Das war’s dann!
Das war’s dann!
Verteil-Donnerstag vom 19.3.2026:
Ich habe euch in vielen Postings und Kommentaren erzählt, was in den letzten Wochen und Monaten alles passiert ist. ORF „Thema“ Sendung, Kronen-Zeitungsbericht und vieles andere, dort war niemals, mit KEINEM WORT die ÖBB gemeint oder gar erwähnt, zu KEINEM ZEITPUNKT, und doch scheint sich die ÖBB den Schuh anziehen zu wollen, dass mein Interview dahingehend interpretiert wird, dass man alles was über die Stadt Linz gesagt wurde, man von Seiten der ÖBB auf sich selbst projiziert, trotz meiner Dementis verharrt man hier darauf, die beleidigte Leberwurst zu imitieren.
Ich danke der ÖBB trotzdem aufrichtig für die letzten 4 Jahre, wo wir vis a vis vom Wissensturm beim ABC-Buffet den Verteil-Donnerstag abhalten durften, und für das letzte ¾ Jahr, in der Wiener Straße, bei der ÖBB-Werkstatteinfahrt. Trotz unzähliger Anfragen auf Erlaubnis hier und da einen Schrauben in die Mauer der Portierloge in der Wiener Straße einschlagen zu dürfen, dies und das entsprechend machen bzw. ändern zu dürfen, wo es jedes Mal Zeugen dafür gab und ich alles beweisen kann, wird nun behauptet, dass wir zu keinem Zeitpunkt eine Erlaubnis hatten, Regale in die Portierloge zu stellen und dort Lebensmittel zu lagern. Nicht einen Schrauben habe ich in die Mauer geschraubt, ohne vorher zu fragen, und jetzt werde ich als Lügner hingestellt, der nie gefragt hätte. Das, liebe Leute, geht entschieden zu weit, ich lasse mich auch von der ÖBB nicht als Lügner beschimpfen, weil ich keiner bin und niemanden angelogen oder jemandem etwas vorgemacht habe.
Herr R. von der ÖBB kam diese Woche beim Verteil-Donnerstag vorbei und stritt gänzlich ab, dass Hr. M., der Verwalter des Hauptbahnhofes, mit ihm telefoniert hätte. In meinem Telefonat mit Hr. M. waren es aber die ersten Worte am Telefon: „Im Gespräch mit Hr. R. …“, jetzt weiß ich nicht mehr, wer lügt, egal! Es ist mir schlicht zu dumm, auf die einzelnen Behauptungen der ÖBB überhaupt noch einzugehen.
Ich hätte diese Woche von Seiten des ORF nochmal die Möglichkeit gehabt, ein Interview und eine neue Verteilplatzsuche in „Thema“ an die Zuseher zu adressieren, ich werde es nicht machen, weil ich die Kraft nicht mehr habe, mit jemanden zu streiten, der sogar abstreitet dass heute Sonntag ist. Es wäre ein leichtes, all die teilweise gewalttätigen Fotos und Videos der ÖBB-Security über den ORF zu veröffentlichen, die Ende 2025 passierten, ich mache es nicht, weil die ÖBB-Immo und die ÖBB-Security zwei völlig verschiedene Abteilungen sind und Hr. R. von der ÖBB-Immo, nichts dafür kann, was die ÖBB-Security verbricht.
Wir haben jetzt noch bis 31.3.2026 Zeit, die Portierloge zu räumen und alles so zu übergeben, wie es vereinbart ist, das werden wir auch machen, auf Punkt und Beistrich. Wir sind der ÖBB-Immo dankbar für die Hilfe der letzten Jahre, aber auch von dieser Abteilung lasse ich mich nicht als „Lügner“ hinstellen oder gar beschimpfen, da wir zahlreiche Genehmigungen einholten, die jetzt bestritten werden.
Liebe Leute, wir suchen dringendst einen neuen PRIVATEN Platz, wenn möglich überdacht oder irgendwo drinnen, an dem wir unseren Verteil-Donnerstag, den wir eventuell auch auf einen Sonntag verlegen könnten, abhalten könnten. Oder eventuell eine Lager- bzw. Geschäftsfläche in der Größenordnung von etwa 60m² im Zentralraum, die beheizt werden kann und die über Strom verfügt, von wo wir die Spenden direkt an unsere Schützlinge ausgeben könnten.
