1.3.2021 – Andy’s Ende der Obdachlosigkeit!

Update 1.3.2021: Unser aktives Mitglied Karin Thalhammer besorgte in den letzten tagen in Urfahr ein Zimmer für unseren Andy, der seit gut 4 Wochen am Terminal geschlafen hat. Andy muss weg von der Straße, nach all den Vorfällen (Suizidversuch usw.) und all den Vorfällen am Terminal (Papiere, Schlafsack und viele andere Sachen wurden gestohlen) war es dringend an der Zeit, Andy zu helfen. Karin besorgte das Zimmer bei ihrem Nachbarn und wir finanzieren die ersten 2 Mieten. Andy kann nun endlich einen Hauptwohnsitz anmelden und um AMS-Geld ansuchen bzw. Sozialhilfe, und er ist endlich wieder Krankenversichert. Andy wollte heute weg vom Terminal da ihn die Polizei des Terminals verwiesen hat, er wollte heute Abend nach Wien oder Salzburg fahren und woanders sein Glück versuchen. Gottseidank hab ich nicht bis morgen gewartet und fuhr heute noch rein um ihm die Nachricht, gemeinsam mit Karin, zu überbringen. Andy konnte sein Glück nicht fassen und begann zu weinen und er bedankte sich gefühlte 100-Mal für die Hilfe. Jetzt brauchen wir noch eine Arbeitsstelle für ihn, dann wäre das Glück perfekt. Andy ist gelernter Maurer, hat alle Kranscheine und Staplerscheine usw.. Fürs Erste sind wir überglücklich, einen Menschen von der Straße weggeholt zu haben. Und wieder hat uns unser alter Herr da droben begleitet, er drängte mich heute noch ins Terminal zu fahren, morgen wäre es zu spät gewesen, da wär Andy schon ganz woanders angekommen, aber wieder auf der Straße. Vergelt's Gott unserem alten Herrn und eine tiefe Verneigung all unseren Spendern gegenüber, die uns immer wieder die Möglichkeit geben, auf unsere Art sinnvoll zu helfen. 🙂 ❤

25.2.2021 – Spendenlieferung in die Welser Notschlafstelle!

Spendenlieferung SWS Wels 25.2.2021: Am Freitag kamen Katja Sarközi und Charly vom SWS Wels ins Lager und halfen uns ihre geplante Spendenlieferung zusammenzustellen und packten diese auch gleich in 2 Autos. Wir hatten haltbare Lebensmittel wie Sugo, Fertiggerichte wie Rinds-Gulasch, Fisolengulasch, Gemüsetortellini, Gulaschsuppe, div. andere Fertiggerichte, Zucker, haltbare Milch, Nudeln und Reis, Gemüse in Dosen, Tomatenfisch- und Thunfischdosen, ganz viele Knabbereien und Süßigkeiten, Hygieneartikel aller Art wie Shampoo, Duschgel, Zahnbürsten und Zahnpasta, Mundwasser, Rasierschaum und Rasierer, Deo's, Damenhygiene, Hautcremen, neue Socken und neue Unterwäsche, Waschmittel flüssig und Pulver, Allzweckreiniger und Geschirrspülmittel, Essigreiniger, Küchenrollen und Toilettenpapier und viele viele andere Sachen. Ein DANKE an all unsere Spender dass wir auch diese Spendenlieferung zusammenstellen durften. Vergelt's Gott! 🙂 ❤

25.2.2021: 105 VERSCHIEDENE MENSCHEN, 105-MAL DIE GLEICHE ARMUT!

