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Tränen, die zu grenzenloser Wut werden!

25. Januar 2026
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Tränen, die zu grenzenloser Wut werden!

Linz-Tour vom 24.1.2026!

Der Tag begann heute früh um 6 Uhr mit einer Tasse Cappuccino, danach duschen und ab ins Lager, heute haben wir einen langen Tag, zuerst Spendenannahme im Lager und am Abend dann die Linz-Tour zu den Hot Spots und den Schlafplätzen. Am Vormittag bei der Spendenannahme auch die ganzen Arbeiten erledigen für den Verteil-Donnerstag, z.B. alle Lampen aufladen, die Power Bank aufladen die uns Licht gibt beim Verteil-Donnerstag da wir ja in Linz keinen Strom und kein Wasser haben. Also brauchen wir Lösungen, und diese Power Bank ist einfach großartig, weil wir nicht nur Licht haben dadurch, sondern auch Strom für den Laptop, den wir dringend für die Anmeldung brauchen.

Der Vormittag ist gedrängt und dicht, einigen Spender*innen muss ich unser Lager zeigen weil sie so gar keine Vorstellungskraft haben wie groß unser Lager ist und wie hoch die Arbeitsintensität. Alle sagen unison: „Poah, so groß hab ich mir das nicht vorgestellt“. Tja, wie gesagt, bis vor Kurzem haben wir noch über 40 Einrichtungen mit etwa 3800 Menschen 4-Mal im Jahr mit allem Nötigsten versorgt, zurzeit nur mehr 11-12 Einrichtungen mit etwa 1000 Menschen, zusätzlich zum Verteil-Donnerstag. Die Kosten sind schon enorm, was uns die Versorgung unserer Schützlinge jede Woche so kostet. Dieser Verteil-Donnerstag diese Woche mit 168 Schützlingen kostet so in Summe etwa € 4000,-, das sind etwa € 24,- pro Schützling, was aber nicht ganz realistisch ist, weil wir mit € 24,- niemals über die Runden kommen würden. 1 Winter-Schlafsack kostet schon fast das Doppelte, und dann kommen noch Unterwäsche, Socken, neue Schuhe etc. dazu, und davon geben wir zurzeit ganz viel aus. Habe erst vor 14 Tagen wieder Schuhe eingekauft um € 2000,-, die wir jetzt im Winter dringend brauchen. Also wie Ihr seht, jede Woche eine Mammutaufgabe, genug Spenden zu organisieren um alle Münder zu füllen. Aber das ist eine andere Sache und gehört eigentlich nicht in den Bericht der Linz-Tour. Der Vormittag gestern, Samstagvormittag war stressig und fordernd, Walter hier, Walter da, Walter kommst du schnell bitte? Manchmal ist es echt absurd, was so passiert.

Und immer auch die Diskussion über unsere Arbeit, über all unsere Tätigkeiten und alle Formen, wie und wo wir helfen. Das wissen die Wenigsten unserer Spender*innen, den gesamten Umfang unserer Aktionen. Aber jedes noch so kleine „Hilfsrädchen“ ist wichtig, ist unabdingbar, weil da draußen sich viele Menschen in Not auf uns verlassen und mit uns rechnen.

Am Vormittag muss unser elektrischer Hochhubwagen aufgeladen werden, alle Spenden in einen Kanal geleitet werden von wo sie aufgearbeitet werden. Um kurz nach 13 Uhr fahre ich heim aus dem Lager, um 16.30 Uhr muss ich wieder hier sein, Tee kochen, alles für die Linz-Tour vorbereiten. Manu und Günther sind heute Abend zum ersten Mal mit mir auf der Tour. Günther lässt nach der Spendenannahme das Thermostat auf 50° eingestellt, so dass wir am Abend nicht so lange zum Aufkochen brauchen. Das Teepulver ist angerichtet, wir brauchen es nur noch aufrühren.

Um 16.30 Uhr im Lager angekommen, Günther wartet schon auf mich, macht mir das Tor auf. Er hat auch unseren Thermo-Teekessel repariert, so dass wir ihn wieder nutzen können, toll! Manu schickt eine WhatsApp „komme 3 Minuten zu spät, sorry“, alles kein Problem. Wir müssen vor der Linz-Tour noch in unser Büro am Verteilplatz, gekaufte Gasflaschen für die Heizelemente für die Verteil-Donnerstage dort einlagern.