Wir wissen zurzeit nicht weiter, einige Zeitungen berichteten über unsere Suche aber niemand reagierte bis jetzt, außer Frau S. von der ÖVP, die mich am vergangenen Donnerstag angerufen hat und nachgefragt hat, was wir suchen. Aber auch von dieser Seite mache ich mir wenig bis gar keine Hoffnung, dass wir etwas finden könnten. Die Politik in Linz hat es mit uns noch nie, wirklich noch nie gut gemeint. Noch nie hat je ein Politiker in Linz etwas für uns getan bzw. angestoßen, und ich habe das Gefühl, hier ist es das Gleiche, aber ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren und lasse mich gerne positiv überraschen, aber daran glauben tu ich nicht mehr wirklich. Ich werde das Thema ÖBB nicht mehr hochkochen und lasse es bei der aktuellen Situation, gut sein, obwohl es schon sehr weh tut.
Wir haben nun kommende Woche noch den geplanten Verteil-Donnerstag in der Wiener Straße, und ab übernächste Woche, also ab April müssen wir leider abwarten, ob uns jemand hilft und ob wir den Verteil-Donnerstag weiter praktizieren können, irgendwo auf einem privaten Platz. Das liegt leider in den Sternen, wie und ob es überhaupt mit unserem Verteil-Donnerstag weitergeht.
Diese Woche mussten wir, wollen wir unsere genehmigte Spendenbegünstigung (Anerkennung der Spenden beim Finanzamt) behalten, eine außerordentliche Generalversammlung abhalten, wir mussten die Statuten abändern, weil es sich das Finanzministerium so einbildete.
Worum geht’s? Weil etwa 3,7% der gesamten Geldspenden an uns bei der Arbeitnehmerveranlagung oder beim Steuerberater geltend gemacht werden, müssen wir auf Weisung des Finanzministeriums alle Geldspenden, also jeder Cent der uns gespendet wurde oder wird, im Falle einer Liquidation des Vereins (Schließung des Vereins), an eine Einrichtung/Institution geben, die den gleichen Zweck wie wir in den Statuten stehen haben, also Obdachlosenhilfe. Da es in Österreich keinen zweiten Verein wie den unseren gibt, die Spenden in dieser Größenordnung für arme und Obdachlose sammeln, müssten wir unser gesamtes „Vereinsvermögen“ bei Vereinsauflösung, unser gesamtes Hab und Gut, der Caritas schenken, weil die Caritas die einzige Institution ist, die explizit Obdachlosenhilfe macht.
Das liebe Leute, kommt für uns nicht in Frage, deshalb habe ich noch einmal bei unserem Wirtschaftsprüfer nachgehakt und gefragt, was wir dagegen machen können? Den Kreis jener Menschen in den Statuten einfach erweitern, denen man helfen KÖNNTE, dann bleiben nicht mehr nur Obdachlose als einziges Klientel übrig und das Finanzministerium kann uns eine Weitergabe des „Vereinsvermögens“ an die Caritas nicht einfach aufs Auge drücken, dann gibt es auch viele andere Vereine, die nach der neuen Richtlinie in Frage kämen. Deshalb haben wir bei dieser Generalversammlung den Kreis jener Menschen/Gruppen/Vereine erweitert, die bei uns Hilfe bekommen KÖNNTEN. Das war uns wichtig zu entscheiden, da die Caritas ohnehin jedes Jahr viele, viele Millionen von Bund und Länder bekommt und auf unser „Vereinsvermögen“ bestimmt nicht angewiesen ist. Das jedenfalls liebe Leute, haben wir nun beschlossen und in den neuen Statuten verankert.
Wir werden auch weiterhin für unsere Schützlinge da sein und ihnen durchs Leben helfen, soweit es uns möglich ist und soweit wir überhaupt noch Möglichkeiten haben, den Menschen zu helfen.
Bitte unterstützt uns bei der Suche nach einem neuen Verteilplatz oder einem „Geschäftslokal“ mit etwa 60m² im Linzer Zentralraum.
