25.2.2021: 105 VERSCHIEDENE MENSCHEN, 105-MAL DIE GLEICHE ARMUT!

Wie schnell und wie steil Bergab es im Leben gehen kann, sieht man erst, wenn man selbst betroffen ist. Viele Menschen können ein „Lied“ davon singen, wie schnell es geht, wenn hinter einem Menschen das soziale Netz wie Familie oder Freunde wegbrechen und man im freien Fall Richtung Armut/Obdachlosigkeit aufwacht. Und glaubt mir liebe Leute, niemand ist sicher vor dieser Spirale, niemand, es kann jede/n treffen. 2-3 unglückliche Begebenheiten auf einmal und schon fällt man durch den Rost, ist man in einer tiefen Abwärtsspirale. Zurzeit haben wir bei Andy das lebende Beispiel, wie schnell es gehen kann, und warum sich dann die Probleme nicht einfach so beseitigen lassen. Andy ist weder Alkoholiker noch Junkie, er ist ein Mann der Mitten im Leben steht und dem das Leben zurzeit bitterböse mitspielt. Andy möchte arbeiten, auf dem schnellsten Weg, doch dafür braucht er einen Hauptwohnsitz, den er nicht hat, für den Hauptwohnsitz braucht er Geld, das er NOCH nicht hat und auch keinen Zugang zum eigenen Konto mehr hat, bis er der Bank einen Meldezettel bringen kann. Reisepass reicht nicht! Sein Konto ist weder überzogen noch sonst etwas, er hat keine Schulden und fällt doch durch den Rost. Andy hat in der Nacht zum Dienstag einen Suizidversuch gemacht, weil er nicht mehr weiterweiß und dieses Leben auf der Straße nicht aushält. Der Magistrat rief mich am Dienstagvormittag an und bat um Spenden für einen Obdachlosen der im Magistrat ist, Stefan und ich packten das Nötigste ein und fuhren nach Urfahr zum Rathaus. Als ich Andy sah wusste ich noch nichts von seinem Suizidversuch, ich war erstaunt Andy hier anzutreffen. Die Dame am Schalter telefonierte geschlagene 1,5 Stunden um Andys Probleme etwas zu lichten, auch diese Dame meinte, Zitat: Hier fällt jemand durch den Rost, der niemals durchfallen dürfte, es tut ihr so sehr leid, aber sie können ihm nicht weiterhelfen“. Ich rief Didi Mayr, Streetworker vom B37 an und bat ihn um einen Termin, Didi meinte nur komm vor 12Uhr ins Büro, dann schauen wir was wir tun können. Also vom Magistrat direkt in die Starhembergstrasse zu den Streetworkern. Didi stand mit Thomas draußen und schickte Andy gleich zu seiner Kollegin, alles abklären zu lassen. Nach 10 Minuten kam Andy mit einem Lächeln heraus und hatte wieder Mut gefasst. „Schaut gut aus“. Na dann! Also weiter zur Gesundheitskassa, dort einen Auszahlungsschein holen, da Andy krankgeschrieben ist. Er muss ihn von der Hausärztin bestätigen lassen, dann wird das Geld angewiesen, was ihm aber durch den fehlenden Wohnsitz nicht hilft, an sein Konto zu kommen. Ein Teufelskreis. Ich machte Andy klar, dass wir ihm helfen werden, dass wir alles tun werden was wir können, ob das reichen wird, wissen wir nicht. Ich gab Andy das Zug Geld für die Fahrt zu seiner Hausärztin, er versprach mir gleich Mittwochfrüh zu ihr zu fahren, was er nachweislich auch tat. Wie wir aber all die Probleme für Andy in den Griff bekommen werden, wissen wir noch nicht genau. Zuerst war wichtig diese Bestätigung der Hausärztin, jetzt ist wichtig einen Hauptwohnsitz mit Wohnadresse zu besorgen, wie wir den finanzieren könnten, keine Ahnung. Ich wüsste auch zurzeit keine Wohnung, in die ich Andy stecken könnte. Ich kann nichts versprechen, nur so viel, dass ich auch hier mein Bestes geben werde um Andy zurück ins Leben zu helfen. Andy sagt immer, Zitat: „Wahnsinn, wie schnell das gegangen ist, ich habe es in diesen 14 Tagen auf der Straße immer noch nicht verinnerlicht, nicht begriffen, wo ich jetzt bin und was aus mir binnen kürzester Zeit wurde“. Solche „Andys“ gibt es viele, liebe Wegbegleiter, ganz, ganz viele, und in letzter Zeit immer mehr und immer geht es noch schneller, dass sich die Spirale beginnt zu drehen, Abwärts!
Heute waren 105 Menschen bei unserem Bus, die sich Lebensmittel, Hygieneartikel, neue Unterwäsche und neue Socken, warme Schuhe und Jacken holten. Eine Zahl die mich heute nicht sehr überrascht, und mich doch mitten ins Herz trifft.
Die Woche war bisher geprägt von tollen, großartigen Spenden von tollen Spendern/innen. An dieser Stelle eine tiefe Verneigung für die große Hilfe. Montag bei Efko, Hr. Grün spendete uns etwa 300 Aufstriche und Salate. Anonyme Spender spendeten am gleichen Tag 1 große Palette Kekse, am Dienstag ging es dann weiter mit 5000 Packungen Zuckerl, Servietten, Rasierschäume etc.. Aus Wien kommen morgen Freitag 8 Paletten Jour-Gebäck, die Spedition Transdanubia holt uns die Paletten gratis ab und stellt sie kostenlos ins Tiefkühllager. In Kürze kommt eine große Anzahl frisch produzierter Torten dazu, die wir ebenfalls gespendet bekommen. Wahnsinn, all dieser Spendenumfang. Vergelt’s Gott und vielen Dank!
Mittwoch war wie immer geprägt von Kühl- und Tiefkühllager, alles abholen und in unser Lager bringen, alles vorbereiten für Donnerstag. Heute Donnerstag wie immer, früh raus und ab ins Lager, Markus brachte mir gestern schon das Gemüse und Obst von Roman aus Sierning, der uns jede Woche mit vielen Spenden hilft. Auch hier ein herzliches Dankeschön für deine Hilfe. Markus fährt nach einem langen Arbeitstag jeden Dienstag und Mittwoch nach Sierning um für uns die Sachen abzuholen. DANKE Markus! Also heute früh alles ausladen, Robert ist heute nicht dabei vormittags, er hat einen anderen Termin. Also muss ich schauen alles irgendwie gestemmt zu bekommen, alleine! Nachdem ich alles Brot und Gebäck abgeholt habe und wieder im Lager war, kam Aida mit Spenden vorbei und half mir Brot und Gebäck zu sortieren. Zu Mittag kam dann Susanne mit 2 Helferinnen, die mir auch halfen alles zusammenzustellen, alles einzupacken und zu portionieren. Das Teewasser kochte schon und Maria kam heute aus ihrem Kur-Urlaub zurück. Sie ist wieder mit im Team. Welcome back! Als alle anderen dann um 14 Uhr auch im Lager waren, kamen von mir unüberlegte, überflüssige, dumme Aussagen, gegenüber meinem Team, das ich sehr bereue und mich auch mehrmals entschuldigte. Aus diesen dummen Aussagen von mir, wäre bald was noch viel Schlimmeres entstanden, auch hier möchte ich öffentlich noch einmal beim Team um ENTSCHULDIGUNG BITTEN! Es tut mir aufrichtig leid. Als wir dann um 15.20 Uhr Richtung Linz aufbrachen, war zwar am Himmel die Sonne, in meinem Herz und meinem Kopf zogen tiefdunkle Wolken auf, mein schlechtes Gewissen dem Team gegenüber.
15.30 Uhr Ankunft in Linz, etwa 25 Schützlinge warten schon, wie gesagt, 105 werden es heute werden. Alles abstellen, zurechtrücken und auspacken, aufstellen. Um 16.10 Uhr, Beginn der Ausgabe. Wie immer muss ich die 2 Meter Disziplin immer wieder einfordern, Masken rauf und keinen Alkohol bei unserem Bus. Jede Woche die gleichen Ansagen. Die Schlange wächst binnen ein paar Minuten auf eine Länge an, die wir nur selten haben. Und es kommen immer mehr, viele Unbekannte, viele Altbekannte, viele vertraute Gesichter, was heute anders ist, in den Augen vieler Schützlinge ist die große Angst vor weiteren Kürzungen, Einbußen, deutlich zu sehen. Immer wieder werde ich gebeten um Nächtigungsjetons, zum Schluss sind es heute pro Person nur mehr 2 Jetons, insgesamt verteilen wir heute 68 Jetons à € 4,-. Zur Kältewelle vor ein paar Wochen konnten wir noch 3 Jetons pro Person ausgeben, aber auch wir müssen gut vorbereitet sein, wenn Corona uns wie jetzt gerade, auch künftig noch viel mehr Menschen zum Bus schickt. Ich befürchte einen Megatrend Richtung Abwärts, viele können sich jetzt schon die Miete nicht mehr leisten, wie letzte Woche schon angemerkt, viele wurden schon delogiert und viele stehen kurz davor, und wissen nicht mehr weiter. Dank der Dame vom Magistrat kenne ich aber nun ein paar weitere Anlaufstellen, die jede/r nutzen kann. DANKE liebe Magistrats-Dame, dass Sie uns solch wertvolle Tipps gaben.
Sr. Lydia kommt vorbei, auf ein Schwätzchen, sie sucht auch für eine Mutter von 2 Kindern eine Wohnung, dringend! Auch hier werde ich versuchen etwas in Bewegung zu setzen, versprechen aber kann ich nichts, leider. Es wäre halt schon sehr dringend, hakt Sr. Lydia nochmal nach, und sie weiß, dass ich mein Bestes geben werde. Die Schlange wird und wird nicht kürzer, Eveline, der ich vor ein paar Tagen am Terminal den Trolley versprach kam heute und holte ihn ab, überglücklich. Herr S. von der ÖBB Immo, der uns diesen Platz mit Hr. R. ermöglicht, kam vorbei und wie immer ein kurzer Plausch und immer mit einem DANKE auf der Zunge. Wo wären wir, wenn wir von diesen beiden Herren der ÖBB diese Möglichkeit nicht bekommen hätten? Ich weiß es nicht. Noch bevor ich lange nach der Uhrzeit fragen konnte, hieß es zusammenräumen, 18.15 Uhr, poah, die Zeit verging im Flug. Alles schnellstens einräumen, ab ins Lager, alles ausräumen, einlagern, und dem Team sagen, BITTE UM ENTSCHULDIGUNG, Tränen und Zusprüche, und von mir große Dankbarkeit, dass meine Entschuldigung angenommen wurde. Der Verteil-Donnerstag endet an dieser Stelle für das Team, für mich wie immer erst viel später. Seit 3 Stunden sitze ich hier und schreibe den Bericht für Euch und bin tieftraurig, weil nicht abzusehen ist, wie weit Corona noch Opfer schürt, um die sich die Politik keinerlei Gedanken machen dürfte, wie sonst kann man in vielen Bereichen so handeln oder „argumentieren“ wie es die Politiker gerade tun. Unverständlich! Ich wünsche Euch jetzt eine gute Nacht, lieben Dank, dass ihr uns so treu bleibt und Woche für Woche „dabei“ seid. Vergelt’s Gott und Danke an alle Spender/innen, Gönner/innen, all unseren Wegbegleitern und auch an all unsere Neider, schön, dass es Euch gibt! Eine tiefe Verneigung und alles Gute. 🙂 ❤

20.2.2021 – Linz Tour zu unseren Schützlingen

Update 20.2.2021, 18Uhr: Nach einem langen Spendenannahmetag im Lager fuhren wir, Silvia Obermayr, Stefan Münzer und ich heute wieder viele HotSpots ab um unsere Schützlinge zu besuchen und Lebensmittel sowie Hygieneartikel, neue Schuhe und Jacken auszuteilen. Zuerst wie immer Ebelsberg, Thomas kam gerade aus der Stadt und räumte sein Zelt auf und freute sich, uns zu sehen. Weiter ging es dann auf den Freinberg in ein Abbruchhaus, zu Daniel und Stefan, die schon geschlafen haben. Ich nehme den leeren 50l Kanister mit, um ihnen in den nächsten Tagen wieder Wasser zum spülen für das trockengelegte WC zu bringen. Weiter geht es in die Tiefgarage nähe Promenade, wo tief unten 2 Obdachlose ein warmes, ruhiges Platzerl gefunden haben, wo sie nicht gestört werden. Michi nimmt gerne unsere Spenden an und bedankt sich gefühlte 20-Mal für die Lebensmittel, neue Unterwäsche, den tollen Rucksack und alles andere. Nächste Adresse ist A. im Wirt zur ew'gen Ruh', ich bringe ihr die gespendeten Kontaktlinsen für 6 Monate, von pr-optics.at (Hr. Ing. Philipp Reindl) aus Steyregg. Vielen herzlichen Dank für die tolle Spende. 🙂 Von A. geht es dann direkt zum Terminal, wo Andy und Gaby schon warten. Heißen Tee und großartige Krapfen hatten wir heute im Gepäck, und fast alles wurde ausgeteilt. Am Terminal stand hinter uns ein VW-Bus der Polizei, worauf ich hinging und fragte ob wir wegfahren müssen? Nein, macht Eure tolle Arbeit, kam es als Antwort. Dankeschön. 🙂 ❤ Bei der Zufahrt zum Terminal sahen wir jemanden am Boden liegen, aber etwa 10 Polizisten standen drumherum so dass ich nicht erkannte, wer es war. Der Herr Inspektor erzählte mir dann, dass es wohl Elvisa gewesen ist, die gestürzt ist und sich beide Knie verletzte. Sie wurde später mit der Rettung weggefahren. Wir gehen weiter in die nächste Tiefgarage, wo wir zwar massive Spuren der letzten Tage sahen, niemanden aber antrafen. Der ÖWD erzählte mir, dass gestern ein verletzter Obdachloser bewusstlos aus dieser Garage transportiert wurde. Wir fahren nochmal die Runde durchs Terminal und treffen einen alten Bekannten mit seiner Frau. Beide gezeichnet, beide optimistisch trotz ganz wenig Geld. Sie haben noch eine Wohnung, noch! Als ich ihr sagte sie dürfen am Donnerstag zu unserem Bus kommen und Lebensmittel holen, kam der Einwand, Zitat: "Ich kann die Sachen ja nicht tragen, habe eine Platte im Rücken eingesetzt bekommen und dürfte eigentlich gar nichts mehr tragen." Ich entgegenete ihr, "Dann kommst Du am Donnerrstag zu unserem Bus und Du bekommst einen Trolley, dann brauchst Du nichts tragen". Daraufhin begann sie zu weinen und wiederholte immer wieder den Satz zu ihrem Mann, Zitat: "Hast Du das gehört, mah de san sooo liab zu uns". Sie wird am Donnerstag einen tollen Trolley bekommen und dann keine Transportprobleme haben. Dann kam noch ein alter Bekannter, der uns 2020 schon belog, mit einem Auto vorgefahren und meinte er brauche auch was zum essen. Ich verneinte und sagte ihm ab, da er in einem etwa 5 Jahre alten Auto hier vorgefahren war und bestritt, dass es sein Auto wäre. Ich wollte mich erst gar nicht auf eine Diskussion einlassen, da ich ja letztes Jahr meine Erfahrungen mit ihm machte. Er beschimpfte mich dann noch, ich schenkte ihm aber kein Gehör mehr. Wenn jemand auf solch dreiste Art lügt, kann er mit unserer Hilfe auch nicht mehr rechnen, Sorry! Wir fuhren dann weiter Richtung Volksgarten, hier trafen wir Udo und seinen Freund, der kaputte Schuhe trägt. "Kann ich bitte Schuhe haben, in meine regnet es vorne hinein und hinten rinnt es wieder raus". Ja, freilich, wir gehen die Runde Volksgarten/Schillerpark fertig und dann bekommst Du Schuhe von uns. Gesagt - getan! Udo zog natürlich die Schuhe gleich an, und Krapfen mit heißem Tee war ebenfalls erwünscht, na also! Die Beiden bedankten sich ebenfalls des Öfteren und zogen nach einem Plausch in die Nacht. Für Udos Freund werde ich versuchen, einen Therapieplatz zu finden, er möchte weg vom Alkohol. Ich werde mein Bestes geben. Nach der Innenstadt geht's noch zu Florian, an die Donaulände, er schläft auch schon, wird aber munter und begrüßt uns, er brauche aber nichts. Somit fahren wir noch weiter in die Gegend um den Schlachthof, wo auch noch ein Obdachloser unter einer Brücke schläft, auch er brauche nichts, danke und gute Nacht. Na dann! Weiter noch 2-3 Adressen in der Industriezeile und zum Abschluss dann zum Pleschingersee, mittlerweile ist es 22.15 Uhr und auch am Pleschingersee nichts zu sehen außer Verliebte in Ihren Autos. Wir fahren Richtung Heimat, der Tag verlangt seinen Tribut und mein Fersensporn quält mich schon zunehmend, also machen wir für heute Schluss. Es war mir ein Vergnügen und, es tut einfach so gut, den Menschen zu helfen. Danke an all unsere Spender, dass wir das Woche für Woche tun dürfen. Vergelt's Gott und Danke! Danke auch unserem heutigen Team. Gute Nacht und Euch einen tollen, erholsamen Sonntag. 🙂 ❤

11.2.2021 – Wo beginne ich und wo hör ich auf?