Danach geht es in den Schillerpark und Volksgarten, wie immer zum Beginn, aber alles ruhig dort. Dann ab Richtung Bahnhof, bei der alten Post parken wir und gehen durch den Bahnhofsvorpark in Richtung Haupteingang. Wir treffen vor dem Haupteingang Marco mit seinem Hund „Lucy“, Gerry und ein paar andere Obdachlose. Ich sage ihnen alle dass wir etwa in 10-15 Minuten beim Bus bei der alten Post sind, und sie dorthin kommen sollen.

Wir schlendern noch durch die Bahnhofshalle, wobei bei der Sitzbank am Ende der Halle einige Obdachlose sitzen und wieder 2 ÖBB-Security kommen, und eine obdachlose Frau und einen anderen Obdachlosen grundlos der Halle verweisen und sie lautstark mit widerlichen Worten rauswerfen. Auch dieses Geschimpfe werde ich wieder, wie das Vorgehen der ÖBB-Security am Heiligen Abend, wo mir einer der Securitys sagte: „Nimm dir das Drecksgsindl mit nach Hause“, nach Salzburg in die Zentrale melden, Typen wie diese sind einfach eine absolute Fehlbesetzung und müssen schnellstens aussortiert werden, der hat keine Berechtigung mehr, seine „Macht“ gegenüber Obdachlose und Schwachen auszuspielen. Da werde ich nicht lehr nachlassen, bis diese 2 aggressiven Typen weg sind aus dem Dienst der ÖBB-Security.

Die Polizei kommt mit Blaulicht am Bahnhof an und geht im flotten Schritt in die Bahnhofstiefgarage, wie es sich herausstellt werden dort 3 Obdachlose mit festem Nachdruck aus der Tiefgarage „entfernt“, worauf der private Security mächtig stolz zu sein scheint, der hier als „Aufpasser“ fungiert.

Beim Rückweg treffen wir Lenny, dem ich auch anbiete dass er zum Bus kommen soll. Auch die 2 ÖBB-Security von vorhin sind jetzt in der unteren Etage, wobei wir einfach bei ihnen vorbeigehen und einer der Beiden mich dann mit „Hey, Walter“ ruft. Wir bleiben stehen und ich höre mir an was er mir zu sagen hat: „Hey, ich bin mächtig stolz auf das was du im TV in der Sendung „Thema“ gesagt hast, vielleicht wachen mal ein paar Linzer Politiker auf und ändern was.“ Ich kann ihm sagen dass die Linzer Politnasen nicht aufwachen werden, weil sie mit Armut und Obdachlosigkeit eben nichts am Hut haben und lieber die Obdachlosen weiterhin wie ein Stück Vieh vor sich hertreiben.

Wir gehen weiter, Richtung Leberkas-Pepi, wo wir 15 warme Leberkäse-Semmeln kaufen, für unsere Schützlinge. Unser Günther, der heute das erste Mal auf der Tour dabei ist, sponsert die 15 Leberkäse-Semmeln, vielen lieben Dank lieber Günther. Danach gehen wir Richtung Postgarage, wo wir noch Gaby abholen werden um sie danach zum Bus mitzunehmen.

In der Postgarage angekommen ist Marco ganz stolz, dass er sich von der ÖBB-Security vor ein paar Tagen einen Besen ausgeliehen hat und dort unten sauber gemacht hat. Auch die Security erkennt den Willen von Marco und Gerry an und lässt wenigstens Gaby und die Anderen dort in Ruhe liegen. Wir nehmen Gaby mit zum Bus, unterwegs erzählt sie mir alle Neuigkeiten. Beim Bus angekommen warten schon einige unserer Schützlinge, sie alle wollen heißen Tee und 2 Zigaretten, eine heiße Leberkäs-Semmel und ein offenes Ohr.

Alex, Marco, Gerry, Lenny., Gaby, Trendy und alle anderen sind froh, dass wir auch heute da sind. Später kommt Melanie noch dazu, die mich herzlich umarmt und mir sagt: „Ich habe dich soo lieb, Walter“, ich dich auch liebe Melli, so meine Antwort. Ich mag diese obdachlose Frau, die so viel schon durchmachen musste. Heute braucht sie zwar nichts aber sie hat erfahren dass wir hier sind und ist gleich hierher durchgestartet, um uns zu sehen. Dann gebe ich aus meiner privaten Tasche jedem € 5,-, zur freien Verwendung, worüber alle sehr dankbar sind.

