21.1.2021 – Die tote Taube fliegt nicht mehr!

DONNERSTAG 21.1.2021:
Diese Woche beginnt turbulent, der eigentlich geplante Urlaub fällt wieder ins Wasser, buchstäblich. Viel Schnee und noch mehr Chaos war zum Wochenbeginn auf den Straßen zu finden, oft Glück gehabt, dass nichts Gröberes passiert ist. Montag diverse Abholungen machen, St. Valentin, Wels, Kirchdorf usw., abends ist ein Treffen unseres Teams im Lager geplant, um all den neuen Mitgliedern unseren Verein und unsere Aktion näher zu bringen und zu erklären. Viele Dinge bleiben ja normal im Verborgenen, die ich alleine mache und sonst niemand sieht. So wie auch viele Aktivitäten abseits von allen Postings. Die Aktionen und Fahrten die wir auf Facebook und der Homepage veröffentlichen, machen ja nicht einmal 20% aus. Die meiste Arbeit liebe Leute, geht spurlos an Euch vorüber. Egal ob das nun diverse Einholungen, viele Termine mit Spendern oder Interessenten sind, oder die (fast) täglichen Fahrten abends nach Linz um nachzuschauen, ob eh alles in Ordnung ist und jede/r gut versorgt ist. All die Arbeiten den ganzen Tag über wollten unsere neuen Mitglieder wissen, wollten erfahren wie unsere Aktion im Detail abläuft und auf was wir besonderes Augenmerk legen müssen. Teilweise entstand eine kontroverse Diskussion aber ich denke ich konnte alle Fragen beantworten. Um 19 Uhr war dann das Treffen (natürlich mit dem gebotenen Abstand) zu Ende. Der Dienstag begann eigentlich ruhig, hatte endlich einmal ein bisschen länger schlafen können, morgens stand kein Termin im Planer. Zu Mittag kam dann (wie in einem anderen Posting bereits veröffentlicht) ein Hilferuf aus Hallein, von A.. Wir konnten sie tatsächlich von Hallein nach Linz holen und dank Dieter Nöbauer in einem warmen Zimmer unterbringen. Viele weitere Schritte warten nun, abgearbeitet zu werden, Hauptwohnsitz, AMS und…und…und, Hauptsache wir konnten die Obdachlosigkeit von A. verhindern. Abends ging es dann mit Beate und Silvia auf die Linz-Tour, wo wir die Hotspots mit unserem Not Paket abfahren und nach unseren Schützlingen schauen, ob etwas fehlt. Nachdem ich A. beim „Wirt zur ew’gen Ruh‘“ abgeliefert habe, fahren wir unsere Tour weiter nachdem wir schon bei Thomas, Christian und Steffen zu Besuch waren und hier Lebensmittel und Hygieneartikel mitgenommen haben. Als ich zurückkam zum Bahnhof um die wartende Beate abzuholen, fuhren wir nur die paar Meter ins Terminal zu Gaby und allen anderen. Eine große Runde am Terminal zu Fuß um mit jeder/jedem ein paar Worte wechseln zu können. Nach dem Terminal geht’s in den Schillerpark und unter eine neue Autobahnbrücke, um dort Menschen die auf der Straße leben, zu versorgen. Ein paar Worte mit Franziska gewechselt und ihr deutlich gemacht, dass sie jederzeit am Donnerstag zu unserem Bus kommen kann, wir sie aber nicht mehr exklusiv versorgen, d.h. dass wir ihr die benötigten Sachen nicht mehr nachbringen, sondern sie den Weg zu unserem Bus suchen muss. Abschließend waren wir noch im Hafengebiet unterwegs, fanden aber auch dort niemanden mehr, durchgefroren fuhren wir zurück ins Lager und brachten alles wieder ins Lager. Der Mittwoch war dann geprägt von vielen Spendenabholungen, in Haid, Wels, Pasching, Linz usw., zu Mittag half mir dann Verena bei all den kräfteraubenden Arbeiten. Und zum Abschluss dieses Mittwochs fuhren wir noch zu A. um einiges zu erfahren und abzugleichen, was in Zukunft möglich ist, was A. arbeiten möchte, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Es war ein gutes Gespräch, aber schon sehr voller Traurigkeit bei A., ihre 3 Kinder fehlen ihr so sehr. Dann nochmal kurz nach Ansfelden fahren, Verena hat dort ihr Auto stehen. Zwischendurch ein Anruf: „Können Sie 8 Paletten Krapfen brauchen?“, poah, 8 Paletten, ja, können wir gut gebrauchen. Ein 2. Anruf einer anderen Firma bietet uns 23 Paletten Germknödel an – uiuiui, 23 Paletten, Wahnsinn! Der nächste Anruf kommt direkt aus dem Brucknerhaus in Linz: „Bei uns unterm Baum schläft schon lange Zeit ein Obdachloser, dem hat man nun Decken und Schlafsack gestohlen“, klar und ohne Frage, dass unsere Silvia ins Lager kommt, die Dinge abholt und losfährt nach Linz zum Brucknerhaus und dort die Sachen abgibt. Ich merke wie mir der Tag in den Gliedern sitzt, wie müde ich bin und kraftlos. Der Abend schenkt mir 2 Stunden Schlaf auf der Couch, ehe ich wieder am PC weiterarbeite bis 3 Uhr früh. Donnerstag früh, 9 Uhr Abfahrt ins Lager um alle Vorbereitungen für den heutigen Verteil-Donnerstag abzuschließen. TK-Lager war ja Mittwoch schon abgeholt worden. Ulli und Robert helfen bei den Kontrollen der Lebensmittel die wir aus Haid holten. Alles läuft wie geschmiert, es geht voran. Maria kommt heute nicht, drum kümmern sich Barbara und Verena um Leberkäse, Käse und Wurst, alles portionieren und einpacken, Tee kochen und die Kühlboxen befüllen. Um 13.45 Uhr beginnen wir mit Transporter beladen, geht alles richtig gut von der Hand. Um 15.15 Uhr Abfahrt nach Linz, bei 0° und grauem Himmel, wo doch für heute Sonne prognostiziert war, schade, Sonne wäre für die Seele gut. Als wir in Linz ankommen, warten schon 23 Schützlinge auf uns. A. hat auch grade angerufen und wird sich ein paar Sachen holen, sie hat ja fast nichts mitnehmen können aus Hallein. Als wir den Transporter und den Anhänger abstellen, kommt auch unser Taubenmörder Stefan, dem ich letzte Woche schon sagte: „so nicht“, heute provoziert er mit einem Doppelliter Wein, an dem er nuckelt und den er demonstrativ neben seinen Rucksack stellt. Jetzt ist Schluss mit lustig, Ich streite nicht mehr mit ihm. Ich mag auch heute nicht mehr reden mit ihm. Hr. S. von den Lions Biophilia besucht uns heute und möchte sich unsere Aktion aus der Nähe anschauen, er ist sichtlich beeindruckt und von hinten stänkert dauernd Stefan, dem ich kein Gehör mehr schenke, weil er immer aggressiver wird. Als Hr. S. sich verabschiedet sagte ich Stefan noch einmal, dass er aufgrund seines Verhaltens heute und die nächste Woche bei uns nichts bekommt, keine Lebensmittel, keine Jetons und kein „Ich habe dich gern Lächeln“ ernten wird. Sein Verhalten könnte auch zur Folge haben, dass wir hier einen Platzverweis bekommen und dann all unsere Schützlinge dastehen und nichts mehr bekommen, nur, weil ein Herr Stefan nicht weiß wie man sich benimmt. DAS KANN ES NICHT SEIN! Unter laut schimpfendem Protest verlässt er unseren Verteilplatz, nicht ohne mir nochmal mit seinem Finger zu zeigen, was er grade von mir hält. Momente später kommt Sr. Lydia, weil sie für ihren Schützling Christian dringend einen Pullover in L braucht. Noch ein paar Worte mit Sr. Lydia und dann ruft man mich schon wieder an beiden Enden unserer Fahrzeuge. A. ist hier und holt sich Socken, Winterschuhe, Hausschuhe, Winterjacke – passt leider nicht, und sie nimmt sich Lebensmittel mit, Dieter stellte ihr ja einen Kühlschrank ins Zimmer, Wasserkocher und Mikrowelle folgen bald. Fürs Erste kann sich A. was zum Essen machen und sich versorgen, zusätzlich bekommt sie auch warme Mahlzeiten von Dieter, einfach großartig! Eine Spenderin bringt uns € 20,- Geldspende und Lebensmittel vorbei, recht lieben Dank dafür. Die Schlange wird nicht kürzer, es dunkelt langsam ab und die Schlange ist immer noch gleich lang wie zu Beginn, am Ende sind es heute 95 (!) Schützlinge die heute zu unserem Bus kommen und sich Lebensmittel, Hygieneartikel, Schlafsäcke und Isomatten, Winterjacken und Schuhe holen. 95 Menschen die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind und teilweise alles, sogar ihre Familie verloren haben und jetzt ein Dasein auf der Straße fristen. Oh du „reiches“ Österreich, wie arm Du doch in Wirklichkeit bist, überhaupt Menschen auf der Straße schlafen zu lassen. Unser ach so dichtes, soziales Netz, das in vielen Fällen erst gar nicht aufgespannt wird, das viele Menschen nicht auffängt, viele Menschen nicht leben, sondern vegetieren lässt. Mit den Themen Armut oder Obdachlosigkeit kann man halt keinerlei neue Wählerschichten dazugewinnen, ganz schlimm, wenn Politiker sich von diesen Themen nicht angesprochen fühlen. Sie sind ja gewählt um FÜR die Menschen Politik zu machen, leider merkt man von diesem Auftrag nicht mehr viel. Der Verteil-Donnerstag geht langsam aber sicher so um 18.45 Uhr, 45 Minuten später als geplant, zu Ende. Unsere 16 Liter heißen Tee brachten wir nicht ganz an den Mann…die Frau, unser Obst und Gemüse wurde gänzlich geplündert und heute gaben wir wieder 60 Nächtigungsjetons an unsere Schützlinge aus, um ihnen wenigstens ein paar warme Nächte in der Notschlafstelle zu gönnen. Als wir beginnen aufzuräumen merke ich, wie tief der Winter mir schon im Nacken sitzt, dem ganzen Team ist jetzt schon kalt, wir beeilen uns und fahren dann im Schnelltempo nach Ansfelden, auszuladen und einzulagern. Das anschließende Resümee unseres heutigen Teams war durchwachsen, aber fast alle Aussagen waren positiv. Wir werden uns auch weiterhin bemühen unseren „Auftrag“ in die Stadt hinauszuschreien, alle Bemühungen auf uns zu nehmen und weitermachen, so lange es irgendwie geht. Das versprechen wir Euch! Vielen herzlichen Dank an unser gesamtes Team heute und eine tiefe Verneigung an unsere Spender/innen, das wir auch heute wieder den Menschen dienen durften. Vergelt’s Gott und habt großen Dank! Für mich geht’s noch ein wenig weiter hier am PC, wie jede Woche, Euch wünsche ich eine gesegnete Nacht und alles liebe! 🙂 ❤ Danke, dass es EUCH gibt. ❤

14.1.2021 – Eine tote Taube und die Konsequenz!

DONNERSTAG 14.1.2021:

Die letzten Tage, die letzten Wochen waren stressig, anstrengend, grenzwertig ABER auch auf eine bestimmte Art einfach wunderbar. Wunderbar deshalb, weil wir sehr viel Zustimmung, ganz viel moralische Unterstützung und enormen Zuspruch von Euch bekamen. Wir machen unsere Aktion, und da spreche ich wirklich vom GESAMTEN TEAM, weil es UNS ALLEN eine wirkliche Herzensangelegenheit ist, die ärmsten Menschen am Rande der Gesellschaft mit dem Nötigsten versorgt zu wissen. Arme Menschen, Obdach- oder Wohnungslose, die nicht immer, oder viel zu wenig oft auf die Butterseite des Lebens gefallen sind, diesen Menschen haben wir uns verschrieben. Unsere Verteil-Donnerstage sind gute Möglichkeiten für Menschen, die unsere Aktion einmal aus der Nähe kennenlernen möchten und einmal dabei sein möchten, sie können sich selbst ein Bild von unserer Arbeit machen, von unserer Wertschätzung, von unserem „Auftritt“ unseren Schützlingen gegenüber. Jeder kann sehen wer die Spenden bekommt, wem wir helfen und wem wir z.B. nicht helfen dürfen oder können. Viele Emotionen werden hier wach gerüttelt für jene Menschen die einmal dabei sind, und deren Resümees sind für uns wichtig, weil wir immer noch lernen können und vieles vielleicht nicht mehr sehen oder falsch sehen oder einfach nur irritiert sind, also sind diese Menschen die einmalig dabei sind, immer auch ein großartiger Spiegel für uns und unsere Arbeit. Wir hatten viele, viele großartige Menschen dabei an unseren Donnerstagen, ich denke gerne an jede einzelne Begegnung zurück, weil wir in der Vergangenheit auch schon erkennen konnten, dass unsere Aktion wichtig und richtig ist und leider gibt es zu viele Menschen, die unsere Hilfe dringend benötigen. Wir wissen nicht was das noch relativ neue Jahr bringen wird, ich weiß auch nicht wie lange ich diese Anstrengungen noch bringen kann, das Jahr 2020 zeigte mir die körperlichen Grenzen auf indem ich zwei Mal K.O. ging. Ich werde nicht gesünder und hab keine Ahnung wie viel Zeit mir bleibt, für unsere Schützlinge da zu sein. Ich hoffe noch ganz, ganz viel, kann aber nichts versprechen. Ich möchte keine einzige Minute missen, wo wir an den Donnerstagen bei strömenden Regen, bei Schneechaos, bei eisigen Minus 6° oder bei unerträglichen 40° in der Sonne dahingeschmolzen sind. Bei JEDEM Wetter standen wir an den Donnerstagen in den letzten Jahren. Seit 15.8.2018 machen wir nun diese Donnerstage mit den Spendenverteilungen an unsere Schützlinge, und dass mit viel Engagement, mit ganz viel Herzblut, mit noch mehr Liebe und dazu dem größten Segen, direkt vom Herrn. Der uns jede Woche zeigt, was er von unserer Aktion hält indem er viele, viele normal fest verschlossene Türen zu Gönnern und Spendern öffnet, die auf uns aufmerksam wurden und uns unterstützen möchten. Das ist ein ganz großes Geschenk und auch eine große Verantwortung, der wir jede Woche gerecht werden möchten. Wir bemühen uns Woche für Woche, Tag für Tag für ein besseres Leben für unsere Menschen, die irgendwo im Leben einfach nur die falsche Richtung erwischten und falsch abgebogen sind. Und glaubt mir liebe Leute, DAS kann wirklich JEDER/JEDEM passieren, wirklich allen. Zum Absturz braucht es nicht wirklich viel, 2…3 Dinge die im Leben schieflaufen, Krankheit, Scheidung, Insolvenz usw., hinter dir bricht vielleicht wegen Schulden der Freundeskreis oder die Familie als „Helfer“ weg und schon beginnt der Abstieg, und glaubt mir, der geht ganz, ganz schnell. Viele blitzgescheite Menschen, Doktoren, Ingenieure, Magistra haben wir unter unseren Schützlingen, die alleine keinen Fuß mehr ins Leben bekommen. Dieser Strudel nach unten tut nicht nur dem Betroffenen weh, es tut auch sehr weh, diesen Abstieg mitanschauen zu müssen ohne wirklich helfen zu können. Wir sind keine Psychologen, keine Sozialarbeiter, wir sind einfache Menschen mit dem Herz am rechten Fleck, die das Leben da draußen auf der Straße ein klein wenig besser und leichter machen wollen, dank EURER Hilfe dürfen wir das auch tun. Manchmal würden auch Teile unseres Teams Hilfe brauchen, wenn wir von Schicksalen erfahren, die einfach unerträglich sind und einfach nicht hinzunehmen sind. Daran sind schon 2 Helferinnen zerbrochen, weil sie die Schicksale nicht verarbeiten konnten. Auch das zu erkennen und gegenzusteuern ist meine Aufgabe als Obmann unseres Vereins. Alle neuen Mitglieder auf das vorzubereiten was an einem Donnerstag passiert oder geschehen kann, alle Möglichkeiten aufzeigen und alle Eventualitäten in einen engen Rahmen aufzählen, wir werfen niemanden ins kalte Wasser, wir wollen das all unsere Team Mitglieder gute Erfahrungen machen, egal an welchen Tagen oder an welchen Orten, ob bei Spendenlieferungen oder bei gemeinsamen Arbeiten im Lager, der überaus wertschätzende Umgang miteinander in unserer Aktion zeichnet jede/n Einzelne/n unserer Vereinsmitglieder aus, und deshalb bin ich so gerne Obmann dieses Vereins, obwohl die Aufgaben jedes Jahr, jede neue Wintersaison noch umfassender werden, aber wir schaffen alles, GEMEINSAM! Der heutige Verteil-Donnerstag begann diese Woche auch wieder schon am Montag. Da ich ja zur Zeit Auszeit habe von den Spendenannahmen, die unser Team zurzeit bravourös alleine macht und ich eigentlich einen Urlaubszettel ausgefüllt habe bis Ende Jänner, so kann ich dann, wenn etwas anfällt nicht einfach absagen und tauche dann doch wieder auf, bemühe mich aber mich nicht einzumischen und mein Team selbstständig arbeiten zu lassen, sie machen es ja toll. Am vergangenen Montag war morgens MAN-Werkstatt angesagt, da der gesamte Laderaum voller Wasser am Innendach war, der Mechaniker merkte an, dass er sowas noch nie sah, aber wie üblich kamen vom Service-Berater wieder nur Aussagen über ihre Ahnungslosigkeit wo das Wasser herkommen könnte, und leider nicht in Form von „Das richten wir her“. Ich fühle mich in dieser Werkstatt einfach zunehmend nicht mehr ernst genommen, deshalb werden wir eine andere, kompetente Werkstatt suchen. Spenden abholen in Wels und Hörsching ist angesagt, Robert half mir dankenswerter Weise dabei. Abholen und auch gleich im Kühllager einlagern, gesamte 5 Stunden die wir brauchten dafür. Gut angelegte Zeit für großartige Spenden. Nachmittags dann all die Schreibarbeiten die in den Monaten vor Weihnachten liegen blieben und jetzt nach und nach abgearbeitet werden müssen. Viele Dinge gerieten wieder einmal in Vergessenheit, mein schlechtes Gewissen beim jetzt durchgeführten Rückruf oder Rückfrage ist deutlich zu spüren, nicht nur bei mir, auch beim Gegenüber. Es tut mir aufrichtig leid wenn ich Dinge, vielleicht noch wichtige Dinge vergesse und dadurch vielleicht der Eindruck entsteht, wir gehen mit unseren Spendern und deren Spenden nicht wertschätzend um, ganz im Gegenteil liebe Spender/innen, nur bei teilweise 60-70 Anrufe täglich und jede/r möchte einen Termin oder Auskunft über zurzeit notwendige Sachen oder einfach nur irgendwelche Informationen, die eigentlich allesamt auf der Homepage oder der Facebook Seite stehen, bei diesem geordneten Chaos an Anrufen und Auskünften steigt oft der Geist aus, auch wenn man glaubt alles noch im Griff zu haben. Ich habe mich in den letzten Monaten oft überschätzt und geglaubt, mir alles gemerkt zu haben, aber diese Menge an Terminen und Vereinbarungen sind in dieser Form nicht mehr zu verarbeiten. Ich entschuldige mich bei ALLEN, die durch meine Nachlässigkeiten oder meine Vergesslichkeit diesen Eindruck bekamen, ich gehe nicht wertschätzend (genug) mit ihnen und ihren Spenden um. BITTE AUFRICHTIG UM ENTSCHULDIGUNG! Der Dienstag diese Woche gehörte MIR und Rena, wir fuhren ins Mühlviertel fotografieren und gingen spazieren, es war eine Wohltat die Natur so intensiv zu spüren. Unser gemeinsames Hobby, die Fotografie (als Laie) ist uns schon sehr ans Herz gewachsen und ich habe mir vorgenommen, 2021 öfters meine Kameras wieder umzuhängen. Darauf freue ich mich schon sehr. Zu Mittag waren wir dann noch bei unserer Maria zum Essen eingeladen und bei großartigen Gesprächen, dieser Tag hat einfach gutgetan, tief drinnen. Der nächste Tag, der Mittwoch begann damit, dass ich Robert im Lager abholte, weil wir ins Tiefkühllager und Kühllager fahren mussten, die Lebensmittel für heute Donnerstag abzuholen. An dieser Stelle wieder ein dankbares VERGELT’S GOTT der Spedition Transdanubia und Hr. L. der uns nicht nur Kühlplätze kostenlos zur Verfügung stellt, sondern uns auch viele, viele Lebensmittel schenkt. Danke für diese tolle Geste. Wir nahmen diesmal ein wenig zu viele Lebensmittel wie Pizzen, Chicken-Nuggets, Paella, Gemüse u.a. mit, hatten dann in unserem Lager ein Problem mit dem tiefkühlen, der Platz war leider voll, und so ließ uns Frau S. von unserem Vermieter TAB die Firmeneigene Tiefkühltruhe mitbenutzen. Herzlichen Dank an dieser Stelle. Vieles, was nur mehr ein gekühlt werden musste damit es auftaut bis heute, gaben wir in all die Kühlmöglichkeiten und in unseren tollen Humer-Anhänger, da es draußen kalt genug ist. Es wurde aber, nachdem um 13 Uhr noch ein Herr ins Lager kam, wieder 15 Uhr bis ich wieder nach Hause fahren konnte. Und wieder wartete mein Computer auf mich. Abends noch eine Runde am Bahnhof, im Terminal, zurzeit schlafen dort 9 Menschen, die teilweise nicht einmal Decken haben. Ein absolut unhaltbarer Zustand. Wenn sich Menschen wie Herr H. von einem Linzer Online-Medium NUR 1-Mal Gedanken machen würde über die wahre Situation der Obdachlosen in Linz (und nicht immer nur die Meinung einer Linzer Politikerin veröffentlichen würde), wäre viel „Gutes“ passiert. Aber so schreibt er halt im Auftrag mancher Linzer liberaler Wirtschaftspolitiker falsche Tatsachen und regt sich dann auch noch in einem Mail auf, weil ich ihn darauf aufmerksam machte, dass er gerade instrumentalisiert wird, auf Kosten der Ärmsten. Erbärmlich! Aber er schreibt ohne sich je die Situation bei den Menschen direkt angehört oder angeschaut zu haben, genauso wie einige Politiker, er verurteilt und schreibt halt seine eingeschränkte Sicht vom Hörensagen. Was Solls! Nur, wenn man am Terminal steht und hilflos vor den dortigen Menschen steht, gibt es dir einen Stich ins Herz und Du verstehst die Welt nicht mehr. Ich habe schon viele Politiker eingeladen zu unserem Donnerstagsbus, aber KEIN EINZIGER kam um mit unseren Schützlingen selbst zu reden. Traurig genug. Der Donnerstag heute begann mit den üblichen Vorarbeiten, in Haid Gemüse und Obst sowie Brot und Gebäck abholen, heute mussten wir Gemüse und Obst zukaufen, das machten wir gleich auf dem Rückweg ins Lager in Ansfelden. Verena, die uns heute beim Sichten der Lebensmittel hilft ruft gegen 10.45 Uhr an wo wir bleiben, da 10.30 Uhr vereinbart war. „Sind schon im Anflug aufs Lager“. Heute waren wir schon sehr glücklich, Robert und ich, dass wir Hilfe von Verena hatten beim Durchschauen der Lebensmittel. Bei dieser monotonen Arbeit kann man sich gut unterhalten und sich noch besser kennenlernen. So kam auch heraus, dass unsere neuen Teammitglieder gerne eine Sitzung hätten, wo vieles näher erklärt wird, was wir wo warum machen. Das wird nächste Woche nachgeholt. Darauf freue ich mich schon. Um 13 Uhr kam heute Martina, die heute als Helferin in Linz dabei sein wird. Martina gehört der Beste Würstelstand in Wels und sie ist eine Spenderin der ersten Stunde. Sie war eine der ersten Spenderinnen, die uns 2014, als wir noch gar kein Verein, sondern private Initiative waren, ihre Spenden anvertraute, und seither besuche ich Martina immer wenn wir in Wels sind, sie hat halt die Besten … Käse Krainer! Ich bin gespannt auf Martinas Resümee heute Abend. Um 14 Uhr kommen Barbara mit ihrem ProntoPronto-Bus (die Beste Show die ich in all den letzten Jahren sah), sie lädt auch Brot und die Kühlboxen in ihrem Bus ein und nimmt uns somit Gewicht ab im Transporter. Unsere Prinzessin Gerlinde und unsere Herzens-Dame Ingrid, die unsere Schützlinge gemeinsam neu und warm einkleiden, kommen heute fast gemeinsam im Lager an. 17 Liter Teewasser kochen und Maria, die zuerst die Wurst geschnitten hat und alle Lebensmittel in die Kühlboxen verstaut hat, richtet jetzt den Tee an für heute. Wir reichen heute Tee und Kekse. Um 15 Uhr Abfahrt, bei 1,5° in Ansfelden und Schneegrieseln, die Straße ist schmierig und mit dem Anhänger doppelt gefährlich. Aufpassen! Ankunft in Linz, wir haben die 2 gelben Gurte im Lager vergessen und die Schneeschaufel. Brigitte anrufen und sie bitten, die Sachen mitzunehmen. Wir stellen den Anhänger und den Transporter ab und bauen die Tische auf, den Teekessel und die Kekse. H., dem wir am Montag die Stromrechnung bezahlten damit er keine weiteren Probleme bekommt und in der kleinen Wohnung bleiben kann, half uns heute den Schnee zur Seite räumen. Kurz vor 16 Uhr kam dann noch Kathi mit der Oma ihres Kindes, die heute beide mithelfen. Kathi meinte es zu gut mit dem Schneeräumen, die Schaufel war der „Kraft“ von Kathies Hand nicht gewachsen. Nein, die Schaufel war eine Notlösung, wir müssen eine neue anschaffen, dringend. Inzwischen sind etwa 30 Menschen bei unserem Bus und ich sehe, dass 2 „Herren“ Alkohol konsumieren bei unserem Bus, ein absolutes NoGo! Die Flaschen werden ausgeleert, das geht gar nicht, das lassen wir auch niemals durchgehen. Und die 2 Meter Abstand, auf die muss ich jede Woche pochen, immer wieder, manche machen es absichtlich, aber mir ist es nicht zu dumm, sie wieder und wieder an unsere Regeln zu erinnern. Eine Frau, die heute zum 1.Mal bei uns und sichtlich nicht ganz nüchtern ist, protestiert gleich zu Beginn „Warum denn so viel Abstand und wieviel sind 2 Meter?“. Meine Antwort kam prompt und sie murmelte mir nur noch ein „A…….ch“ nach, worauf ich ihr schon noch sagen musste, dass ich das gehört habe und sie gleich gehen könne, OHNE Lebensmittel. Beschimpfen geht gar nicht, egal ob mich oder ein anderes Teammitglied. Da gibt es KEINE Gnade, hier gibt es von uns sofort eine Ansage, das geht gar nicht. Wir nahmen dann beim Beginn der Ausgabe diese Frau vor, weil sie in der ganzen Reihe Unruhe stiftete und wir sie nicht mehr an unserem Platz haben wollten. Egal wo sie gerade war, sie redete in einem nicht akzeptablen Ton und ich forderte dann auch gleich einen Einkommensnachweis, da ich ja diese Frau nicht kannte und nicht wusste ob sie unter unser „Klientel“ fällt, da bekam ich wieder eine süffisante, erniedrigende Antwort, worauf ich sie wissen ließ, dass sie wiederkommen kann, wenn sie nachgedacht hat ob ihr Ton angemessen ist. So lange wird sie nun keinen Platz mehr in unseren Reihen finden. Gleich zu Beginn kam Verena vorbei und brachte uns einen Korb voller Spenden, lieben Dank dafür. Und zeitnah ging ein ÖBB-Mitarbeiter vorbei, der des Öfteren schon am Donnerstag vorbeiging und von unserer Aktion begeistert ist, drückte mir € 100,- in die Hand und sagte noch „Macht bitte weiter so, großartig“! Ja, wir werden weitermachen, solange es irgendwie möglich ist. Danke und Vergelt’s Gott für die Geldspende. Inzwischen spürte schon das gesamte Team die Unruhe heute bei unseren Schützlingen, teilweise frech, unruhig und ungehalten. Einige Diskussionen gab es dann mit S., der auf seiner Facebook-Seite ein Bild gepostet hat vor einigen Wochen, dass ich letzte Woche zugespielt bekam, wie er eine Taube umbringt. Ich habe ihn gefragt was oder wen er als nächstes umbringt? Und warum man solch ein Bild noch öffentlich postet? Ich habe ihm deutlich gemacht, dass wir solche Menschen nicht bei unserem Bus haben möchten, die Tiere umbringen und dazu noch lachen. Er wird künftig bei uns nichts mehr bekommen, solche Menschen sind gefährlich, überhaupt als ich ihn gefragt habe wen oder welches Tier er jetzt umbringt? „Ich bin Metzger“ war seine dumme Antwort. Hier gibt es von unserer Seite kein Pardon, er wird sich künftig die Lebensmittel woanders holen müssen. Bei uns sicher nicht mehr. Das ist ein absolutes NoGo! Das wir keinesfalls dulden oder fördern. Diese Aussage ist ja fast schon krank. Ja, wir können leider auch nicht jedem sagen wie er/sie sein/ihr Leben zu leben hat, aber, wenn so etwas vorkommt, gibt es NULL TOLLERANZ! Magistra B. schüttete auch heute Ihr Herz aus bei mir, sie ist leider beruflich gescheitert und lebt getrennt von ihren 3 Kindern. Sie ist mir ebenfalls ans Herz gewachsen. All die 63 anderen Schützlinge heute waren zwar unruhig und ungehalten, aber Covid setzt allen in unserer Reihe derartig zu, viele wissen nicht wie es weitergehen soll…kann. Einen gültigen Einkommensnachweis verlangte ich auch von einem Afrikaner, der heute auch aggressiv war und sich noch nie ausgewiesen hat. Ob ich nun aufgrund seiner Hautfarbe einen Einkommensnachweis verlange, frug er? NEIN, den müssen ALLE bringen, ALLE! Er wollte mir dann noch Rassismus vorwerfen, weil ich von ihm einen Einkommensnachweis verlange. Ich bin der allerletzte der mit Rassismus etwas am Hut hätte, aber es muss erlaubt sein, zu überprüfen wem wir die Spenden anvertrauen. Und das machen wir zurzeit leider nur stichhaltig, weil wir lt. Auflage zuschauen müssen, die Menschen schnellst möglichst vom Bus wegzubekommen. Wir werden baldmöglichst wieder genauestens prüfen, das sind wir EUCH Spender/innen, schuldig. Aber die Auflage von Polizei und Krisenstab des Landes OÖ lassen uns dazu zurzeit keine Chance. Um 18 Uhr räumen wir zusammen und schauen schnellstens ins Warme zu kommen, allen ist mittlerweile kalt geworden. Auch mir, ich spür meine Finger nicht mehr. Gemeinsam haben wir im Nu alles eingeräumt und ab, ins Lager. An alle Spender/innen, die unserem Aufruf von letzter Woche folgten, die uns warme Kleidung für die 2 Mädels spendeten, soll ich von Timmy und Claudia ein herzliches Dankeschön ausrichten. Sie sind überglücklich über die tollen Spenden. Im Lager schnell den Anhänger abhängen, ausräumen, und gleichzeitig den Transporter ausräumen, die ganzen Kühlboxen mit Essigwasser auswaschen, den Teekessel auswaschen und wieder einlagern. Gemeinsam haben wir alles binnen kürzester Zeit geschafft und ich bin so glücklich, dass wirklich jede/r mitanpackt und alles aufräumt. Zum Schluss noch eine kleine Runde im Lager (natürlich mit Abstand) und alle Eindrücke abgefragt, wie unser Team den Tag erlebte? Gemischte Aussagen aber alle im Rahmen der (meist) guten Eindrücke. Für mich war der Tag heute etwas …. Chaotisch, weil dauernd wer nach mir geschrien hat weil so eine Unruhe in der Reihe war. Deshalb kam ich heute nie in einen „guten“ Modus, sondern war völlig durcheinandergewirbelt. Aber auch das darf manchmal sein, ist ja die Ausnahme heute gewesen. Nächste Woche schaut es wieder ganz anders aus. Ich sitze nun schon wieder 3,5 Stunden hier beim Texten und Bilder bearbeiten, und bin froh, wenn ich nun in eine Dusche komme und endlich ein paar Minuten finde, die MIR gehören. Im Kopfhörer läuft „My Name ist Mighty Mighty, Roly Poly“, ein Uraltschinken aus den 70ern, der Gas gibt. Danke an unser gesamtes TEAM, ihr ward wieder großartig. Schön dass es EUCH gibt. Eine tiefe Verneigung gilt unseren Spendern/innen, dass wir auch heute wieder in Linz unsere Aktion machen durften. Habt großen DANK und Vergelt’s Gott! Danke für Eure Aufmerksamkeit und ich wünsche Euch eine gesegnete Nacht, schlaft gut! 🙂 <3

