Große Dankbarkeit an uns!
Große Dankbarkeit an uns!
Linz Tour vom 19.9.2026 (Max, Anni und Brigitta)
Es war ein ganz besonderer Tag, an diesem gestrigen Samstag.
Unsere fleißigen Helfer haben am Vormittag schon alles für die Linz Tour vorbereitet. Anni, Max und ich trafen sich dann um 16:00 Uhr im Lager. Nachdem wir noch die restlichen Sachen in den Bus geräumt haben, ging es los Richtung Wels, zu Gerald.
Wir versuchten ihn an seinem Schlafplatz zu finden, der war leider leer. Gerade ein paar Habseligkeiten lagen an seinem Platz. Deshalb fuhren wir schnell zu Silke, die seit einigen Monaten Gerald immer wieder versorgt und stellten ihr einige Lebensmittel für Gerald vor die Tür. Sie wohnt zum Glück ganz in der Nähe. Silke ist so nett und bringt dann Gerald immer wieder unsere Spenden. Das ist eine große Hilfe für uns und Gerald.
Wir wollten uns gerade auf dem Weg zurück machen, da entdeckten wir Gerald bei einer Bushaltestelle. Wir stoppten noch einmal kurz am Parkplatz und Markus und Brigitta gingen kurz zu ihm. Gerald war in guter Stimmung. Wir gaben ihm ein paar Zigaretten. Er versicherte uns, sonst nichts zu brauchen und dass es ihm gut geht. Nach einem kurzen Gespräch verabschieden wir uns wieder von ihm und fuhren wieder zurück nach Linz.
Unser nächster Stopp um 18:00 Uhr, war der Volksgarten, um nach Gabi zu sehen. Sie war zum Glück an ihrem Schlafplatz und ging mit uns mit zum Bus, um sich alle nötigen Dinge zu holen. Wir versorgen Sie mit Lebensmittel und neuen Kleidungsstücken, die sie dringend benötigte. Während Annie sich um zwei weitere Schützlinge kümmerte, die zum Bus kamen, machte Markus noch eine Runde durch den Park, um nachzusehen, ob noch jemand Hilfe braucht. Als er zurück war, stand noch ein junger Mann bei uns und fragte nach unserer Arbeit. Er wollte wissen, was wir genau machen. Max erklärte ihm alles und nach einem kurzen Gespräch, erzählte er uns, dass er auch Hilfe benötigen würde. Wir lassen niemand im Stich und gaben ihm vorerst etwas zu Essen und Dinge, die er am dringendsten braucht. Er war sehr dankbar du froh über unsere Spende.
Weiter gings zum Bahnhof, vor das alte Postgebäude. Dort fanden wir glücklicherweise sogar einen Platz für unseren Bus, wo auch unsere Schützlinge ungefährdet sind. Es fand gerade auch eine Veranstaltung im alten Post Gebäude, das zeitnah dem Erdboden gleichgemacht wird, statt. Es warteten schon eine Menge unserer Schützlinge auf uns. Alle stellen sich in eine Reihe und die Disziplin war groß. Anni gab die Lebensmittel und Kleidungsstücke aus, Brigitta half bei der Tiefkühlware und den gekühlten Lebensmitteln. Max stand außerhalb des Busses und achtete darauf das alles ruhig und sicher vor sich geht. An die 80 Personen waren wieder gekommen, um sich heute das Nötigste bei unserem Bus, zu holen.
Auch Jacken sind dieses Mal sehr gefragt. Große Freude hatten die meisten mit den vielen Süßigkeiten, die wir heute zum Austeilen mithatten. All unsere Schützlinge freuen sich aber immer auch auf kurze Gespräche mit uns und damit, dass sie uns ihre Sorgen anvertrauen können. Trotzdem versuchten wir gestern alle dran zu erinnern, dass wir dieses Mal nicht viel Zeit haben, da es jederzeit sein kann, dass wir den Standplatz mit dem Bus verlassen müssen. So ging es zügig voran und wir schafften es in eineinhalb Stunden alle zu versorgen. Viele dankbare Menschen haben uns wieder in unserer ehrenamtlichen Arbeit bestätigt.
Um 20:00 Uhr fahren wir wieder los und machen eine kurze Pause bei einer Tankstelle. Dort konnten wir über alles Erlebte kurz reflektieren und bei einem Kaffee Energie tanken, für unseren weiteren Weg.