So, es ist nun bereits 20.15 Uhr, und wir brechen auf, nach Urfahr zu Peter, der vor 14 Tagen ebenfalls einen Ofen von uns bekam um sein DüK zu beheizen. Er öffnet uns und ist erfreut über unseren Besuch, er glaubte meine Stimme jemand anderem zuordnen zu müssen, darum war er etwas grantig als er uns aufmachte: „Habe dich verwechselt, Walter“. Es ist 20.30 Uhr und wir haben noch 2 Zigaretten für Peter, bevor wir uns wieder verabschieden und weiter zu dem anderen Peter an die Donau fahren.

Dort angekommen haben wir alles in den Rucksack eingepackt, fährt ein Polizeibus langsam an unserem Bus vorbei, sie drehen den Scheinwerfer auf um uns zu identifizieren. Ich wollte gerade auf die Polizei zugehen, da drehen sie den Scheinwerfer ab und fahren weiter und wir gehen auch Richtung Donau. Wir haben für Peter alles dabei, heißen Tee, Lebensmittel und auch hier ein offenes Ohr. Nach einem Weg über etwa 10 Minuten kommen wir an und unser Passwort ist nach wie vor: „Weihnachtsmann“, worauf sich Peter sofort meldet und aus seinem Zelt, das von einer Gewebeplane bedeckt ist, hervorkriecht. Man hör dass er über viele Pet-Flaschen kriecht im Zelt, der Müll da drinnen dürfte mittlerweile Meterhoch sein, man sieht leider durch die Gewebeplane nicht mehr durch. Früher hatte er nur das Zelt stehen, da sah man durch das Gegenlicht den Müllberg, den man jetzt nicht mehr sieht aber hört, wenn er zum Zeltausgang kommt. Peter moniert, dass er unbedingt ein Licht braucht, er sitzt den ganzen Tag im Dunkeln, er würde gerne auch mal ein Buch lesen und er bittet mich, 3 wissenschaftliche Bücher bei Thalia zu besorgen. Man muss hier auch wissen, Peter ist Wissenschaftler und ein sehr belesener Mann, der irgendwann psychisch ins völlige Nirvana abglitt, wobei Drogen oder Alkohol noch nie ein Thema waren bei Peter.

Peter streckt seinen struwweligen Kopf unter der Gewebeplane hervor, seine Fingernägel sind extralang und schmutzig, wir haben ihm heißen Tee mitgenommen und er sagt mir nur: „Wenn ein Körper langsam auskühlt, wie meiner, muss ich auch Wärme oder heißen Tee langsam trinken, weil sonst der Körper den heißen Tee als „Angriff“ verstehen könnte und kollabieren könnte. Peter ist zwar psychisch schwer krank aber er hat ganz viel Ahnung von vielen Dingen und die erzählt er uns auch und lässt uns an seinem Wissen teilhaben. Er brauche dringen einen starken Akku, mit dem er Taschenlampen und andere Sachen aufladen kann. Ich weiß nicht was er genau meint, aber ich nehme ihm nächstes Mal wieder Batterien und aufladbare Akkus mit, für Lampen. Ich verspreche ihm über Lösungen nachzudenken und Batterien mitzunehmen wenn wir wieder kommen. Der Weg zurück ist kalt, weil es der leichte Wind so kalt macht.

Beim Bus angekommen fahren wir zurück nach Linz, und die ÖBB-Security ruft an, es ist mittlerweile nach 22 Uhr: „Könntet ihr nochmal zum Bahnhof kommen, da Michel wartet auf euch“. Freilich, wir fahren nochmal zum Bahnhof. Bei Ankunft finden wir weitere Obdachlose, wir aber suchen die Security und Michel, ganz unten beim Caféhaus stehen sie und warten auf uns. Ich habe Michel länger nicht mehr gesehen und höre, wie schwer er atmet und am Ende seiner Kräfte ist. Michel erzählt mir dass die Streetworker ihm eine Wohnung in Steyr versprochen hätten. Es wird wohl das Wohnheim in der Notschlafstelle in Steyr werden, wo er einzieht, aber dort ist er in gute Hände. Er hat große Angst dass sein Herz nicht mehr mitmacht und er einfach umfällt und stirbt. Michel holt sich heißen Tee und geht schnell wieder in die warme Bahnhofshalle, zum Bus kommen noch 2 Polen, Mariusz und ein mir bekannter Pole der andere mit Gewalt bedroht. Ich bitte Mariusz ihm zu übersetzen, dass er von uns nichts bekommt solange er andere Obdachlose bedroht, schlägt und ihnen alles wegnimmt, was sie haben. Das lasse ich nicht zu und unterstütze solche Typen auch nicht. Er deutet dass er nichts versteht und dass er ein guter Mensch sei, worauf ich ihm mit Gestiken zeige, dass Gewalt keine Lösung ist und wir diese Art niemals unterstützen werden. Er geht vom Bus weg aber nicht ohne mir seine Faust entgegenzustrecken. Ich weiß nicht, warum Menschen so etwas machen, ich jedenfalls distanziere mich total von solcher Aggressivität.