Der 319. Verteil-Donnerstag diese Woche, all die Vorbereitungen am Donnerstagvormittag haben einen schalen Beigeschmack, nach all den Vorkommnissen. So Gott will, finden wir entweder einen geeigneten, privaten Platz oder ein geeignetes „Geschäftslokal“ in Linz. Aber es tut schon sehr weh, weil wir nicht wissen, ob und wann wir unseren Schützlingen wieder helfen können. Innerhalb des Vereins immer die Gleichen Fragen, immer das gleiche Kopfschütteln und immer die gleiche Suche über Google, einen neuen Platz zu finden.
Nach all den Vorbereitungen, die wir jede Woche für den Verteil-Donnerstag zu machen haben, gibt’s einen guten Mittagstisch von unserer Anni, gebackenen Käseleberkäse mit Kartoffeln, es war einfach nur großartig, danke liebe Anni! Danach wird der Bus eingeladen und um 13.30 Uhr, kurz vor der Abfahrt nach Linz, kommt noch Andreas, der sich heute beim Verteil-Donnerstag ein Bild über unseren Verein machen möchte.
Um 14 Uhr brechen wir auf, nach Linz. Unser Tony und Markus warten schon in Linz, wie jede Woche. Wir aber beginnen gleich mit dem Abbau der Seile, die uns für die Plane bei Regen halfen, Schutz vor dem Regen zu haben. Danach planen wir bei einem kurzen Rundgang, was wir noch alles zu erledigen haben bis zur Schlüsselübergabe am 31.3.2026. Ein Teil des heutigen Teams ist bereits beim Einräumen der mitgebrachten Lebensmittel in die Regale, der andere Teil stellt die Tische auf und regelt alles andere.
Als wir die Seile abmontiert haben, rufe ich Hr. R. von der ÖBB an, um nachzufragen was wir alles demontieren und abschrauben müssen, er hebt nicht ab, kommt aber später selbst vorbei, wo das eingangs erwähnte Gespräch stattgefunden hat.
Ich bin heute ziemlich emotional und dünnhäutig, weil ich nicht weiß ob und wie es mit dem Verteil-Donnerstag weitergeht. Kurz vor Beginn der Ausgabe sage ich allen Anwesenden noch, dass wir also nächste Woche noch einen Verteiltag haben werden, aber danach noch nicht wissen, ob und wie es weitergeht. Tieftraurige Mimiken und tief betroffene Gesichter wegen meiner Worte, aber, wir arbeiten an einer Lösung und lassen euch nicht im Stich, haben aber ehrlicherweise auch zurzeit noch keine Ahnung, wie eine „Lösung“ überhaupt aussehen könnte, wir spinnen zurzeit viele Gedanken und Ideen, mal schauen was dabei herauskommt. Unseren Schützlingen merkt man die Angst deutlich an, die sie haben weil niemand weiß, wie es weitergeht und sie bis auf Weiteres nichts mehr zu essen bekommen.
16 Uhr, Beginn der Ausgabe der Spenden, es sind etwa 45-50 Bedürftige bereits anwesend, am Ende des Tage werden es 78 Menschen gewesen sein, die sich bei uns heute direkte Hilfe holten. Wir haben heute 3 Mädels beim Verteil-Donnerstag dabei, die im Rahmen eines Sozialpraktikums helfen und sich ein Bild machen wollen von unserem Verteiltag.
Michi und Kaja machen heute gottseidank die Anmeldung, somit habe ich Zeit mit unseren Schützlingen zu reden und alles im Detail nochmal zu erklären, was immens wichtig ist. Wir müssen vielleicht ein Pause machen, aber im Stich lassen wir niemanden. So mancher Schützling hat Tränen in den Augen, drückt uns seine Angst und die gesamte Hoffnungslosigkeit, die er/sie in sich trägt, aus und einige wissen schlicht nicht mehr weiter. Wir trösten und beruhigen unsere Menschen in der Warteschlange und betonen immer wieder, dass wir intensiv nach Lösungen suchen.