Eine „erlebnisreiche, furchterregende Woche“, mit vielen Drohungen und noch mehr Beschimpfungen mündete heute in unseren Verteil-Donnerstag. Erst diesen Montag, als wir die Spenden nach Salzburg brachten, wurde ich ebenfalls per privater Nachrichten zurechtgewiesen, Zitat: „Was haben SOS-Kinderheime mit Obdachlose zu tun? Die Fratzen brauchen keine Süßigkeiten, sondern ein paar hinter die Ohren“. Bumm, ich war sowas von sprachlos, dass jemand so etwas überhaupt denken, geschweige denn schreiben könnte. Und ein paar Minuten später beschimpfte mich auch in einer persönlichen Nachricht noch jemand, weil die Spendenlieferung in die Salzburger Wärmestube so umfangreich war. „Das Gesindel soll einmal arbeiten gehen, dieses faule Pack. Diese Menge an Spenden für jemand nicht lebensfähigen herzugeben, ist unterirdisch, da könnte man das alles auch gleich in den Müll werfen.“ Leute, ich verstehe die Welt nicht mehr, was ist denn in dieser so schönen Welt in letzter Zeit passiert, dass Menschen so reagieren und solche Dinge von sich geben? Ich will und kann es nicht verstehen, Sorry! Diese Woche war nur der Gipfel einer Wintersaison 2020/2021, die geprägt war von ganz viel Arbeit, von zum Teil nicht zu beherrschbaren Problemen, von Corona und seinen Auswirkungen und von in die Enge getriebenen Menschen die nicht mehr weiterwissen. Meine Kraft und meine Geduld gegenüber solchen Menschen, die mich immer wieder beschimpfen, bedrohen und dann vor meiner Tür stehen und diese eintreten wollen, ist zu ENDE!
Ich habe das Gefühl, Euch diese, meine Meinung und meine Ratlosigkeit schuldig zu sein. Ich werde die nächsten Tage und Wochen hart mit mir selber ins Gericht gehen und ausloten, was ich künftig noch kann und was nicht mehr. Das Team stand diese Woche versammelt hinter mir und machte mir Mut und redete mir gut zu, Danke dafür!
Diese Woche, wie schon gesagt, begann arbeitsreich am letzten Montag mit den Spendenlieferungen nach Salzburg, in 2 Einrichtungen und anschließend noch ins SOS Kinderdorf nach Altmünster. Die Spenden kamen wie immer großartig an in Salzburg, die Freude war groß in beiden Einrichtungen. Wir, unser Team vom Montag hatten eine gute Stimmung und eine große Freude, weil die Spenden wirklich so dankbar angenommen wurden, dass es richtig tief reinging. Auch im SOS-Kinderheim Altmünster wurden wir herzlichst bedankt wieder verabschiedet. Ein großes Gefühl für die Seele und für unser Herz. Der Montag war dann bald gelaufen, der Dienstag begann mit SMS von Ch. und Behauptungen seinerseits, die einfach nur Haarsträubend waren. Deshalb blockierte ich ihn und widmete mich dem geplanten Tagesprogramm. Um 9Uhr früh, Termin Spendenübergabe mit Hr. Dr. Haimbuchner, Hr. Grad (Eigentümer) und Hr. Lehner (Geschäftsführer) in der Firma Transdanubia, 1 Palette Pizzabrötchen wurde uns von der FPÖ Oberösterreich gespendet. Fototermin und dann weiter zu Gesprächen, zu Planungen und zur Orientierung. Der Tag war eigentlich ein guter, sieht man von den SMS ab. Der Mittwoch, wie üblich, Tiefkühllager, Kühllager, unser Lager in Ansfelden, alles herrichten, fehlendes noch organisieren und dann ab, nach Hause. Diese Woche kostete schon sehr viel Kraft, darum Couching am Nachmittag. Trotzdem holte ich heute früh schon Obst und Gemüse vom Hofer, und dann ab ins Lager. -7° in Ansfelden, Robert kommt um 9.30 Uhr, wir fahren nach der Aussprache vom Dienstag, wieder nach Haid und holen Brot und Gebäck. Danach kontrollieren und und und (eh schon wissen, jede Woche der gleiche Ablauf). Zu Mittag dann wie üblich alles herrichten zum Einladen, heute lief es jedoch nicht so rund und wir waren verspätet, nicht zuletzt wegen meiner Müdigkeit. So kam es dann, dass wir heute erst um 15.25 Uhr in Ansfelden losfuhren, wo wir normalerweise schon lange in Linz alles aufbauen. Bei Ankunft warten wieder etwa 20 Schützlinge auf uns, manche sitzend und manche fröstelnd. Der Wind machte die Minusgrade dann nochmal eine Spur kälter…unerträglicher. Bald schon kroch die eisige Kälte in alle Poren, in alle Taschen und in alle Socken und Handschuhe. Auch in den Handschuhen war fast kein Erwärmen möglich, einfach bitterkalt. Und bei diesen 7-8 Minusgraden müssen Menschen auf der Straße schlafen. Wahnsinn! Wir gaben wieder Krapfen und heißen Tee an unsere Schützlinge aus, damit die Wartezeit nicht allzu lange dauert und sie sich aufwärmen können, zumindest ein wenig. Um 16.10 Uhr beginnen wir mit Monika, die jede Woche die Erste ist in der Schlange, dahinter Harry usw., und Stefan ist auch da, mit seinem Hund der mich gebissen hat. Der Hund scheint sich nicht daran zu erinnern, ich schon! Etwa in der Mitte der Schlange steht ein neuer Obdachloser, Andy, er ist seit 3 Tagen am Bahnhof, ist eigentlich Kranfahrer, Staplerfahrer, Entwicklungshelfer und vieles andere, als er vor 3 Tagen aus der USA zurückkam, durfte er nicht mehr in sein Haus, die Frau reichte die Scheidung ein und tauschte das Schloss aus. Er war in der USA erkrankt und vom öst. Arbeitgeber gekündigt worden. Seine 3. Nacht am Bahnhof war niederschmetternd, weil ihm jemand den Rucksack mit dem Geld und den Papieren im Schlaf gestohlen hatte, alles weg. Seine Tränen tropfen in den heißen Tee den ich ihm gebracht habe. Er hat Hunger und er friert so bitter, sagte er, worauf ich gleich zu unserer Ingrid startete und für Andy Schlafsack, Isomatte, warme Winterschuhe und warme Unterwäsche reservierte. Mit tränenerstickter Stimme beschwor mich Andy immer wieder, ich komme da raus, ich schaffe das, aber dass ihr mir jetzt helft, ist ein Wahnsinn, das vergesse ich Euch niemals. Es kommen Zeiten da wird es mir wieder bessergehen, dann, ja dann, revanchiere ich mich bei Euch. Niemand braucht sich revanchieren, niemand, wenn wir helfen können ist das für uns das Wichtigste, deshalb machen wir ja unsere Aktion. Andy bedankt sich gefühlte 20-Mal, ehe er dann mit neuen, warmen Schuhen und einem winterfesten Schlafsack unterm Arm Richtung Bahnhof ging. Ich werde ihn morgen oder übermorgen abends an seinem Schlafplatz besuchen und ihm Mut zusprechen. Keine 5 Minuten später kam eine quirlige Frau: „Kann man hier spenden? Kann man hier mithelfen? Wie kann man Euch helfen? Tolle Aktion!“ Ich gab der Frau unseren Flyer und verwies sie an unseren Samstag im Lager, da haben wir mehr Zeit zum Reden und es ist ruhiger. Stefan, ein Helfer aus Trauner Zeiten, steht plötzlich neben mir und drückt mir €20,- Mitgliedsbeitrag und €20,- für unser Lager in die Hand, Vergelt’s Gott. Unser Team ist schon richtig durchgefroren und fast schon steif, als ich um 17.30 Uhr schnellstens die Autoschlüssel von Beate und Brigitte einsammle und zu deren Auto laufe, weil schon eine Gis-Dame den Zettel schrieb. Von weitem schrie ich: „BITTE BITTE, ich komme schon und zahle ein“, die Dame ließ es bei einer Verwarnung, und unsere Ladies gingen straffrei aus. Ein anderer Andy kam mit einem großen Spielzeugauto an und ging Sprüche klopfend, wie es seine Art ist, durch die Reihe und mischte unsere Damen vermeintlich auf, so sah es leider NUR Andy. Immer einen Spruch parat und ja nichts anmerken lassen, warum man beim Bus steht, ist seine Devise. Um 18.10 Uhr war dann auch der Letzte heute mit allem wichtigen versorgt und wir räumten im Eilzugstempo zusammen, die Zehen waren beim gesamten Team schon in Mitleidenschaft gezogen, egal ob Markenschuhe oder Billigs Dorfer-Schuhe, allen war eisig kalt. Im Lager dann alles gemeinsam und schnell ausladen, einlagern, säubern und auswischen, reinigen und heute schon die Spendenlieferung für Morgen Freitag, in den Bus einladen. Alles ging richtig flott und klasse, mich fröstelt es immer noch, nicht wegen der Kälte heute, sondern weil das von Gestern nicht in meinen Kopf rein will. Ich sitze da, höre heute weder Musik noch sonst was, habe den Fokus auf meinen Bericht hier und weiß nicht, ob es richtig ist, Euch das alles zu offenbaren, jedenfalls bin ich Euch eine Vorab-Erklärung aller künftigen, möglichen Konsequenzen schuldig. Tief in mir bin ich einfach traurig, weil ein paar Menschen diese, unsere Aktion kaputt gemacht haben. Es tut mir leid, liebe Wegbegleiter, aus tiefstem Herzen leid. So geht nun langsam eine Woche zu Ende, die ich am liebsten aus meinem Leben streichen würde. Gute Nacht und, schön, dass es Euch gibt. Danke allen Spendern/innen und DANKE an unser tolles Team! 🙂 ❤
Foto-Credit: © by
 
Sebastian Scherb

 

28.1.2021 – Warum geht man mit Menschen so um?