Sodale, ich brauche einen Kaffee, rein in den Bus, vorbei an der Bahnhofshalle, wo wir sehen dass ein Obdachloser am Boden liegt und bei dem Passanten und die ÖBB-Security Wiederbelebungsmaßnahmen machen. Leider finden wir keinen Parkplatz um in die Halle zurückzulaufen und eventuell bei den Maßnahmen zu helfen, wir fahren aber langsam weiter, da eh schon 3 Helfer vor Ort waren. Das tut immer weh, immer!

Ab in die Hafenstraße, auf die Tankstelle, ich brauche jetzt 5 Minuten für mich, auf der Fahrt dorthin deutet uns ein Spender ein nettes Hallo, wir fahren zur Tanke und auch er fährt dorthin, um zu tanken, wir aber brauchen einen Kaffee. Klaus, so der Name des Spenders, kommt in den Shop und lädt uns auf den Kaffee ein und wir diskutieren einige Dinge, über die Klaus mehr als erstaunt ist. Wir trinken unseren Kaffee und brechen dann wieder auf. Ich merke wie mir das alles heute sehr zusetzt, die Schicksale, die Menschen und die Handlungsunfähigkeit, ich bin stumm vor Wut, zittrig vor der Tatenlosigkeit der Politik in Linz, ich bin erstaunt wie dreist Parteien in Linz lügen, besonders die Blaue, die die 2 toten Obdachlosen in Wien total ausschlachten und für sich instrumentalisieren, sich in die Medien lügen und einfach nur moralisch und emotional abgrundtief hässlich sind. Diese Menschen kommen hoffentlich niemals an die Macht, egal wo. Man sollte sie mit dem nassen Fetzen in den Keller jagen und dort wegsperren.

Wir fahren weiter, zu Franziska und Emma, die wir vorhin noch am Bahnhof getroffen haben. Ihr Zelt ist immer noch mit vielen Kartons abgedeckt, um es ein wenig zu isolieren. Sie kommt hervor, wir aber gehen zuerst gemeinsam mit Franziska zu „Milenko“, der Gerald den Platz unter der Autobahnbrücke weggenommen hat und nun auch Franziska Angst macht. Ich möchte mit ihm reden, dass er hier der allerletzte ist, der irgendein Recht auf etwas hätte, aber seine Matratze ist wieder leer, wie letztes Mal. Egal, irgendwann werde ich ihn treffen und rede ich Tacheles mit ihm, der sollte seine Art und seine Bedrohungen gegenüber Franziska stark einschränken, sonst könnte auch ihm ein Polizeibesuch drohen. Er war es ja auch, der bei der Polizei angerufen hat und gelogen hat: „Gerald hat mir gedroht, mich umzubringen“. Wenn man Gerald kennt, dann weiß man dass das niemals stimmen kann. Aber die Polizei nahm damals Gerald mit Gewalt mit und Milenko hatte auf einmal den Platz von Gerald. Auch wenn Gerald nicht mehr hierher zurückkehren will, so wird Milenko von mir auch keine Ruhe mehr haben, er wird sich dort nicht sicher fühlen, dafür sorge ich.