Der Verteiltag läuft ruhig und diszipliniert ab, man fühlt die Angst und die Verzweiflung deutlich, wollen aber Mut machen, den Kopf nicht hängen zu lassen. Die 3 Praktikantinnen machen sich gut und sind erstaunt, dass alles so gut abläuft. Auch Andreas, der sich heute ein Bild von unserem Verteiltag machen möchte, ist tief beeindruckt und hat nur noch Lob für uns über. Dieser Verteil-Donnerstag half inzwischen seit 16.8.2018 im 319. Verteiltag heute, bereits gesamt über 29000 Menschen, mit Lebensmitteln und allem was man braucht, über die Runden. Und das ohne Förderungen und ohne öffentliche Unterstützung.
Herr R. von der ÖBB kommt vorbei und wir führen oben erwähntes Gespräch, worauf ich nicht mehr näher eingehen möchte. Unser Max hilft heute im Büro drinnen, die Lebensmittel auszugeben. Mit dem einen oder anderen gehe ich direkt zu Max und bitte ihn, 1 Tasche mit Lebensmittel zu packen, da wir niemanden hungrig weggehen lassen. Wenn jemand keinen „Anspruch“ hat, wird er trotzdem nicht hungrig weggeschickt, aber die Menge bleibt halt übersichtlich.
Ich suche die Gespräche mit meinem Team und frage sie nach ihren Eindrücken g‘rade, und wir spüren und fühlen alle das Gleiche, aufkommende Ratlosigkeit bei der Suche nach guten Lösungen.
Gottseidank haben wir heute gutes Wetter und brauchen die Plane nicht, für nächste Woche und den letzten Verteil-Donnerstag vorerst, meldet der Wetterdienst 3° - 5° und viel Regen. Mal schauen. Wir planen nebenbei schon den logistischen Ablauf der Räumung hier, was mir ganz gut tut um nicht in irgendwelche Zeitfallen zu tappen.
Gut ist auch dass wir die kurzen, finsteren Tage bereits hinter uns haben und nun wieder bei Tageslicht, wenn wir fertig sind, alles einräumen können. Ein Ukrainisches Pärchen, denen ich letzte Woche schon sagte dass wir eigentlich nicht zuständig sind für sie, steht wieder in der Warteschlange, ich versuche noch einmal mit ihnen zu reden, aber keinerlei Deutschkenntnisse von ihnen machen es fast unmöglich. Ich sage ihnen noch ein letztes Mal: „Heute bekommen Sie noch eine Tasche mit Lebensmittel, ein allerletztes Mal“, was ihnen kurzfristig ein Lächeln ins Gesicht zauberte aber sie dann doch wieder traurig von uns weggehen ließ. Aber es geht einfach nicht, wir sind nicht für jede Menschengruppe zuständig und können auch die Welt nicht retten, unsere Spender*innen unterstützen unsere Arbeit für arme und obdachlose Menschen, und unsere Hilfe für genau diese Menschen soll es auch bleiben.
17.45 Uhr, langsam beginnen wir alles zusammenzuräumen, manches Werkzeug nehmen wir heute schon mit nach Ansfelden, Günther wird die Pavillons holen, die wir zwischendurch bei Anita in der Garage lagern dürfen. Auch ein Zwischenlager für die ganzen Utensilien ist für uns nicht leistbar, Recherchen ergaben für 1 normale Garage für 1 Auto, die man sich auch als Lager anmieten kann, einen Preis von WÖCHENTLICH € 80,- bis € 120,-, das sind fast € 500,- im Monat, das ist richtiger Wucher, Wahnsinn. Für uns nicht zu bezahlen, leider.
18 Uhr, wir laden alles ein und brechen auf, Richtung Lager Ansfelden, wo wir alles wieder einlagern. Eine Gesprächsrunde des heutigen Teams nach erledigter Arbeit zeigt auch hier, dass alle sehr betroffen sind. Sonja und Simone waren den ganzen Nachmittag im Lager und haben die gesamte Vereinskleidung sortiert und geordnet, DANKE dafür!
Es war heute der 319. Verteil-Donnerstag und ich bete zu Gott, dass er uns eine andere Tür öffnet, damit wir den Verteil-Donnerstag weiterhin für die Menschen machen können.
Ich sitze heute Sonntag, seit 5.15 Uhr hier, sinniere, denke und resümiere und hoffe, dass meine Gebete schnell erhört werden. Euch wünsche ich einen erholsamen Sontag und alles liebe.
Gott segne euch!
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