Gleich zu Beginn muss ich etwas loswerden, was ein absolutes „NoGo“ ist. Seit Tagen beobachten wir an den verschiedensten Stellen in Linz, und hier nicht einmal im Zentrum von Linz, sondern im Auslauf, dass viele unserer Schützlinge von Polizei und Ordnungsdienst der Plätze verwiesen werden, ohne eine Antwort darauf zu geben, wo in Linz sie bleiben dürfen. Gestern Mittwoch habe ich aus sicherer Quelle erst erfahren, dass ein Antrag im Linzer Gemeinderat liegt auf generelles „Campier Verbot“, in ganz Linz. Die Obdachlosen, die in keine Einrichtung oder in die Notschlafstelle können/dürfen, werden immer wieder, und hier fast täglich von allen Plätzen verwiesen. KEINE ALTERNATIVE anzubieten und unseren Schützlingen jeden Tag zu sagen, Zitat: „Sie haben 14 Tage um hier zu verschwinden“, zeugt von nicht sehr hoher Intelligenz und von einem sehr armseligen sozialen Gewissen, so die Entscheidungsträger in der Stadt Linz überhaupt so etwas haben. Zurzeit kommt es mir so vor als findet gerade eine richtige Hetze gegen die Obdachlosen, die im Freien schlafen müssen, statt. Immer nur sagen, Zitat „Das geht nicht, und das Andere geht auch nicht, ihr müsst hier weg, es gibt keinen Platz für Euch in Linz usw.“. So löst man keine Probleme, und schon gar nicht die der ohnehin schon an den Rand gedrückten Menschen ohne Dach über dem Kopf. Was soll das? Warum geht man mit den Menschen so um? Hier wären endlich einmal ein paar Antworten fällig, seitens der Stadt Linz. Auch das dauernd behauptet wird, am Terminal urinieren die Obdachlosen willkürlich herum, und deshalb muss man sie des Terminals verweisen, ein beliebtes Vorgehen eines Linzer Politikers, der sich eigentlich nicht um die Belange der Obdachlosen kümmert, aber wir haben 2021 Wahljahr in Linz und deshalb wird gerade auf dem Rücken der Ärmsten dieses armselige Politikum ausgetragen. An ALLE Verantwortlichen, SCHÄMEN SIE SICH! So lange es rund um den Hauptbahnhof keine einzige kostenlose Toilette gibt und man nirgendwo im Bahnhofsbereich kostenlos Trinkwasser konsumieren kann, so lange ist Kohlenmonoxid der Hauptbestandteil der Schnappatmung diverser Politiker, und sonst nichts. Armut, Wohnungs- und Obdachlosigkeit bedürfen echter Lösungen, und keiner heißen Luft eines dahergelaufenen Architekten, der sich in der Politik versucht. Zu viele Menschen trifft es, viele stehen vor den Trümmern ihrer Existenz, Kurzarbeit oder schon gekündigt, keine Aussicht auf eine nahe Zukunft, viele Menschen wissen nicht mehr wie sie die Miete und die Betriebskosten noch bezahlen sollen. Alleine diese Woche hatten wir als Obdachlosenhilfsaktion.at 6 (!) Anrufe bzw. Anfragen, ob wir mit 1 bzw. 2 Mietzahlung aushelfen könnten. Liebe Leute, liebe Wegbegleiter, wenn man eine junge Familie am Telefon hat, 2 Kinder, Mutter arbeitslos und daheim beim Baby, Vater zu Weihnachten gekündigt, das ältere Kind Herzkrank, hier tun sich gerade Abgründe auf. Warum wird hier seitens der Politik nichts getan? Warum sind zurzeit alle Politiker mit „Wirtschaft retten“ beschäftigt? Wir haben zugesagt, in 2 Fällen direkt zu helfen und bei 2 weiteren muss sich unser Vorstand Gedanken machen, wie wir am besten und effektivsten helfen könnten. Soviel zu einem Anliegen, das zunehmend Bauchweh und Schlaflosigkeit bei mir verursacht, weil vieles bei den Menschen zurzeit einfach so aussichtslos erscheint, zu all den anderen Sorgen die Corona so mit sich bringt.
Franziska muss ihren neuen Platz wieder räumen, obwohl sie dort, wo sie jetzt ist, absolut niemanden stört, es keine Anrainer gibt, ebenso ein weiteres obdachloses Pärchen, das in der Nähe von Franziska „wohnt“. Stefan, der Deutsche mit dem Hund, der mich biss, ist in einer Nacht und Nebel-Aktion verschwunden, hinterließ sein Zelt in einem sehr fragwürdigen Zustand, und neben Stefan hatten ja die Brüder Thomas und Christian ihr Zelt, die wir regelmäßig unter der Brücke versorgten. Thomas wurde nun wegen Diebstahl verhaftet und Christian muss das Zelt dort räumen, binnen 14 Tage muss er dort verschwinden. Und niemand sagt, wo er bleiben darf/kann. Nicht nur dass man, wie gesagt, unsere Schützlinge von allen Plätzen verjagt, sondern generell der Umgang mit Obdachlosen in Linz sehr oft von Seiten verschiedener Ämter alles andere als „wertschätzend“ oder „Lösungsorientiert“ ist.
Wir wollen helfen, KEINE FRAGE, aber oft wissen auch wir nicht mehr weiter, weil die Anfragen gebündelt an uns herangetragen werden, und auch wir überfordert sind.
Ja, wir sind nun auf der Suche nach Plätzen, wo Franziska mit ihrer Emma bleiben darf und ein Plätzchen, wo Christian sein Zelt aufschlagen darf. Wenn jemand etwas weiß, bitte einfach melden, DANKE!
Die laufende Woche begann mit eiskalten Nächten, an denen ich immer in Linz unterwegs war um nachzuschauen, ob jemand was braucht, meistens hatte ich heißen Tee mit. Manchmal war einfach das Gespräch das wichtigste, bei dem Anderen war eine frische Unterwäsche oder eine Isomatte wichtiger, die Wünsche waren verschieden, aber alle freuten sich, uns zu sehen. Die nächtlichen Einsätze sind fordernd und kalt, manchmal angsterfüllend oder manchmal auch gefährlich, wenn ich alleine in eine entlegene Ecke gehe und mir jemand folgt, aber sie sind fast immer wichtig. Der Dank aber ist von unseren Schützlingen groß, am liebsten würden sie uns umarmen. Wenn der Nachteinsatz bis 23 Uhr dauert und man aber um 6 Uhr wieder aus den Federn muss, weil Termine anstehen, dann gehen immer öfter die Wecker wieder aus, um noch ein paar Minuten Schlaf herauszuholen. Das sitzt schon tief in den Knochen, die Kälte, die Mühe, all die Arbeit. Diese Woche ist abseits der Spendenannahmen viel im Lager zu tun, wir müssen den Regalumbau planen, all die Umräumarbeiten für kommenden Samstag planen und einteilen. Die Regalbeschriftung wartet morgen auf mich, damit wir Samstag 8 Uhr früh loslegen können. Dienstag bekamen wir eine großartige Spende, von einem Wiener Unternehmen bekamen wir 8 (!) Paletten Faschingskrapfen, aber welche?! Die werden jetzt alle ausgeteilt, am Donnerstag an die Menschen direkt, ab nächste Woche in all die Einrichtungen, und ab nächste Woche bekommen wir ganz viele tolle tiefgefrorene Lebensmittel dazu, die in einem separaten Posting veröffentlicht werden. Wir werden zurzeit ganz großartig mit tollen Spenden beschenkt, Vergelt’s Gott an all unsere Spender, an alle Firmen. Der Mittwoch war wie üblich, zuerst Tiefkühllager und anschließend Kühllager, alles zusammenstellen für Donnerstag und einladen, anschließend in unserem Lager sofort wieder tiefkühlen. Am Nachmittag die nächsten Wochen planen, die nächsten Spendenlieferungen in die Salzburger Einrichtungen planen, die Kommissionierungen in unserem Vereins Kalender ausschreiben um genug Helfer/innen zu bekommen. Auf den „Bestelllisten“ die Stückanzahl noch eintragen, ausdrucken, und in die Lagerverwaltung eingeben. Auch die O.Ö. Frauenhäuser bekommen in den nächsten Wochen auch wieder Spenden von uns geliefert. Eine Einrichtung nach der Anderen wird wieder abgearbeitet und beliefert. Wobei nicht die Spendenlieferung, sondern das Kommissionieren die meiste Arbeit ist, alles zusammenzustellen und einzupacken. Hier muss die gesamte Logistik stimmen, um alles reibungslos abzuwickeln. Ich freue mich schon wieder in die Einrichtungen zu liefern.
Für heute Donnerstag sagte der Wetterbericht nichts Gutes, Regen…Regen…Regen! Wenn hier nur der Wetterbericht nicht zutreffen würde, das wäre schön. Der Tag beginnt heute mit der Abholung der bestellten Ware, Obst und Gemüse. Mein Lieblings-Hofer um die Ecke, mit tollem Personal und einem grandiosen Filialleiter, ist für mich die 1. Adresse. Hier bekomme ich die Mengen die wir benötigen und immer wie versprochen, bereitgestellt. Mit dem Obst und Gemüse geht’s ins Lager, alles ausladen, Robert kommt um 9.30 Uhr, er fährt mit nach Haid, Brot und Gebäck abholen. Um 10.30 Uhr sind wir zurück im Lager mit einer großen Menge an Brot und Gebäck, das nun auf Genießbarkeit durchgeschaut werden muss. Um 11 Uhr kommen heute Ulli und Corinna, beide fahren heute das erste Mal mit nach Linz, zum Verteil-Donnerstag. Beide sind schon gespannt wie es wird, beim Durchschauen des ganzen Brots und Gebäcks haben wir genug Zeit, viele Sachen zu diskutieren, ist spannend mit tollen Leuten im Verein. Irgendwie merke ich, heute fehlt Maria, es läuft etwas unrund, auf viele Dinge denke ich erst nach und nach, wenn Maria hier ist geht alles wie von „selbst“. Wird schon, wir schaffen das. Um 14 Uhr denke ich erst an den Tee den wir mitnehmen wollen, 20 Liter Wasser kochen, hoffentlich geht sich das aus, zeitlich. Es schüttet schon wie aus Eimern, wir packen heute unsere Pavillons ein, um zumindest einiges nicht dem Regen auszusetzen. Ingrid kümmert sich noch um eine Winterjacke für unsere A., ich aber vergesse später alle Sachen, die ich für sie zusammengestellt hatte, so typisch für mich in den letzten Wochen. Barbara stellt uns heute auch ihren „ProntoPronto“ Bus zur Verfügung, um Brot, Gebäck, Obst und Süßigkeiten bei ihr einzuladen. Heute am Donnerstag wieder dabei unser Markus, nach langer Zeit, ich freue mich sehr. Als wir um 15.16 Uhr von Ansfelden wegfahren, schüttet es immer noch stark, mir graut. Die Gischt unseres Anhängers lässt mich nur vermuten, ob hinter mir Verkehr ist. Mit unserem Gespann heißt es aufpassen, wir sind fast 10 Meter lang, das erfordert manchmal schon ganz viel Aufmerksamkeit, immer den gesamten Verkehr im Blickfeld haben, den hinter uns und den vor uns. Wir kommen um 15.30 Uhr in Linz an, niemand steht im Regen, alle haben sich am alten Terminal untergestellt, wir bekommen eine erste Kostprobe, wie es heute werden wird, 3° und volle Brise von Oben. Egal! Wir stellen zuerst unsere 2 Pavillons auf, stellen den Pronto-Bus zwischen unserem und dem Anhänger, weil wir die Sachen die Barbara vom Lager mitnahm, erst gar nicht ausladen. 16 Uhr, wir fangen an mit der Ausgabe. Am Ende kommen heute bei diesem starken Regen trotzdem 56 Schützlinge, die sich für 1 Woche Lebensmittel und Hygieneartikel bei uns holen. Heute viele Gespräche geführt mit den Menschen beim Bus, viele haben die nackte Angst vor der näheren Zukunft, auch heute haben mich 3 Schützlinge gefragt, ob wir mit Unterstützung aushelfen könnten. 2 Mal mit Miete und 1 Mal mit Betriebskosten. Das macht mich schon sehr nachdenklich und traurig, die Anfragen um Hilfe in dieser gesamten Woche häufen sich, ich weiß nicht mehr was ich dazu noch sagen soll?! Ich werde mich in den nächsten Tagen mit unserer Kassierin zusammensetzen und das Problem mit ihr besprechen. Alleine kann und darf ich das auch gar nicht entscheiden, möchte ich auch nicht, deshalb gibt es einen Vorstand, ein Team. Auch die Jetons heute gehen wieder weg, in hohen Zahlen, da zurzeit scheinbar von den Kirchen keine Jetons ausgegeben werden. Heute alleine teilten wir 48 Jetons à € 4,- an unsere Schützlinge direkt aus. Der Regen hält uns alle …. nass, bis auf die Haut, die Skihose die ich vergaß zu imprägnieren, bis auf die Haut durchnässt, da hilft auch die Skiunterwäsche nichts, und die Jacke, eigentlich als wasserdicht angeboten, seit heute weiß ich was „wasserdicht“ wirklich bedeutet, genauso durchnässt wie alles andere, die Trekkingschuhe weichen sich auf, meine Zehen stehen im Wasser, unserem Team geht es nicht anders. Wahnsinn, wie es Petrus heute schütten lässt. M. war auch heute wieder bei uns, sie möchte so gern wieder arbeiten gehen, sie hat eigentlich Friseurin gelernt, aber nie in diesem Job gearbeitet, sie selbst sagt, Zitat: „Ich bin viel zu langsam für diesen Job, aber ich würde auch putzen gehen, egal was ich bekomme, nur arbeiten“. Tja, während Corona wird das nicht so einfach werden, diese Arbeitssuche. Aber sie ist optimistisch, und das gefällt mir ungemein an ihr. Sie gibt nicht auf, ist eine Kämpferin. Der ältere Obdachlose, der hinter M. steht, holt aus seiner Jackentasche neben mir eine Bierdose und macht diese auf, meinen Einspruch hat er noch vorm ersten Schluck, Alkohol bei uns gibt es nicht. Entweder mit der Bierdose von uns weggehen oder Bierdose ausleeren, konsequent. Ich weiß ja selbst als trockener Säufer was die Sucht mit Menschen macht, ich versteh es auch, aber wir können es weder fördern noch dulden, das geht nicht, NoGo! L., die wegen ihrem Verhalten letzte Woche schon in Polizeigewahrsam war, ist heute handzahm, will sich aber trotzdem nicht an unsere 2 Meter und MN-Masken Pflicht halten, ich machte ihr klar, dass nicht ich das entscheide, sondern es Gesetze gibt, die wir einzuhalten haben. L. checkte es und ich musste sie nur mehr an die 2 Meter Abstand erinnern. Alles gut. Bei unseren Neuen läuft alles gut, keine Probleme und sie finden großen Spaß an unserer Aktion. Mit so einem Team schafft man alles, liebe Leute, wirklich alles! 