Wie schnell und wie steil Bergab es im Leben gehen kann, sieht man erst, wenn man selbst betroffen ist. Viele Menschen können ein „Lied“ davon singen, wie schnell es geht, wenn hinter einem Menschen das soziale Netz wie Familie oder Freunde wegbrechen und man im freien Fall Richtung Armut/Obdachlosigkeit aufwacht. Und glaubt mir liebe Leute, niemand ist sicher vor dieser Spirale, niemand, es kann jede/n treffen. 2-3 unglückliche Begebenheiten auf einmal und schon fällt man durch den Rost, ist man in einer tiefen Abwärtsspirale. Zurzeit haben wir bei Andy das lebende Beispiel, wie schnell es gehen kann, und warum sich dann die Probleme nicht einfach so beseitigen lassen. Andy ist weder Alkoholiker noch Junkie, er ist ein Mann der Mitten im Leben steht und dem das Leben zurzeit bitterböse mitspielt. Andy möchte arbeiten, auf dem schnellsten Weg, doch dafür braucht er einen Hauptwohnsitz, den er nicht hat, für den Hauptwohnsitz braucht er Geld, das er NOCH nicht hat und auch keinen Zugang zum eigenen Konto mehr hat, bis er der Bank einen Meldezettel bringen kann. Reisepass reicht nicht! Sein Konto ist weder überzogen noch sonst etwas, er hat keine Schulden und fällt doch durch den Rost. Andy hat in der Nacht zum Dienstag einen Suizidversuch gemacht, weil er nicht mehr weiterweiß und dieses Leben auf der Straße nicht aushält. Der Magistrat rief mich am Dienstagvormittag an und bat um Spenden für einen Obdachlosen der im Magistrat ist, Stefan und ich packten das Nötigste ein und fuhren nach Urfahr zum Rathaus. Als ich Andy sah wusste ich noch nichts von seinem Suizidversuch, ich war erstaunt Andy hier anzutreffen. Die Dame am Schalter telefonierte geschlagene 1,5 Stunden um Andys Probleme etwas zu lichten, auch diese Dame meinte, Zitat: Hier fällt jemand durch den Rost, der niemals durchfallen dürfte, es tut ihr so sehr leid, aber sie können ihm nicht weiterhelfen“. Ich rief Didi Mayr, Streetworker vom B37 an und bat ihn um einen Termin, Didi meinte nur komm vor 12Uhr ins Büro, dann schauen wir was wir tun können. Also vom Magistrat direkt in die Starhembergstrasse zu den Streetworkern. Didi stand mit Thomas draußen und schickte Andy gleich zu seiner Kollegin, alles abklären zu lassen. Nach 10 Minuten kam Andy mit einem Lächeln heraus und hatte wieder Mut gefasst. „Schaut gut aus“. Na dann! Also weiter zur Gesundheitskassa, dort einen Auszahlungsschein holen, da Andy krankgeschrieben ist. Er muss ihn von der Hausärztin bestätigen lassen, dann wird das Geld angewiesen, was ihm aber durch den fehlenden Wohnsitz nicht hilft, an sein Konto zu kommen. Ein Teufelskreis. Ich machte Andy klar, dass wir ihm helfen werden, dass wir alles tun werden was wir können, ob das reichen wird, wissen wir nicht. Ich gab Andy das Zug Geld für die Fahrt zu seiner Hausärztin, er versprach mir gleich Mittwochfrüh zu ihr zu fahren, was er nachweislich auch tat. Wie wir aber all die Probleme für Andy in den Griff bekommen werden, wissen wir noch nicht genau. Zuerst war wichtig diese Bestätigung der Hausärztin, jetzt ist wichtig einen Hauptwohnsitz mit Wohnadresse zu besorgen, wie wir den finanzieren könnten, keine Ahnung. Ich wüsste auch zurzeit keine Wohnung, in die ich Andy stecken könnte. Ich kann nichts versprechen, nur so viel, dass ich auch hier mein Bestes geben werde um Andy zurück ins Leben zu helfen. Andy sagt immer, Zitat: „Wahnsinn, wie schnell das gegangen ist, ich habe es in diesen 14 Tagen auf der Straße immer noch nicht verinnerlicht, nicht begriffen, wo ich jetzt bin und was aus mir binnen kürzester Zeit wurde“. Solche „Andys“ gibt es viele, liebe Wegbegleiter, ganz, ganz viele, und in letzter Zeit immer mehr und immer geht es noch schneller, dass sich die Spirale beginnt zu drehen, Abwärts!
Heute waren 105 Menschen bei unserem Bus, die sich Lebensmittel, Hygieneartikel, neue Unterwäsche und neue Socken, warme Schuhe und Jacken holten. Eine Zahl die mich heute nicht sehr überrascht, und mich doch mitten ins Herz trifft.
Die Woche war bisher geprägt von tollen, großartigen Spenden von tollen Spendern/innen. An dieser Stelle eine tiefe Verneigung für die große Hilfe. Montag bei Efko, Hr. Grün spendete uns etwa 300 Aufstriche und Salate. Anonyme Spender spendeten am gleichen Tag 1 große Palette Kekse, am Dienstag ging es dann weiter mit 5000 Packungen Zuckerl, Servietten, Rasierschäume etc.. Aus Wien kommen morgen Freitag 8 Paletten Jour-Gebäck, die Spedition Transdanubia holt uns die Paletten gratis ab und stellt sie kostenlos ins Tiefkühllager. In Kürze kommt eine große Anzahl frisch produzierter Torten dazu, die wir ebenfalls gespendet bekommen. Wahnsinn, all dieser Spendenumfang. Vergelt’s Gott und vielen Dank!