7.1.2021 – Neue Schuhe und ein Lächeln!

UNSER VERTEIL-DONNERSTAG VOM 7.1.2021:
Durch all die Feiertage wurde unser Alltag ein wenig durcheinandergewirbelt und auf den Kopf gestellt. Einige der Zusagen von vor Weihnachten gingen bei mir völlig unter, habe darauf total vergessen, einige Termine wurden versäumt und Zusagen unabsichtlich nicht eingehalten, nichts Dramatisches aber absolut ärgerlich, weil ich nicht der Mensch bin der Zusagen macht und diese dann nicht einhält. Jede einzelne Abmachung und Zusage die ich nicht eingehalten habe, tut mir von Herzen leid, ich gelobe Besserung, VERSPROCHEN! In der Wintersaison 2020/2021 lief und läuft absolut gar nichts normal, soweit man bei uns überhaupt noch von „normalen Betrieb“ sprechen kann. Nicht nur Corona ist daran schuld, auch die Masse und Vielzahl an Verpflichtungen, an Verantwortlichkeiten zeugt von einer für uns noch nie dagewesenen Obdachlosen-Winterzeit. All die geplanten und pünktlich durchgeführten Spendenlieferungen in der Vorweihnachtszeit (November & Dezember 2020) in die Einrichtungen, in die Frauenhäuser, gingen wie geplant über die Bühne, viel Arbeit, viele Stunden, 70-80 Stunden/Woche, unsere Helfer/innen leisteten unsagbares, unzählige ehrenamtliche Stunden im Lager, beim Spenden liefern, beim kommissionieren oder einlagern. Ich kann es immer wieder nur beteuern, ich bin richtig stolz auf unser Team, auf unsere Helfer/innen. Unser Team bringt nicht nur eine großartige Einstellung zu unserer Arbeit und zu unseren Schützlingen mit, sondern leistet so tolle Arbeit im direkten Kontakt mit unseren Schützlingen. Selten habe ich so eine wertschätzende Art gesehen, wo die unterschiedlichsten Menschen den gleichen Fokus haben, zu helfen! Danke für alles was IHR geleistet habt. Klasse!
Die Vorbereitungen für den 1. Verteil-Donnerstag des Jahres 2021 begannen am Montag früh. Man merkt das neue Jahr 2021 kommt langsam in die Gänge, diverse Anrufe und Ankündigungen für die nächste Zeit. Viele Anrufer fragen immer wieder, Zitat: „Macht ihr die Aktion das ganze Jahr oder nur zu Weihnachten?“ Wir machen unsere Aktion das ganze Jahr, die Menschen sind ja nicht nur zu Weihnachten obdachlos, sie sind das ganze Jahr ohne Dach über dem Kopf. Ganz besonders schlimm ist es im Winter, rund um die Weihnachtszeit und darüber hinaus, nicht nur wegen der Temperaturen oder wegen des unbeständigen Wetters, vielmehr ist es die Tatsache, dass die Weihnachtszeit eine Familienzeit ist, hier wird jedem Obdach- oder Wohnungslosen klar und deutlich, dass er/sie alleine auf weiter Flur ist, niemanden hat mit dem er/sie Weihnachten feiern kann. Das tut schon sehr, sehr weh, das kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Darum ja auch unsere Weihnachtsschuhschachtelaktion, wir wollen gemeinsam mit EUCH, unseren Schützlingen zumindest das Gefühl schenken zu Weihnachten, dass da draußen viele, viele Menschen an sie denken du ihnen ein kleines Geschenk gemacht haben. Nicht ganz vergessen zu sein und obendrauf noch ein Geschenk zu bekommen, macht vielen unserer Menschen Mut, zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht, drückt ihnen auch die eine oder andere Träne in die Augenwinkel, lässt sie andere Menschen umarmen und tausendmal DANKE sagen. Ein Gefühl, das man nicht in Worte kleiden kann, liebe Wegbegleiter, spätestens hier bleiben manche Worte im Hals stecken. Was wir an unseren Donnerstagen an Dank zurückbekommen, liebe Leute, lässt sich nicht beschreiben, das lässt sich nur erspüren, tief im Herzen.
Montag nach unzähligen Anrufen komme ich endlich dazu, Termine für Abholungen zu vereinbaren, die Logistik diese Woche wird schwierig, da ich ja gerade Pause von den Spendenannahmen mache, damit ich mich wieder sammeln kann. Unsere Brigitte macht das sowieso alleine auch sehr, sehr gut. Der Mittwoch ist im Lager verplant, am Hl. 3 Könige stellen wir unsere Regale so auf, das wir größtmöglichen Nutzen davon haben. Also muss ich diese Woche schon Dienstag ins Tiefkühllager und alles abholen, damit die Lebensmittel noch auftauen können. Der Dienstagnachmittag gehört dann wieder Rückrufen, Recherchen und im Beantworten von Mails und Anfragen. Manche wollen uns als „Entrümpelungsunternehmen“ beauftragen, Dinge, die wir gar nicht annehmen oder einlagern können, in ganz Oberösterreich abzuholen. Leider muss ich mir oft den Mund fusselig reden und erklären, warum…weshalb…wieso wir keine Möbel oder alte Kleidung abholen und einlagern, die Reaktionen auf meine Absage sind oft, für mich, enttäuschend. Manche Anrufer geben sich mit meiner Antwort zufrieden und manche Menschen, denen ich leider absagen muss, glauben halt sie müssen mir rhetorisch noch eine ordentliche Ohrfeige mitgeben, na dann! Wir sind weder abgehoben noch reich, sind weder unfreundlich noch sind wir unterirdisch. Verschiedene Menschen reagieren unterschiedlich, darf auch so sein, aber wenn wir keinen Lagerplatz mehr zur Verfügung haben, ungehalten zu reagieren, ist halt auch nicht die feine Englische Umgangsart. Das wollte ich hier einmal anmerken, liebe Leute. Der Dienstagnachmittag läuft ganz gut mit dem Wissen, dass heute unser Team die Spendenannahme ohne mich macht. Ich habe heute frei, Gott sei gedankt. Für Mittwoch 13 Uhr ist dann der Termin angesetzt, die Regale aufzubauen und das Beste aus unserem Lager herauszuholen. Unsere Helfer/innen vom Dienstag haben dankenswerterweise die Regale alle schon ausgeräumt, so, dass wir beginnen können, die Regale abzubauen. Nach und nach, beim Abbau des einen Regals kommt Barbara der Gedanke, dass wir im Kleider Lager eigentlich das Regal, das nicht sehr tragfähig ist, dort einsetzen könnten. Gute Idee! So bekamen wir mit einem Schlag sehr, sehr viel Stauraum dazu. Jetzt können wir unser Kleiderlager viel besser ausfüllen, den Platz besser nutzen. 6 Helfer/innen fanden am Mittwoch, dem Feiertag den Weg zu uns ins Lager, und halfen. Toll! Später kam dann noch unsere Beate dazu und machte uns Gusto auf Hühnersticks. Gesagt – getan, Beate holt einen „Eimer“ voller Hendl mit Pommes und Sauce. Diese Situation ist so typisch für unser Team, Beate hatte das Gefühl wir haben Hunger, geht zum Nachbar und kauft für das ganze Team schmackhafte Hühnerteile mit Pommes. So ein Team, liebe Leute, kann man suchen und wird man nicht sehr oft finden. Hier springt wahrlich eine/r für den/die andere/n ein, in der Vergangenheit passierte vieles, was wir nicht wieder ändern können, aber wir erinnern alle einander, wenn wir Gefahr laufen, wieder einen „alten“ Fehler zu machen. Jeder gibt acht auf den/die Andere/n. Am Feiertag gemeinsam im Lager zu arbeiten kann große Freude bereiten. Unser Lager, unser Team, der ganze Verein wird immer professioneller. Um 19Uhr ist der Kalendereintrag „Regalaufbau“ aufgearbeitet und beendet. Markus und Martin montierten nebenbei noch die Kleiderstangen im Transporter um, wow! Geschafft aber zufrieden verabschieden wir uns, mit Blickpunkt Donnerstagsverteilung. Um 23Uhr schau ich zur Balkontür raus und sehe wie stark es schneit, uijeh. Ein Aufruf in unserem WhatsApp-Vereinschat, dass ich heißen Tee mache und dann zum Bahnhof fahre lässt Sabine aufhorchen „Ich würde gerne mitfahren“, freilich kannst Du mitfahren. Ich leihe mir noch eine 7l Thermoskanne bei meiner Nachbarin Roswitha und koche dann Tee, 5l heißes Wasser und eine ganze Packung Früchtetee reingegeben, die Teebeutel ausgedrückt, wäääh, schmeckt besch…eiden, aber ich habe keinen anderen daheim. Die Thermoskanne eingepackt und ab Richtung Leonding, Sabine steigt zu mit Tassen und Zucker, ab zum Bahnhof. Gaby, Roman und Rente schlafen schon, niemand hat Gusto auf Tee, und schon gar nicht auf meinen, als würden sie es wissen. J Also weiter zum Schillerpark, starker Schneefall und weit und breit niemand zu sehen, wir gehen eine kurze Runde und beschließen, unseren bescheidenen Tee wieder mit nach Hause zu nehmen. Wir waren wohl viel zu spät unterwegs, aber der gute Wille war da. Um Mitternacht war ich dann wieder daheim, Nachbars Kater, der bei mir eingezogen ist, schimpfte mich „Miau Miau Miau“ so wie, „Jetzt hör mal zu, lieber Walter, wenn Du schon glaubst nachts ausfahren zu müssen, dann schmeiße wenigstens mich nicht raus in die kalte Winternacht und lass mich im Warmen schlafen“. Ok, habe es mir gemerkt, fürs nächste Mal. So geht der Mittwoch am Donnerstag um 2 Uhr früh zu Ende. Der Donnerstagmorgen tief verschneit, beginnt mit einem Anruf eines Polizisten, der mich auf ein paar neue Obdachlose in Linz aufmerksam macht und mich fragt, ob wir helfen können und wollen. Können und wollen wir, freilich! Machen wir, wir werden die nächsten Tage die Plätze abfahren mit unserem Not Paket. Versprochen! Bevor ich es überhaupt schaffe, wegzugfahren, heißt es schwitzen beim Schneeschaufeln. 9.30 Uhr Treffpunkt Lager mit Robert, um Brot und Gebäck aus Haid zu holen. Im Lager angekommen, heißt es auch hier Schneeschaufeln, der Traktor hat schon das Meiste weggebracht, aber es sind immer noch gefährliche Reste da, wenn es kalt werden sollte und es gefriert. Robert hilft mir die Abfahrt zu salzen, danach Abfahrt nach Haid. Hier ist schon alles für uns hergerichtet, einladen und ab, zum Hofer, Obst und Gemüse nachkaufen. Im Lager wird dann alles auf Genießbarkeit durchgeschaut, das dauert in der Regel so 2-3 Stunden, wenn man zu zweit ist. Heute müssen wir vieles aussortieren. Maria kommt um 13 Uhr uns kümmert sich gleich um die Wurst, Pizzen und alles was Gefrier- und Kühl Ware ist. 10l heißes Wasser für den Tee kochen auch schon, Maria schmeckt ihn ab und füllt ihn um. Barbara und Sebastian kommen ziemlich zeitgleich um 14Uhr, wir beginnen gleich zum beladen des Transporters, da wir heute früher fahren müssen, in Linz muss der Schnee ebenfalls weggeschaufelt werden. Punkt 15 Uhr fahren wir los in Ansfelden bei +1,5° und teilweise blauen Himmel und vorsichtig durchblitzenden Sonnenstrahlen, fein, nach langer Zeit endlich wieder Sonne! Ankunft in Linz, ein Postbus steht auf unserem Platz, fährt aber weg als er uns sieht. DANKE! Harry nimmt sich unserer Schneeschaufel an und malträtiert diese bis aufs „Holzblut“, bitte aufpassen, das ist unsere einzige. Im Nu ist alles aufgestellt, das gesamte Team weiß was zu tun ist, hier braucht niemand anschaffen oder sich wichtigmachen, jede/r hat seinen Bereich und weiß was zu tun ist. Zu Beginn stehen schon etwa 25 Schützlinge in der Reihe, am Ende werden es 59 Menschen sein, die sich jetzt am Monatsanfang (wo wir normalerweise so 25-30 Personen bei unserem Bus hatten) haltbare Lebensmittel holen. Einige bekommen ja Geld, deshalb haben wir am Monatsanfang immer sehr viel weniger Besucher, was eigentlich seit Monaten so nicht mehr stimmt. Wir hatten schon Monatsanfänge und 91 Besucher beim Bus. Die Tendenz macht uns Angst, wir sehen jede Woche in welche Richtung die ganze Situation geht, leider in keine Gute! Egal, wer zu uns kommt, bekommt auch Hilfe. Egal ob Timmy Jeans in Größe 36 braucht, oder Fiona Winterstiefel in Größe 41, oder Franziskas Winterstiefel, die Sr. Lydia und Sr. Martha noch mit anderen, verschiedenen Sachen bei uns abholten. Wir bemühen uns und schauen, dass wir alle Bedürfnisse erfüllen können, immer gelingt es eh nicht, aber immer öfter. So suchen wir aktuell z.B. für ein 10-jähriges Mädchen eine warme Skihose oder einen ganzen Ski Anzug in Größe Damen „M“ und für ihre kleine Schwester wasserdichte Winterschuhe in Größe 34/35 und einen Ski Anzug in Größe 134. BITTE BITTE, liebe Leute, wer uns hier behilflich sein kann, es wäre wirklich dringend. Die Kleinere trug eine Skihose die etwa 15cm zu lang war und darunter NICHT wintertaugliche Schuhe. Ein Bild, das ich Euch nicht weiter beschreiben möchte, weil es einfach ein trauriger Anblick war und wir heute nichts dabei hatten in der richtigen Größe. Wenn wir durch diesen Aufruf keine Ski Anzüge bekommen, werde ich mir was anderes einfallen lassen, um diesen Schwestern zu helfen, damit sie weder frieren noch 15cm zu lange Hosen anhaben. Zwischendurch kommt ein Passant vorbei und drückt mir € 20,- in die Hand und drückt mir den Oberarm und bedankt sich herzlichst für unsere Aktion. Tun gut solche Begegnungen, tief im Herzen, und lassen uns den Glauben an die Gesellschaft, wenngleich diese auch oft wegschaut. Spät aber doch kommt heute Elvisa auch zu uns, absolut nüchtern, in Begleitung und bittend, sie brauche bitte Handschuhe und sie hat Hunger. Ich bin glücklich, dass Elvisa heute den Weg zu uns gefunden hat, das Mädel liegt mir sehr am Herzen, zu viel musste sie durchmachen. Immer wieder zeigen uns heute Passanten mit erhobenem Daumen, dass sie unsere Aktion an dieser stark frequentierten Stelle gut finden. An manchen Tagen kommen viele Komplimente, an anderen kommen gar keine. Verschieden, aber wir wissen warum wir unsere Aktion machen, unser Antrieb ist der Wille zu helfen und nicht wegzuschauen, eben wertschätzende Nächstenliebe. Das spüren unsere Schützlinge und danken es uns mit einem Lächeln und einem DANKE. Zum Schluss kommt noch ein junger Mann, der Arbeiten geht, der auch in der Arbeitskleidung bei uns in der Reihe steht, sich aber das nackte Leben nicht leisten kann und in der Notschlafstelle schlafen muss, weil er sich keine Wohnung leisten kann. Er bittet um Jetons für die Notschlafstelle, insgesamt geben wir heute 46 Jetons à € 4,- aus, viel Geld für uns aber jede Nacht die wir durch EUCH schenken können, ist für unsere Schützlinge eine gewonnene Nacht im Warmen. Ein anderer Schützling fragt ob wir helfen könnten, er habe noch ein kleines Zimmer, wurde gekündigt und könne den Strom nicht bezahlen. Ein Anruf bei unserer Kassierin Astrid, ob wir helfen können, JA, können wir, wir werden die Stromrechnung begleichen damit er die Miete fürs nächste Monat ansparen kann, wird schwierig genug werden. Er ist überglücklich, und bedankt sich oft und hat fast Tränen in den Augen, er dachte nicht, dass wir ihm helfen, er wusste leider keinen anderen Weg mehr als uns zu fragen. Wenn wir jemand auf diese Weise helfen können, ist doppelt geholfen. Er kann vielleicht das kleine Zimmer behalten, steht nicht wieder auf der Straße und wir wissen, dass auch hier die Hilfe und Unterstützung direkt ankommt. 18Uhr, wir räumen zusammen, im Team geht das ziemlich flott und gründlich, Abfahrt ins Lager, dort ausräumen und alles wieder einlagern. Zusammenräumen und alles auf seinem Platz stellen, damit wir alles wiederfinden, nächste Woche. Vielen, lieben Dank all unseren heutigen Helfern/innen, unserem Team von heute, Barbara, Maria, Beate, Sabine, Sebastian, Robert, Brigitte, Gerlinde und Ingrid sowie Wolfgang. Ihr habt wieder großartige Arbeit geleistet, DANKE und Vergelt’s Gott dafür. Eine tiefe Verneigung unseren Spendern/innen für die großartige Unterstützung, die Ihr uns zukommen lässt. Ich ziehe meinen virtuellen Hut und sage DANKESCHÖN! Seit 4 Stunden sitze ich nun hier und texte und schreibe, weil es uns wichtig ist, EUCH mitzunehmen in unsere Aktion, in die ganzen Geschehen. In meinem Kopfhörer läuft „I've Found My Freedom“, ein Titel aus den 70ern, MEIN musikalisches Jahrzehnt wo ich mich daheim fühle, mit diesem Titel beschließe ich nun den heutigen Donnerstag. Danke für Eure Aufmerksamkeit, gute Nacht! Schön dass es Euch gibt. 🙂 ❤