18 Uhr, wir räumen schnellstens auf, alle sind bis auf die Haut nass, die wenigsten spüren noch ihre Finger, ich kann meine Finger auch nicht mehr spüren und nicht mehr ordentlich bewegen, es wird Zeit alles einzupacken. Im Eiltempo die Pavillons abbauen, die patschnassen Planen zusammenräumen und einfach in den Bus legen, die Tische und leeren Schachteln, alles einpacken, und los geht’s Richtung Lager Ansfelden. Gemeinsam wird alles ausgeladen und wieder eingelagert, die nassen Planen aufgebreitet zum Trocknen, die nassen Kisten ausgewischt, der Teekessel ausgewaschen und all die Kühlboxen mit Essigwasser ausgewischt. Zum Abschluss und im warmen Lager, noch ein kurzes Resümee von allen, bis aufs Wetter alles gut, und so geht ein langer Tag dem Ende entgegen, im Kopfhörer läuft der Titel „Like A Hero“ und ich sitze hier und denke gerade an meinen „Hero“, an unser Team und an all unsere Spender/innen! Schön dass es EUCH gibt, Vergelt’s Gott und vielen, lieben Dank für alles, für jede noch so kleine Hilfe, für jede noch so kleine Spende, für jede noch so kleine menschliche Geste. DANKE! Wie üblich sitze ich noch etwa 2 Stunden hier um alles zu erledigen, Euch aber danke ich für Eure Aufmerksamkeit und wünsche euch eine gesegnete Nacht. Gute Nacht! 🙂 <3

21.1.2021 – Die tote Taube fliegt nicht mehr!

DONNERSTAG 21.1.2021:
Diese Woche beginnt turbulent, der eigentlich geplante Urlaub fällt wieder ins Wasser, buchstäblich. Viel Schnee und noch mehr Chaos war zum Wochenbeginn auf den Straßen zu finden, oft Glück gehabt, dass nichts Gröberes passiert ist. Montag diverse Abholungen machen, St. Valentin, Wels, Kirchdorf usw., abends ist ein Treffen unseres Teams im Lager geplant, um all den neuen Mitgliedern unseren Verein und unsere Aktion näher zu bringen und zu erklären. Viele Dinge bleiben ja normal im Verborgenen, die ich alleine mache und sonst niemand sieht. So wie auch viele Aktivitäten abseits von allen Postings. Die Aktionen und Fahrten die wir auf Facebook und der Homepage veröffentlichen, machen ja nicht einmal 20% aus. Die meiste Arbeit liebe Leute, geht spurlos an Euch vorüber. Egal ob das nun diverse Einholungen, viele Termine mit Spendern oder Interessenten sind, oder die (fast) täglichen Fahrten abends nach Linz um nachzuschauen, ob eh alles in Ordnung ist und jede/r gut versorgt ist. All die Arbeiten den ganzen Tag über wollten unsere neuen Mitglieder wissen, wollten erfahren wie unsere Aktion im Detail abläuft und auf was wir besonderes Augenmerk legen müssen. Teilweise entstand eine kontroverse Diskussion aber ich denke ich konnte alle Fragen beantworten. Um 19 Uhr war dann das Treffen (natürlich mit dem gebotenen Abstand) zu Ende. Der Dienstag begann eigentlich ruhig, hatte endlich einmal ein bisschen länger schlafen können, morgens stand kein Termin im Planer. Zu Mittag kam dann (wie in einem anderen Posting bereits veröffentlicht) ein Hilferuf aus Hallein, von A.. Wir konnten sie tatsächlich von Hallein nach Linz holen und dank Dieter Nöbauer in einem warmen Zimmer unterbringen. Viele weitere Schritte warten nun, abgearbeitet zu werden, Hauptwohnsitz, AMS und…und…und, Hauptsache wir konnten die Obdachlosigkeit von A. verhindern. Abends ging es dann mit Beate und Silvia auf die Linz-Tour, wo wir die Hotspots mit unserem Not Paket abfahren und nach unseren Schützlingen schauen, ob etwas fehlt. Nachdem ich A. beim „Wirt zur ew’gen Ruh‘“ abgeliefert habe, fahren wir unsere Tour weiter nachdem wir schon bei Thomas, Christian und Steffen zu Besuch waren und hier Lebensmittel und Hygieneartikel mitgenommen haben. Als ich zurückkam zum Bahnhof um die wartende Beate abzuholen, fuhren wir nur die paar Meter ins Terminal zu Gaby und allen anderen. Eine große Runde am Terminal zu Fuß um mit jeder/jedem ein paar Worte wechseln zu können. Nach dem Terminal geht’s in den Schillerpark und unter eine neue Autobahnbrücke, um dort Menschen die auf der Straße leben, zu versorgen. Ein paar Worte mit Franziska gewechselt und ihr deutlich gemacht, dass sie jederzeit am Donnerstag zu unserem Bus kommen kann, wir sie aber nicht mehr exklusiv versorgen, d.h. dass wir ihr die benötigten Sachen nicht mehr nachbringen, sondern sie den Weg zu unserem Bus suchen muss. Abschließend waren wir noch im Hafengebiet unterwegs, fanden aber auch dort niemanden mehr, durchgefroren fuhren wir zurück ins Lager und brachten alles wieder ins Lager. Der Mittwoch war dann geprägt von vielen Spendenabholungen, in Haid, Wels, Pasching, Linz usw., zu Mittag half mir dann Verena bei all den kräfteraubenden Arbeiten. Und zum Abschluss dieses Mittwochs fuhren wir noch zu A. um einiges zu erfahren und abzugleichen, was in Zukunft möglich ist, was A. arbeiten möchte, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Es war ein gutes Gespräch, aber schon sehr voller Traurigkeit bei A., ihre 3 Kinder fehlen ihr so sehr. Dann nochmal kurz nach Ansfelden fahren, Verena hat dort ihr Auto stehen. Zwischendurch ein Anruf: „Können Sie 8 Paletten Krapfen brauchen?“, poah, 8 Paletten, ja, können wir gut gebrauchen. Ein 2. Anruf einer anderen Firma bietet uns 23 Paletten Germknödel an – uiuiui, 23 Paletten, Wahnsinn! Der nächste Anruf kommt direkt aus dem Brucknerhaus in Linz: „Bei uns unterm Baum schläft schon lange Zeit ein Obdachloser, dem hat man nun Decken und Schlafsack gestohlen“, klar und ohne Frage, dass unsere Silvia ins Lager kommt, die Dinge abholt und losfährt nach Linz zum Brucknerhaus und dort die Sachen abgibt. Ich merke wie mir der Tag in den Gliedern sitzt, wie müde ich bin und kraftlos. Der Abend schenkt mir 2 Stunden Schlaf auf der Couch, ehe ich wieder am PC weiterarbeite bis 3 Uhr früh. Donnerstag früh, 9 Uhr Abfahrt ins Lager um alle Vorbereitungen für den heutigen Verteil-Donnerstag abzuschließen. TK-Lager war ja Mittwoch schon abgeholt worden. Ulli und Robert helfen bei den Kontrollen der Lebensmittel die wir aus Haid holten. Alles läuft wie geschmiert, es geht voran. Maria kommt heute nicht, drum kümmern sich Barbara und Verena um Leberkäse, Käse und Wurst, alles portionieren und einpacken, Tee kochen und die Kühlboxen befüllen. Um 13.45 Uhr beginnen wir mit Transporter beladen, geht alles richtig gut von der Hand. Um 15.15 Uhr Abfahrt nach Linz, bei 0° und grauem Himmel, wo doch für heute Sonne prognostiziert war, schade, Sonne wäre für die Seele gut. Als wir in Linz ankommen, warten schon 23 Schützlinge auf uns. A. hat auch grade angerufen und wird sich ein paar Sachen holen, sie hat ja fast nichts mitnehmen können aus Hallein. Als wir den Transporter und den Anhänger abstellen, kommt auch unser Taubenmörder Stefan, dem ich letzte Woche schon sagte: „so nicht“, heute provoziert er mit einem Doppelliter Wein, an dem er nuckelt und den er demonstrativ neben seinen Rucksack stellt. Jetzt ist Schluss mit lustig, Ich streite nicht mehr mit ihm. Ich mag auch heute nicht mehr reden mit ihm. Hr. S. von den Lions Biophilia besucht uns heute und möchte sich unsere Aktion aus der Nähe anschauen, er ist sichtlich beeindruckt und von hinten stänkert dauernd Stefan, dem ich kein Gehör mehr schenke, weil er immer aggressiver wird. Als Hr. S. sich verabschiedet sagte ich Stefan noch einmal, dass er aufgrund seines Verhaltens heute und die nächste Woche bei uns nichts bekommt, keine Lebensmittel, keine Jetons und kein „Ich habe dich gern Lächeln“ ernten wird. Sein Verhalten könnte auch zur Folge haben, dass wir hier einen Platzverweis bekommen und dann all unsere Schützlinge dastehen und nichts mehr bekommen, nur, weil ein Herr Stefan nicht weiß wie man sich benimmt. DAS KANN ES NICHT SEIN! Unter laut schimpfendem Protest verlässt er unseren Verteilplatz, nicht ohne mir nochmal mit seinem Finger zu zeigen, was er grade von mir hält. Momente später kommt Sr. Lydia, weil sie für ihren Schützling Christian dringend einen Pullover in L braucht. Noch ein paar Worte mit Sr. Lydia und dann ruft man mich schon wieder an beiden Enden unserer Fahrzeuge. A. ist hier und holt sich Socken, Winterschuhe, Hausschuhe, Winterjacke – passt leider nicht, und sie nimmt sich Lebensmittel mit, Dieter stellte ihr ja einen Kühlschrank ins Zimmer, Wasserkocher und Mikrowelle folgen bald. Fürs Erste kann sich A. was zum Essen machen und sich versorgen, zusätzlich bekommt sie auch warme Mahlzeiten von Dieter, einfach großartig! Eine Spenderin bringt uns € 20,- Geldspende und Lebensmittel vorbei, recht lieben Dank dafür. Die Schlange wird nicht kürzer, es dunkelt langsam ab und die Schlange ist immer noch gleich lang wie zu Beginn, am Ende sind es heute 95 (!) Schützlinge die heute zu unserem Bus kommen und sich Lebensmittel, Hygieneartikel, Schlafsäcke und Isomatten, Winterjacken und Schuhe holen. 95 Menschen die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind und teilweise alles, sogar ihre Familie verloren haben und jetzt ein Dasein auf der Straße fristen. Oh du „reiches“ Österreich, wie arm Du doch in Wirklichkeit bist, überhaupt Menschen auf der Straße schlafen zu lassen. Unser ach so dichtes, soziales Netz, das in vielen Fällen erst gar nicht aufgespannt wird, das viele Menschen nicht auffängt, viele Menschen nicht leben, sondern vegetieren lässt. Mit den Themen Armut oder Obdachlosigkeit kann man halt keinerlei neue Wählerschichten dazugewinnen, ganz schlimm, wenn Politiker sich von diesen Themen nicht angesprochen fühlen. Sie sind ja gewählt um FÜR die Menschen Politik zu machen, leider merkt man von diesem Auftrag nicht mehr viel. Der Verteil-Donnerstag geht langsam aber sicher so um 18.45 Uhr, 45 Minuten später als geplant, zu Ende. Unsere 16 Liter heißen Tee brachten wir nicht ganz an den Mann…die Frau, unser Obst und Gemüse wurde gänzlich geplündert und heute gaben wir wieder 60 Nächtigungsjetons an unsere Schützlinge aus, um ihnen wenigstens ein paar warme Nächte in der Notschlafstelle zu gönnen. Als wir beginnen aufzuräumen merke ich, wie tief der Winter mir schon im Nacken sitzt, dem ganzen Team ist jetzt schon kalt, wir beeilen uns und fahren dann im Schnelltempo nach Ansfelden, auszuladen und einzulagern. Das anschließende Resümee unseres heutigen Teams war durchwachsen, aber fast alle Aussagen waren positiv. Wir werden uns auch weiterhin bemühen unseren „Auftrag“ in die Stadt hinauszuschreien, alle Bemühungen auf uns zu nehmen und weitermachen, so lange es irgendwie geht. Das versprechen wir Euch! Vielen herzlichen Dank an unser gesamtes Team heute und eine tiefe Verneigung an unsere Spender/innen, das wir auch heute wieder den Menschen dienen durften. Vergelt’s Gott und habt großen Dank! Für mich geht’s noch ein wenig weiter hier am PC, wie jede Woche, Euch wünsche ich eine gesegnete Nacht und alles liebe! 🙂 ❤ Danke, dass es EUCH gibt. ❤