Mittwoch war wie immer geprägt von Kühl- und Tiefkühllager, alles abholen und in unser Lager bringen, alles vorbereiten für Donnerstag. Heute Donnerstag wie immer, früh raus und ab ins Lager, Markus brachte mir gestern schon das Gemüse und Obst von Roman aus Sierning, der uns jede Woche mit vielen Spenden hilft. Auch hier ein herzliches Dankeschön für deine Hilfe. Markus fährt nach einem langen Arbeitstag jeden Dienstag und Mittwoch nach Sierning um für uns die Sachen abzuholen. DANKE Markus! Also heute früh alles ausladen, Robert ist heute nicht dabei vormittags, er hat einen anderen Termin. Also muss ich schauen alles irgendwie gestemmt zu bekommen, alleine! Nachdem ich alles Brot und Gebäck abgeholt habe und wieder im Lager war, kam Aida mit Spenden vorbei und half mir Brot und Gebäck zu sortieren. Zu Mittag kam dann Susanne mit 2 Helferinnen, die mir auch halfen alles zusammenzustellen, alles einzupacken und zu portionieren. Das Teewasser kochte schon und Maria kam heute aus ihrem Kur-Urlaub zurück. Sie ist wieder mit im Team. Welcome back! Als alle anderen dann um 14 Uhr auch im Lager waren, kamen von mir unüberlegte, überflüssige, dumme Aussagen, gegenüber meinem Team, das ich sehr bereue und mich auch mehrmals entschuldigte. Aus diesen dummen Aussagen von mir, wäre bald was noch viel Schlimmeres entstanden, auch hier möchte ich öffentlich noch einmal beim Team um ENTSCHULDIGUNG BITTEN! Es tut mir aufrichtig leid. Als wir dann um 15.20 Uhr Richtung Linz aufbrachen, war zwar am Himmel die Sonne, in meinem Herz und meinem Kopf zogen tiefdunkle Wolken auf, mein schlechtes Gewissen dem Team gegenüber.
15.30 Uhr Ankunft in Linz, etwa 25 Schützlinge warten schon, wie gesagt, 105 werden es heute werden. Alles abstellen, zurechtrücken und auspacken, aufstellen. Um 16.10 Uhr, Beginn der Ausgabe. Wie immer muss ich die 2 Meter Disziplin immer wieder einfordern, Masken rauf und keinen Alkohol bei unserem Bus. Jede Woche die gleichen Ansagen. Die Schlange wächst binnen ein paar Minuten auf eine Länge an, die wir nur selten haben. Und es kommen immer mehr, viele Unbekannte, viele Altbekannte, viele vertraute Gesichter, was heute anders ist, in den Augen vieler Schützlinge ist die große Angst vor weiteren Kürzungen, Einbußen, deutlich zu sehen. Immer wieder werde ich gebeten um Nächtigungsjetons, zum Schluss sind es heute pro Person nur mehr 2 Jetons, insgesamt verteilen wir heute 68 Jetons à € 4,-. Zur Kältewelle vor ein paar Wochen konnten wir noch 3 Jetons pro Person ausgeben, aber auch wir müssen gut vorbereitet sein, wenn Corona uns wie jetzt gerade, auch künftig noch viel mehr Menschen zum Bus schickt. Ich befürchte einen Megatrend Richtung Abwärts, viele können sich jetzt schon die Miete nicht mehr leisten, wie letzte Woche schon angemerkt, viele wurden schon delogiert und viele stehen kurz davor, und wissen nicht mehr weiter. Dank der Dame vom Magistrat kenne ich aber nun ein paar weitere Anlaufstellen, die jede/r nutzen kann. DANKE liebe Magistrats-Dame, dass Sie uns solch wertvolle Tipps gaben.
Sr. Lydia kommt vorbei, auf ein Schwätzchen, sie sucht auch für eine Mutter von 2 Kindern eine Wohnung, dringend! Auch hier werde ich versuchen etwas in Bewegung zu setzen, versprechen aber kann ich nichts, leider. Es wäre halt schon sehr dringend, hakt Sr. Lydia nochmal nach, und sie weiß, dass ich mein Bestes geben werde. Die Schlange wird und wird nicht kürzer, Eveline, der ich vor ein paar Tagen am Terminal den Trolley versprach kam heute und holte ihn ab, überglücklich. Herr S. von der ÖBB Immo, der uns diesen Platz mit Hr. R. ermöglicht, kam vorbei und wie immer ein kurzer Plausch und immer mit einem DANKE auf der Zunge. Wo wären wir, wenn wir von diesen beiden Herren der ÖBB diese Möglichkeit nicht bekommen hätten? Ich weiß es nicht. Noch bevor ich lange nach der Uhrzeit fragen konnte, hieß es zusammenräumen, 18.15 Uhr, poah, die Zeit verging im Flug. Alles schnellstens einräumen, ab ins Lager, alles ausräumen, einlagern, und dem Team sagen, BITTE UM ENTSCHULDIGUNG, Tränen und Zusprüche, und von mir große Dankbarkeit, dass meine Entschuldigung angenommen wurde. Der Verteil-Donnerstag endet an dieser Stelle für das Team, für mich wie immer erst viel später. Seit 3 Stunden sitze ich hier und schreibe den Bericht für Euch und bin tieftraurig, weil nicht abzusehen ist, wie weit Corona noch Opfer schürt, um die sich die Politik keinerlei Gedanken machen dürfte, wie sonst kann man in vielen Bereichen so handeln oder „argumentieren“ wie es die Politiker gerade tun. Unverständlich! Ich wünsche Euch jetzt eine gute Nacht, lieben Dank, dass ihr uns so treu bleibt und Woche für Woche „dabei“ seid. Vergelt’s Gott und Danke an alle Spender/innen, Gönner/innen, all unseren Wegbegleitern und auch an all unsere Neider, schön, dass es Euch gibt! Eine tiefe Verneigung und alles Gute. 🙂 ❤