Es war schon dunkel, als wir Richtung Pleschingersee, zu Peter, unserem nächsten Schützling, fuhren. Nachdem wir uns in der Dunkelheit mit Taschenlampen zu ihm auf den Weg gemacht hatten, fanden wir seine Plane, die er als Zelt verwendet, an der Donau. Er hatte uns schon erwartet und kommt nach einem kurzen „Moment bin gleich bei euch“, aus seinem Unterschlupf gekrochen. In der Hand hielt er eine Zeitschrift und erklärte uns, indem er auf ein Bild deutete, dass er genau so eine Taschenlampe brauchen würde. Er hat uns dann einen langen Vortrag über:
seine Forschung, Dinge, die er angeblich entwickelt/ erfunden hat und über alles Mögliche erzählt, und er redete und redete. Wir haben ihm aufmerksam zugehört. Denn er hat sonst nie jemand zu reden und freut sich immer wieder, „sein Wissen“ an uns weiterzugeben. Nach 20 Minuten erklärten wir ihm aber, dass wir jetzt weiter zu den nächsten müssten und machen uns wieder auf den Weg. Wir gingen durch die Dunkelheit wieder zurück zum Bus. Im Hintergrund hörten wir ihn noch reden und reden.
Es war schon 22:00 Uhr als wir beim nächsten Hot Spot, beim Brucknerhaus ankamen, dort eine Runde machten, um nach Obdachlosen zu suchen. Drei Personen lagen in ihren Schlafsäcken unter einem Vordach des Brucknerhaus - sie brauchten jedoch keine Hilfe oder Unterstützung.
Wie seltsam uns doch dieser Moment erschien. Denn oben im Brucknerhaus war gerade eine Gala-Veranstaltung. Man sah die Menschen in ihren schönen Kleidern hinter den Fenstern ihren Prosecco trinken, während unterhalb dem Brucknerhaus andere Menschen in Schlafsäcken liegen und jeden Tag versuchen, irgendwie zu überleben.
Als wir beim Bus zurück waren, beschlossen wir in die Mozartstraße zu fahren, um in der Nähe der Autobahnbrücke nach einem Obdachlosen zu suchen, von dem Brigitta erfahren hatte. Um 22:45 Uhr kamen wir beim besagten Firmengelände an. Hinter dem Gebäude, vor der Tiefgarage, fanden wir ihn in einer Nische armselig sitzen. Wir sprachen in vorsichtig an und er war sehr überrascht. Nachdem wir ihm erklären konnten, dass wir für ihn Kleidung und Lebensmittel haben, ging er mit uns zum Bus.
Sein Name ist George und er gestikuliert mit uns, weil er sich nicht ausdrücken kann. Nachdem er von uns Schuhe, Jacken, einen Schlafsack, eine lange Hose, eine ISO-Matte eine Haube und Lebensmittel bekam, halfen wir ihm die Sachen zu seinem Schlafplatz zu tragen. Er konnte sein Glück gar nicht fassen, bedankte sich immer wieder. Wir versprachen ihm in zwei Wochen wieder nach ihm zu sehen.
Als wir schon zurück beim Bus waren, kam er noch einmal gelaufen, klopfte ans Fenster. Max öffnete noch einmal. George hatte Tränen in den Augen vor Glück und Dankbarkeit. Er wollte sich unbedingt noch einmal bedanken. Es war ein sehr emotionaler Moment, für uns alle!
Weiter ging's um 23.20 - mit einem guten Gefühl - Richtung Toni zu seinem DüK Häuschen in die Neue Heimat. Er war sehr überrascht und froh, weil wir schon so bald bei ihm waren. Toni sollte sich ja überlegen, ob er das Angebot für ein Zimmer annehmen möchte. Wir ließen ihm diese Entscheidung frei da das Zimmer doch weiter weg von Linz wäre. Er meinte jedoch, dass er lieber hier in Linz bleiben will, da er hier die Leute kennt. Er meinte aber auch noch: „Die paar Jahre, die ich noch lebe, werde ich hierbleiben“. Wir akzeptieren seine Entscheidung, er hat das Recht über sein Leben selbst zu entscheiden. Nachdem wir Toni gut mit allem, was er benötigt, versorgt hatten, fuhren wir weiter zu Oliver und Hansi.
Es war dann schon 23:30 Uhr als wir bei den beiden ankamen. Es war jedoch nur Oliver da. Deshalb gaben wir ihm auch die Lebensmittel für Hansi mit. Er versprach uns, sie mit Hans zu teilen und ihm liebe Grüße auszurichten. Nach einem kurzen Smalltalk ging es zufrieden und ein bisschen müde, zurück zum Lager nach Ansfelden.
Es war inzwischen Mitternacht geworden.
Zügig luden wir den Bus aus und räumten alles ins Lager. Dann ging es auch für uns um 00:30 mit einem guten Gefühl nach Hause. Bald am Sonntagmorgen fuhr Brigitta zu George und brachte ihm einen großen Rucksack, für seine Habseligkeiten und eine Taschenlampe, damit er in der Dunkelheit etwas Licht hat. Er war so unglaublich dankbar und froh. George, wir werden auch dich nicht vergessen und auf unseren zukünftigen Linz Touren, zu dir fahren und dir helfen.
Text: @Biggi Untersberger
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
- w
