14.1.2021 – Eine tote Taube und die Konsequenz!

DONNERSTAG 14.1.2021:

Die letzten Tage, die letzten Wochen waren stressig, anstrengend, grenzwertig ABER auch auf eine bestimmte Art einfach wunderbar. Wunderbar deshalb, weil wir sehr viel Zustimmung, ganz viel moralische Unterstützung und enormen Zuspruch von Euch bekamen. Wir machen unsere Aktion, und da spreche ich wirklich vom GESAMTEN TEAM, weil es UNS ALLEN eine wirkliche Herzensangelegenheit ist, die ärmsten Menschen am Rande der Gesellschaft mit dem Nötigsten versorgt zu wissen. Arme Menschen, Obdach- oder Wohnungslose, die nicht immer, oder viel zu wenig oft auf die Butterseite des Lebens gefallen sind, diesen Menschen haben wir uns verschrieben. Unsere Verteil-Donnerstage sind gute Möglichkeiten für Menschen, die unsere Aktion einmal aus der Nähe kennenlernen möchten und einmal dabei sein möchten, sie können sich selbst ein Bild von unserer Arbeit machen, von unserer Wertschätzung, von unserem „Auftritt“ unseren Schützlingen gegenüber. Jeder kann sehen wer die Spenden bekommt, wem wir helfen und wem wir z.B. nicht helfen dürfen oder können. Viele Emotionen werden hier wach gerüttelt für jene Menschen die einmal dabei sind, und deren Resümees sind für uns wichtig, weil wir immer noch lernen können und vieles vielleicht nicht mehr sehen oder falsch sehen oder einfach nur irritiert sind, also sind diese Menschen die einmalig dabei sind, immer auch ein großartiger Spiegel für uns und unsere Arbeit. Wir hatten viele, viele großartige Menschen dabei an unseren Donnerstagen, ich denke gerne an jede einzelne Begegnung zurück, weil wir in der Vergangenheit auch schon erkennen konnten, dass unsere Aktion wichtig und richtig ist und leider gibt es zu viele Menschen, die unsere Hilfe dringend benötigen. Wir wissen nicht was das noch relativ neue Jahr bringen wird, ich weiß auch nicht wie lange ich diese Anstrengungen noch bringen kann, das Jahr 2020 zeigte mir die körperlichen Grenzen auf indem ich zwei Mal K.O. ging. Ich werde nicht gesünder und hab keine Ahnung wie viel Zeit mir bleibt, für unsere Schützlinge da zu sein. Ich hoffe noch ganz, ganz viel, kann aber nichts versprechen. Ich möchte keine einzige Minute missen, wo wir an den Donnerstagen bei strömenden Regen, bei Schneechaos, bei eisigen Minus 6° oder bei unerträglichen 40° in der Sonne dahingeschmolzen sind. Bei JEDEM Wetter standen wir an den Donnerstagen in den letzten Jahren. Seit 15.8.2018 machen wir nun diese Donnerstage mit den Spendenverteilungen an unsere Schützlinge, und dass mit viel Engagement, mit ganz viel Herzblut, mit noch mehr Liebe und dazu dem größten Segen, direkt vom Herrn. Der uns jede Woche zeigt, was er von unserer Aktion hält indem er viele, viele normal fest verschlossene Türen zu Gönnern und Spendern öffnet, die auf uns aufmerksam wurden und uns unterstützen möchten. Das ist ein ganz großes Geschenk und auch eine große Verantwortung, der wir jede Woche gerecht werden möchten. Wir bemühen uns Woche für Woche, Tag für Tag für ein besseres Leben für unsere Menschen, die irgendwo im Leben einfach nur die falsche Richtung erwischten und falsch abgebogen sind. Und glaubt mir liebe Leute, DAS kann wirklich JEDER/JEDEM passieren, wirklich allen. Zum Absturz braucht es nicht wirklich viel, 2…3 Dinge die im Leben schieflaufen, Krankheit, Scheidung, Insolvenz usw., hinter dir bricht vielleicht wegen Schulden der Freundeskreis oder die Familie als „Helfer“ weg und schon beginnt der Abstieg, und glaubt mir, der geht ganz, ganz schnell. Viele blitzgescheite Menschen, Doktoren, Ingenieure, Magistra haben wir unter unseren Schützlingen, die alleine keinen Fuß mehr ins Leben bekommen. Dieser Strudel nach unten tut nicht nur dem Betroffenen weh, es tut auch sehr weh, diesen Abstieg mitanschauen zu müssen ohne wirklich helfen zu können. Wir sind keine Psychologen, keine Sozialarbeiter, wir sind einfache Menschen mit dem Herz am rechten Fleck, die das Leben da draußen auf der Straße ein klein wenig besser und leichter machen wollen, dank EURER Hilfe dürfen wir das auch tun. Manchmal würden auch Teile unseres Teams Hilfe brauchen, wenn wir von Schicksalen erfahren, die einfach unerträglich sind und einfach nicht hinzunehmen sind. Daran sind schon 2 Helferinnen zerbrochen, weil sie die Schicksale nicht verarbeiten konnten. Auch das zu erkennen und gegenzusteuern ist meine Aufgabe als Obmann unseres Vereins. Alle neuen Mitglieder auf das vorzubereiten was an einem Donnerstag passiert oder geschehen kann, alle Möglichkeiten aufzeigen und alle Eventualitäten in einen engen Rahmen aufzählen, wir werfen niemanden ins kalte Wasser, wir wollen das all unsere Team Mitglieder gute Erfahrungen machen, egal an welchen Tagen oder an welchen Orten, ob bei Spendenlieferungen oder bei gemeinsamen Arbeiten im Lager, der überaus wertschätzende Umgang miteinander in unserer Aktion zeichnet jede/n Einzelne/n unserer Vereinsmitglieder aus, und deshalb bin ich so gerne Obmann dieses Vereins, obwohl die Aufgaben jedes Jahr, jede neue Wintersaison noch umfassender werden, aber wir schaffen alles, GEMEINSAM! Der heutige Verteil-Donnerstag begann diese Woche auch wieder schon am Montag. Da ich ja zur Zeit Auszeit habe von den Spendenannahmen, die unser Team zurzeit bravourös alleine macht und ich eigentlich einen Urlaubszettel ausgefüllt habe bis Ende Jänner, so kann ich dann, wenn etwas anfällt nicht einfach absagen und tauche dann doch wieder auf, bemühe mich aber mich nicht einzumischen und mein Team selbstständig arbeiten zu lassen, sie machen es ja toll. Am vergangenen Montag war morgens MAN-Werkstatt angesagt, da der gesamte Laderaum voller Wasser am Innendach war, der Mechaniker merkte an, dass er sowas noch nie sah, aber wie üblich kamen vom Service-Berater wieder nur Aussagen über ihre Ahnungslosigkeit wo das Wasser herkommen könnte, und leider nicht in Form von „Das richten wir her“. Ich fühle mich in dieser Werkstatt einfach zunehmend nicht mehr ernst genommen, deshalb werden wir eine andere, kompetente Werkstatt suchen. Spenden abholen in Wels und Hörsching ist angesagt, Robert half mir dankenswerter Weise dabei. Abholen und auch gleich im Kühllager einlagern, gesamte 5 Stunden die wir brauchten dafür. Gut angelegte Zeit für großartige Spenden. Nachmittags dann all die Schreibarbeiten die in den Monaten vor Weihnachten liegen blieben und jetzt nach und nach abgearbeitet werden müssen. Viele Dinge gerieten wieder einmal in Vergessenheit, mein schlechtes Gewissen beim jetzt durchgeführten Rückruf oder Rückfrage ist deutlich zu spüren, nicht nur bei mir, auch beim Gegenüber. Es tut mir aufrichtig leid wenn ich Dinge, vielleicht noch wichtige Dinge vergesse und dadurch vielleicht der Eindruck entsteht, wir gehen mit unseren Spendern und deren Spenden nicht wertschätzend um, ganz im Gegenteil liebe Spender/innen, nur bei teilweise 60-70 Anrufe täglich und jede/r möchte einen Termin oder Auskunft über zurzeit notwendige Sachen oder einfach nur irgendwelche Informationen, die eigentlich allesamt auf der Homepage oder der Facebook Seite stehen, bei diesem geordneten Chaos an Anrufen und Auskünften steigt oft der Geist aus, auch wenn man glaubt alles noch im Griff zu haben. Ich habe mich in den letzten Monaten oft überschätzt und geglaubt, mir alles gemerkt zu haben, aber diese Menge an Terminen und Vereinbarungen sind in dieser Form nicht mehr zu verarbeiten. Ich entschuldige mich bei ALLEN, die durch meine Nachlässigkeiten oder meine Vergesslichkeit diesen Eindruck bekamen, ich gehe nicht wertschätzend (genug) mit ihnen und ihren Spenden um. BITTE AUFRICHTIG UM ENTSCHULDIGUNG! Der Dienstag diese Woche gehörte MIR und Rena, wir fuhren ins Mühlviertel fotografieren und gingen spazieren, es war eine Wohltat die Natur so intensiv zu spüren. Unser gemeinsames Hobby, die Fotografie (als Laie) ist uns schon sehr ans Herz gewachsen und ich habe mir vorgenommen, 2021 öfters meine Kameras wieder umzuhängen. Darauf freue ich mich schon sehr. Zu Mittag waren wir dann noch bei unserer Maria zum Essen eingeladen und bei großartigen Gesprächen, dieser Tag hat einfach gutgetan, tief drinnen. Der nächste Tag, der Mittwoch begann damit, dass ich Robert im Lager abholte, weil wir ins Tiefkühllager und Kühllager fahren mussten, die Lebensmittel für heute Donnerstag abzuholen. An dieser Stelle wieder ein dankbares VERGELT’S GOTT der Spedition Transdanubia und Hr. L. der uns nicht nur Kühlplätze kostenlos zur Verfügung stellt, sondern uns auch viele, viele Lebensmittel schenkt. Danke für diese tolle Geste. Wir nahmen diesmal ein wenig zu viele Lebensmittel wie Pizzen, Chicken-Nuggets, Paella, Gemüse u.a. mit, hatten dann in unserem Lager ein Problem mit dem tiefkühlen, der Platz war leider voll, und so ließ uns Frau S. von unserem Vermieter TAB die Firmeneigene Tiefkühltruhe mitbenutzen. Herzlichen Dank an dieser Stelle. Vieles, was nur mehr ein gekühlt werden musste damit es auftaut bis heute, gaben wir in all die Kühlmöglichkeiten und in unseren tollen Humer-Anhänger, da es draußen kalt genug ist. Es wurde aber, nachdem um 13 Uhr noch ein Herr ins Lager kam, wieder 15 Uhr bis ich wieder nach Hause fahren konnte. Und wieder wartete mein Computer auf mich. Abends noch eine Runde am Bahnhof, im Terminal, zurzeit schlafen dort 9 Menschen, die teilweise nicht einmal Decken haben. Ein absolut unhaltbarer Zustand. Wenn sich Menschen wie Herr H. von einem Linzer Online-Medium NUR 1-Mal Gedanken machen würde über die wahre Situation der Obdachlosen in Linz (und nicht immer nur die Meinung einer Linzer Politikerin veröffentlichen würde), wäre viel „Gutes“ passiert. Aber so schreibt er halt im Auftrag mancher Linzer liberaler Wirtschaftspolitiker falsche Tatsachen und regt sich dann auch noch in einem Mail auf, weil ich ihn darauf aufmerksam machte, dass er gerade instrumentalisiert wird, auf Kosten der Ärmsten. Erbärmlich! Aber er schreibt ohne sich je die Situation bei den Menschen direkt angehört oder angeschaut zu haben, genauso wie einige Politiker, er verurteilt und schreibt halt seine eingeschränkte Sicht vom Hörensagen. Was Solls! Nur, wenn man am Terminal steht und hilflos vor den dortigen Menschen steht, gibt es dir einen Stich ins Herz und Du verstehst die Welt nicht mehr. Ich habe schon viele Politiker eingeladen zu unserem Donnerstagsbus, aber KEIN EINZIGER kam um mit unseren Schützlingen selbst zu reden. Traurig genug. Der Donnerstag heute begann mit den üblichen Vorarbeiten, in Haid Gemüse und Obst sowie Brot und Gebäck abholen, heute mussten wir Gemüse und Obst zukaufen, das machten wir gleich auf dem Rückweg ins Lager in Ansfelden. Verena, die uns heute beim Sichten der Lebensmittel hilft ruft gegen 10.45 Uhr an wo wir bleiben, da 10.30 Uhr vereinbart war. „Sind schon im Anflug aufs Lager“. Heute waren wir schon sehr glücklich, Robert und ich, dass wir Hilfe von Verena hatten beim Durchschauen der Lebensmittel. Bei dieser monotonen Arbeit kann man sich gut unterhalten und sich noch besser kennenlernen. So kam auch heraus, dass unsere neuen Teammitglieder gerne eine Sitzung hätten, wo vieles näher erklärt wird, was wir wo warum machen. Das wird nächste Woche nachgeholt. Darauf freue ich mich schon. Um 13 Uhr kam heute Martina, die heute als Helferin in Linz dabei sein wird. Martina gehört der Beste Würstelstand in Wels und sie ist eine Spenderin der ersten Stunde. Sie war eine der ersten Spenderinnen, die uns 2014, als wir noch gar kein Verein, sondern private Initiative waren, ihre Spenden anvertraute, und seither besuche ich Martina immer wenn wir in Wels sind, sie hat halt die Besten … Käse Krainer! Ich bin gespannt auf Martinas Resümee heute Abend. Um 14 Uhr kommen Barbara mit ihrem ProntoPronto-Bus (die Beste Show die ich in all den letzten Jahren sah), sie lädt auch Brot und die Kühlboxen in ihrem Bus ein und nimmt uns somit Gewicht ab im Transporter. Unsere Prinzessin Gerlinde und unsere Herzens-Dame Ingrid, die unsere Schützlinge gemeinsam neu und warm einkleiden, kommen heute fast gemeinsam im Lager an. 17 Liter Teewasser kochen und Maria, die zuerst die Wurst geschnitten hat und alle Lebensmittel in die Kühlboxen verstaut hat, richtet jetzt den Tee an für heute. Wir reichen heute Tee und Kekse. Um 15 Uhr Abfahrt, bei 1,5° in Ansfelden und Schneegrieseln, die Straße ist schmierig und mit dem Anhänger doppelt gefährlich. Aufpassen! Ankunft in Linz, wir haben die 2 gelben Gurte im Lager vergessen und die Schneeschaufel. Brigitte anrufen und sie bitten, die Sachen mitzunehmen. Wir stellen den Anhänger und den Transporter ab und bauen die Tische auf, den Teekessel und die Kekse. H., dem wir am Montag die Stromrechnung bezahlten damit er keine weiteren Probleme bekommt und in der kleinen Wohnung bleiben kann, half uns heute den Schnee zur Seite räumen. Kurz vor 16 Uhr kam dann noch Kathi mit der Oma ihres Kindes, die heute beide mithelfen. Kathi meinte es zu gut mit dem Schneeräumen, die Schaufel war der „Kraft“ von Kathies Hand nicht gewachsen. Nein, die Schaufel war eine Notlösung, wir müssen eine neue anschaffen, dringend. Inzwischen sind etwa 30 Menschen bei unserem Bus und ich sehe, dass 2 „Herren“ Alkohol konsumieren bei unserem Bus, ein absolutes NoGo! Die Flaschen werden ausgeleert, das geht gar nicht, das lassen wir auch niemals durchgehen. Und die 2 Meter Abstand, auf die muss ich jede Woche pochen, immer wieder, manche machen es absichtlich, aber mir ist es nicht zu dumm, sie wieder und wieder an unsere Regeln zu erinnern. Eine Frau, die heute zum 1.Mal bei uns und sichtlich nicht ganz nüchtern ist, protestiert gleich zu Beginn „Warum denn so viel Abstand und wieviel sind 2 Meter?“. Meine Antwort kam prompt und sie murmelte mir nur noch ein „A…….ch“ nach, worauf ich ihr schon noch sagen musste, dass ich das gehört habe und sie gleich gehen könne, OHNE Lebensmittel. Beschimpfen geht gar nicht, egal ob mich oder ein anderes Teammitglied. Da gibt es KEINE Gnade, hier gibt es von uns sofort eine Ansage, das geht gar nicht. Wir nahmen dann beim Beginn der Ausgabe diese Frau vor, weil sie in der ganzen Reihe Unruhe stiftete und wir sie nicht mehr an unserem Platz haben wollten. Egal wo sie gerade war, sie redete in einem nicht akzeptablen Ton und ich forderte dann auch gleich einen Einkommensnachweis, da ich ja diese Frau nicht kannte und nicht wusste ob sie unter unser „Klientel“ fällt, da bekam ich wieder eine süffisante, erniedrigende Antwort, worauf ich sie wissen ließ, dass sie wiederkommen kann, wenn sie nachgedacht hat ob ihr Ton angemessen ist. So lange wird sie nun keinen Platz mehr in unseren Reihen finden. Gleich zu Beginn kam Verena vorbei und brachte uns einen Korb voller Spenden, lieben Dank dafür. Und zeitnah ging ein ÖBB-Mitarbeiter vorbei, der des Öfteren schon am Donnerstag vorbeiging und von unserer Aktion begeistert ist, drückte mir € 100,- in die Hand und sagte noch „Macht bitte weiter so, großartig“! Ja, wir werden weitermachen, solange es irgendwie möglich ist. Danke und Vergelt’s Gott für die Geldspende. Inzwischen spürte schon das gesamte Team die Unruhe heute bei unseren Schützlingen, teilweise frech, unruhig und ungehalten. Einige Diskussionen gab es dann mit S., der auf seiner Facebook-Seite ein Bild gepostet hat vor einigen Wochen, dass ich letzte Woche zugespielt bekam, wie er eine Taube umbringt. Ich habe ihn gefragt was oder wen er als nächstes umbringt? Und warum man solch ein Bild noch öffentlich postet? Ich habe ihm deutlich gemacht, dass wir solche Menschen nicht bei unserem Bus haben möchten, die Tiere umbringen und dazu noch lachen. Er wird künftig bei uns nichts mehr bekommen, solche Menschen sind gefährlich, überhaupt als ich ihn gefragt habe wen oder welches Tier er jetzt umbringt? „Ich bin Metzger“ war seine dumme Antwort. Hier gibt es von unserer Seite kein Pardon, er wird sich künftig die Lebensmittel woanders holen müssen. Bei uns sicher nicht mehr. Das ist ein absolutes NoGo! Das wir keinesfalls dulden oder fördern. Diese Aussage ist ja fast schon krank. Ja, wir können leider auch nicht jedem sagen wie er/sie sein/ihr Leben zu leben hat, aber, wenn so etwas vorkommt, gibt es NULL TOLLERANZ! Magistra B. schüttete auch heute Ihr Herz aus bei mir, sie ist leider beruflich gescheitert und lebt getrennt von ihren 3 Kindern. Sie ist mir ebenfalls ans Herz gewachsen. All die 63 anderen Schützlinge heute waren zwar unruhig und ungehalten, aber Covid setzt allen in unserer Reihe derartig zu, viele wissen nicht wie es weitergehen soll…kann. Einen gültigen Einkommensnachweis verlangte ich auch von einem Afrikaner, der heute auch aggressiv war und sich noch nie ausgewiesen hat. Ob ich nun aufgrund seiner Hautfarbe einen Einkommensnachweis verlange, frug er? NEIN, den müssen ALLE bringen, ALLE! Er wollte mir dann noch Rassismus vorwerfen, weil ich von ihm einen Einkommensnachweis verlange. Ich bin der allerletzte der mit Rassismus etwas am Hut hätte, aber es muss erlaubt sein, zu überprüfen wem wir die Spenden anvertrauen. Und das machen wir zurzeit leider nur stichhaltig, weil wir lt. Auflage zuschauen müssen, die Menschen schnellst möglichst vom Bus wegzubekommen. Wir werden baldmöglichst wieder genauestens prüfen, das sind wir EUCH Spender/innen, schuldig. Aber die Auflage von Polizei und Krisenstab des Landes OÖ lassen uns dazu zurzeit keine Chance. Um 18 Uhr räumen wir zusammen und schauen schnellstens ins Warme zu kommen, allen ist mittlerweile kalt geworden. Auch mir, ich spür meine Finger nicht mehr. Gemeinsam haben wir im Nu alles eingeräumt und ab, ins Lager. An alle Spender/innen, die unserem Aufruf von letzter Woche folgten, die uns warme Kleidung für die 2 Mädels spendeten, soll ich von Timmy und Claudia ein herzliches Dankeschön ausrichten. Sie sind überglücklich über die tollen Spenden. Im Lager schnell den Anhänger abhängen, ausräumen, und gleichzeitig den Transporter ausräumen, die ganzen Kühlboxen mit Essigwasser auswaschen, den Teekessel auswaschen und wieder einlagern. Gemeinsam haben wir alles binnen kürzester Zeit geschafft und ich bin so glücklich, dass wirklich jede/r mitanpackt und alles aufräumt. Zum Schluss noch eine kleine Runde im Lager (natürlich mit Abstand) und alle Eindrücke abgefragt, wie unser Team den Tag erlebte? Gemischte Aussagen aber alle im Rahmen der (meist) guten Eindrücke. Für mich war der Tag heute etwas …. Chaotisch, weil dauernd wer nach mir geschrien hat weil so eine Unruhe in der Reihe war. Deshalb kam ich heute nie in einen „guten“ Modus, sondern war völlig durcheinandergewirbelt. Aber auch das darf manchmal sein, ist ja die Ausnahme heute gewesen. Nächste Woche schaut es wieder ganz anders aus. Ich sitze nun schon wieder 3,5 Stunden hier beim Texten und Bilder bearbeiten, und bin froh, wenn ich nun in eine Dusche komme und endlich ein paar Minuten finde, die MIR gehören. Im Kopfhörer läuft „My Name ist Mighty Mighty, Roly Poly“, ein Uraltschinken aus den 70ern, der Gas gibt. Danke an unser gesamtes TEAM, ihr ward wieder großartig. Schön dass es EUCH gibt. Eine tiefe Verneigung gilt unseren Spendern/innen, dass wir auch heute wieder in Linz unsere Aktion machen durften. Habt großen DANK und Vergelt’s Gott! Danke für Eure Aufmerksamkeit und ich wünsche Euch eine gesegnete Nacht, schlaft gut! 🙂 <3