20.2.2021 – Linz Tour zu unseren Schützlingen

Update 20.2.2021, 18Uhr: Nach einem langen Spendenannahmetag im Lager fuhren wir, Silvia Obermayr, Stefan Münzer und ich heute wieder viele HotSpots ab um unsere Schützlinge zu besuchen und Lebensmittel sowie Hygieneartikel, neue Schuhe und Jacken auszuteilen. Zuerst wie immer Ebelsberg, Thomas kam gerade aus der Stadt und räumte sein Zelt auf und freute sich, uns zu sehen. Weiter ging es dann auf den Freinberg in ein Abbruchhaus, zu Daniel und Stefan, die schon geschlafen haben. Ich nehme den leeren 50l Kanister mit, um ihnen in den nächsten Tagen wieder Wasser zum spülen für das trockengelegte WC zu bringen. Weiter geht es in die Tiefgarage nähe Promenade, wo tief unten 2 Obdachlose ein warmes, ruhiges Platzerl gefunden haben, wo sie nicht gestört werden. Michi nimmt gerne unsere Spenden an und bedankt sich gefühlte 20-Mal für die Lebensmittel, neue Unterwäsche, den tollen Rucksack und alles andere. Nächste Adresse ist A. im Wirt zur ew'gen Ruh', ich bringe ihr die gespendeten Kontaktlinsen für 6 Monate, von pr-optics.at (Hr. Ing. Philipp Reindl) aus Steyregg. Vielen herzlichen Dank für die tolle Spende. 🙂 Von A. geht es dann direkt zum Terminal, wo Andy und Gaby schon warten. Heißen Tee und großartige Krapfen hatten wir heute im Gepäck, und fast alles wurde ausgeteilt. Am Terminal stand hinter uns ein VW-Bus der Polizei, worauf ich hinging und fragte ob wir wegfahren müssen? Nein, macht Eure tolle Arbeit, kam es als Antwort. Dankeschön. 🙂 ❤ Bei der Zufahrt zum Terminal sahen wir jemanden am Boden liegen, aber etwa 10 Polizisten standen drumherum so dass ich nicht erkannte, wer es war. Der Herr Inspektor erzählte mir dann, dass es wohl Elvisa gewesen ist, die gestürzt ist und sich beide Knie verletzte. Sie wurde später mit der Rettung weggefahren. Wir gehen weiter in die nächste Tiefgarage, wo wir zwar massive Spuren der letzten Tage sahen, niemanden aber antrafen. Der ÖWD erzählte mir, dass gestern ein verletzter Obdachloser bewusstlos aus dieser Garage transportiert wurde. Wir fahren nochmal die Runde durchs Terminal und treffen einen alten Bekannten mit seiner Frau. Beide gezeichnet, beide optimistisch trotz ganz wenig Geld. Sie haben noch eine Wohnung, noch! Als ich ihr sagte sie dürfen am Donnerstag zu unserem Bus kommen und Lebensmittel holen, kam der Einwand, Zitat: "Ich kann die Sachen ja nicht tragen, habe eine Platte im Rücken eingesetzt bekommen und dürfte eigentlich gar nichts mehr tragen." Ich entgegenete ihr, "Dann kommst Du am Donnerrstag zu unserem Bus und Du bekommst einen Trolley, dann brauchst Du nichts tragen". Daraufhin begann sie zu weinen und wiederholte immer wieder den Satz zu ihrem Mann, Zitat: "Hast Du das gehört, mah de san sooo liab zu uns". Sie wird am Donnerstag einen tollen Trolley bekommen und dann keine Transportprobleme haben. Dann kam noch ein alter Bekannter, der uns 2020 schon belog, mit einem Auto vorgefahren und meinte er brauche auch was zum essen. Ich verneinte und sagte ihm ab, da er in einem etwa 5 Jahre alten Auto hier vorgefahren war und bestritt, dass es sein Auto wäre. Ich wollte mich erst gar nicht auf eine Diskussion einlassen, da ich ja letztes Jahr meine Erfahrungen mit ihm machte. Er beschimpfte mich dann noch, ich schenkte ihm aber kein Gehör mehr. Wenn jemand auf solch dreiste Art lügt, kann er mit unserer Hilfe auch nicht mehr rechnen, Sorry! Wir fuhren dann weiter Richtung Volksgarten, hier trafen wir Udo und seinen Freund, der kaputte Schuhe trägt. "Kann ich bitte Schuhe haben, in meine regnet es vorne hinein und hinten rinnt es wieder raus". Ja, freilich, wir gehen die Runde Volksgarten/Schillerpark fertig und dann bekommst Du Schuhe von uns. Gesagt - getan! Udo zog natürlich die Schuhe gleich an, und Krapfen mit heißem Tee war ebenfalls erwünscht, na also! Die Beiden bedankten sich ebenfalls des Öfteren und zogen nach einem Plausch in die Nacht. Für Udos Freund werde ich versuchen, einen Therapieplatz zu finden, er möchte weg vom Alkohol. Ich werde mein Bestes geben. Nach der Innenstadt geht's noch zu Florian, an die Donaulände, er schläft auch schon, wird aber munter und begrüßt uns, er brauche aber nichts. Somit fahren wir noch weiter in die Gegend um den Schlachthof, wo auch noch ein Obdachloser unter einer Brücke schläft, auch er brauche nichts, danke und gute Nacht. Na dann! Weiter noch 2-3 Adressen in der Industriezeile und zum Abschluss dann zum Pleschingersee, mittlerweile ist es 22.15 Uhr und auch am Pleschingersee nichts zu sehen außer Verliebte in Ihren Autos. Wir fahren Richtung Heimat, der Tag verlangt seinen Tribut und mein Fersensporn quält mich schon zunehmend, also machen wir für heute Schluss. Es war mir ein Vergnügen und, es tut einfach so gut, den Menschen zu helfen. Danke an all unsere Spender, dass wir das Woche für Woche tun dürfen. Vergelt's Gott und Danke! Danke auch unserem heutigen Team. Gute Nacht und Euch einen tollen, erholsamen Sonntag. 🙂 ❤