Von Franziska fahren wir weitere Stationen an, wo wir aber niemanden finden, mittlerweile ist es 23.55 Uhr, fast Mitternacht, und wir haben noch ein paar Stationen vor uns. Also weiter geht es, Richtung Waldeggstrasse, wobei ich merke wie ausgelaugt und leer ich bin, dass ich keine Kraft mehr habe und total übermüdet bin. Bei der Bushaltestelle bleibt ein PKW stehen und der junge Mann legt Gerald ein paar Geldmünzen an sein Kopfende, wir wecken Gerald auf, der sofort hellwach ist und uns um einen heißen Tee und eine Zigarette bittet, der Tee ist kurz davor, auszugehen. Wir hatten etwa 30 Liter heißen Tee mit, fast alles weg. Wahnsinn. Gerald setzt sich auf, erzählt mir das ihn Franziska gestern besuchte, seine Augen glänzen und er sieht aus wie ein kleiner Spitzbub. Das Schicksal von Gerald könnte auf so viele andere Menschen auch zutreffen, deshalb liegt mir Gerald besonders am Herzen. Leberkäse-Semmel mag er keine mehr heute, seine Decke ist total nass, ich biete Gerald eine wasserfeste Decke an, die er aber dankend ablehnt: „De wird mir nur gestohlen hier:, so seine Antwort. Er hat nur eine dünne Jacke an und auch er hat total geschwollene Finger, ich glaube es sind starke Erfrierungen die Gerald erlitten hat. Ich merke wie mich Gerald heute mehr beschäftigt als sonst, wie nahe ich heute an den Tränen bin, ich könnte gerade nur noch weinen und bin grenzenlos wütend auf die ganzen Politbonzen in Linz, die ihren dicken Hintern am Kaminofen wärmen bei allen Annehmlichkeiten, und diese Typen entscheiden dann im Gemeinderat über Obdachlose. Wie schäbig diese Beurteilungen letzte Woche ausgefallen sind, kann man nachsehen im Video des Gemeinderats. Und hier sind die Roten mindestens genauso schlimm wie die Blauen, es ist einfach unerträglich, was diese Politversager in Linz und Oberösterreich mit unseren Schwächsten macht. Für die Wirtschaft haben wir zig-Millionen, aber für eine zweite Notschlafstelle, ist kein Geld da, unsere Obdachlosen müssen frieren und bangen, nicht dem Erfrierungstod zu sterben. Ich werde nicht müde werden, das gesellschaftliche und politische Debakel anzumahnen, weil es so nicht sein kann. Ich gebe Gerald noch € 10,- aus meiner privaten Tasche, Günther fragt mich ob er Gerald auch € 20,- geben darf: „Natürlich, darfst du“.

Wir lassen Gerald wieder schlafen und fahren weiter, zu Tony, in die Neue Heimat, er bekommt eine volle Gasflasche für seinen Ofen. Im Dunkel der Nacht stapfen wir durch den Schnee zu seinem DüK und klopfen Tony aus dem Bett. In langer Unterhose, T-Shirt und einer Zipfelmütze steht Tony vor uns, ich schließe ihm die Gasflasche an und zünde den Ofen, funktioniert alles: „gute Nacht, lieber Tony“.

Ich merke wie es mir die Tränen in die Augen treibt, weil Gerald so ein Leben leben muss. Ich sage das auch Manu und Günther, dass mir das heute mehr zusetzt, als ich gewohnt bin. Meine Tränen sollen für Gerald eine Entschuldigung sein, dass man mit Menschen so umgeht, wie mit ihm. Das tut einfach weh, sehr weh.

So, 00.30 Uhr, wir fahren für heute die letzte Station an, ich kann nicht mehr. Salzburger Straße, DüK, bei Oliver und Hansi. Oliver scheint nicht da zu sein und Hansi öffnet sein DüK, er kommt mir zum Bus, er braucht ein paar Lebensmittel, ich packe ihm von allem ein bisschen ein und verspreche auch Hansi einen Ofen, den ich ihm nächste Woche bringen werde.

1 Uhr früh, ab ins Lager Ansfelden, alles ausladen und auswaschen, putzen und reinigen. Der Tag war lange für mich, ich merke wie leer ich bin und keine Kraft mehr habe, nur noch nach Hause, BITTE! Manu und Günther, danke für eure Begleitung. Bis ich dann wirklich zuhause bin, ist es 1.45 Uhr, ich setze mich auf die Couch, beginne nochmal zu weinen, diese Linz-Tour heute war für mich eine der emotionalsten, eine der schlimmsten.

Heute, Sonntagabend erzählt mir Günther am Telefon, dass ihn heute früh die Gefühle einholten und er von der Linz-Tour emotional überrannt wurde. Für mich ist es immens wichtig, dass niemand von den Geschehnissen überfordert ist, und das geschah aber gestern, ohne es zu merken, das aber wäre meine verdammte Verantwortung, die ich nicht wahrgenommen habe.

Die Linz-Tour ist ein wichtiger Bestandteil unseres Vereins, aber wenn es emotional nicht mehr vertretbar ist, muss ich mir Gedanken machen, wie ich reagiere und weiter vorgehe.

Euch wünsche ich eine erholsame Nacht und alles liebe!

Gott segne euch!

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