7.1.2021 – Neue Schuhe und ein Lächeln!

UNSER VERTEIL-DONNERSTAG VOM 7.1.2021:
Durch all die Feiertage wurde unser Alltag ein wenig durcheinandergewirbelt und auf den Kopf gestellt. Einige der Zusagen von vor Weihnachten gingen bei mir völlig unter, habe darauf total vergessen, einige Termine wurden versäumt und Zusagen unabsichtlich nicht eingehalten, nichts Dramatisches aber absolut ärgerlich, weil ich nicht der Mensch bin der Zusagen macht und diese dann nicht einhält. Jede einzelne Abmachung und Zusage die ich nicht eingehalten habe, tut mir von Herzen leid, ich gelobe Besserung, VERSPROCHEN! In der Wintersaison 2020/2021 lief und läuft absolut gar nichts normal, soweit man bei uns überhaupt noch von „normalen Betrieb“ sprechen kann. Nicht nur Corona ist daran schuld, auch die Masse und Vielzahl an Verpflichtungen, an Verantwortlichkeiten zeugt von einer für uns noch nie dagewesenen Obdachlosen-Winterzeit. All die geplanten und pünktlich durchgeführten Spendenlieferungen in der Vorweihnachtszeit (November & Dezember 2020) in die Einrichtungen, in die Frauenhäuser, gingen wie geplant über die Bühne, viel Arbeit, viele Stunden, 70-80 Stunden/Woche, unsere Helfer/innen leisteten unsagbares, unzählige ehrenamtliche Stunden im Lager, beim Spenden liefern, beim kommissionieren oder einlagern. Ich kann es immer wieder nur beteuern, ich bin richtig stolz auf unser Team, auf unsere Helfer/innen. Unser Team bringt nicht nur eine großartige Einstellung zu unserer Arbeit und zu unseren Schützlingen mit, sondern leistet so tolle Arbeit im direkten Kontakt mit unseren Schützlingen. Selten habe ich so eine wertschätzende Art gesehen, wo die unterschiedlichsten Menschen den gleichen Fokus haben, zu helfen! Danke für alles was IHR geleistet habt. Klasse!
Die Vorbereitungen für den 1. Verteil-Donnerstag des Jahres 2021 begannen am Montag früh. Man merkt das neue Jahr 2021 kommt langsam in die Gänge, diverse Anrufe und Ankündigungen für die nächste Zeit. Viele Anrufer fragen immer wieder, Zitat: „Macht ihr die Aktion das ganze Jahr oder nur zu Weihnachten?“ Wir machen unsere Aktion das ganze Jahr, die Menschen sind ja nicht nur zu Weihnachten obdachlos, sie sind das ganze Jahr ohne Dach über dem Kopf. Ganz besonders schlimm ist es im Winter, rund um die Weihnachtszeit und darüber hinaus, nicht nur wegen der Temperaturen oder wegen des unbeständigen Wetters, vielmehr ist es die Tatsache, dass die Weihnachtszeit eine Familienzeit ist, hier wird jedem Obdach- oder Wohnungslosen klar und deutlich, dass er/sie alleine auf weiter Flur ist, niemanden hat mit dem er/sie Weihnachten feiern kann. Das tut schon sehr, sehr weh, das kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Darum ja auch unsere Weihnachtsschuhschachtelaktion, wir wollen gemeinsam mit EUCH, unseren Schützlingen zumindest das Gefühl schenken zu Weihnachten, dass da draußen viele, viele Menschen an sie denken du ihnen ein kleines Geschenk gemacht haben. Nicht ganz vergessen zu sein und obendrauf noch ein Geschenk zu bekommen, macht vielen unserer Menschen Mut, zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht, drückt ihnen auch die eine oder andere Träne in die Augenwinkel, lässt sie andere Menschen umarmen und tausendmal DANKE sagen. Ein Gefühl, das man nicht in Worte kleiden kann, liebe Wegbegleiter, spätestens hier bleiben manche Worte im Hals stecken. Was wir an unseren Donnerstagen an Dank zurückbekommen, liebe Leute, lässt sich nicht beschreiben, das lässt sich nur erspüren, tief im Herzen.
Montag nach unzähligen Anrufen komme ich endlich dazu, Termine für Abholungen zu vereinbaren, die Logistik diese Woche wird schwierig, da ich ja gerade Pause von den Spendenannahmen mache, damit ich mich wieder sammeln kann. Unsere Brigitte macht das sowieso alleine auch sehr, sehr gut. Der Mittwoch ist im Lager verplant, am Hl. 3 Könige stellen wir unsere Regale so auf, das wir größtmöglichen Nutzen davon haben. Also muss ich diese Woche schon Dienstag ins Tiefkühllager und alles abholen, damit die Lebensmittel noch auftauen können. Der Dienstagnachmittag gehört dann wieder Rückrufen, Recherchen und im Beantworten von Mails und Anfragen. Manche wollen uns als „Entrümpelungsunternehmen“ beauftragen, Dinge, die wir gar nicht annehmen oder einlagern können, in ganz Oberösterreich abzuholen. Leider muss ich mir oft den Mund fusselig reden und erklären, warum…weshalb…wieso wir keine Möbel oder alte Kleidung abholen und einlagern, die Reaktionen auf meine Absage sind oft, für mich, enttäuschend. Manche Anrufer geben sich mit meiner Antwort zufrieden und manche Menschen, denen ich leider absagen muss, glauben halt sie müssen mir rhetorisch noch eine ordentliche Ohrfeige mitgeben, na dann! Wir sind weder abgehoben noch reich, sind weder unfreundlich noch sind wir unterirdisch. Verschiedene Menschen reagieren unterschiedlich, darf auch so sein, aber wenn wir keinen Lagerplatz mehr zur Verfügung haben, ungehalten zu reagieren, ist halt auch nicht die feine Englische Umgangsart. Das wollte ich hier einmal anmerken, liebe Leute. Der Dienstagnachmittag läuft ganz gut mit dem Wissen, dass heute unser Team die Spendenannahme ohne mich macht. Ich habe heute frei, Gott sei gedankt. Für Mittwoch 13 Uhr ist dann der Termin angesetzt, die Regale aufzubauen und das Beste aus unserem Lager herauszuholen. Unsere Helfer/innen vom Dienstag haben dankenswerterweise die Regale alle schon ausgeräumt, so, dass wir beginnen können, die Regale abzubauen. Nach und nach, beim Abbau des einen Regals kommt Barbara der Gedanke, dass wir im Kleider Lager eigentlich das Regal, das nicht sehr tragfähig ist, dort einsetzen könnten. Gute Idee! So bekamen wir mit einem Schlag sehr, sehr viel Stauraum dazu. Jetzt können wir unser Kleiderlager viel besser ausfüllen, den Platz besser nutzen. 6 Helfer/innen fanden am Mittwoch, dem Feiertag den Weg zu uns ins Lager, und halfen. Toll! Später kam dann noch unsere Beate dazu und machte uns Gusto auf Hühnersticks. Gesagt – getan, Beate holt einen „Eimer“ voller Hendl mit Pommes und Sauce. Diese Situation ist so typisch für unser Team, Beate hatte das Gefühl wir haben Hunger, geht zum Nachbar und kauft für das ganze Team schmackhafte Hühnerteile mit Pommes. So ein Team, liebe Leute, kann man suchen und wird man nicht sehr oft finden. Hier springt wahrlich eine/r für den/die andere/n ein, in der Vergangenheit passierte vieles, was wir nicht wieder ändern können, aber wir erinnern alle einander, wenn wir Gefahr laufen, wieder einen „alten“ Fehler zu machen. Jeder gibt acht auf den/die Andere/n. Am Feiertag gemeinsam im Lager zu arbeiten kann große Freude bereiten. Unser Lager, unser Team, der ganze Verein wird immer professioneller. Um 19Uhr ist der Kalendereintrag „Regalaufbau“ aufgearbeitet und beendet. Markus und Martin montierten nebenbei noch die Kleiderstangen im Transporter um, wow! Geschafft aber zufrieden verabschieden wir uns, mit Blickpunkt Donnerstagsverteilung. Um 23Uhr schau ich zur Balkontür raus und sehe wie stark es schneit, uijeh. Ein Aufruf in unserem WhatsApp-Vereinschat, dass ich heißen Tee mache und dann zum Bahnhof fahre lässt Sabine aufhorchen „Ich würde gerne mitfahren“, freilich kannst Du mitfahren. Ich leihe mir noch eine 7l Thermoskanne bei meiner Nachbarin Roswitha und koche dann Tee, 5l heißes Wasser und eine ganze Packung Früchtetee reingegeben, die Teebeutel ausgedrückt, wäääh, schmeckt besch…eiden, aber ich habe keinen anderen daheim. Die Thermoskanne eingepackt und ab Richtung Leonding, Sabine steigt zu mit Tassen und Zucker, ab zum Bahnhof. Gaby, Roman und Rente schlafen schon, niemand hat Gusto auf Tee, und schon gar nicht auf meinen, als würden sie es wissen. J Also weiter zum Schillerpark, starker Schneefall und weit und breit niemand zu sehen, wir gehen eine kurze Runde und beschließen, unseren bescheidenen Tee wieder mit nach Hause zu nehmen. Wir waren wohl viel zu spät unterwegs, aber der gute Wille war da. Um Mitternacht war ich dann wieder daheim, Nachbars Kater, der bei mir eingezogen ist, schimpfte mich „Miau Miau Miau“ so wie, „Jetzt hör mal zu, lieber Walter, wenn Du schon glaubst nachts ausfahren zu müssen, dann schmeiße wenigstens mich nicht raus in die kalte Winternacht und lass mich im Warmen schlafen“. Ok, habe es mir gemerkt, fürs nächste Mal. So geht der Mittwoch am Donnerstag um 2 Uhr früh zu Ende. Der Donnerstagmorgen tief verschneit, beginnt mit einem Anruf eines Polizisten, der mich auf ein paar neue Obdachlose in Linz aufmerksam macht und mich fragt, ob wir helfen können und wollen. Können und wollen wir, freilich! Machen wir, wir werden die nächsten Tage die Plätze abfahren mit unserem Not Paket. Versprochen! Bevor ich es überhaupt schaffe, wegzugfahren, heißt es schwitzen beim Schneeschaufeln. 9.30 Uhr Treffpunkt Lager mit Robert, um Brot und Gebäck aus Haid zu holen. Im Lager angekommen, heißt es auch hier Schneeschaufeln, der Traktor hat schon das Meiste weggebracht, aber es sind immer noch gefährliche Reste da, wenn es kalt werden sollte und es gefriert. Robert hilft mir die Abfahrt zu salzen, danach Abfahrt nach Haid. Hier ist schon alles für uns hergerichtet, einladen und ab, zum Hofer, Obst und Gemüse nachkaufen. Im Lager wird dann alles auf Genießbarkeit durchgeschaut, das dauert in der Regel so 2-3 Stunden, wenn man zu zweit ist. Heute müssen wir vieles aussortieren. Maria kommt um 13 Uhr uns kümmert sich gleich um die Wurst, Pizzen und alles was Gefrier- und Kühl Ware ist. 10l heißes Wasser für den Tee kochen auch schon, Maria schmeckt ihn ab und füllt ihn um. Barbara und Sebastian kommen ziemlich zeitgleich um 14Uhr, wir beginnen gleich zum beladen des Transporters, da wir heute früher fahren müssen, in Linz muss der Schnee ebenfalls weggeschaufelt werden. Punkt 15 Uhr fahren wir los in Ansfelden bei +1,5° und teilweise blauen Himmel und vorsichtig durchblitzenden Sonnenstrahlen, fein, nach langer Zeit endlich wieder Sonne! Ankunft in Linz, ein Postbus steht auf unserem Platz, fährt aber weg als er uns sieht. DANKE! Harry nimmt sich unserer Schneeschaufel an und malträtiert diese bis aufs „Holzblut“, bitte aufpassen, das ist unsere einzige. Im Nu ist alles aufgestellt, das gesamte Team weiß was zu tun ist, hier braucht niemand anschaffen oder sich wichtigmachen, jede/r hat seinen Bereich und weiß was zu tun ist. Zu Beginn stehen schon etwa 25 Schützlinge in der Reihe, am Ende werden es 59 Menschen sein, die sich jetzt am Monatsanfang (wo wir normalerweise so 25-30 Personen bei unserem Bus hatten) haltbare Lebensmittel holen. Einige bekommen ja Geld, deshalb haben wir am Monatsanfang immer sehr viel weniger Besucher, was eigentlich seit Monaten so nicht mehr stimmt. Wir hatten schon Monatsanfänge und 91 Besucher beim Bus. Die Tendenz macht uns Angst, wir sehen jede Woche in welche Richtung die ganze Situation geht, leider in keine Gute! Egal, wer zu uns kommt, bekommt auch Hilfe. Egal ob Timmy Jeans in Größe 36 braucht, oder Fiona Winterstiefel in Größe 41, oder Franziskas Winterstiefel, die Sr. Lydia und Sr. Martha noch mit anderen, verschiedenen Sachen bei uns abholten. Wir bemühen uns und schauen, dass wir alle Bedürfnisse erfüllen können, immer gelingt es eh nicht, aber immer öfter. So suchen wir aktuell z.B. für ein 10-jähriges Mädchen eine warme Skihose oder einen ganzen Ski Anzug in Größe Damen „M“ und für ihre kleine Schwester wasserdichte Winterschuhe in Größe 34/35 und einen Ski Anzug in Größe 134. BITTE BITTE, liebe Leute, wer uns hier behilflich sein kann, es wäre wirklich dringend. Die Kleinere trug eine Skihose die etwa 15cm zu lang war und darunter NICHT wintertaugliche Schuhe. Ein Bild, das ich Euch nicht weiter beschreiben möchte, weil es einfach ein trauriger Anblick war und wir heute nichts dabei hatten in der richtigen Größe. Wenn wir durch diesen Aufruf keine Ski Anzüge bekommen, werde ich mir was anderes einfallen lassen, um diesen Schwestern zu helfen, damit sie weder frieren noch 15cm zu lange Hosen anhaben. Zwischendurch kommt ein Passant vorbei und drückt mir € 20,- in die Hand und drückt mir den Oberarm und bedankt sich herzlichst für unsere Aktion. Tun gut solche Begegnungen, tief im Herzen, und lassen uns den Glauben an die Gesellschaft, wenngleich diese auch oft wegschaut. Spät aber doch kommt heute Elvisa auch zu uns, absolut nüchtern, in Begleitung und bittend, sie brauche bitte Handschuhe und sie hat Hunger. Ich bin glücklich, dass Elvisa heute den Weg zu uns gefunden hat, das Mädel liegt mir sehr am Herzen, zu viel musste sie durchmachen. Immer wieder zeigen uns heute Passanten mit erhobenem Daumen, dass sie unsere Aktion an dieser stark frequentierten Stelle gut finden. An manchen Tagen kommen viele Komplimente, an anderen kommen gar keine. Verschieden, aber wir wissen warum wir unsere Aktion machen, unser Antrieb ist der Wille zu helfen und nicht wegzuschauen, eben wertschätzende Nächstenliebe. Das spüren unsere Schützlinge und danken es uns mit einem Lächeln und einem DANKE. Zum Schluss kommt noch ein junger Mann, der Arbeiten geht, der auch in der Arbeitskleidung bei uns in der Reihe steht, sich aber das nackte Leben nicht leisten kann und in der Notschlafstelle schlafen muss, weil er sich keine Wohnung leisten kann. Er bittet um Jetons für die Notschlafstelle, insgesamt geben wir heute 46 Jetons à € 4,- aus, viel Geld für uns aber jede Nacht die wir durch EUCH schenken können, ist für unsere Schützlinge eine gewonnene Nacht im Warmen. Ein anderer Schützling fragt ob wir helfen könnten, er habe noch ein kleines Zimmer, wurde gekündigt und könne den Strom nicht bezahlen. Ein Anruf bei unserer Kassierin Astrid, ob wir helfen können, JA, können wir, wir werden die Stromrechnung begleichen damit er die Miete fürs nächste Monat ansparen kann, wird schwierig genug werden. Er ist überglücklich, und bedankt sich oft und hat fast Tränen in den Augen, er dachte nicht, dass wir ihm helfen, er wusste leider keinen anderen Weg mehr als uns zu fragen. Wenn wir jemand auf diese Weise helfen können, ist doppelt geholfen. Er kann vielleicht das kleine Zimmer behalten, steht nicht wieder auf der Straße und wir wissen, dass auch hier die Hilfe und Unterstützung direkt ankommt. 18Uhr, wir räumen zusammen, im Team geht das ziemlich flott und gründlich, Abfahrt ins Lager, dort ausräumen und alles wieder einlagern. Zusammenräumen und alles auf seinem Platz stellen, damit wir alles wiederfinden, nächste Woche. Vielen, lieben Dank all unseren heutigen Helfern/innen, unserem Team von heute, Barbara, Maria, Beate, Sabine, Sebastian, Robert, Brigitte, Gerlinde und Ingrid sowie Wolfgang. Ihr habt wieder großartige Arbeit geleistet, DANKE und Vergelt’s Gott dafür. Eine tiefe Verneigung unseren Spendern/innen für die großartige Unterstützung, die Ihr uns zukommen lässt. Ich ziehe meinen virtuellen Hut und sage DANKESCHÖN! Seit 4 Stunden sitze ich nun hier und texte und schreibe, weil es uns wichtig ist, EUCH mitzunehmen in unsere Aktion, in die ganzen Geschehen. In meinem Kopfhörer läuft „I've Found My Freedom“, ein Titel aus den 70ern, MEIN musikalisches Jahrzehnt wo ich mich daheim fühle, mit diesem Titel beschließe ich nun den heutigen Donnerstag. Danke für Eure Aufmerksamkeit, gute Nacht! Schön dass es Euch gibt. 🙂 ❤