18.2.2021 – Neue Schicksale, neue Gesichter …

VERTEIL-DONNERSTAG 18.2.2021: NEUE SCHICKSALE, NEUE GESICHTER...
...viele neue Menschen auf dem Weg in die Armut bzw. Obdachlosigkeit. Woche für Woche sehen wir und stellen immer wieder fest, dass Menschen zu unserem Bus kommen, die finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen. Einige davon haben vor Tagen, manche schon vor Wochen ihren Termin für die Delogierung/Rückgabe der Wohnung bekommen. Vielen Menschen sitzt die nackte Angst im Gesicht und der Gerichtsvollzieher auf Schritt und Tritt im Nacken. Wenn vor Corona das Geld gerade so reichte für das Notwendigste im Leben, so ist es durch Corona um eine gewichtige Spur schlechter geworden. Viele wurden 2020 wegen Corona gekündigt, viele wurden mit Lohnkürzungen in die Kurzarbeit geschickt und deshalb wissen zurzeit viele nicht mehr weiter. Lösungen gibt es so gut wie keine und die Aussichten werden auch immer trüber. Teile der Gesellschaft, viele, viele Menschen haben keine Ahnung wie es weitergeht. Teilweise sind die Menschen mit 4-5 Mieten im Rückstand, mit den Betriebskosten schaut es nicht anders aus. Die Menschen sind in die Ecke gedrängt, mit dem Rücken zur Wand und wissen buchstäblich nicht mehr weiter. Zuschüsse, einmalige Sonderzahlungen, Förderungen, all das gibt es für Otto-Normalverbraucher nicht, auf die Menschen und ihre Angst, vergisst man total. Arbeiten wollen alle, nur, in Zeiten wie diesen gibt es fast keine neue Arbeitsstelle von der man auch halbwegs leben könnte. Die Firmen die keine Kurzarbeit oder keine Auftragseinbußen durch Corona haben, haben ihr fixes Personal und stocken jetzt auch nicht auf. Fast die gesamte Gastronomie steht seit Monaten still, den Menschen die eigentlich immer Opfer brachten indem sie Samstag und Sonntag gearbeitet haben, die schickt man in Kurzarbeit oder kündigt sie. Dass die Gastronomie zum Teil von Trinkgeldern lebt, die jetzt natürlich ausbleiben, ist auch eine Tatsache. Es gibt so viele Branchen denen es jetzt an den „Kragen“ geht, aber warum lässt man die Menschen in ihrer Existenzangst und in ihrer Verzweiflung alleine? Wie soll jemand, der/die seit 4-5 Monaten keine Miete inkl. Betriebskosten zahlen KANN, jemals noch auf die Beine kommen? Wie sollen die Menschen diesen Spagat je schaffen? Auch wenn jetzt hoffentlich Corona bald einmal der Vergangenheit angehört, die Leute, so sie einen Job finden, verdienen ja nicht so viel, dass sie all diese Schulden schultern könnten. Sie hatten vor Corona nicht viel, konnten nichts auf die hohe Kante legen, aber es reichte zum Leben, und jetzt wird die Ecke immer enger, in die diese Menschen getrieben werden. Wir sehen es ganz oft, wie verzweifelt die Menschen sind, es kommen jede Woche viele neue Menschen zu unserem Bus und ich fürchte, die Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Heute waren es 94 Menschen, die zu unserem Bus kamen, viele davon schämen sich, weil sie auf dem direkten Weg in die Armut sind und nicht mehr wissen, wie es weitergehen kann. Einige stehen kurz vor der Delogierung, manche sind schon delogiert und die Wenigsten können bei Freunden oder Familie unterkommen. Ab und zu kommen Eltern mit Kindern zu unserem Bus, die seit Tagen nichts gegessen haben und bedanken sich gefühlte 100-Mal bei uns. Natürlich liebe Leute, natürlich bekommen diese Menschen, denen es gerade richtig schlecht geht finanziell, von uns Lebensmittel, auch wenn sie (noch) nicht obdachlos sind, arm und vom Leben gebeutelt sind sie auf jeden Fall. 94 Menschen, die zur Monatsmitte zu unserem Bus kommen und sich Lebensmittel holen, erschreckend diese aktuelle Zahl. Und, glaubt mir liebe Spender/innen und Wegbegleiter, die Dunkelziffer ist höher, viel höher, denn diejenigen, die sich schämen ob ihrer Armut, kommen gar nicht oder nur sehr zaghaft zu unserem Bus. Wir geben unser Bestes, tun was wir immer machen, HELFEN! Aber die aktuelle Situation macht auch mir Angst, denn niemand sagt etwas, wie es für die Menschen in dieser Lage weitergeht. Corona ist das Eine, das Leben DURCH Corona, das Andere. Bitte liebe Leute, schaut hin, helft den Menschen, sie brauchen es wirklich dringendst. Dass wir keine 4-5 Monatsmieten inkl. Betriebskosten bezahlen können für eine Familie, ist leider so, dass würde unseren Rahmen sprengen, aber wir wollen niemanden hungern oder frieren lassen, wenngleich bei vielen schon Strom und Wasser abgedreht wurde und nur mehr das nackte Dach übern Kopf haben. Glaubt mir liebe Leute, echt schlimm wenn eine Frau, eine Familie vor dir steht mit Tränen in den Augen und um Hilfe bittet. Auch sie wollen wertschätzend behandelt werden, was wir ohnehin tun, aber in diese, unsere Wertschätzung mischt sich die Scham über die Armut der Betroffenen, ein widerlicher Gefühlszustand, sich für etwas schämen zu müssen, wofür man selbst nichts kann. 94 Menschen, die heute den Weg zu uns fanden, und wie viele kommen erst gar nicht zu uns? Deshalb fahre ich zurzeit fast jede Nacht aus und tauche in die Linzer Nacht ein, weil viele arme Menschen nachts unterwegs sind, die Mülleimer zu durchsuchen oder in die Container hinter den Geschäften klettern, obwohl es verboten ist, nur um etwas Essbares zu finden. Einige von den Menschen, die kurz vor der Delogierung stehen, holen sich auch Tipps von Obdachlosen, oder wandern teilweise mit ihnen durch die Nacht und lernen halt so auf schnellstem Wege die Möglichkeiten kennen, die es noch gibt, es sind nicht mehr viele, aber ein paar. Diese Woche begann mit einem Mail einer großen Firma, die wiederum große Firmen, ganze Ketten, mit Lebensmittel versorgen. Durch meinen Freund Christian Krainz, meldete sich eine Firma wo wir tolle Frischware bzw. Tiefkühlware gespendet bekommen. Am Montag bekam ich eine Mail mit all den Waren, die verteilt werden und heute, Donnerstag hat mir Hr. L. von Transdanubia schon gesagt, „deine Ware ist bei uns im Lager“. Klasse! Es ist einfach großartig, wenn wir von tollen Firmen Lebensmittel oder Spenden bekommen, die wir in all die Einrichtungen bringen können und diese auch jeden Donnerstag an unsere Schützlinge verteilen dürfen. Vergelt’s Gott an alle Unterstützer/innen, alle Firmen und alle Gönner/innen. Eine tiefe Verneigung vor EUCH! Der Dienstag war geprägt von Telefonaten, Mails und Terminen und am Abend mit der üblichen Linz Tour zu unseren Schützlingen, zu den Hotspots, zu den Obdachlosen die es nicht schaffen, am Donnerstag zu uns zu kommen. Die Tour begann wie immer um 18Uhr und endete um 22.30 Uhr. Sandra, die mich begleitete war sichtlich verwundert über die verschiedensten Schicksale, die Situationen der Obdachlosen, wenn sie wirklich in der Kälte schlafen müssen. Sandra wünschet