10.12.2020 – Schnee und ein langer Donnerstag!

Der Tag, der heute hoffentlich gut endet! Heute Donnerstag, 10.12.2020 fahren wir wieder nach Linz, um unsere Schützlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Lebensmittel, Hygieneartikel, warme Kleidung und warme Schuhe, ein Gespräch, ein kleines Lächeln und viele Nächtigungsjetons, die wir heute schenken werden. Die Woche begann nicht so schön, Christian verließ unseren Verein und viele Dinge funktionieren nicht immer so, wie sie geplant waren. Situationen entwickeln sich ungewollt gegensätzlich, viele Menschen überreagieren in dieser Zeit, in diesem Corona-auf und ab verlieren manche Menschen die gesellschaftliche Orientierung, beugen die soziale Ordnung und verstehen die Welt nicht mehr, wenn auf ihre Kosten wieder jemand anderer als letzter lacht. Wie so oft im Leben. Manchmal verstehe auch ich diese Welt nicht mehr. Wenn der Funke des Lebens zu erlöschen droht, werden normalerweise alle Geister wach die man in sich trägt, um nicht einen leisen Tod in dieser lauten Welt zu sterben!
Meine Tage beginnen seit einigen Wochen pünktlich um 6 Uhr früh, und meistens endet der Tag spät nachts, gegen Mitternacht. Ich merke deutlich wie mir die letzten Wochen in den Gliedern liegen, alles tut weh, oft ein wenig verkühlt und sehr oft überfordert. Aufgeben ist keine Option, da draußen verlassen sich so viele Menschen auf uns. 70 Wochenstunden sind zurzeit völlig „normal“. Diese Woche Dienstag, Feiertag, 8. Dezember, wir machen trotzdem Spendenannahme im Lager, dabei ist unsere Lagerware noch nicht einmal fertig in die neuen Regale eingeräumt, wir hatten noch keine Zeit dazu. Wir widmen uns gänzlich unseren Spendern/innen, und arbeiten die gebrachten Spenden gleich auf, lagern diese gleich ein. Wir sind glücklich über jede noch so kleine Spende, über jede Dose Gulaschsuppe, jedes Duschgel, jedes Stück Brot. Leider können wir mit den gespendeten Lebensmitteln nicht den Verteil-Donnerstag UND die Obdachlosen-Einrichtungen, die wir auch beliefern mit Spenden, bewerkstelligen, ohne Lebensmittel zuzukaufen mit Spendengelder. Diese Mengen an Lebensmittel, die an einem Donnerstag verteilt werden, werden nicht einmal zur Hälfte gespendet. Ich wollte Euch einmal eine Größe zum Vergleich geben, damit Ihr seht, was wir so an einem Donnerstag an Spenden verteilen. Dazu kommen dann, so wie jetzt, die Spendenlieferungen in die verschiedenen Einrichtungen…Frauenhäuser…Übergangswohnheime. So eine „normale“ Spendenlieferung hat, je nach Größe der Einrichtung, etwa einen Wert von etwa € 2000,- bis € 3000,-. Viel Geld für einen kleinen Verein wie dem unseren.
Gestern, Mittwoch, war früh morgens eine Spendenabholung in Marchtrenk auf dem Stundenplan, einmal den gesamten Transporter einladen, jeder der das schon einmal gemacht hat, weiß was ich meine. Im Lager dann ausladen, gottseidank helfen Dani und Robert. Die Beiden bleiben im Lager und beginnen mit Robert vom SWS Wels zu kommissionieren, deren Spendenlieferung zusammenzustellen, ich muss derweil ins Tiefkühllager, die Sachen für den Donnerstag holen, um diese noch auftauen zu können, danach gleich ins Kühllager, alles zusammenstellen und in den Transporter einladen. Zwischendurch ein Anruf, wieviel Christbäume braucht ihr? Hr. C. von Cafe & Co stattet heuer die Einrichtungen mit Christbäumen aus, UND, es ist ihm ein besonderes Anliegen, dem gesamten Team unseres Vereins einen Christbaum, eine Nordmanntanne, kostenlos ins Wohnzimmer zustellen. Vielen, herzlichen Dank für diese tolle Geste und wundervolle Spende. Wir bekommen etwa 50 Christbäume gespendet. Toll! Weiter geht’s, wieder zurück in unser Lager, den Beiden beim Zusammenstellen der verschiedenen anstehenden Spendenlieferungen zu helfen. Um 11 Uhr trifft unser neuestes Teammitglied ein, Sabine hilft uns heute auch. Am Nachmittag kommen noch Maria und Beate, also werden wir 2-3 Einrichtungen schaffen. Viel Arbeit. Ziemlich arbeitsintensiv der Tag zur Wochenteilung, aber auch toll mit einem solchen Team zusammenzuarbeiten. Es geht flott, das einzige was fehlt, ist Platz. Die bereits zusammengestellten Paletten stehen im Wege rum, und wir tänzeln zwischen den Bananenschachteln durch. Schnell noch in Leonding Bananenschachteln holen, Stefan hat 75 Stück für mich beiseite getan. Der Mittwoch dauert dann bis etwa 18.30 Uhr und wir haben heute gesamt 4 (!) Spendenlieferungen kommissioniert. Das war richtig harte Arbeit. Zuhause geht’s dann noch weiter mit all der Vereinsarbeit am PC, Dinge vorzubereiten, Hinweise ausdrucken, Bilder bearbeiten, Postings erstellen um Euch am Laufenden zu halten. Der heutige Donnerstag begann früh morgens mit einem weißen Schneekleid über dem grünen Gras in meinem Garten. Ui, und es schneit immer noch. Der Tag wird lang und der Wetterbericht sagt heute nicht viel Gutes. Es wird wohl den ganzen Tag regnen oder schneien, Mal schauen, unser Herr hat da schon oft kurzfristig anders entschieden. Also noch ein Stoßgebet Richtung Schneewolken, vielleicht hilft’s ja? Heute Morgen steht Bauhof am Plan, Einkauf abholen, Telefonieren und vielen Menschen zu antworten. 9.30 Uhr Treffpunkt Lager, mit Elke, Robert und Sabine. Elke und ich fahren nach Haid, wie üblich Brot und Gebäck holen, Obst und Gemüse ebenso. An dieser Stelle ein großes DANKE an Susanne, für die ganzen Sachen die wir bekommen. Eingeladen, ab geht es nach Ansfelden, alles ausladen, ui, mah, ich habe die gespendeten Kekse zuhause vergessen, dabei wollen wir heute heißen Tee und Kekse austeilen. Also ab Richtung Franzosenhausweg, Kekse holen und gleich wieder zurück. Die Post muss im Waren Eingang abgeholt werden, heute waren es 11 Packerl, die den Weg zu uns fanden. Alles auspacken und fotografieren. Telefon: „Ich habe Euch vor 2 Wochen einen Schlafsack via Amazon geschickt, ist der angekommen?“ Kann ich nicht beantworten, da Amazon den Absender nicht nennt, wenn nicht explizit eine Grußkarte ausgefüllt wurde. Keine zufriedenstellende Antwort, aber ich kann’s nicht ändern, ich weiß es leider nicht. Wer uns von der Amazon-Wishlist etwas schickt, wäre es fein, wenn Ihr eine Grußkarte ausfüllt damit wir auch Auskunft geben können, ob die Spende ankam. Wieder und wieder kommen große Packerl an mit Kleidung, obwohl wir immer noch Kleidungs-Stop haben, leider. Elke kümmert sich um die Weihnachts-Geschenke die ich zur morgigen Spendenlieferung mitnehmen werde, Robert und Sabine kontrollieren das ganze Gebäck und Obst auf Genießbarkeit. Sortieren es sortenrein in Bananenschachteln und verpacken das Gebäck gleich in 3-er Einheiten, damit wir es nachmittags nur noch ausgeben müssen. Käse, Wurst, Pizzen, Dorschfilets u.a. sind bereits seit gestern in unserer Gefrierkombi und frösteln dort vor sich hin (und her), also noch Salami aufschneiden, fast alle Kühlboxen sind voll, wohin mit der Salami und dem Brie? Eine Kühlbox finden wir noch. Alles gut. Um 13.30 Uhr begannen wir zum Laden unserer Donnerstagswagerl, der Humer-Anhänger muss sich noch ein wenig vom Camembert-Geruch lösen, sonst fällt unsere Ingrid in Ohnmacht. Um 15.15 Uhr Abfahrt bei Regen und 4° in Ansfelden, unser Transporter ist heute etwas schwerer als sonst, wir haben viele, viele tolle Sachen dabei. Der Wettergott heute dürfte wenig Einsehen haben, tiefe Wolken und kein heller Fleck am Himmel. Deshalb haben wir auch unsere neuen Pavillons eingepackt, aber auf die Plane, auf die Folie vergessen, Brigitte angerufen, sie war gottseidank erst vom Lager Richtung Linz aufgebrochen, wurde aber durch einen LKW behindert, sodass sie noch nicht weit kam und die Folien aus dem Lager holen konnte. Wir bauten langsam auf und warteten auf Brigitte und die Planen. 20 Schützlinge sind schon da, und Monika steht wie immer, als Erste vor unserem Bus. Brigitte kam und wir bauten die 2 Pavillons auf, damit das Team und die Lebensmittel vorm Schnee und Regen geschützt sind. Da kommt ein Flixbus-Fahrer und drückt mir € 50,- in die Hand, „das ist eine ganz tolle Sache die Ihr hier macht und obendrein absolut seriös“, DANKE das Ihr das macht. Wir sagen Danke für die Spende. J Keine 5 Minuten später wollte jemand etwas einkaufen bei uns, als er die Antwort bekam, dass man hier nicht einkaufen kann sondern dass wir hier Spenden verteilen, zückte er sein Portemonnaie und spendete uns € 20,-, auch hier ein Vergelt’s Gott und Dankeschön. Die Ausgabe läuft ruhig ab mit den schon gewohnten 2 Meter Abstand, mit heißem Tee und Kekse für unsere 79 Schützlinge, die uns heute besuchten. Es war ein ruhiger Verteil-Donnerstag, als Joe kam und mir seine Hand auf meine Schulter legte und meinte: „Ihr seid sooo Geil, dass ihr uns nicht vergesst und uns jede Woche, bei jedem Wetter helft, ich kann es nicht so sagen wie ich es gerne tun würde, drum sag ich einfach DANKE. Was Du machst für uns, hat noch nie jemand gemacht.“ Mir bleibt jedes Wort im Hals stecken und sag ihm: „Unserem Team musst Du danken, die stehen jede Woche hier und teilen die Spenden an Euch aus, nicht mir“. Ich mag es nicht, wenn ich immer im Fokus aller Schützlinge und Spender stehe, und wenn auf unser tolles Team vergessen wird. Unser gesamtes Team hat sich mindestens so ein großartiges Lob verdient, wie ich es oft bekomme. Das ist mir immens wichtig. Frau B. und ihr Freund, beide aus dem Ausland, seit über 20 Jahren hier in Österreich, wurde krank, verlor Job, Wohnung, verlor alles, seit einiger Zeit nächtigen die Beiden im Linzer Kanalsystem nahe dem Bahnhof, keine Adresse liebe Leute, die man sich als „Anschrift“ wünscht. Die Beiden tun mir leid, unendlich leid, weil hier wirklich das Schicksal erbärmlich zuschlug! Harry, ein Schützling von uns, bedankte sich heute 3 Mal bei mir und ich sagte ihm, er solle sich bei Ingrid bedanken, Ingrid hat ihm auch eine neuwertige Winterjacke und neue Schuhe gegeben. Was er dann auch machte. „Ich freue mich immer, wenn ich Ingrid sehe. Ihr seid schon ein toller Verein“, meint Harry. Gegen 17.45 Uhr sehe ich wie ein Parkwächter an Brigittes Auto schreibt, ich stürze über die Straße beim Wissensturm, und wollte ihm erklären, dass Brigitte gerade Spenden austeilt und sie die Zeit übersehen hat. „Pech gehabt“ meinte der Parkwächter mit lächelndem Gesicht. Tja, ich sag‘ besser nichts. Das Lächeln hätte er sich sparen können. Vor 14 Tagen erwischet es unsere Ingrid, die auch Strafe zahlen musste. Ich geh wieder zurück zu unserem Bus und weiß, dass ich mir hier etwas überlegen muss, es kann nicht sein, dass dauernd wer von uns Strafe zahlen muss. Mir wird eine Lösung einfallen, bestimmt. Um 18.25Uhr, wieder fast eine halbe Stunde länger als geplant, geht der letzte Schützling von unserem Bus weg, mit einem zufriedenen Gefühl und einem Schlafsack unterm Arm. 46 Nächtigungsjetons teilten wir auch heute wieder aus, damit unsere Schützlinge wenigstens die eine oder andere Nacht in der warmen Notschlafstelle verbringen können. Wir bauen die beiden Pavillons ab, alles wird eingepackt, ab nach Hause ins Lager, es wurde schon kalt an den Ohren, Fingerspitzen und Zehen. Der Platz noch schnell abgesucht ob der ganze Müll eingesammelt wurde. Abfahrt ins Lager, bei 1° kommen wir in Ansfelden an, unser Team wartet schon vorm Lager. Alles ausladen und wieder einlagern, wir teilen noch die übriggebliebenen Jour-Krapfen auf und teilen uns noch kurz aus, die verschiedenen Eindrücke werden kurz erwähnt und dann geht jeder seinen Weg in die Nacht. 20.30 Uhr – Daheim angekommen, bekomm ich vom Nachbarskater, der bei mir eingezogen ist, die Leviten gelesen, miau miau miau (ich habe Hunger) unaufhörlich. Der Tag hängt mir heute extrem nach und es wird 22 Uhr bis ich mich zum PC quäle und Euch den Donnerstag schildere. Jetzt um 23.38 Uhr stelle ich mein Posting Online und wünsche Euch allen eine gute Nacht. Und vielen lieben Dank an alle Spender/innen dass wir auch heute wieder nach Linz fahren durften, und ein besonderes Danke an unser Team, das heute bei Schnee und Regen tapfer ausgehalten hat. Bin richtig stolz auf EUCH! Schön dass es Euch gibt. Gott schütze Euch! J <3