30.12.2020 – Brotsüchtig und eine kleine Familie…

Das alte Jahr 2020 geht gebeutelt dem Ende entgegen, der Wunsch nach einem Corona freien, halbwegs „normalen“ Jahr 2021 ist groß, sehr groß. Nicht nur bei uns in der Obdachlosenhilfsaktion, auch draußen bei unseren Schützlingen wird die Hoffnung auf ein „besseres“ Jahr hochgehalten. Alle wünschen sich den normalen Alltag zurück, wo hoffentlich diverse willkürliche und absolut unverständliche Aktionen von Behörden und Ämter sowie von Politikern gegen unsere Schützlinge, ausbleiben werden. Um das Thema Wohnungs- und Obdachlosigkeit ranken sich mittlerweile viele unwahre Gerüchte, die es eigentlich nicht wert sind, kommentiert zu werden, jedoch werden diese subjektiven Meinungen ständig in ein öffentliches Bild „eingearbeitet“ und veröffentlicht, diverse Aussagen von Politikern, die wahrlich entbehrlich sind, weil diese einfach nur von Unwissenheit strotzen. Manchen Politikern und Entscheidungsträgern sollte man einen unserer Verteil-Donnerstage zum Pflichtbesuch auferlegen, damit sie eventuell sehen, über wen sie eigentlich urteilen und den Stab brechen. Jedoch fürchte ich, sie würden auch vor Ort nicht wirklich verstehen (wollen), wie es jemandem geht, der Obdachlos oder Wohnungslos wurde. Eigentlich ein ganz trauriges Bild das mich nicht ruhen lässt. Warum ich das hier schreibe? Weil ich erst vor ein paar Tagen ein Mail bekam, von einem Linzer Politiker, der uns als Aktion und als Verein stark in Frage stellte und einfach unverschämt und frech meinte, Zitat: „Die wären alle ja selbst schuld und keiner von denen bräuchte wirklich Hilfe bevor sie nicht zum Saufen aufhören“. Wie man so einen absolut boshaften Blödsinn schreiben kann, ist mir unverständlich, und diesen Blödsinn dann auch noch in ein Mail packen und auf „senden“ klicken. Solche Menschen, denke ich, haben jede Reputation als Politiker, verloren, solche Politiker disqualifizieren sich selbst. Das war nicht die einzige Aussage in dem A4-Seiten langen Mail, die anderen Aussagen erspar ich Euch, liebe Leute. Aber dieser „Herr“ scheint noch nichts begriffen zu haben und tobt sich rhetorisch auf dem Rücken der ärmsten Menschen aus. Mehr Platz möchte ich diesem Herrn hier nicht mehr widmen. Einfach arm!
Unseren Verteil-Mittwoch heute, haben wir wieder von Donnerstag auf Mittwoch vorgezogen, weil unser Team morgen Silvester zu Hause bei den Liebsten sein soll. Unser Team leistet so großartige Arbeit, EHRENAMTLICH! Ich bin so stolz auf jede/n von EUCH! Schön, dass es EUCH gibt. Künftig gibt es unseren Verteiltag wieder nur noch am Donnerstag.
Die letzten Tage war ich auch oft nachts in Linz unterwegs, bin die Hotspots abgefahren und nachgeschaut ob es unseren Schützlingen eh gut geht, ob etwas fehlt, ob jemand Hilfe braucht. Hl. Abend…Weihnachtsfeiertag…Stephanitag, alle hatten große Freude, dass ich immer mit unserem Notfallpaket unterwegs war. Inhalt hier sind Lebensmittel, Hygieneartikel, warme Schlafsäcke, winterfeste Isomatten, Winterjacken, warme Schuhe, neue Socken und neue Unterwäsche, und wir hatten immer Eure Weihnachtsgeschenke dabei, was jedem unserer Schützlinge ein zauberhaftes Lächeln entlockte. Es tut so unendlich gut, jemanden so glücklich zu sehen. Und hier stand bei weitem nicht der Warenwert im Vordergrund, sondern dass da draußen jemand an sie denkt und ihnen auch noch ein Weihnachtspackerl schenkt, für viele Bedürftige unbegreiflich, dass „fremde“ Menschen sie beschenken. Aber wer in diese glücklichen und zufriedenen Gesichter geschaut hat, hatte entweder Tränen in den Augenwinkeln oder schwer zu schlucken. Welche Emotionen hier frei werden, ist einfach unbeschreiblich. Dass ein Mensch sich so sehr über ein Weihnachtsgeschenk freuen kann, können viele erst glauben, wenn sie es selbst gesehen haben. Am 26.12.2020 hatte ich Spender dabei, bei meiner Linz-Tour. S. & E. haben am Vortag selbst Spenden an die Linzer Obdachlosen verteilt, jedoch fanden sie nicht viele an. Deshalb die Bitte an mich, sie mitzunehmen, um sich die Problematik und die Situation selbst von den Betroffenen anzuhören oder anzuschauen. Was ich gerne machte. Die Beiden waren von der Dankbarkeit unserer Schützlinge beeindruckt, und auch von der Freundlichkeit, obwohl manche schon alkoholisiert waren, wussten sie sich trotzdem zu benehmen und zu danken. Warum Menschen auf der Straße landen, dafür gibt es viele, viele plausible Gründe und Ursachen, aber es gibt KEINEN einzigen Obdachlosen der je gesagt hätte, was viele Politiker behaupten, Zitat: „Ich bin gern auf der Straße und möchte in keine Wohnung“. Solche Behauptungen kommen immer nur aus der Ecke der Verantwortlichen, um nicht in weiteren „Zahlungszwang“ zu kommen, heißt, wenn man die Zahlen der Obdachlosen herunterträumt und die Öffentlichkeit über die wahren Zahlen täuscht, kommt man nicht in den Zugzwang weitere Einrichtungen finanzieren zu müssen. Die in Linz zur Verfügung stehenden 59 Notschlafbetten reichen unseren Politikern aus, weil wir ja nach deren Aussagen nur sehr wenige Obdachlose haben und die finden „alle“ dort Platz. So, genug über Politiker geschrieben. Ich war dann mit S. & E. fast 4 Stunden unterwegs und wir haben viele Dinge diskutiert, viele Dinge, viele Umstände oder Ursachen waren unbekannt, manche Schicksale gingen ihnen sehr nahe. Nach 22 Uhr waren wir wieder im Lager und haben das Not Paket wieder eingelagert. Gaby, Renate und Roman am Bus-Terminal äußerten den Wunsch nach einer warmen Thermo-Unterwäsche, nach Cabanossi und Streichkäse, nach neuen Socken und warmen Decken und wasserdichten Schuhen. Am nächsten Abend, am 27.12.2020 brachte ich dann die Sachen ins Terminal. Auch E. war da, sie nimmt Gaby die Spenden weg und verstreut diese am ganzen Terminal und verschenkt sie an fremde Menschen, die diese Sachen von Gaby, nicht haben möchten. E. ist schwer traumatisiert aus dem Bosnienkrieg, ertrinkt im Alkohol, legt sich nieder wo sie steht, wenn sie müde oder zu betrunken ist. E. wäre eine liebenswürdige Frau, wenn sie in ihrer Psychose nicht dauernd jemand „sehen“ würde, der ihr was gegen ihren Willen tun möchte. E. wurde schon viel Unschönes angetan, viele Verletzungen, körperlich und psychisch beigebracht. Ihre Beeinträchtigungen sind jedoch so massiv, dass ein normales Gespräch nicht mehr möglich ist. Wenn sie jemanden sieht vor dem sie Angst hat wird sie aggressiv und geht offensiv auf diesen Menschen zu, und macht Dinge die ihr dann Minuten später sehr leidtun. Ein Karussell, das kein jähes findet und noch lange dauern wird. Leider! E. zeigte uns auch ihren Fuß, der vor Pilz, Eiter und Blut nur so strotzte, Zitat E.: „Bis zum Heiraten ist es wieder gut, ich werde es überleben“. Von ihrem ungebetenen „Begleiter“ Ahmet berichtete ich schon in einem andere Posting. E., so hoffe ich wird hoffentlich zum Help-Mobil gehen, wo immer ein Arzt für die Obdachlosen dabei ist. Eine wunderbare Option, 2x je Woche für ein paar Stunden. Dort wäre E. gut aufgehoben. Auf allen Wegen hatte ich wieder das Notfallpaket und Weihnachtsgeschenke von Euch dabei. Und immer war es ein richtiges Erlebnis, diese an unsere Schützlinge verteilen zu dürfen. Dieses Lächeln, diese Freude, Momente des Glücks, aber auch Momente der Traurigkeit, weil das ganze Jahr nicht an sie gedacht wird, und zu Weihnachten denken irgendwie viele, viele Menschen an unsere Schützlinge. Sie fragen sich warum nur zu Weihnachten? Ich kann es nicht sagen, warum das so ist, Zitat: „Wir sind das ganze Jahr draußen auf der Straße“, ja, aber das ist halt so sage ich. Nachdenklich gehen einige in die dunkle Nacht und man hört sie leise weinen, und mir drückt es den Hals zu weil wir das Leid, das Leben auf der Straße nicht beenden können, aber wir können das Leid lindern mit Euren Spenden, können viele wertvolle Unterstützung geben, was auch sehr dankbar angenommen wird.
Irgendwie bin ich zu den Feiertagen jeden Tag in Linz um nachzuschauen, weil ich zu gut weiß, was diese Zeit mit Menschen macht, wenn man keine Hoffnung mehr hat. Ich versuche da zu sein, wenn sie reden möchten, da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen, da zu sein, wenn jemand in seiner kleinen Welt nicht mehr weiterweiß, ich bemühe mich zu helfen, was mir auch nicht immer gelingt. Jedoch habe ich auch in diesen Tagen gemerkt, dass kleine Dinge wie ein einzelnes Merci ein großes Lächeln vielen auf die Lippen zeichnet. Oft sind es ganz kleines Dinge, die von der Traurigkeit, von der Situation ablenken. Und solche „kleinen“ Dinge hab ich immer im Notfallpaket dabei.
Gestern Dienstag ging es dann mit Robert ins Tiefkühl- und Kühllager, um wieder all die Sachen abzuholen, die wir für heute brauchten, Schinken im Oberskrenmantel, Pizzen, Gemüse, Schokolade, Ketchup und Gugelhupfe. Zu Mittag waren wir fertig mit den Besorgungen, anschließend kam noch eine junge Frau ins Lager, die künftig mithelfen wird bei uns. Bei den Spendenannahmen, so wie gestern Nachmittag, werde ich bis Ende Jänner nicht dabei sein, auch samstags nicht, da ich nach dieser anstrengenden Vorweihnachtszeit nun Zeit für mich brauche, dass sich mein Körper erholen kann, bitte verzeiht, wenn ich Euch bis Ende Jänner nicht im Lager begrüßen kann. Heute Mittwoch früh waren Robert und ich wieder nach Haid unterwegs, Brot und Gebäck, Obst und Gemüse abzuholen, um es anschließend mit Petra und Dani auf Genießbarkeit zu prüfen. Gerade hier bei solchen Arbeitsschritten merkt man, welch tolles Team wir sind, welches gemeinsame Ziel wir haben, unseren Schützlingen zu helfen, ohne Wenn und Aber! Markus (pastafani.at) kochte uns gestern ein Erdäpfelgulasch (Vielen, lieben Dank dafür) das er heute an die Menschen ausgibt. Markus und Verena und alle anderen bemühen sich noch vor der allgemeinen Ausgabe, Erdäpfelgulasch an die Menschen zu verteilen. Vielen Dank an dieser Stelle an Hr. Stefan Faschinger von der Fa. Brotsüchtig (www.brotsüchtig.at), der uns heute für die Ausgabe 100 Semmel und 30 Gebäck sponserte, vielen herzlichen Dank und Vergelt’s Gott an dieser Stelle, danke für die tolle Unterstützung. Vormittag kam dann auch noch Markus ins Lager um sein Auto nochmal mit Weihnachtsgeschenken anzufüllen, so bekommen diejenigen die letzte Woche nicht beim Bus waren, auch noch ein Geschenk von Euch. Wir sortieren derweil alle Lebensmittel aus Haid durch, portionieren sie und verpacken sie neu. Zu Mittag kommen heute fast alle Helfer/innen ins Lager. S., der am Stephanitag in Linz mit dabei war, möchte heute mit seiner Freundin M. dabei sein und wir die Geschenke an unsere Schützlinge ausgeben. Auch Frau O. von einer Firma die uns immer wieder großartig unterstützt ist heute mit dabei, möchte sich auch unsere Aktion aus der Nähe anschauen. Und der Enkel unserer Ingrid, Alexander, darf heute zum ersten Mal auch mit dabei sein, er hat eine riesen Freude, dass er mit mir im Transporter mitfahren darf und später helfen darf. Alexander ist Feuer und Flamme für unsere Aktion, er war schon 4-Mal bei Spendenlieferungen dabei und mag mich sehr, ich ihn auch. Die ganze Familie hier ist schon ganz im Banne unserer Aktion und unterstützen uns wirklich großartig. So, wir haben alles im Griff, Florian und Elvira haben gottseidank wieder ihren Anhänger dabei, um alles transportieren zu können, wir haben ganz viele Sachen dabei, großartige Sachen. Alles wird dank der Mitarbeit Aller in Bestzeit eingeladen und wir brechen punkt 15Uhr Richtung Linz auf. Der Wettergott hat lt. Wettervorhersage, einsehen und wird es heute nicht regnen lassen. 15.18Uhr, Ankunft in Linz, etwa 15 Menschen warten schon auf uns, alle PKWs positionieren, Gaskocher aufbauen, Anhänger und Transporter ausladen, Anruf von P., bitte seid vorsichtig, im Schillerpark wurden die ganzen Obdachlosen in einen Autobus gestopft und weggefahren, niemand weiß wohin. Nach Aussage von P. war ein Sonderkommando vor Ort, ich konnte leider nichts Genaues recherchieren, weiß bis jetzt nicht, was wirklich passierte. Die nächsten Tage werden es uns hoffentlich wissen lassen. Ein ungutes Gefühl macht sich breit, Hoffnungslosigkeit! Diese Vorkommnisse, ohne wirklich genau zu wissen was geschah, nur das Ergebnis zu kennen, zermürbt. Wir beginnen 16.15 Uhr mit der Ausgabe an all die 67 Besucher heute. Heute noch vorsichtiger wie sonst, weil wir nicht wissen wie die Polizei trotz Erlaubnis auf uns zukommt. Bis jetzt hatten wir noch nie ein Problem, erfüllten immer alle Anforderungen von Polizei und Krisenstab des Landes O.Ö.. Wir sind heute übergenau, um ja nicht ins Raster zu fallen. H., die vor 14 Tagen von uns neue Winterstiefel bekam und es damals nicht glauben konnte, war heute wieder bei uns, und sie bekam auch ein Weihnachtsgeschenk, konnte es nicht glauben, dass auch für sie ein Geschenk abgegeben wurde, ihre Tränen vor Freude sprachen auch heute wieder eine eigene Sprache. Später kam eine kleine Familie, Vater, Mutter und 1-jähriges Kind und 2 Hunde, einer davon wurde erst vor kurzem operiert wo ihm eine Vorderpfote abgenommen wurde. Der Vater wurde wegen Corona gekündigt, verdiente vorher € 2500,- und muss jetzt die Tierarztkosten von der Operation abstottern, was einen Weinkrampf bei ihm heute auslöste, er entschuldigt sich des Öfteren, dass er hier ist und sich wegen der Tierarztkosten keine Lebensmittel mehr kaufen könne, er bat uns um Hilfe. Natürlich bekommt auch er Lebensmittel und Weihnachtsgeschenke, für die Hunde haben wir etwa 3kg Wurstreste und normales Hundefutter, die Familie war überglücklich, wenn auch der Vater überschnell wegen seiner Tränen das Weite suchte, seine Frau mit dem Kind am Arm holte dann noch die Weihnachtsgeschenke bevor auch sie um die Ecke ging und wir sie aus den Augen verloren. Viele unserer Dauer-Schützlinge, die eigentlich jede Woche zu uns kommen, waren heute nicht da, niemand weiß warum, ob es der vorgezogene Mittwoch, der angekündigt war, war oder ob es an der Aktion am Schillerpark lag, keine Ahnung. Um 18.10 Uhr war zusammenräumen angesagt, gemeinsam waren die Sachen im Nu verstaut, Alexander fährt wieder mit der „Herrenrunde“ im Transporter ins Lager, wo er uns erzählt, er hätte schon eine Freundin die er im Schulgarten „geküsst“ hat, die Antwort seiner Freundin darauf war: „Du schmeckst gut“, man muss aber wissen, Alexander ist 7 Jahre alt. Schmunzelnd geht unser Tag dem Ende entgegen, alles ausladen und wieder einlagern, S. & M., die heutigen Gäste sagen zu, „dabei“ bleiben zu wollen, herzlich willkommen im Verein, großartig. Ingrid und Alexander sind geschafft, die letzten Tage waren anstrengend und traurig, Ingrid trug ihre beste Freundin zu Grabe und adoptierte nun unsere Prinzessin Gerlinde, die ihr nah ist, als „beste“ Freundin. Die Beiden sind einfach wunderbare Frauen und großartige Menschen und haben sich in unserem Verein gefunden. Langsam verabschieden sich alle im Lager und wünschen „einen guten Rutsch“, jetzt erst wird mir wieder klar, morgen ist der letzte Tag in diesem Jahr. 2021 kann nur besser werden, ich hoffe auch für EUCH alle, liebe Wegbegleiter, liebe Spender/innen! Wir wünschen EUCH von ganzem Herzen einen guten Rutsch, ein gesundes, zufriedenes und glückliches 2021! Bleibt uns gewogen und treu, bitte helft uns auch weiterhin, damit wir helfen können. DANKE und VERGELT’S GOTT für alles, was IHR für uns getan und gespendet habt, ihr seid einfach … GROSSARTIG, DANKE für jede einzelne menschliche Geste, für jede noch so „kleine“ Spende, für jedes liebe Wort und jede Stütze, wenn wieder jemand glaubte uns öffentlich angreifen oder beleidigen zu müssen, dann ward ihr da und habt uns Mut gemacht, habt uns den Rücken gestärkt. Dafür eine tiefe Verneigung und ein demütiges VERGELT’S GOTT! Wir wünschen EUCH allen NUR DAS BESTE! Danke für Euer Vertrauen, es bindet uns in die Verantwortung, den ärmsten Menschen weiterhin zu helfen. 🙂 ❤

23.12.2020 – Emotionen und Knödel zur Weihnacht!