sich diese Linz Tour, weil sie Thomas kennt und entfernt mit ihm verwandt ist. Beide waren froh, dass sie diese Möglichkeit des Treffens hatten. Der Mittwoch begann wie jede Woche im Kühllager und Tiefkühllager, dann bei uns im Lager noch viel Liegengebliebenes aufarbeiten, Postpakete öffnen und die Lebensmittel einlagern. Ein neues Kleiderwagerl für unseren Anhänger kam auch per Post, was ich dann gleich im Lager zusammenbaute, damit unsere Ingrid es heute Donnerstag gleich nutzen kann. Das alte Wagerl hatte ausgedient, war kaputtgegangen, deshalb das Neue. Mittwoch gleich noch Obst und Gemüse bei meinem Lieblings-Hofer in der Dauphine Straße bestellen, Karin nahm die Bestellung auf und sorgt dafür, dass wir es pünktlich bekommen. Klasse Service, wir haben bei diesem Hofer immer ein tolles Gefühl herzlich willkommen zu sein, was in anderen Filialen nicht immer so ist. Karin, Manuel, Martina und alle anderen, es sei hier einmal gesagt, DANKE für alles was Ihr für uns macht! Heute Donnerstag früh, wie erwähnt, die Bestellung beim Hofer abholen, ab Richtung Lager Ansfelden, wo Robert bald kommen wird. Markus hatte gestern Abend schon von Roman aus Sierning etwas Obst und Gemüse geholt und mir gebracht, alles jetzt aus dem Transporter ausladen und durchschauen. Alle Rollwagen aus dem Lager herausstellen, Kartonagen zerkleinern, die großen Kunststoffpaletten einladen und für die Fa. TAB im ASZ entsorgen und…und…und. Nachdem wir Brot und Gebäck holten kam auch unsere Verena ins Lager, um uns zu unterstützen bei der Durchsicht. Alles ging richtig Propper, eine gute Stimmung und die Vorfreude auf unseren Verteil-Donnerstag war deutlich zu spüren. Zu Mittag hatten wir schon +12,5° und Sonnenschein, um 15.16 Uhr Abfahrt nach Linz, heute zum 1. Mal dabei, Stefan, unser Neuzugang. Noch kurz ein paar Tipps und dann geht’s los. Ankunft in Linz, es warten schon etwa 20 Schützlinge, und unter diesen waren heute 3-4 Neue, die noch nie bei uns waren. Wir positionierten die Fahrzeuge, räumten alles aus und ich ging dann nach hinten um die 2 Meter Abstand einzufordern und denen, die Alkohol mitgebracht haben zu sagen, so NICHT! Beim Bus keinen Alkohol, wissen tun sie es ja alle, aber sie hoffen halt ich sehe es nicht. Ich weiß wie man tickt, wenn man eine Sucht in sich trägt, da ich ja auch trockener Säufer bin. Ich weiß was in dem Körper passiert, aber wir können und dürfen es nicht unterstützen, das geht gar nicht. Und bei unserem Bus gibt es halt absolut keinen Alkohol. Als wir alles ausgeräumt hatten, kam eine nette Bekannte mit einen riesen Topf voller Gummibärli vorbei: „Bitte austeilen“. Wird gemacht. Ich erinnere alle an die ffp2 Maskenpflicht und an die 2 Meter Abstand, manche grollen, manche murren, aber alle folgen. Robert teilt heißen Tee aus und die Besten Krapfen die wir je hatten, Beate macht heute Tiefkühlware, unsere Prinzessin Gerlinde teilt gemeinsam mit unserem Wiener Gast Fiona (Frühstück im Park), Brot und Gebäck aus. Verena macht Obst und Gemüse und Stefan kümmert sich um die Süßigkeiten und die Knabbereien. Ich achte auf ihn weil es wichtig ist, niemanden beim ersten Mal zu überfordern. Es geht ihm aber gut. Ingrid ist überglücklich mit ihrem neuen Wagerl, das Verena zu Mittag noch umräumte. Und unser Max, kümmert sich um alle Belange des Teams. Es läuft schleppend an, die Schlange wird immer länger und länger, und wie gesagt, einige neue Gesichter sind auch dabei. Unser Herr Ingenieur P. kam auch heute nach 2-Monatiger Pause wieder, wir waren alle erleichtert, da wir alle nicht wussten was mit ihm los war, wir wussten nur, dass er Risikopatient ist. Gottseidank ist er wieder da, und es geht ihm gut. In der Reihe gibt es Streit zwischen Daniel und einer neuen Frau die scheinbar in der Vergangenheit über uns schimpfte und nun selbst in der Reihe steht. Ich schlichtete den Streit und erklärte Daniel, dass es nicht wichtig ist was jemand voriges Jahr sagte oder glaubte, jede/r darf seine/ihre Meinung umstoßen und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Deshalb bitte aufhören zu streiten. Auch unsere Nächtigungsjetons gingen wieder weg wie die warmen Semmeln, heute gaben wir 70 (!) Jetons aus, damit unsere Schützlinge wenigstens 2-3 Nächte im warmen Zimmer haben. Die Krapfen waren heute früh aus, zu früh. Der Tee war ebenfalls sehr gefragt, trotz der Plus-Grade. Unser Vereinsmitglied Barbara schaute dann noch vorbei bei uns, sie hatte Sehnsucht, weil sie seit Längerem nicht dabei sein kann, wegen Home-Schooling ihrer 3 Kinder. Sie vermisse uns so und freut sich, uns zu sehen, danke liebe Barbara für den Besuch, wir freuten uns auch alle sehr. Später kam noch der Rebell von vor ein paar Wochen, der den Parkplatz gegen den Bus, sitzend verteidigte. „Ich“? „Ich war letzte Woche zum 1. Mal da, ich war das nicht, ich bin doch richtig froh, dass es Euch gibt“. NoNa, natürlich war er es der sitzen blieb, ich hatte den Eindruck er schämt sich dafür und deshalb die Ausrede: „Das war nicht ich, das muss jemand gewesen sein der so ausschaut wie ich“. Na gut, lassen wir es gut sein, ich weiß, dass er es war aber, wenn er sich nun normal aufführt, hab‘ ich kein Problem mehr mit ihm. Christian ruft mich über Daniel an, ob er auch Lebensmittel haben darf, er schafft es aber nicht zum Bus da er ein Sorgenkind daheim hat, eine frisch obdachlos gewordene Frau die er beherbergt. Daniel nimmt auch Christian und dieser Frau etwas mit. Langsam werden die Tage wieder länger und ich übersehe fast die Zeit, dass es schon kurz vor 18Uhr ist. Gottseidank wird es wieder heller und freundlicher, wenn wir zusammenräumen müssen. Im Nu ist alles verstaut, ab Richtung Lager, wie gewohnt alles wieder ausräumen und einlagern, kurze Umfrage wie es das Team heute fand? Eben auch hier die Rückmeldung, dass viele neue Gesichter kommen und die Armut bei denen die zu uns kommen, greifbar ist. Stefan fand es heute toll, er wird uns weiterhin unterstützen als aktives Mitglied. Der Tag heute ist gelaufen, ein arbeitsintensiver Freitag steht vor der Tür, Samstag wieder Spendenannahme und abends dann Linz Tour usw.. Also alles ausgebucht. Ich bedanke mich wieder bei all unseren Spendern/innen und Gönnern/innen, bei allen Weg Begleitern und all jenen, die in uns etwas sehen was wir Woche für Woche sind, Hilfe für viele Menschen. An alle Menschen die an uns glauben, ein Vergelt’s Gott und Danke. Der Abend wird noch etwas dauern, die Nacht wird wieder kurz, aber wir sind gesegnet, helfen zu dürfen, durch EURE Unterstützung. Ein großes DANKE auch an unser gesamtes TEAM, schön, dass ihr immer wieder so großartiges vollbringt wie heute. STOLZ bin ich auf Euch! Gute Nacht und alles liebe! 🙂 <3