26.11.2020 – -2° und 97 Schützlinge!

Donnerstag, 26.11.2020 … unser Verteil-Donnerstag beginnt wie jede Woche bereits am Mittwoch. Gestern Mittwoch begann der Tag ganz besonders. Wir hatten einen Termin bei der Fa. Zauner-Group in Wallern/Trattnach (Dazu mehr in einem separaten Posting). Nach dem Termin in Wallern ging es auf direktem Wege nach Grieskirchen, zur Fa. Kröswang, Frau Hacklbauer rief mich an und spendete uns 680 Pkg. (340kg) Beinschinken, etwa 50kg Krakauer, 150 feinste Torten, 5 Brie-Torten. Eine tolle Spende! An dieser Stelle vielen, herzlichen Dank! Die Beladung dauerte ein wenig, da der Computer ausfiel und die Tür des Tiefkühllagers nicht mehr aufging, deshalb konnte auch der Roboter aus dem Hochregallager unsere Ware nicht mehr nach „draußen“ bringen. Es wurde mit Hochdruck an dem Problem gearbeitet, in der Zwischenzeit hat mich unser langjähriges Mitglied Ingrid Strassl angerufen, und hat uns, Christian und mich, zum Essen eingeladen. Wir freuten uns wie kleine Buben, Ingrid und Ihren Mann Herbert beim Mittagessen zu sehen. Hier fühlt man sich so gut aufgenommen und geborgen, so feine Menschen, großartige Familie. Vielen Dank an dieser Stelle für dieses tolle Mittagsmenü. Um 15.30 Uhr ging es dann Richtung Tiefkühllager nach Pasching, alles einfrieren und einlagern bei -40°. An dieser Stelle ein großes DANKE an Hr. Günther L. für die großartige Unterstützung, dass wir unsere Spenden kostenlos in den Lagern der Transdanubia ein kühlen dürfen. Vergelt’s Gott und DANKE! Wir lagern die frische Spende ein und holen Wurst, Pizza, Gemüse u.a. aus dem TK-Lager, um es dann am Donnerstag zu verteilen. Weiter ins Kühllager, Günther war gerade im Kühllager, Christian musste es Günther gleich sagen, dass wir bei seiner Schwiegermutter Ingrid eingeladen waren zum Mittagessen, wir konnten erkennen was uns Günther unter seiner Mund-Nasenmaske mitteilte, das ich hier nicht wiederhole, er quittierte es mit einem entspannten Schmunzeln. Dann drückte er uns noch 6 große Steigen roter Äpfel in die Arme „für Eure Schützlinge“, meinte er noch, ehe er wieder in den Katakomben der Transdanubia verschwand. Weiter in unser Lager und ausladen, ein kühlen und einfrieren, und dann ab durch die Mitte Richtung Heimat. Christian und ich waren ganz schön geschafft und wünschen uns nur noch einen ruhigen Abend, auf der Couch. Ein paar Minuten sollten es werden auf der Couch, geworden sind es dann ein paar Stunden, ehe noch jemand um 23.10 Uhr sich telefonisch erkundigt „ob man morgen Donnerstag Spenden abgeben könne?“. NEIN, leider, dazu haben wir am Donnerstag keine Zeit, tut mir leid. Auf in die Nacht, es wird eine kurze werden. Treffpunkt Donnerstag ist um 9.30 Uhr im Lager, auf der Hinfahrt nehme ich Christian mit, angekommen im Lager, holen wir beim TAB Wareneingang noch schnell unsere Post ab, 15 Packerl nur heute, toll. An dieser Stelle auch ein großes DANKE an die Fam. Stoyer, Hr. Hermann und die Fa. TAB, die uns seit 3 Jahren so großartig unterstützt mit dem beheizten Lager, mit ihrer Infrastruktur und mit vielen, vielen Möglichkeiten. Vergelt’s Gott an dieser Stelle. Um kurz vor 10 Uhr geht’s mit Elke nach Haid, Brot und Gebäck, Obst und Gemüse abholen, viele tolle Sachen die wir heute bekommen. Ab wieder ins Lager, alle Lebensmittel duschschauen und auf Genießbarkeit überprüfen. Elke kümmert sich zuerst um Ihren Kleidungsanhänger, den sie heute betreuen wird. Winterschuhe, Schlafsäcke, Winterjacken, alles nochmal kontrollieren und auffüllen. Zu Mittag gehen wir wie immer zum Mäcki, Elke und Christian wollen mit dem Hubwagen und einer Gitterbox zum Mäcki fahren und sich dort vorm Drive In einparken und bestellen. Ich breche das Vorhaben ab da wir eine große Rechnung bekommen würden, wenn wir wo anecken mit der Gitterbox in der Autoschlange. Dieses Risiko gehen wir nicht ein. Wir bekommen unser Schachtelmenü auch ohne Fahrzeug. Zu Mittag dann zurück ins warme Lager, ein neuerlicher Anruf „Wo finden wir Sie? Wir haben 200 Pkg. Essig & Öl für Sie“. Ich gehe rauf zum Parkplatz und ordere den LKW Fahrer. Gewerkschaft und Arbeiterkammer spendeten uns 200 Pkg. Rapsöl und Essig, vielen, herzlichen Dank. 10 Minuten später meldet sich Timmy telefonisch. Timmy war der beste Freund von Peter, der sich letzte Woche das Leben nahm. Timmy kümmert sich um die beiden Mädchen von Peter, die Ältere, 12 Jährige, trägt zur Zeit einen Liegegips und würde so gerne am 1.12.2020 am Begräbnis ihres einzigen Papas teilnehmen, dazu bräuchten wir dringend einen Kindgerechten Rollstuhl. Timmy weint und kommt mit dem Tod von Peter überhaupt nicht zurecht, er kümmert sich um Peters Familie. Bitte, bitte liebe Spender/innen, liebe Wegbegleiter/innen, wenn Ihr wisst wo man so einen Rollstuhl für 1 Tag ausleihen kann, bitte lasst es mich wissen. Wäre toll wenn uns bei diesem Problem jemand aushelfen könnte. 14 Uhr, Helmut, Aida, Brigitte kommen, Verena, Daniela und Birgit kommen auch gleich. Wir beginnen gemeinsam den Transporter zu beladen, das Obst, das Gemüse in den Anhänger, die Getränke, Gefrierbox und Kühlboxen in den Transporter, alles fest verzurren, sichern und gut verstauen. 15.10 Uhr, wir fahren ab Richtung Linz, unser Transporter zeigt hier -1° an, aber wenigstens trocken, nicht wie letzte Woche, dass wir klitschnass werden. Dafür ist halt heute der Eis Engel eingezogen, warm anziehen im Zwiebelsystem. Als wir ankommen stehen schon etwa 15 Schützlinge an unserem Verteilplatz. Anhänger positionieren und Transporter zurückfahren, dazwischen die Tische aufstellen und Hänger wie Transporter ausräumen, alles auf die Tische ausbreiten, die Begrenzungskette anbringen und dann noch ein kurzes Briefing, bevor wir beginnen, auszuteilen. 97 Schützlinge werden es heute werden. Eine stolze Zahl, Wahnsinn, diesen Monat schon zum 3. Mal mehr als 90 (!!!) Menschen bei unserem Bus. Ich werde heute 56 Nächtigungsjetons verteilen, da viele Menschen diese nächtlichen Temperaturen nicht mehr aushalten würden, und ich zumindest möchte, dass jede/r der/die in die Notschlafstelle darf, wenigstens 2 Mal dort schlafen kann, 2 Mal eine ganze Nacht lang aufwärmen, so gar nicht selbstverständlich für unsere Schützlinge. Mehr aber können wir nicht ausgeben, da uns sonst die Kosten erschlagen würden, da 1 Jeton € 4,- kostet. Als unsere Barbara nach gefühlten 2 Jahren heute wieder dabei ist beim Verteilen, freue ich mich sehr, sie hat einen Karton voller selbstgemachter Muffins mitgebracht, da sie morgen Geburtstag hat und das Team heute überraschen wollte. Sie hat auch eine Geldspende ihrer Jungs mitgebracht, € 24,- spendeten Barbaras Jungs und sie rundete den Betrag noch auf € 30,- auf, und es gab noch zusätzlich 10 Nächtigungsjetons für die Nowa. Vielen herzlichen Dank und Vergelt’s Gott für deine, für Eure Spende. DANKE! Zu Beginn der Ausgabe rumort es ein wenig in der hinteren Reihe, es habe sich jemand vorgedrängt, ich kann die Situation bereinigen und die Menschen beruhigen. Es kamen heute wieder viele Neue, 2 Menschen musste ich auch heute wieder wegschicken, da sie doppelt Leistung beziehen wollen, bei der Caritas und bei uns, das geht in dieser Form nicht. Nachdem die beiden Herren aus dem Iran eine Karte der Caritas vorzeigten, dass sie dort in Betreuung sind, müssen sie sich auch dort um Lebensmittel, um Bargeld und Kleidung kümmern. Bargeld dürften wir sowieso nicht hergeben, würden wir auch niemals machen. 5 Minuten später kommt eine bekannte Frau mit ihrem Kind zu uns, M. war schon lange nicht mehr da, ich freue mich riesig, sie gesund zu sehen. Andere Schützlinge wieder, muss ich leider regelmäßig daran erinnern, dass wir kein Interspar oder Metro sind, es macht halt schon auch der Ton aus, wie man uns begegnet, und wenn jemand sich des Öfteren Unterhosen, lange Unterhosen, neue Socken und Winterjacken u.a. bei uns holt, dann haben wir das zu unterbinden, damit niemand unsere Spenden verkauft um so an Alkohol zu kommen. Ich war ja selbst Säufer, bis 1995, ich kenne diese Droge Alkohol, aber ich kann sie in keinster Weise unterstützen. Manch unserer Schützlinge probiert es halt jede Woche, und jede Woche erwische ich sie dabei, wir können so etwas leider nicht durchgehen lassen. Also maximal dann eine neuerliche Winterjacke, wenn die alte zerrissen oder kaputt ist, neue Schuhe wenn die alten kaputt sind und nicht, weil sie nicht mehr gefallen. Wir müssen schon gut Acht geben um keinen Missbrauch unserer Spenden zu unterstützen. Einen „Herren“ haben wir immer wieder, dem wir so gar nichts recht machen können, er ärgert unsere Helferinnen, ist feindselig und teilweise frech, vor kurzer Zeit bekam er deshalb ein vierwöchiges Verbot bei uns, weil er richtig frech wurde, und jetzt, nachdem er seit 2 Wochen wiederkommt, erneut feindseliges losgelassen hat, habe ich ihm heute erneut deutlich machen müssen, dass wir seine Art nicht mehr dulden werden und das hier die letzte Aussprache mit ihm ist. Mal schauen, ob er uns verstanden hat. Vis à Vis sehe ich, dass wir von einem fremden Mann gefilmt werden, mit Helmut gehe ich hinüber zu ihm und frage ihn „Warum er uns filmt?“. Es kommt nichts als Ausreden, ich verbiete ihm, uns zu filmen, da er weder sagt wer er ist und für wen/was er uns filmt. Es kommt ja auch öfters vor, dass wir aus vorbeifahrenden Autos gefilmt oder fotografiert werden. Ich frag‘ mich oft, warum macht man das? Egal! 97 Menschen haben wir heute wieder versorgt, ganz schön viel für einen kleinen Verein wie uns, vor allem wissen wir nicht, wie lange wir solche Donnerstage noch durchhalten. So ein Donnerstag kostet nicht nur eine Menge Nerven, es kostet viel, viel Geld. Solange wir können, werden wir es machen und tun, wenn uns aber die Mittel ausgehen würden, müssten wir alles einstellen, wirklich alles, Verteil-Donnerstag, Spendenlieferungen, alles. Kein schöner Gedanke, er macht mich unendlich traurig. Um 18.15 Uhr bekommt der Letzte heute seine Lebensmittel, seine Jetons, und unser Lächeln sowie gute Wünsche. Mittlerweile hat es -2° und beim gesamten Team ist mittlerweile die Kälte in jede Pore eingezogen, allen ist es mittlerweile kalt, durch und durch! Also schnell zusammenräumen, alles einpacken, den Platz nach Müll absuchen, alles zusammensammeln und ab durch die Mitte, in unser Lager nach Ansfelden. Verena, Daniela, Birgit, Helmut, Aida & Martina helfen noch ausladen und alles wieder einzulagern. Ein ereignisreicher Tag geht der Neige zu und ich hadere mit einigen Vorkommnissen, bin nicht sicher ob ich richtig entschieden habe, ob ich nicht zu streng war, ob ich unfair war/bin, viele Fragen, viele Zweifel manchmal. Eine tiefe Verneigung geht heute wieder an all unsere Spender/innen, dass sie uns diesen Verteil-Donnerstag jede Woche ermöglichen. Ein großes Geschenk auf das wir sehr gut Acht geben. Eine tiefe Verneigung ergeht auch an unser großartiges Team, was ihr heute wieder geleistet habt, ist einfach nur….TOLL! Danke an alle Mädels aus Schwanenstadt. Ihr seid einfach…großartig! Schön dass es Euch gibt, schön dass Ihr Eure Freizeit bei uns im Verein, in unserer Aktion verbringt. Ich verneige mich vor einem großartigen Team. DANKE für alles! In meinem Kopfhörer klingt es nach Brunner & Brunner, „Für uns alle“, ein tolles Weihnachtslied was mir die eine oder andere Träne gerade herausholt, es gibt Momente, da ist auch das erlaubt. Ich erlaube es mir. Weinen, weil man einfach das Leid der Menschen am liebsten irgendwohin wünscht, weil man viele Schicksale, viele Leiden nicht einfach abstellen kann, darum bitte liebe Leute, schaut nicht weg, helft uns bitte beim Helfen! Wir können die Welt nicht retten, ABER, wir können in unserem Umfeld beginnen, die Welt ein wenig wärmer zu machen, den Menschen zu helfen und uns nicht einfach wegdrehen. DANKE, dass Ihr uns Woche für Woche unterstützt, uns helft und eine echte Stütze seid, dafür verneige ich mich demütigst! Euch eine gute Nacht und alles liebe! 🙂 <3

