnellstens auf, alle sind bis auf die Haut nass, die wenigsten spüren noch ihre Finger, ich kann meine Finger auch nicht mehr spüren und nicht mehr ordentlich bewegen, es wird Zeit alles einzupacken. Im Eiltempo die Pavillons abbauen, die patschnassen Planen zusammenräumen und einfach in den Bus legen, die Tische und leeren Schachteln, alles einpacken, und los geht’s Richtung Lager Ansfelden. Gemeinsam wird alles ausgeladen und wieder eingelagert, die nassen Planen aufgebreitet zum Trocknen, die nassen Kisten ausgewischt, der Teekessel ausgewaschen und all die Kühlboxen mit Essigwasser ausgewischt. Zum Abschluss und im warmen Lager, noch ein kurzes Resümee von allen, bis aufs Wetter alles gut, und so geht ein langer Tag dem Ende entgegen, im Kopfhörer läuft der Titel „Like A Hero“ und ich sitze hier und denke gerade an meinen „Hero“, an unser Team und an all unsere Spender/innen! Schön dass es EUCH gibt, Vergelt’s Gott und vielen, lieben Dank für alles, für jede noch so kleine Hilfe, für jede noch so kleine Spende, für jede noch so kleine menschliche Geste. DANKE! Wie üblich sitze ich noch etwa 2 Stunden hier um alles zu erledigen, Euch aber danke ich für Eure Aufmerksamkeit und wünsche euch eine gesegnete Nacht. Gute Nacht! 🙂 <3

27.1.2021 – Wow Spende mit ganz viel Herz!

WOW-SPENDE VOM 27.1.2021....
Christian - Franchisenehmer der McDonald's Restaurants in Gmunden und Bad Ischl - spendete uns zum widerholten Male. Diesmal sind es 500 Flaschen 0,5l Mineralwasser. Nach der tollen Geldspende über € 10.000,- im Dezember 2020 für unseren Transporter, wieder eine so großartige, menschliche Geste, vor der wir uns verneigen. Vergelt's Gott und hab' großen Dank für die feine Unterstützung 🙂 ❤