13.2.2021: Linz Tour zu den Hotspots

LINZ TOUR SAMSTAG, 13.2.2021:

Nach einem langen Spendenannahmetag und einem anstrengenden Lager Tag, der von 7 Uhr früh bis 16 Uhr nachmittags dauerte, hieß es noch unser Not Paket mit allem drum und dran einzuladen, da wir um 18Uhr Richtung Linz fahren und die Hotspots abklappern. Um 17.40 Uhr heimgekommen, schnell umgezogen, warme Schuhe und dicke Socken, heißen Tee gemacht und dann draufgekommen, dass ich die Becher im Lager vergaß. Meine Nachbarn Walter Rosenthaler Roswitha Rosenthaler, die mich zuvor zum essen eingeladen hatten, halfen auch hier mit neuen Bechern aus. Um 18Uhr dann zur Metro-Tankstelle, Silvia Brandstätter und Karin Thalhammer abholen, und ab geht es Richtung Ebelsberg. Dort lebt unter einer Brücke immer noch Thomas. Christian, sein Bruder sitzt derzeit in Haft, noch etwa 1,5 Monate. Thomas ist schwer krank und fristet sein Dasein nun alleine in weiter Natur. Die vergangenen Wochen und Monate setzten ihm stark zu, aber er freute sich sehr, uns zu sehen. Wir hatten haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel sowie lange Thermo-Unterwäsche und neue Socken dabei. Heißen Tee gab es natürlich auch für Thomas. Anschließend fuhren wir zu A., die in ihrer Wohnung ist und alles herrichtet, um es gemütlich zu machen. Viele, viele Spender gaben uns etwas mit für A., was wir gestern gleich vorbeibrachten. Dann ging es weiter zum Terminal, wo Gaby, Andy, Renate, Francesco und Elke auf den Bänken sitzen und...frieren. Gaby war unsere Haltestation, da sie vor ein paar Wochen alles verloren hat, braucht sie nun wieder ein paar Sachen. Zu trinken, zu essen und verschiedene Dinge wie dicke Winterjacke, Thermo-Leggins, Socken, Unterwäsche usw., Andy, unser neuer Obdachloser von dem ich Euch am Donnerstag schon berichtete, schläft 3 Bänke neben Gaby und kann seine Situation immer noch nicht fassen, wie schnell es gehen kann dass man in so eine Situation kommt. Andy braucht eine dicke, warme Winterjacke mit einem Bodywarmer drunter, neue, warme Winterschuhe, und etwas zum essen und trinken. Andy ist uns ans Herz gewachsen und wir wollen ihm helfen, wieder auf die Beine zu kommen, Andy hat alle Kranscheine, Staplerscheine und ist eigentlich gelernter Maurer. Wir gehen am Terminal eine Runde und fragen alle, ob jemand etwas braucht. Der bekannte Herr der früher am Barbarafriedhof schlief und danach beim Lentos seine Zelte aufschlug, ist nun auch am Terminal, ich fragte ob er was braucht, er dürfte erschreckt sein weil er wie ein wilder aufstand und laut schimpfend uns verfolgte, weiter zu Elke und Renate, die Beide nichts brauchen, aber die Kälte tief in sich tragen, das sieht man schon von Weitem. Als wir zurück zum Bus kamen, war der Opa von Francesco beim Bus, der seit etwa 1 Jahr dort schläft, und nichts von den Eltern, die ihn ab und zu besuchen, und auch nichts von seinem Opa wissen will. Francesco nimmt keine Spenden an, er lässt sich nicht helfen und trotzt seiner Familie. Auf die Bitte seines Opas nach einer warmen Winterjacke hat Karin natürlich gleich eine rausgesucht und dem Opa mitgegeben. Bei der Haltstelle trafen wir dann noch Pascal, ein junger Salzburger Obdachloser, der immer lächelnd und zufrieden antwortet. Ein toller Mensch den auch aus heiterem Himmel traf. Er erzählte uns von Obdachlosen in einen Abbruchhaus über Linz. Vom Terminal, wo es für jede/n heißen Tee und Lebensmittel sowie warme Kleidung und Schlafsäcke gab, ging es weiter zum Volksgarten, zum Schillerpark und dann zur vereinbarten Adresse von Pascal. Er lotste uns da hin. Im Haus selber trafen wir Daniel, Heidi und Stefan (der mit dem Hund). In dem früheren Wohnzimmer dieses Abbruchhauses sah man die Spuren der letzten Tage, aber wenigstens geschützt vor der Kälte. Ich versprach Holz zu besorgen, um den offenen Kamin im Wohnzimmer füttern zu können. Die Drei gingen mit zum Bus und wir gaben ihnen Lebensmittel, einen Schlafsack und div. andere Sachen wie Schokolade. Ein Blick aus dem Wohnzimmer und man sah Linz aus einer Perspektive, die ich noch nie sah, Wahnsinn! Wir verabschiedeten uns wieder und fuhren zu Florian beim Brucknerhaus. Er fristet ein Dasein unter vielen, vielen Decken und Planen, und kommt vor Schmerzen fast nicht auf. Ich bitte ihn mit zum Bus zu kommen, er bekommt Socken, Trainingshose und andere Sachen. Humpelnd folgte er uns und lehnte die meisten unserer Angebote über Lebensmittel, warmer Winterschuhe, Winterjacke u.a. dankend ab. "Danke nein". Wir geben Florian was er haben mag und fahren weiter Richtung Hafenstraße, in einer kleinen Nebengasse sind ebenfalls Abbruchhäuser, wo sich Franziska aufhält. Doch an der Adresse ist ein neues Schloss was mich um kurz vor 22 Uhr, Sr. Martha anrufen ließ. Sr. Martha und Sr. Lydia kümmern sich intensiv um Franziska, versorgen sie mit dem Nötigsten, ich wollte heute Franziska besuchen um den Kontakt nicht zu verlieren. Aber Sr. Martha meinte nur, dass Franziska auch hier an dieser Adresse schon wieder drauf und dran wäre, alles kaputtzumachen, dass sie hier überwintern darf. Leider hat Franziska manchmal eine Art, mit der viele Menschen nicht umgehen können und wollen, auch ich habe oft Probleme mit ihr. Silvia, Karin und ich beschließen, noch zum Fernheizwerk zu fahren um nachzuschauen, und abschließend noch zum Pleschingersee. An beiden Plätzen fanden wir niemanden und fuhren um 22.45 Uhr Richtung Lager, um alles wieder im warmen einzulagern. Um etwa 23 Uhr setzte ich Karin und Silvia wieder bei der Metro ab und der Tag, ein langer Tag, war gelaufen. Danke auch an dieser Stelle dass wir diese Tour fahren dürfen und Spenden an die Menschen verteilen können. Vergelt's Gott und Danke! 🙂 ❤