16.11.2020 – Die Fa. Humer schenkte uns ….

Update 16.11.2020 - Betrifft: Unser neuer, toller Humer-Anhänger: Heute früh, 8 Uhr, Termin in Gunskirchen bei der Fa. Humer, ohne zu wissen um was es geht wurde ich letzte Woche zum Gespräch eingeladen. Als um Punkt 8 Uhr früh, Herr und Frau Humer lächelnd auf mich zukamen, und mir sagten, Zitat: " Da wir heuer wegen Corona keine Weihnachtsfeiern machen und die gesamte Belegschaft der Fa. Humer einverstanden war, die dafür vorgesehene Summe 2 Einrichtungen zu spenden, nämlich Euch als Obdachlosenhilfsaktion und die Tafel O.Ö.. Solche Projekte muss man unterstützen" sagte Frau Humer lächelnd. Mir wurde heiß und kalt, war sprachlos, da vereinbart war, nach geraumer Zeit eine Abschlagszahlung von € 3500,- zu bezahlen, damit der neue, großartige Humer-Anhänger, dann in unser Eigentum übergeht. Diese Abschlagszahlung von € 3500,- wurde uns geschenkt und mit heutigem Datum geht der neue Anhänger in unser Eigentum über. Eine großartige, menschliche Geste und eine tolle Spende. Vergelt's Gott und vielen, herzlichen Dank für diese Spende. Wir verneigen uns zutiefst für diese Geste. DANKESCHÖN 🙂 ❤

12.11.2020 – Ein unrunder Verteil-Donnerstag!

DONNERSTAG 12.11.2020

... ein unrunder Tag, der eigentlich schon Gestern begann. Wie jeden Mittwoch besorgen wir am Vormittag die Sachen aus dem Tiefkühl- und dem Kühllager, damit manche Lebensmittel noch auftauen können, andere geben wir gefroren weiter. Dafür haben wir unsere Kühl- Gefrierkombi, wo wir die Lebensmittel gefroren halten können. Also Mittwoch früh diesmal schon ins -40° Tiefkühllager, Wurst, Dorschfilet und Pizzen sowie noch eingelegten Paprika aus dem Kühllager. Herrn L. Günther, Geschäftsführer von Transdanubia, wo wir kostenlos Paletten einstellen dürfen, immer wieder persönlich dafür zu danken, was er alles für uns macht. Nicht nur die Stellplätze kosten in den Lagern ein halbes Vermögen, nein, auch wenn wir eine Spende (wie gestern) aus dem Burgenland bekommen, holt er uns diese Paletten kostenlos ab und bringt diese nach Pasching ins Kühllager. Immer wieder - DANKE - DANKE - und Vergelt's Gott, für diese tolle Geste. Anschließend fuhren wir gestern Mittwoch, nach Bayern, um dort günstigst Hygieneartikel einzukaufen. Wir haben einen Deal mit der dortigen Geschäftsführung einer großen deutschen Drogeriekette. Wir bekommen von Haus aus 10% Vergünstigung, wenn wir über € 1000,- einkaufen bekommen wir noch zusätzlich 200-300 Fl. Shampoo oder Duschgel geschenkt. Wobei ein Duschgel 3in1 (300ml), in diesem Geschäft auch lediglich nur € 0,30 kostet. So günstig könnten wir nirgendwo in Österreich einkaufen, und die Einkaufsfahrten werden von mir privat bezahlt und nicht vom Verein, damit die Spendengelder für unsere Schützlinge erhalten bleiben. Also gestern viele Sachen die ausgegangen waren, eingekauft, dann schnell wieder zurück in unser Lager, ausladen und ... Feierabend machen. Erst beim Ausladen sah man richtig, welche Menge wir im Bus hatten. Gestern Abend dann, als ich heimkam und nachschaute was sich in FB so tat, bekam ich eh gleich eine drübergezogen (steht in meinem Posting von gestern), so dass mir hören und sehen verging. Heute früh aus Leonding 20 Bananenschachteln holen und anschließend gleich nochmal ins Paschinger Kühllager fahren, um nachzuschauen was gestern so ankam aus dem Burgenland. Wir werden das in einem separatem Posting bekanntgebenAnschließend nach Haid fahren, Brot/Gebäck und ganz viel Obst und Gemüse abholen. Heute gab's keinen Kaffee, dank Corona. Also alles einladen und ab, quer durch die Mitte in unser Lager nach Ansfelden. Dort alleine angekommen, begann ich gleich mit durchschauen der Lebensmittel auf Genießbarkeit, Rena Meinhart kam dann auch bald dazu und half mir brav, danke dafür. Hier merkte ich deutlich, dass mir die vergangenen Wochen und Monate ordentlich in den Knochen sitzen. Mein linkes Knie randaliert rebellisch, meine rechte Schulter ebenso, egal, nicht jammern, weitermachen! Irgendwie aber spüre ich heuer deutlich, dass nichts ist wie vorher, unsere Aktion und unser Verein, viele Menschen, die Gesellschaft schlechthin, die allgemeine Spendenfreudigkeit, man merkt deutlich, dass etwas massiv beschädigt ist. Ich wünsche mir nur eines aus tiefstem Herzen, liebe Wegbegleiter, dass wir BITTE ALLE zusammenhelfen, den Ärmsten der Armen, den Obdach- und Wohnungslosen die Not zu lindern und das Beste aus dieser Situation zu machen. BITTE BITTE - helft uns, damit wir helfen können! Unsere Schützlinge sind schon am Rand der Gesellschaft, geben wir acht, dass sie nicht runter fallen. Zu Mittag im Lager bei der Kontrolle bekam ich Hunger, Mäcki geht nur mit Auto, unser Auto/Transporter ist aber zu hoch um beim Mäcki durchzukommen. Also doch Banane, oder zwei. Als es dann 13.35 Uhr war, kommt's mir geschossen, um Gottes Willen, die Wurst ist noch nicht geschnitten, nicht eingepackt, die Käsekugeln auch nicht hergerichtet. Maria kümmert sich sonst um diese Sachen, Maria ist aber in Quarantäne, genauso wie Elke und unsere Barbara ist verkühlt, also heute halbe Anzahl der Helferinnen. Gottseidank haben wir die Zusagen von 2 neuen Mitgliedern, von Tina und Martina, sie helfen uns heute beim Verteil-Donnerstag, ansonsten wäre der heutige Verteil-Donnerstag vermutlich gar nicht durchgeführt worden. Leider brauchen wir eine große Anzahl von Helfern/innen am Donnerstag, 8 müssen es sein, besser wären 9-10! Ich wünsche mir alle Helferinnen, die krank oder in Quarantäne sind, schnell zurück, nicht nur um der Arbeit willen, sondern auch weil wir sonst als Team nicht vollständig sind. Auch unsere Beate Loeffler, die uns schon sehr abgeht, hoffentlich kommst Du bald wieder, gesund und munter, so wie alle anderen auch. Also heute Mittag dann schnell alles aufgeschnitten und in die Kühlboxen geräumt, alles draußen beim Transporter hergerichtet, um es dann einzuladen. Es geht flott dahin, im Eilzugstempo sind wir voll im Transporter, jetzt noch unseren tollen Humer-Anhänger anhängen und ... ab geht's! 15.15 Uhr - Abfahrt. Bei der Ankunft in Linz warten schon etwa 20 Schützlinge auf uns, wir räumen schnellstens aus, präparieren es richtig um dann schnell arbeiten zu können. Schließlich werden heute 76 Schützlinge kommen. Für noch nicht einmal Monatsmitte, ganz schön viel. Diese Anzahl haben wir normal in der 2. Monatshälfte, aber durch Corona ist alles anders. Beim aufbauen schreien 2 Araber vom Gehsteig rüber: Zitat: "muss man hier bezahlen?" Nein, muss man nicht, WENN man Obdachlos oder arm ist, die Botschaft kam bei den Beiden direkt an. Man sah auf den ersten Blick dass die Beiden nicht zu unseren Schützlingen zählen. Wir beginnen mit der Ausgabe, Rena und Wolfgang bei der Wurst bzw. bei der Gefrierware/Kühlware, Brigitte im Bus, Lebensmittelausgabe, Patrick unser Neuer, bei den Getränken, Tina und unsere Prinzessin Gerlinde beim Brot/Gebäck, und Martina, beim Knabbergebäck und beim Obst. Heute bleibe ich immer in der Nähe, damit unsere neuen Vereinsmitglieder und Helferinnen nicht erschrecken, damit ich in der Nähe bin wenn jemand glaubt, frech zu unseren Mädels sein zu müssen. Das geht gar nicht. Heute kommen viele alte Gesichter, die ich schon Monate nicht mehr gesehen habe. Ich freue mich zwar nicht, sie immer noch als Obdachlose zu sehen, aber es tut gut zu wissen, dass es ihnen halbwegs gut geht. Von einem dieser "alten" Bekannten erfuhr ich, dass unsere B., die bis vor kurzem noch in Gallspach war, jetzt nicht mehr dort ist, P. & B. haben ihre Wohnung verloren, und B. geht es gar nicht gut. Ich erzählte Euch B.'s Schicksal voriges Jahr, sie war das Mädl, dem der damalige Freund mit einer Axt den Schädel spaltete, die viele Monate ums Überleben kämpfte und dann in die Obdachlosenszene rutschte. Ein langes Schicksal eines so tollen, liebevollen Mädchens dass an vielen Lebenskreuzungen die falsche Richtung einschlug. Der "alte" Bekannte meinte, B. wäre total gelb in den Augen, am ganzen Körper, man könne ihr nicht mehr helfen, meinte er. Ich werde morgen selber schauen, Informationen zu bekommen, das darf so nicht enden, nicht für B.! Zum Schluss des heutigen Verteil-Donnerstags kamen einige, ich sage Mal so, von der Schwerkraft hin- und hergezogene Schützlinge. Die Anfrage nach den Nächtigungsjetons der Notschlafstelle war heute riesengroß, niemand will jetzt noch, bei dieser Kälte, auf der Straße schlafen. Wir verteilten heute 54 Jetons (à € 4,-) an unsere Schützlinge, einige Schlafsäcke, Isomatten, neue warme Schuhe und Jacken, warme Decken usw.. Unsere beiden Neuen heute waren sichtlich angetan vom heutigen Tag, es gefile ihnen sehr gut und sie machen weiter bei uns im Verein. Herzlichst willkommen im Team,  Tina Hennerbichler und  Schnegg Trallala ! 18 Uhr, in den letzten Minuten vorm einpacken fangen noch zwei zum streiten an, für uns Grund genug, sofort alles zu beenden, da die Beiden auch die letzten waren und wir uns diese Streiterei nicht anhören wollten. Einpacken und ins Lager fahren, um 19Uhr kommen Spender, die eine Scheckübergabe fotografieren wollen, also ab, flott ins Lager. Heute ohne Nachbesprechung alles schnell wieder ins Lager gebracht um dann gleich "Ready" für Michaela & Co zu sein. Der heutige Verteil-Donnerstag war...anstrengend, ungewohnt aber trotzdem toll. Vielen, herzlichen dank allen Spendern/innen, dass wir all die Donnerstage diese Aktion machen dürfen mit Eurer Unterstützung. DANKE und VERGELT'S GOTT! Ein großes DANKE auch an unser gesamtes Team von heute, ihr seid Spitze. Für mich dauert der Tag noch etwa 2-3 Stunden, für Euch wahrscheinlich nicht mehr so lange. Danke für Eure Aufmerksamkeit, Euer "Dabeisein" und ... schön dass es EUCH ALLE gibt.

29.10.2020 – Ein komischer Verteil-Donnerstag!

Heute, Donnerstag 29.10.2020 ... stand wieder unser wöchentlicher Treff mit unseren Schützlingen am Programm. Der Tag begann heute etwas widerspenstig, unrund und so gar nicht viel versprechend. Einiges war heute früh anders als sonst, ungewohnt und seltsam, ein komisch/flaues Gefühl begleitet diesen Morgen. Petrus scheint auch sein Versprechen zu halten und es den ganzen Tag regnen zu lassen. Der gesamte Vormittag war zumindest von Regen geprägt, die leise Hoffnung dass es wieder ein trockener Verteil-Donnerstag werden könnte, schwindet zusehend. Wir fahren seit 15. August 2018 nach Linz und verteilen dort Woche für Woche Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Kleidung und Schuhe, Schlafsäcke, Isomatten uva. an unsere Schützlinge. In diesen 2 Jahren und knapp 3 Monaten hatten wir ganze 4 Regentage, wo es wirklich nicht aufhörte zu schütten, ansonsten war es immer trocken, IMMER! Also passt schon unser Herr da droben auf uns auf, da bin ich mir ganz sicher. Der heutige Vormittag ging zuerst mit einer kleinen Auseinandersetzung los, weil jemand nicht einsah dass man mit einem VW Caddy nicht 3 (!!!) Parkplätze verstellen kann. Was soll's! Brot und Gebäck in Haid abholen, heute ohne Obst und Gemüse. Leider. Deshalb entscheiden wir uns Gemüse und Obst zuzukaufen, für den heutigen Nachmittag. Obst und Gemüse ist immens wichtig für die Menschen da draußen. Deshalb auf zum Hofer Ansfelden, die Geschäftsleitung erlaubt uns über eine verordnete Hofer-Haushaltsmenge einzukaufen. Bananen, Äpfel, Orangen, Gurken, Karotten und Zwiebeln. Die Kassa beim Hofer war etwas länger als normal blockiert, deshalb gab es bald schon einen Kommentar einer wartenden Frau, "Geht des ned schnölla? Bittschään a neiche Kassa". Die Kassierin quittierte den Kommentar mit einem Lächeln und widmete sich wieder uns. Dann gings ans einpacken, und ab ins Lager. Dort hat Christian heute viel zu tun, 3 4 große Säcke voller Brot und Gebäck durchschauen auf Genießbarkeit. Ich widme mich in der Zwischenzeit unserer neuen Anschaffung. Damit wir bei der Donnerstagsverteilung nicht mit den Lebensmitteln im Regen stehen, kauften wir 3 Partyzelte, die man in 2 Minuten aufstellt und die auch einiges aushalten. Den ersten Pavillion kontrollierten wir Samstags bei der Spendenannahme, die anderen 2 heute Vormittag. Leider sehe ich gleich auf den 1. Blick nach dem auspacken, ohjegale, kaputt, bei beiden Pavillions die Kunststoffraster abgebrochen. Tja, von 3 Artikeln 2 beschädigt, keine gute Quote. Also werde ich in den nächsten Tagen viel Zeit damit verbringen diese wieder zu verpacken und zurückzuschicken. Und, was noch dazukommt, wir haben nächste Woche nur einen Pavillion zur Verfügung, huch! Alles wird gut! Gestern und heute kamen etwa 10 Spenden per Postpaket, wie teilweise die Packerl ausschauen, möchte ich hier gar nicht beschreiben, furchtbar. Aufgebrochen, geöffnet und wieder zugeklebt, zerrissen usw.. An dieser Stelle liebe Post, es ist nicht dein Eigentum, mit dem Du auf grobe Weise umgehst. Bitte achte dass die Packerl unbeschädigt beim Empfänger ankommen, eine große BITTE! Weiter geht's mit meiner Mittagspause, heute alleine, Christian kontrolliert alleine das Brot. Doch macht heute auch Mäcki nicht viel Spaß , alleine. Also gleich wieder rüber ins Lager, kann doch Christian nicht alleine arbeiten lassen und ich sitz im "Wirtshaus", das geht gar nicht. Maria Fleischanderl kommt gerade an als ich ins Lager komme, sie kümmert sich gleich um die Wurst, um alle Frischware, die portioniert und eingepackt werden muss. Wolfgang kommt auch schon, er schnappt sich Kübel und Wischfetzen, der Bus muss rausgesaugt und rausgewischt werden bevor wir ihn beladen. Dann legen wir los, wie üblich mit den Donnerstagswagerl zuerst, fest verzurren, dann die Getränke, die proppevolle Kühl- Gefrierkombi, festschnallen, dann die neuen Pavillions ebenfalls sicher verstauen. In der Zwischenzeit kamen Gerlinde und unsere Ingrid Strassl, unsere beiden Kleidungsfeen, und füllen den Anhänger an. Unser neuestes Mitglied Verena, ist heute zum 1. Mal dabei und Barbara Nowecki kümmert sich ein wenig um Verena, erzählt ihr die Vorgehensweise. Eine kleine Einführung in den Nachmittag. Sodale, alles angefüllt, das Gespann wird zusammengehängt, übrigens sind wir mit Transporter und Anhänger ganze 12,70 Meter lang und 2,40 Meter breit. Ein tolles Gespann. 15.10 Uhr, es regnet wie aus Kübeln, Abfahrt Richtung Linz, angekommen sehen wir etwa 15 unserer Schützlinge beim alten Bus-Terminal stehen, unter dem Vordach. Wir stellen uns wie geplant mit dem Transporter hinten auf, steigen aus dem Transporter, und....es hört auf zu regnen. Gleich gegenüber über dem Hauptbahnhofsgebäude ein wunderschöner Regenbogen, und, unglaublich, es hat ganz aufgehört zu regnen. WAHNSINN! Nicht nur mir fällt das auf, dass solche Wünsche (Ende des Regens) prompt in Erfüllung gehen. Hallellujah! 🙂 ❤ Wir stellen trotzdem die 2 Pavillions auf, damit die Lebensmittel trocken bleiben, sollte es sich Petrus anders überlegen. Die 2 Pavillions werden mit insgesamt 8 Sandsäcken (100kg Sand) gegen wegfliegen gesichert. Hänger und Transporter ausräumen, dann noch eine kleine Teambesprechung, wichtiges wird noch kurz angesprochen. 16 Uhr, es geht los. Eine gute Stimmung in der Schlange, nur ich muss immer wieder an unsere Coronaauflagen erinnern, 2 Meter Abstand, M/N Masken tragen und ganz nahe bei der Leitschiene warten, damit die ein-/ausfahrenden PKW's nicht behindert werden. Das gleiche mit dem Schwerverkehr von der Baustelle. Ich bin dauernd am kontrollieren, es schmuggeln sich immer wieder Menschen in die Reihe, die absolut nicht bedürftig sind, oder die wir nicht betreuen DÜRFEN. So auch heute ein Vodkagetränkter Ukrainer mit Freundin, der in der Betreuung der Caritas ist, der keinen Pass und keine Manieren hat, mich einen "nicht guten Menschen" nennt und mir später noch sagt, ich sei nicht weit weg von einem "Ar......ch als Mensch". Hier muss ich einhaken, solche Ansagen werden nicht geduldet, ich mache ihm klar dass er eigentlich bei uns falsch ist und wir heute ein Auge zudrücken, ihm trotzdem Lebensmittel geben, um mir dann von ihm anzuhören "willst Du mich hungern lassen, du Ar......ch?" NEIN, ich will niemanden hungern lassen, aber solche Beschimpfungen dulden wir auch nicht. Also Disziplin in der wartenden Schlange, oder doch bitte bei der Caritas anstellen. Als ich dann noch sah dass er gegen seine Freundin die Faust erhob, war Schluss mit lustig, ich ließ ihn nicht mehr aus den Augen, die Schuhe, die er sich noch holen wollte, bleiben hier und wir wünschen ihm noch einen schönen Tag. Leider können wir nicht nur die Welt nicht retten, sondern auch Frauen nicht vor solchen Männern schützen. Tja, Gewalt beginnt dort wo der Verstand endet, und im Vodkasuff scheint er diesen schon abgegeben zu haben. Wir widmen uns wieder all unseren Schützlingen die so dankbar sind, dass es uns gibt, dass wir Woche für Woche für sie da sind. Manchmal bleibt uns bei den Danksagungen schon die Worte im Hals stecken, weil uns diese so stark berühren. Was mich heute sehr freute war, dass Roman wieder nach fast einem Jahr zu unserem Bus kam, er holte sich Winterschuhe und Socken, viele viele nächtliche Gespräche mit ihm am kalten Bus-Terminal, wo er schläft, waren nötig, wieder Vertrauen zu bilden. Auch Thomas kam heute wieder, nüchtern, auch das macht mich glücklich, wenn einer unserer Schützlinge dem Alkohol Goodbye sagen will und das auch schafft. Großartig. Liebe Leute, beim Leben auf der Straße kommt meist der Alkohol dazu, sonst übersteht man dieses Leben auf der Straße nicht. Gefällt mir, bin stolz auf die Beiden. 18 Uhr, ein gelungener Verteil-Donnerstag geht dem Ende entgegen, alles einräumen, Pavillions abbauen, Gespann wieder andocken, abfahren Richtung Lager Ansfelden. Dort angekommen, unser Team ist schon da und wartet auf uns, wir legen los im Eilzugtempo, es geht ja nachher wieder zur Nachbesprechung zum Mäcki. Bei der Nachbesprechung gleichen wir unsere Eindrücke ab, und jede/r hat fast das gleiche Gefühl, dass es ein toller Tag ohne Regen, und mit vielen schönen Begegnungen war. So beenden wir auch unsere "Sitzung" und brechen auf, nach Hause. Ich bin so stolz auf unser Team, wir sind ein wirklich toller Haufen der zusammenhält und nur an einem Ziel arbeitet, ZU HELFEN! Es ist schon ein großartiges Gefühl, all die Gesten, all die Aussagen zulassen zu können und sie auch so stehen zu lassen. Wir danken all unseren Spendern/innen und Gönnern/innen, Vergelt's Gott und Danke, dass wir auch heute wieder Spenden verteilen durften. Und ein großes DANKE an unser gesamtes TEAM, das so vieles bravourös meistert. Schön dass es EUCH ALLE gibt! Mein Tag wird noch etwas dauern, noch alles fertig machen und alles abschließen. Danke auch, dass ihr Euch immer die diversen Postings ganz durchlest und uns auf diese Weise begleitet. VERGELT'S GOTT 🙂 ❤

22.10.2020 – Hilfe für 75 Menschen!

Heute, Donnerstag 22.10.2020 ...

... der Verteil-Donnerstag in Linz stand wieder auf dem Programm, und wir, das gesamte Team freute sich schon sehr auf unsere Schützlinge. Der Mittwoch begann mit einer großartigen Spende aus Pasching, die wir in Haidershofen abholen mussten. Aber dazu gibt es später ein gesondertes Posting. Wie üblich begannen unsere Vorbereitungen für den Donnerstag, gestern Mittwoch früh im Kühl- bzw. im Tiefkühllager bei -40°, das jede Woche so herrlich "erfrischend" ist für Christian und mich. Überhaupt wenn man nur leicht bekleidet in dieses Hochregallager geht und glaubt, die dortigen -40° wären zu überwinden. Spätestens hier bemerken Christian und ich jede Woche auf's Neue dass wir keine 20 mehr sind. Diese Kälte tut nach spätestens 5 Minuten ohne adäquate Kleidung richtig weh, in jeder Pore! Egal, da müssen wir durch. An dieser Stelle eine tiefe Verneigung und ein demütiges Vergelt's Gott für all die Lebensmittel die wir hier bekommen (Pizza, Dorschfilet, Chicken-Wings, Fischstäbchen u.a.), und für das kostenlose einstellen für Teile unserer Lebensmittel eine extra DANKE! Von -40° ins "normale" Kühllager bei etwa 0°, da ist es richtig "angenehm", zu arbeiten. Alles noch schnell zusammenstellen und ab geht's, in unser Lager nach Ansfelden. Alle tiefgefrorenen Lebensmittel in die Gefrierkombi geben, die Käsekugeln in den Kühlschrank damit diese auftauen, alles vorbereiten, um am Donnerstag nicht mehr allzu viel Zeit zu verlieren. Heute, Donnerstag zuerst bei MAN Ansfelden nachfragen, wegen Winterreifen und Felgen für unseren neuen Transporter, ja, "suchen Sie sich einen Reifenhändler ihres Vertrauens" war deren Antwort, ganz zu schweigen dass es nirgendwo Felgen in der gewünschten Dimension zu kaufen/bestellen gibt. Nur nicht ärgern, wir kriegen noch irgendwo Winterreifen, da bin ich mir sicher, nur, woher? Egal! Dann heute Vormittag weiter nach Haid, zuerst Kaffee trinken und einen Krapfen genießen, ein Plauscherl und ein paar Witze, schon ist der Vormittag gerettet. Wir fuhren aus Haid mit ganz viel Brot, Gebäck und viel Süßem weg. Nächstes Ziel heute Vormittag, Lager Ansfelden. Alles ausladen, kontrollieren auf Genießbarkeit, das jede Woche Christian verlässlich macht, in der Zwischenzeit kümmere ich mich um die Dinge drinnen in unserem Lager, alle Wagerl herrichten und auf Vollständigkeit prüfen. Im Innenlager nebenan werkt ein junger Mann der TAB, macht neue Gitter und Türen rein, hier werden wir in Kürze ein paar Quadratmeter Lagerfläche dazu bekommen, um die Kleidung von den Lebensmittel zu trennen, ein enorm wichtiger Schritt für uns. Ein wenig müssen wir noch Geduld haben. Zu Mittag geht's zum Schachtelwirt nebenan, Christian und ich sitzen uns ins Freie und genießen unser verdientes Mittagsmenü. Als Maria mit ihrem Transporter vorbeifährt wissen wir, Zeit aufzustehen und alles fertig zu machen, um unseren Transporter zu beladen. Die Beladung wie immer, zuerst unsere 2 Donnerstagswagerl, anschließend Getränke und Kühlboxen, zum Schluss unsere Kühl- Gefrierkombi und dann noch alle Tische...Sesseln und Hocker, und schon ist der Transporter voll. Umdrehen, um unseren Humer-Anhänger anzukoppeln, Gerlinde und Ingrid bestückten den Anhänger in der Zwischenzeit, eine neue Anordnung im Anhänger wird heute in Linz erprobt, die 2 Mädls machen das schon, ich verlass mich zu 100%. 15 Uhr, unser Gespann steht zur Abfahrt bereit. Als besondere Auflage haben wir heute bekommen, dass wir eine extra Person abstellen müssen, die sich auschließlich um Desinfektion, um alle Sicherheitsvorschriften vom Land OÖ und Polizei zu kontrollieren und dafür zu sorgen, dass alles reibungslos abläuft. Dazu muss ich sagen, wir bekamen als Auflage ... Gesichtsschild, Mund/Nasenmaske und Einweghandschuhe zu tragen. Das Gesichtsschild läuft aber dauernd an wenn man darunter eine M/N-Maske trägt, deshalb ist das Tragen beider Masken/Schilder eine schwere Einschränkung, weil man bald nichts mehr sieht. Wir wussten uns zu helfen. Rena übernimmt diesen Part, alles im Blickfeld zu haben. Als wir dann um 15.30 Uhr in Linz ankamen, standen schon 23 Schützlinge wartend auf unserem Platz. Wir mussten ihnen alle Auflagen erklären und alle bitten, 2 Meter Mindestabstand zu halten. Das funktionierte nicht immer, Kevin, ein junger Obdachloser sah nicht ein Abstand zu halten, als ich diesen aber einforderte begann er zu schimpfen und verließ unseren Platz trotzig. Tja, wir können es nicht riskieren, hier wegen solcher Vergehen einen Platzverweis zu bekommen, das wäre absolut niemandem dienlich, 75 Schützlinge waren es heute die bei uns waren, wenn wir diese wegschicken müssten, weil ein einzelner die Regeln nicht einhalten will, das geht gar nicht. Wir müssen manchmal auch mit Nachdruck die Corona-Regeln einfordern, in der Regel funktioniert das sehr gut, heute halt mit einem kleinen Vorbehalt. Alle anderen hielten sich aber toll an alle Vorgaben. Unsere Tische waren heute wieder prall gefüllt mit verschiedensten Lebensmitteln und Getränken. Jeder bekommt wirklich so viel dass er/sie 1 Woche über die Runden kommt, darauf legen wir unser Hauptaugenmerk. Niemand soll hungern. Unsere "Kleiderabteilung" bei Ingrid und Gerlinde wird jede Woche noch intensiver genutzt, neue Unterwäsche, neue Socken, warme Winterjacken, Sweater und warme Schuhe, sowie warme Schlafsäcke und Isomatten die Frost aushalten. Unser breites Angebot wird auch heute wie jede Woche in Anspruch genommen und jede/r bedankt sich nicht 1-Mal, sondern 3-4 Mal. Mit einer zufriedenen und glücklichen Mimik gehen alle von unserem Bus weg, das ist das schönste Gefühl das uns unsere Schützlinge geben können. Zu helfen tut so gut und ist gar nicht schwer. Am Ende werden es wie gesagt 75 Schützlinge sein die sich Spenden bei uns holten. Schon ein wenig hoch die Anzahl und es ist noch gar nicht Monatsende. Da "fürchte" ich schon den nächsten Verteil-Donnerstag, dann werden es noch mehr sein. Corona ist ein rasender Brandbeschleuniger in Sachen Armut/Obdachlosigkeit. Wir sehen es Woche für Woche, das macht uns traurig. Kurz nach 17 Uhr kommt Jürgen Seiler zu uns und bringt Kuchen und eine Bananenschachtel voller Äpfel vorbei, die wir gleich ausgeben. Vergelt's Gott für deine Spende! Um Punkt 18 Uhr wird zusammengepackt und das Gespann angekoppelt,  Barbara Nowecki chauffiert in Ihrem Pronto-Pronto Bus (DAS Event, das man gesehen haben muss) alle Helferinnen ins Lager, eine tolle Fahrgemeinschaft. Angekommen im Lager wird gleich der Hänger abgehängt und auf die Stützen gestellt, der Transporter ausgeladen, Gerlinde reinigt alle Kühlboxen inklusive die Kühl- Gefrierkombi, ein absolutes MUSS nach einem Verteil-Donnerstag. Alle Boxen und Kisten müssen sauber sein. Als wir alles fertig hatten war natürlich "Nachbesprechung" beim Mäcki angesagt. Hier wurden heute wichtige Eindrücke besprochen und auch gleich besprochen wie wir weiter vorgehen werden. Wird spannend. Um 19.45 Uhr brachen wir dann nach einem großen Eis mit Erdbeersoße (mein Diabetes wird es mir danken) ... verschiedensten Burgern und Salaten auf in Richtung Heimat. Auf mich wartet ein langer Abend mit den üblichen Arbeiten. Ich hab noch unseren Spendern/innen zu danken, dass wir auch diese Woche wieder unseren Verteil-Donnerstag machen durften, DANKESCHÖN 🙂 und unserem Team ein großes DANKE für all die ehrenamtliche Arbeit, unbezahlt, Zeitintensiv, ABER MIT VIEL HERZBLUT und RESPEKT unseren Schützlingen gegenüber! Liebe Wegbegleiter, ich bitte Euch auch heute wieder, nicht wegzuschauen und zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Schaut nicht weg! 🙂 ❤ Schön dass es Euch gibt 🙂 ❤