12.2.2021 – Spendenlieferung ins Frauenhaus Wels

Freitag, 12.2.2021: Spendenlieferung ins Frauenhaus Wels. Wir hatten eine Mikrowelle, 2 neue Wasserkocher, viele, viele haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Waschpulver, Reinigungsmittel, Toilettenpapier, Küchenrollen und neue Unterwäsche und Socken dabei. Lieben Dank all unseren Spendern/innen dass wir auch diese Spenden ins Frauenhaus Wels bringen durften. Vergelt's Gott 🙂 ❤

11.2.2021 – Wo beginne ich und wo hör ich auf?

Eine „erlebnisreiche, furchterregende Woche“, mit vielen Drohungen und noch mehr Beschimpfungen mündete heute in unseren Verteil-Donnerstag. Erst diesen Montag, als wir die Spenden nach Salzburg brachten, wurde ich ebenfalls per privater Nachrichten zurechtgewiesen, Zitat: „Was haben SOS-Kinderheime mit Obdachlose zu tun? Die Fratzen brauchen keine Süßigkeiten, sondern ein paar hinter die Ohren“. Bumm, ich war sowas von sprachlos, dass jemand so etwas überhaupt denken, geschweige denn schreiben könnte. Und ein paar Minuten später beschimpfte mich auch in einer persönlichen Nachricht noch jemand, weil die Spendenlieferung in die Salzburger Wärmestube so umfangreich war. „Das Gesindel soll einmal arbeiten gehen, dieses faule Pack. Diese Menge an Spenden für jemand nicht lebensfähigen herzugeben, ist unterirdisch, da könnte man das alles auch gleich in den Müll werfen.“ Leute, ich verstehe die Welt nicht mehr, was ist denn in dieser so schönen Welt in letzter Zeit passiert, dass Menschen so reagieren und solche Dinge von sich geben? Ich will und kann es nicht verstehen, Sorry! Diese Woche war nur der Gipfel einer Wintersaison 2020/2021, die geprägt war von ganz viel Arbeit, von zum Teil nicht zu beherrschbaren Problemen, von Corona und seinen Auswirkungen und von in die Enge getriebenen Menschen die nicht mehr weiterwissen. Meine Kraft und meine Geduld gegenüber solchen Menschen, die mich immer wieder beschimpfen, bedrohen und dann vor meiner Tür stehen und diese eintreten wollen, ist zu ENDE!
Ich habe das Gefühl, Euch diese, meine Meinung und meine Ratlosigkeit schuldig zu sein. Ich werde die nächsten Tage und Wochen hart mit mir selber ins Gericht gehen und ausloten, was ich künftig noch kann und was nicht mehr. Das Team stand diese Woche versammelt hinter mir und machte mir Mut und redete mir gut zu, Danke dafür!
Diese Woche, wie schon gesagt, begann arbeitsreich am letzten Montag mit den Spendenlieferungen nach Salzburg, in 2 Einrichtungen und anschließend noch ins SOS Kinderdorf nach Altmünster. Die Spenden kamen wie immer großartig an in Salzburg, die Freude war groß in beiden Einrichtungen. Wir, unser Team vom Montag hatten eine gute Stimmung und eine große Freude, weil die Spenden wirklich so dankbar angenommen wurden, dass es richtig tief reinging. Auch im SOS-Kinderheim Altmünster wurden wir herzlichst bedankt wieder verabschiedet. Ein großes Gefühl für die Seele und für unser Herz. Der Montag war dann bald gelaufen, der Dienstag begann mit SMS von Ch. und Behauptungen seinerseits, die einfach nur Haarsträubend waren. Deshalb blockierte ich ihn und widmete mich dem geplanten Tagesprogramm. Um 9Uhr früh, Termin Spendenübergabe mit Hr. Dr. Haimbuchner, Hr. Grad (Eigentümer) und Hr. Lehner (Geschäftsführer) in der Firma Transdanubia, 1 Palette Pizzabrötchen wurde uns von der FPÖ Oberösterreich gespendet. Fototermin und dann weiter zu Gesprächen, zu Planungen und zur Orientierung. Der Tag war eigentlich ein guter, sieht man von den SMS ab. Der Mittwoch, wie üblich, Tiefkühllager, Kühllager, unser Lager in Ansfelden, alles herrichten, fehlendes noch organisieren und dann ab, nach Hause. Diese Woche kostete schon sehr viel Kraft, darum Couching am Nachmittag. Trotzdem holte ich heute früh schon Obst und Gemüse vom Hofer, und dann ab ins Lager. -7° in Ansfelden, Robert kommt um 9.30 Uhr, wir fahren nach der Aussprache vom Dienstag, wieder nach Haid und holen Brot und Gebäck. Danach kontrollieren und und und (eh schon wissen, jede Woche der gleiche Ablauf). Zu Mittag dann wie üblich alles herrichten zum Einladen, heute lief es jedoch nicht so rund und wir waren verspätet, nicht zuletzt wegen meiner Müdigkeit. So kam es dann, dass wir heute erst um 15.25 Uhr in Ansfelden losfuhren, wo wir normalerweise schon lange in Linz alles aufbauen. Bei Ankunft warten wieder etwa 20 Schützlinge auf uns, manche sitzend und manche fröstelnd. Der Wind machte die Minusgrade dann nochmal eine Spur kälter…unerträglicher. Bald schon kroch die eisige Kälte in alle Poren, in alle Taschen und in alle Socken und Handschuhe. Auch in den Handschuhen war fast kein Erwärmen möglich, einfach bitterkalt. Und bei diesen 7-8 Minusgraden müssen Menschen auf der Straße schlafen. Wahnsinn! Wir gaben wieder Krapfen und heißen Tee an unsere Schützlinge aus, damit die Wartezeit nicht allzu lange dauert und sie sich aufwärmen können, zumindest ein wenig. Um 16.10 Uhr beginnen wir mit Monika, die jede Woche die Erste ist in der Schlange, dahinter Harry usw., und Stefan ist auch da, mit seinem Hund der mich gebissen hat. Der Hund scheint sich nicht daran zu erinnern, ich schon! Etwa in der Mitte der Schlange steht ein neuer Obdachloser, Andy, er ist seit 3 Tagen am Bahnhof, ist eigentlich Kranfahrer, Staplerfahrer, Entwicklungshelfer und vieles andere, als er vor 3 Tagen aus der USA zurückkam, durfte er nicht mehr in sein Haus, die Frau reichte die Scheidung ein und tauschte das Schloss aus. Er war in der USA erkrankt und vom öst. Arbeitgeber gekündigt worden. Seine 3. Nacht am Bahnhof war niederschmetternd, weil ihm jemand den Rucksack mit dem Geld und den Papieren im Schlaf gestohlen hatte, alles weg. Seine Tränen tropfen in den heißen Tee den ich ihm gebracht habe. Er hat Hunger und er friert so bitter, sagte er, worauf ich gleich zu unserer Ingrid startete und für Andy Schlafsack, Isomatte, warme Winterschuhe und warme Unterwäsche reservierte. Mit tränenerstickter Stimme beschwor mich Andy immer wieder, ich komme da raus, ich schaffe das, aber dass ihr mir jetzt helft, ist ein Wahnsinn, das vergesse ich Euch niemals. Es kommen Zeiten da wird es mir wieder bessergehen, dann, ja dann, revanchiere ich mich bei Euch. Niemand braucht sich revanchieren, niemand, wenn wir helfen können ist das für uns das Wichtigste, deshalb machen wir ja unsere Aktion. Andy bedankt sich gefühlte 20-Mal, ehe er dann mit neuen, warmen Schuhen und einem winterfesten Schlafsack unterm Arm Richtung Bahnhof ging. Ich werde ihn morgen oder übermorgen abends an seinem Schlafplatz besuchen und ihm Mut zusprechen. Keine 5 Minuten später kam eine quirlige Frau: „Kann man hier spenden? Kann man hier mithelfen? Wie kann man Euch helfen? Tolle Aktion!“ Ich gab der Frau unseren Flyer und verwies sie an unseren Samstag im Lager, da haben wir mehr Zeit zum Reden und es ist ruhiger. Stefan, ein Helfer aus Trauner Zeiten, steht plötzlich neben mir und drückt mir €20,- Mitgliedsbeitrag und €20,- für unser Lager in die Hand, Vergelt’s Gott. Unser Team ist schon richtig durchgefroren und fast schon steif, als ich um 17.30 Uhr schnellstens die Autoschlüssel von Beate und Brigitte einsammle und zu deren Auto laufe, weil schon eine Gis-Dame den Zettel schrieb. Von weitem schrie ich: „BITTE BITTE, ich komme schon und zahle ein“, die Dame ließ es bei einer Verwarnung, und unsere Ladies gingen straffrei aus. Ein anderer Andy kam mit einem großen Spielzeugauto an und ging Sprüche klopfend, wie es seine Art ist, durch die Reihe und mischte unsere Damen vermeintlich auf, so sah es leider NUR Andy. Immer einen Spruch parat und ja nichts anmerken lassen, warum man beim Bus steht, ist seine Devise. Um 18.10 Uhr war dann auch der Letzte heute mit allem wichtigen versorgt und wir räumten im Eilzugstempo zusammen, die Zehen waren beim gesamten Team schon in Mitleidenschaft gezogen, egal ob Markenschuhe oder Billigs Dorfer-Schuhe, allen war eisig kalt. Im Lager dann alles gemeinsam und schnell ausladen, einlagern, säubern und auswischen, reinigen und heute schon die Spendenlieferung für Morgen Freitag, in den Bus einladen. Alles ging richtig flott und klasse, mich fröstelt es immer noch, nicht wegen der Kälte heute, sondern weil das von Gestern nicht in meinen Kopf rein will. Ich sitze da, höre heute weder Musik noch sonst was, habe den Fokus auf meinen Bericht hier und weiß nicht, ob es richtig ist, Euch das alles zu offenbaren, jedenfalls bin ich Euch eine Vorab-Erklärung aller künftigen, möglichen Konsequenzen schuldig. Tief in mir bin ich einfach traurig, weil ein paar Menschen diese, unsere Aktion kaputt gemacht haben. Es tut mir leid, liebe Wegbegleiter, aus tiefstem Herzen leid. So geht nun langsam eine Woche zu Ende, die ich am liebsten aus meinem Leben streichen würde. Gute Nacht und, schön, dass es Euch gibt. Danke allen Spendern/innen und DANKE an unser tolles Team! 🙂 ❤
Foto-Credit: © by
 
Sebastian Scherb