15.10.2020 – Ein durchwachsener Verteil-Donnerstag!

Heute, Donnerstag 15.10.2020 .... ein durchwachsener Tag mit vielen, vielen verschiedenen Spannungen und Entscheidungen, mit ein wenig Tragik, mit ganz viel Anerkennung und Lob, mit zahlreichen Versuchen uns zu veräppeln...uns nicht so ganz ernst zu nehmen und einem süßen Baby, dass uns alle für Sekunden sprachlos machte. Der Verteil-Donnerstag begann nicht wie üblich schon am Mittwoch mit abholen der TK Artikel, nein, das musste alles heute, Donnerstag früh erledigt werden. Aber eigentlich begann der Tag heute um 6 Uhr früh mit einem wunderschönen Mail, das mein Herz im wahrsten Sinne des Wortes höher schlagen ließ. Hier ein kleiner Auszug aus dem Original E-Mail:
"Hallo Herr Kreische,
Es freut uns, dass wir sie auch dieses Jahr etwas unterstützen konnten und hoffen, dass wir mit unserem Beitrag etwas zur Linderung der Probleme beisteuern konnten. Wir haben auch für nächstes Jahr ein gewisses Budget für sie und ihren Verein reserviert. Geld hilft natürlich, aber es ist nichts, wenn es nicht die vielen freiwilligen Helfer bei ihnen geben würde, die bei jedem Wetter und auch unter allen Anfeindungen den Obdachlosen helfen und auf der Straße stehen. Mein Kollege und ich wollen uns im Namen der Firma auch bedanken für ihr Engagement für diesen Bereich. Wir wollen uns auch bei Ihren Mitarbeitern bedanken und laden sie hiermit mit Ihren engsten Mitarbeitern (14 Personen) zu einem gemeinsamen Essen ein. Wir würden Sie ersuchen, dass sie sich ein schönes Restaurant aussuchen und mit ihren Mitarbeitern einen schönen Abend verbringen. Wo auch immer sie wollen und auch wann sie wollen."
Diese so großartige menschliche Geste kann ich immer noch in keine Worte kleiden, wir bedanken uns einfach mit einem dankendem VERGELT'S GOTT!
 Das war heute früh der 1. Grund, warum mir Tränen in den Augen standen. So eine Anerkennung für unsere Arbeit, für unser gesamtes TEAM zu bekommen bedeutet mir sehr viel. Denn es ist IMMER das gesamte TEAM, das hier engagiert und wertschätzend die ehrenamtliche Arbeit macht, bei Regen, Schnee, Sonne oder Sturm. Ich bin stolz auf unser gesamtes TEAM.
Der Tag ging dann um 8Uhr in die Vollen, Christian abholen, dann ab ins Lager, die Spende von gestern ausladen und auf geht's, Richtung Pasching zu der Spedition Transdanubia ins Tiefkühl- und ins Kühllager, tiefgefrorene Lebensmittel abholen die wir nachmittags austeilen wollen. Hr. Lehner, der uns dankenswerter Weise kostenlos sein Kühl- und TK-Lager zur Verfügung stellt, noch schnell begrüßt und Knabbergrüße dort gelassen. Dann sämtliche Sachen einladen und auf geht's nach Haid, Brot, Gebäck, Obst und Gemüse sowie viele Getränke holen. Zuerst ein guter Kaffee mit Krapfen und ein Tratscherl, Christian und ich fühlen uns so wohl dort, wir kommen jede Woche sehr gerne hierher. Dann alles einladen und ab Richtung unser Lager in Ansfelden, alles ausladen und durchschauen auf Genießbarkeit, Christian portioniert auch gleich die Brötchen und packt sie ein für unsere Schützlinge und ich kümmere mich um die Altkartons. Zu Mittag, wie gehabt, zum Mäcki, schnell ein Menü und um die Punkte noch Cola-Gläser mitgenommen, ab ins Lager, es ist 13 Uhr und die ersten Helfer/innen werden gleich kommen. Unvorhergesehen versperrt uns dann ein Wiener PKW die hintere Ladeklappe unseres Transporters, da sie einen Billardtisch auf den Hänger verladen. Es geht aber flott und sie sind dann auch gleich wieder weg. Maria Fleischanderl, Wolfgang, Barbara Nowecki waren die ersten, die heute ins Lager kamen. Also begannen wir auch gleich unsere Donnerstagswagerl in den Transporter zu laden und zu verzurren, die Kühl- Gefrierkombi gleich hintendran und all die Kühlboxen mit der ganzen Frisch- und Wurstware daneben. Wir hatten wieder viele tiefgefrorene Schmankerl mit, Schinken im Oberskren-Mantel, Dorsch-Filet, Chicken-Wings, Käsegriller, Grillwürstel uva.. Unsere Tische und Sessel sowie den großen Aschenbecher noch neben all den Kisten, Schachteln und Boxen reinstopfen. Dann war unser Transporter so ziemlich voll, gleichzeitig kümmerten sich Ingrid Strassl und Gerlinde Körner ums Befüllen unseres Humer-Anhängers, Gerlinde war ja heute zum 1. Mal wieder dabei nach Ihrer Reha, wir haben dich alle vermisst, Prinzessin! Als wir alles eingeladen hatten riefen wir noch unsere Beate Loeffler an, um Ihr gute Besserung und alles Gute zu wünschen, sie liegt frisch operiert im KH und wir denken oft an sie. An dieser Stelle liebe Grüße vom gesamten Team, wir sehen uns! 🙂 ❤ Sodale, alles war eingeladen, Transporter umdrehen um unseren tollen Humer-Anhänger, der alle Stückerln spielt, anzuhängen. Also es sei hier schon gesagt, unser Humer-Anhänger macht großartige Arbeit, und hat eine Qualität, sagenhaft, eben Humer. An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Danke an die Firma Humer-Anhänger in Gunskirchen, wo die Kundenwünsche wirklich am Größten geschrieben werden. DANKE für diesen grandiosen Anhänger, er begleitet uns jede Woche und macht, wie gesagt, großartige Dienste.
Also das Gespann zusammenhängen und ... noch ein wenig quatschen, es gibt immer wieder viel zu besprechen vor einem Verteil-Donnerstag, und wir alle genießen das. Um 15 Uhr, mein Blick zuerst auf die Uhr und dann gleich hinauf zum Himmel, dicke Regenwolken hängen tief über Ansfelden, Richtung Linz sieht man einen etwas helleren Himmel, wir schöpfen Hoffnung. 15.15 Uhr Ankunft in Linz auf unserem Platz auf dem alten Bus-Terminal, 9 Schützlinge warten schon, zum Schluss werden es 77 Schützlinge sein, die heute zu uns kommen und sich mit Lebensmittel, Hygieneartikel, warmer Kleidung und warmer Schuhe sowie Schlafsäcke und Isomatten versorgen. Zu Beginn kamen 2 "Herren", die vor 3 Wochen schon bei uns waren, und damals im Nachhinein aufgefallen sind, durch ihr freches Verhalten. Fuhren damals auf den PVA Parkplatz mit einem BMW 525 vor und holten sich bei uns Spenden. Dem beugte ich gleich von beginn an heute vor und verlangte einen Einkommensnachweis, von Beiden! Zuerst kam von dem Einen "ich habe €300,- Notstandshilfe, ich habe keinen Einkommensnachweis hier, ich blieb ihnen gegenüber bei meiner Ansage "Keine Spende ohne Einkommensnachweis", schwupps nach 10 Minuten hatte dieser "Herr" auf einmal einen AMS-Zettel mit seinem Taggeld, auf einmal waren die €300,- Notstandshilfe....schwupps € 1033,- AMS Geld! Als ich ihm sagte dass unsere Grenze um einiges darunter liegt und er mit diesem Einkommensbescheid bei uns keinerlei Spenden bekommen würde, wurde er unflätig, frech, fordernd und beschimpfte mich! "Ich beschwere mich bei Ihrem Vorgesetztem, meinte er noch zu mir, um dann noch zu drohen "Wir kommen wieder". Tja, liebe Spender/innen und Gönner/innen, so geht's nicht. Zuerst lügen und dann noch frech werden, ein anderer Obdachloser bekam deshalb 4 Wochen zeit um nachzudenken, ob wir wirklich die sind, die er ärgern und ungut behandeln kann. Liebe Wegbegleiter, wir müssen uns manchmal vor allzu motivierten Schützlingen schützen, denn beschimpfen und unser Team zu erniedrigen, geht gar nicht! Kaum waren die 2 "Herren" weg, kam ein Vespafahrer zu unserem Transporter, den ich, noch bevor er abgestiegen war, fragte, bist Du obdachlos? Seine Antwort war "Ja, ich schlafe im Wald". Ich musste mich umdrehen und gehen, sonst wär ich vor seinen Augen in die Luft gegangen, nach 2 Minuten, fragte ich ihn nochmal "bist Du obdachlos?" Und ich merkte gleich noch an, lüg' mich nicht an, sag die Wahrheit, nur so werden wir "Freunde". Ich ließ ihn nicht zu Wort kommen ehe er mich nochmal anlügt und drückte ihn rhetorisch an die Wand mit: "Wie kannst Du im Wald leben und Vespa fahren, an welchem Hauptwohnsitz-Baum hast Du deine Vespa denn angemeldet? Will sagen: Er wohnt im Wald fährt aber eine angemeldete Vespa, geht wohl schlecht, da man wohl im Wald keinen Hauptwohnsitz zum Anmelden der Vespa haben kann. Ich redete nochmals auf ihn ein und machte ihm klar, dass jetzt zu lügen, gar keine gute Idee ist. Er meinte dann, er bekomme 870,- Pension, 300,- Heimrente und bekomme auch noch Pflegestufe 2. So, jetzt war ich überschlagsmäßig beim zusammenrechnen auf knapp €1500,-, worauf ich auch ihm sagen musste, "So NICHT"! Keine 5 Minuten später wurde ich zum Hänger gerufen, eine junge Frau wurde hier auf uns aufmerksam und spendete uns €10,- für 1 Lebensmittelpaket. Vielen DANK! 🙂 Kurze Zeit später kam noch eine weitere Spenderin zu uns und brachte Hygieneartikel sowie eine Bettwäsche vorbei, auch hier vielen Dank! 🙂 Um 18 Uhr war alles aufgebraucht, fast alles weg, fast alles ausgeteilt. Ein gutes Gefühl, liebe Spender/innen, 77 Schützlingen wieder geholfen zu haben, unserem Team kann ich wieder nur ein großes Danke sagen und...schön dass es Euch gibt! Auf nach Ansfelden ins Lager, ausräumen und wieder einlagern, und ab zur Nachbesprechung zum Mäcki, das muss schon sein, nach unserem Verteil-Donnerstag. Hier erzählt jede/r seine Erfahrungen, die er/sie machte heute, eine tolle Sache diese Gemeinschaft! Und als wir unsere Nachbesprechung eigentlich schon beenden wollte, kam ein junger Vater mit seinem Baby auf dem Arm, zu uns....niemand von uns wusste was er wollte, bis der Vater dem Kleinen zeigte, dass er die € 20,- die er in der Hand hält, fallen lassen soll. Der Kleine ließ den € 20,- Geldschein fallen, und wir waren alle sprachlos! Niemand wusste wie ... warum ... wir sagten nur mehr DANKESCHÖN! Wisst Ihr liebe Wegbegleiter, solche durchwachsenen Tage wie heute, wenn auch zwischendurch etwas unschönes passiert, machen uns dann am Ende doch unendlich reich, machen uns glücklich, machen uns als Team unendlich froh! Danke liebe Spender/innen dass wir jede Woche solche Erfahrungen machen dürfen, VERGELT'S GOTT....wir sind reich, wir sind glücklich, weil IHR den Weg mit uns geht! Um 20.15 Uhr dann ab nach Hause, jetzt geht es wie jede Woche ans texten, ans Foto hochladen und an die restliche Arbeit, die heute noch ansteht. Ich gehe heute mit einem Gefühl in die Nacht, das ich nicht oft habe, DANKE Du gütiger Herr da droben, dass ich all das auf diese Weise erleben darf! So endet hier mein Posting, die restliche Arbeit begleitet mich noch ein paar Stunden. Danke dass Ihr uns immer auch lesend begleitet, schön dass es Euch gibt! Vergelt's Gott für ALLES! Gute Nacht! 🙂 ❤