Der Tag, die Woche, das Monat, das Jahr, es neigt sich nicht nur dem Ende hin, es ist auch in den letzten Tagen noch eine echte Herausforderung, eine Aufgabe, eine schmerzliche Erfahrung, eine emotionale Achterbahnfahrt, mit viel Gefühl, vielen wundervollen Momenten und mit noch mehr tollen und unschätzbar wertvollen Minuten mitten in unserem Team, das ich so sehr liebe und wertschätze, dass ich mich zutiefst und demütigst verneige vor diesem, unserem TEAM! Wir haben so tolle Menschen in unserem Verein, so liebevolle, so erfahrene und gefestigte Menschen, die all unseren Schützlingen alle Wertschätzung entgegenbringen, die ich kaum in Worte kleiden kann. Aber ich muss auch diesmal wieder etwas weiter ausholen, muss einiges erklären und erzählen. Letzten Donnerstag besuchte uns eine Dame bei unserem Bus und äußerte den Wunsch, S. und seinem Hund ein Weihnachtsgeschenk machen zu wollen, und dazu wolle sie S. an seinem Schlafplatz unter einer Brücke in Linz, besuchen und ihm Geschenke mitbringen. Alleine würde sie sich dort nicht hin trauen, da sie ja auch die Gegend dort nicht so gut kenne, also schlug ich vor, sie zu begleiten. Vereinbart wurde Samstag 16.30Uhr als Treffpunkt auf einem Parkplatz von wo wir zu Fuß dann zu S. gehen würden. Wir trafen einander und machten uns auf die etwa 5-Minuten Gehstrecke. Bei S. vorm Zelt angekommen meldete ich mich mit „S., ich bin es, Walter von der Obdachlosenhilfsaktion und habe eine Begleitung mit. Dieser Besuch wurde auch zusätzlich nochmal vorher angekündigt bei S., und trotzdem war S. betrunken, er öffnete den Reißverschluss des Zeltes bis zur Hälfte, dann blieb dieser hängen, S. kümmerte sich um den Reißverschluss und unten, wo dieser schon offen war schaute sein Schäferhund heraus und sah mich, mit fletschenden Zähnen kam er angerannt und biss mich in die linke Wade, riss mir ein großes Stück Fleisch heraus und biss insgesamt 7(!)-Mal zu, in die Leiste, in den Bauch usw., S. reagierte durch seinen betrunkenen Zustand nicht, etwa 1 ½ Minuten vergingen ehe S. seinen Hund zurückpfiff und dieser von mir knurrend weg ins Zelt zurück ging. Meine Arbeitshose war tiefrot und zerfetzt, ich zog das Hosenbein hoch und eine etwa 8cm breite, sehr tiefe Fleischwunde war das Ergebnis. In der Leiste spürte ich einen stark pochenden Schmerz und hatte Angst, dass der Hund mir die Aorta aufgerissen hat, was nicht der Fall war, aber eine massive Schwellung und die Zähne waren sichtbar, die Wunde am Bauch sah ich erst im Krankenhaus, wohin mich die Dame gebracht hat. Mit hochgehaltenem Hosenbein gingen wir ins UKH in die Notfallaufnahme, wo ich sofort behandelt wurde. Über 1 Stunde lag ich dort am OP-Tisch, wo die Wade genäht wurde und alles peinlich genau untersucht wurde. Gottseidank hat der Hund die Haut in der Leiste nicht ganz durchgebissen, sonst wäre ich nicht mehr hier. Der behandelnde Arzt meinte, wenn die Aorta betroffen gewesen wäre, hätte ich es ohne professionelle Hilfe nicht mehr ins KH geschafft. Was mir in diesen Minuten und Stunden schon auffällt ist, dass ich dieses Bild dieses Angriffs von dem heranrasenden Hund mit fletschenden Zähnen nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Bis heute, ich träume mittlerweile auch davon, manchmal ist es so unwirklich und doch wahr. Das Jahr 2020 endet so, wie es begann, 2021 kann nur besser werden. Durch diesen Zwischenfall war ich in den vergangenen Tagen eingeschränkt, weil ich auch die Kupplung beim Autofahren nicht ordentlich drücken konnte, deshalb war Montag und Dienstag Barbara Nowecki als Fahrerin des Transporters mit mir unterwegs und half mir großartig durch die ersten Tage der schmerzhaften Erfahrung. Danke, liebe Barbara dafür. J <3 Am Montag Spenden abholen und einlagern, am Dienstag ebenso und am Nachmittag noch bis abends Spendenannahme im Lager. Jeden Schritt, jede Bewegung, ein Schmerz, nicht die Wade schmerzt, die Leiste, unbeschreiblich. Egal, weiter geht’s. Als Barbara und ich am Dienstagmittag mit Spenden abholen fertig waren lud ich sie noch zu einem Kaffee bei mir zuhause ein, und sie gab mir viele, tolle Ratschläge wie ich mit Dingen aus meiner Jugendzeit (sexueller Missbrauch und Zwangstätowierungen) besser umgehen könne. Ich rief zwischendurch meine Mails ab und da kam eine Meldung per Mail, jemand wolle einen Gästebucheintrag auf unserer Homepage machen und mich persönlich beschimpfen und beleidigen und unsere Aktion in Misskredit bringen. Gottseidank muss ich zuerst die Beiträge freischalten bevor diese Online gehen. Die IP-Adresse wurde gespeichert und die angegebene Mailadresse, die ich sofort kontaktierte, existiert nicht. Das heißt, hier wollte mich jemand zutiefst beleidigen, der nicht einmal Manns genug ist sich mit seinem richtigen Namen zu melden. Barbara und ich ahnten eigentlich gleich von wem dieser Eintrag stammt, für uns ein sehr armer Narr! Keine 10 Minuten später meldete sich Hr. E. von der Firma N., der uns im Internet entdeckte und unsere Arbeit so wertschätzt, dass er uns eine Geldspende zukommen lassen möchte. Zwei völlig konträre Welten binnen einer halben Stunde, und doch so nah beieinander. Dass unsere Arbeit, unsere Aktion und alles was wir machen, so wertgeschätzt wird, tut schon sehr gut und geht wie Balsam runter, es gibt auch immer wieder andere Menschen, die uns nicht so schätzen und uns verleumden und uns Dinge andichten, die wir niemals auch nur im Ansatz machen würden. Der Dienstagabend, für die Spendenannahme hat sich Markus angeboten uns zu helfen. Markus ist einer der Chefs des Nudelproduzenten „Pastafani“, er und seine Frau Bettina greifen uns immer wieder ganz toll unter die Arme, entweder mit direkter Hilfe oder mit Spenden. Dafür ein großes DANKE! Bettina, hat ja auch den Likör gebraut, der nun in der Linzer Genuss-Werkstatt Online verkauft wird und wo unsere Aktion den Reingewinn bekommt. Eine großartige Aktion mit sehr hohem finanziellen und persönlichen Einsatz. Die Spendenannahme heute, anstrengend und ich sehe immer wieder den hl. Abend näherkommen, den ersten seit 14 Jahren, den ich alleine verbringen werde. Ich werde hl. Abend in den Transporter steigen und nach meinen Schützlingen schauen, werde Notpakete einpacken und da sein, wenn jemand was braucht, werde meine Tour fahren und Geschenke mithaben. Trotzdem ist eine kleine Angst da wie bei jedem Menschen, der an diesem Abend alleine ist. Egal, ich werde mich auf meine Arbeit konzentrieren und werde meine Schützlinge, auch die die nicht zum Bus kommen, besuchen und beschenken. Der Dienstag war diesmal auch ein falscher Mittwoch, da ich sonst mittwochs ins Kühl- und Tiefkühllager fahre und die begehrten Sachen hole, die wir am Donnerstag verteilen. Diesmal ist unser Verteiltag der Mittwoch, weil unsere Helferinnen hl. Abend zu Hause sein müssen, bei Familie und im Kreise der Liebsten. Also alles ein wenig anders diese Woche. Mit Barbara habe ich all die Sachen schon eingelagert. Abends um 20 Uhr geht es dann heim vom Lager, ich rufe Rena an, mein Verband ist runtergerutscht und die Wunde an der Wade liegt frei, ich bitte Rena mir den Verband neu zu machen. Sie kommt extra rüber und hilft mir. Danke an dieser Stelle. Der Mittwoch heute beginnt mit einem Anruf um 5.47 Uhr, der mich aus dem Bett klingelt. Polizei am Telefon, ob ich zum Bahnhof kommen könne und Schlafsäcke und Isomatten sowie warme Winterjacken und Essen mitnehmen könne? Leider, nach 3 Stunden Schlaf sag ich der Polizistin, das unser Bus heute Nachmittag eh am Bahnhof steht und dort gäbe es diverse Sachen. Sie wird sich einsetzen, dass sich die 2 gestrandeten Obdachlosen im Bahnhofs Gebäude wärmen dürfen. Ich wäre nicht im Stande gewesen, nach diesen Wochen voller Anstrengung, diesen so stressigen Tagen und vielen groben rhetorischen Tiefschlägen, schon wieder Notdienst zu machen. Ich fahre so 3-4-5 Mal jede Woche nach Linz um nach unseren Schützlingen zu schauen, aber es muss auch Platz dafür sein, wenn es mir selbst nicht gut geht, auch nein sagen zu dürfen, und heute früh war so ein Moment. Um 9.30 Uhr Termin mit Markus, der uns auch heute helfen wird. Zuerst Brot und Gebäck, Obst und Gemüse holen in Haid, leider gibt es heute nicht viel Gemüse, also kaufe ich später noch Gemüse und Obst beim Hofer nach, um für den heutigen Nachmittag gewappnet zu sein. Leider bekam ich auch beim Hofer nur eine Haushaltsmenge, 2 Packungen je Artikel. Das reicht nicht, nicht für die heutigen Menschen, die zu uns kommen werden. Als noch schnell einen Vereinsinternen Aufruf per WhatsApp, ob noch jemand etwas besorgen kann? Ja, Martina, Elvira und Florian kümmern sich gleich drum, großartig, dann können wir, Birgit und ich gleich die in Haid abgeholten Sachen auf Genießbarkeit durchschauen. Birgit meinte: „Das weiß ja niemand, wieviel Arbeit all die Vorbereitungen wirklich sind“. Ja, da hast Du recht, liebe Birgit, man sieht die ganze Vorbereitungsarbeit nie, deshalb möchte ich heute mehr fotografieren und so erzählen, wie unser Verteiltag in groben Zügen aussieht. Zeitgleich räumt Markus 100 Eurer Weihnachtsgeschenke für Männer und 50 Geschenke für Frauen in sein Auto. Er wird die Geschenke mit seiner Bettina ausgeben. Ich möchte, dass die Beiden heute schöne Erfahrungen machen, als ein kleines Weihnachtsgeschenk für all die Unterstützung, die wir sonst von ihnen bekommen. Zu Mittag heute wird dann gleich der neue Punschautomat angesteckt, wir brauchen für Nachmittag heißes Teewasser und ich möchte dieses Gerät ausprobieren, läuft toll. Zu Mittag kommt noch Klaus H. mit der Fa. Caselli, die uns eine großartige Spende bringen, Linzer Torten, Speck und Käse, grandios, Vergelt’s Gott und Danke (separates Posting folgt). Gerlinde und Ingrid kommen um 13 Uhr, füllen den Anhänger mit tollen Jacken, neuen Schuhen und neuen, warmen Schlafsäcken. Michaela Durstberger vom Dachcafé in Linz hat ja für heute Nachmittag die heiße Gulaschsuppe gesponsert, die von den Schwestern Martha und Lydia, vom Orden der Oblatinnen, gekocht wurde, und Fam. Sittenthaler vom Mostheurigen am Hochfeld sponserte uns Grammel- und Haschee Knödel. Fam. Sittenthaler unterstützt uns schon seit Jahren zu Weihnachten mit Köstlichkeiten, vermitteln tut es jedes Jahr unsere Ingrid Strassl. Danke dafür liebe Ingrid. Vielen Dank an ALLE Gönner/innen, die hier beigetragen haben, dass wir heute dieses köstliche Mahl ausgeben konnten. Als der Anhänger dann fertig geladen war wurde noch der restliche Platz im Anhänger vollgeladen, gottseidank haben wir heute genug Fahrzeuge, um all die großartigen Überraschungen transportieren zu können. Lieben Dank hier auch an Florian und Elvira! J <3 Als es zeitlich gegen 15 Uhr geht, werde ich leicht nervös, weil ich nicht weiß ob alles auch so läuft wie ich es geplant hatte. Dann das ganze Gespann anhängen, alles zur Abfahrt fertigmachen, es wird Zeit. Bei +9° kommen wir in Linz an, teilweise schaut der blaue Himmel hervor, aber halt nur sehr sporadisch, ich weiß aber zu gut, dass durch die Wolkendecke jemand auf uns herabschaut, auf uns aufpasst und unsere Schützlinge in seine Arme nimmt und unsere Arbeit derart bereichert indem viele, viele Türen, die eigentlich fest verschlossen sind, öffnet. Und immer, wenn so etwas passiert in diesen so emotionalen Tagen und Stunden, schneidet es mir die Stimme ab und eigentlich, würde ich meinen Gefühlen immer freien Lauf lassen, als Heulsuse gelten würde. Zu recht. Tränen sind gut, sind reinigend, sind ehrlich und ergreifend. Trotzdem muss ich meine Emotionen im Zaum halten, ich hab noch viel zu tun heute, morgen. Wir kommen um 15.20 Uhr in Linz an und es stehen wie immer schon etwa 20 Schützlinge auf unserem Platz und warten auf uns. Michaela wartet auch schon und hat die Knödel dabei. Anhänger positionieren, Markus‘ Auto gleich dahinter, da von dort die Weihnachtsgeschenke ausgegeben werden. Den Transporter stellen und auspacken, die großen Töpfe mit dem Gasofen hinter dem Transporter aufstellen, bis von Maria der Einspruch kommt: „Walter, ich finde es nicht gut, wenn wir hinten beginnen mit dem Essen, da sonst alle essen und niemand zum Bus geht um die Lebensmittel“. Also umdisponiert, Tisch mit Warmhaltebehältern zum Gebäck stellen, zwischen Transporter und Anhänger, die Schwestern Martha und Lydia etwas skeptisch aber einverstanden. Hinten gibt es nun heißen Tee, dann Lebensmittel aus dem Bus, dann Gebäck und Brot, Obst und Gemüse, und dann die heiße Gulaschsuppe mit den Knödeln. Besseres Arrangement, Maria Du hattest recht. Mitten im Aufbau kommt ein Passant zu mir, und bittet um Infos unserer Aktion, er sieht uns jeden Donnerstag und würde gerne bei uns mitmachen, toll. Jede helfende Hand ist herzlich willkommen. Ich gebe ihm einen Flyer mit allen Daten mit und er verspricht: „Ich melde mich“. Freu mich. Die Schlange wird immer länger, zum Schluss werden es 91 Schützlinge sein, die heute kommen. Die Schlange ist heute unruhig, manche haben Bierdosen dabei, was absolut nicht geht, bei unserem Bus Alkohol zu konsumieren. Ich muss einem Schützling, den ich auch die letzten Wochen schon auf das Alkoholverbot beim Bus hinwies, die Bierdose ausleeren, das geht gar nicht, leider. Ich war ja selbst bis 1995 Säufer und seither trocken, und weiß wie diese Sucht funktioniert, ich verstehe sie ja auch, jedoch kann ich sie weder fördern noch dulden bei unserem Bus. Sorry, aber ein paar Regeln gibt es auch bei uns. Manche Dinge können wir und wollen wir auch nicht dulden, das sind wir unseren Spendern/innen und unseren Unterstützern schuldig, dass unsere Aktion geradlinig abläuft, ohne dass wir uns etwas zu Schulden kommen lassen. Diese Zeit ist auch für all unsere Schützlinge sehr Tränenreich, viele haben Angst vor hl. Abend, weil sie alleine auf der Straße sind, in irgendeiner Tiefgarage oder in einem Abbruchhaus sich eine Ecke suchen, wo der kalte Wind und die Ratten nicht hinkommen. Dazu fällt mir immer wieder die Frau Mag. B. ein, die durch eine Krankheit alles verlor und seit einigen Monaten im stinkenden Kanalsystem lebt, mit ihrem Partner. Sr. Martha und Michaela geben die Knödel und die Gulaschsuppe aus, alle sind angetan weil sie so gut schmeckt, dazu noch 100 Semmeln - 10 Pizzaweckerl und 5 kg Brot von David Bachmayer (Bäckerei Bachmayer in Waldzell), die auch allesamt gesponsert wurden und in einem separaten Posting nochmal erwähnt werden. Markus und Bettina bei den Weihnachtsgeschenken sind sehr angetan von all den Emotionen, die unsere Schützlinge so hinterlassen und mir immer wieder Tränen in die Augen treiben. Als T. & C. mit ihren 2 Kindern kommen, bin ich glücklich, weil wir auch den Kindern, den Mädchen Geschenke geben können, EURE Geschenke. Viele Menschen bedanken sich nicht 1-Mal. Sondern 10-Mal, und haben ebenfalls Tränen in den Augen, und fast alle bedanken sich für unsere Aktion über das ganze Jahr, ich verweise auf unser gesamtes TEAM, dort sollen unsere Schützlinge es auch deponieren, denn sie leisten die Arbeit, nicht ich. Unserem Team für all die Zeit, für all die Arbeit zu danken, das ist für mich immens wichtig. Rafaela Stumptner sammelte in ihrem Umkreis Spenden, so kamen über 1000,- zusammen und sie bat bei der Fa. Honeder um eine kleine Beteiligung, so kamen sehr, sehr viele Gutscheine zustande, die Rafaela heute an unsere Schützlinge verteilte, ebenso die Gutscheine für den Würstelstand am Volksgarten. Es blieben einige übrig, die Rafaela nächste Woche noch verteilen wird. Zum Schluss verteile auch ich noch nach all den Emotionen, dem Lachen, dem Weinen, den Umarmungen und all den schönen Worten, an alle aktiven Helfer/innen ein kleines Geschenk im Namen des Vereins. Es freut mich wirklich von ganzem Herzen, mit solch tollen Menschen diese Herzensangelegenheit machen zu dürfen und dann auch noch jeden Tag göttliche Unterstützung zu bekommen. Der Herr ist immer da, immer in der Nähe, und ich danke Ihm so sehr dafür, dass wir diese Aktion jede Woche machen dürfen. Ich danke so sehr das IHR, liebe Gönner/innen und Spender/innen uns immer wieder aufs Neue so treu unterstützt, ohne EUCH wäre das alles nicht möglich. Vergelt’s Gott und habt großen Dank! Um 19.20 Uhr (!), statt 18 Uhr, fahren wir heute Richtung Lager, wenig Verkehr und mit einem guten Gefühl, das richtige getan zu haben. Schnell ausladen, alles einlagern und dann noch das Team verabschieden in die gesegnete Weihnacht, wieder mit Umarmungen und Tränen, wieder mit ganz viel Gefühl. Ich muss mich schon immer öfters umdrehen, damit nicht alle meine Tränen sehen, NEIN, ich schäme mich Ihrer nicht, aber langsam werden meine Emotionen immer noch tiefer, und ich habe heute noch einen Text zu schreiben, und Bilder zu bearbeiten. All die PC Arbeit fertigmachen, für unsere Kassiererin Astrid, alles fertig machen, damit sie den Jahresabschluss machen kann, also wieder ein kurze Nacht. Ich aber sage DANKE an EUCH, VERGELT’S GOTT und eine tiefe Verneigung für all Eure Hilfe, Eure Treue. Ohne EUCH wäre das alles nicht möglich. Wir wünschen EUCH eine gesegnete Weihnacht, erholsame Feiertage und alles, alles liebe und Gute. Bleibt uns gewogen und treu, helft uns BITTE auch weiterhin durch das Leben unserer Schützlinge, dass wir helfen können, das Leid ein wenig lindern können. DANKE an unser GESAMTES TEAM für die großartige Arbeit, die IHR leistet. In meinem Kopfhörer klingt Sinead O’Connor, Silent Night, eines meiner Lieblingslieder, ruhig, besinnlich mit einer gewaltigen Stimme. Ich wünsche Euch eine schöne Zeit, passt auf Euch auf und …. Schön dass es Euch gibt. 🙂 <3

10.12.2020 – Schnee und ein langer Donnerstag!

Der Tag, der heute hoffentlich gut endet! Heute Donnerstag, 10.12.2020 fahren wir wieder nach Linz, um unsere Schützlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Lebensmittel, Hygieneartikel, warme Kleidung und warme Schuhe, ein Gespräch, ein kleines Lächeln und viele Nächtigungsjetons, die wir heute schenken werden. Die Woche begann nicht so schön, Christian verließ unseren Verein und viele Dinge funktionieren nicht immer so, wie sie geplant waren. Situationen entwickeln sich ungewollt gegensätzlich, viele Menschen überreagieren in dieser Zeit, in diesem Corona-auf und ab verlieren manche Menschen die gesellschaftliche Orientierung, beugen die soziale Ordnung und verstehen die Welt nicht mehr, wenn auf ihre Kosten wieder jemand anderer als letzter lacht. Wie so oft im Leben. Manchmal verstehe auch ich diese Welt nicht mehr. Wenn der Funke des Lebens zu erlöschen droht, werden normalerweise alle Geister wach die man in sich trägt, um nicht einen leisen Tod in dieser lauten Welt zu sterben!
Meine Tage beginnen seit einigen Wochen pünktlich um 6 Uhr früh, und meistens endet der Tag spät nachts, gegen Mitternacht. Ich merke deutlich wie mir die letzten Wochen in den Gliedern liegen, alles tut weh, oft ein wenig verkühlt und sehr oft überfordert. Aufgeben ist keine Option, da draußen verlassen sich so viele Menschen auf uns. 70 Wochenstunden sind zurzeit völlig „normal“. Diese Woche Dienstag, Feiertag, 8. Dezember, wir machen trotzdem Spendenannahme im Lager, dabei ist unsere Lagerware noch nicht einmal fertig in die neuen Regale eingeräumt, wir hatten noch keine Zeit dazu. Wir widmen uns gänzlich unseren Spendern/innen, und arbeiten die gebrachten Spenden gleich auf, lagern diese gleich ein. Wir sind glücklich über jede noch so kleine Spende, über jede Dose Gulaschsuppe, jedes Duschgel, jedes Stück Brot. Leider können wir mit den gespendeten Lebensmitteln nicht den Verteil-Donnerstag UND die Obdachlosen-Einrichtungen, die wir auch beliefern mit Spenden, bewerkstelligen, ohne Lebensmittel zuzukaufen mit Spendengelder. Diese Mengen an Lebensmittel, die an einem Donnerstag verteilt werden, werden nicht einmal zur Hälfte gespendet. Ich wollte Euch einmal eine Größe zum Vergleich geben, damit Ihr seht, was wir so an einem Donnerstag an Spenden verteilen. Dazu kommen dann, so wie jetzt, die Spendenlieferungen in die verschiedenen Einrichtungen…Frauenhäuser…Übergangswohnheime. So eine „normale“ Spendenlieferung hat, je nach Größe der Einrichtung, etwa einen Wert von etwa € 2000,- bis € 3000,-. Viel Geld für einen kleinen Verein wie dem unseren.
Gestern, Mittwoch, war früh morgens eine Spendenabholung in Marchtrenk auf dem Stundenplan, einmal den gesamten Transporter einladen, jeder der das schon einmal gemacht hat, weiß was ich meine. Im Lager dann ausladen, gottseidank helfen Dani und Robert. Die Beiden bleiben im Lager und beginnen mit Robert vom SWS Wels zu kommissionieren, deren Spendenlieferung zusammenzustellen, ich muss derweil ins Tiefkühllager, die Sachen für den Donnerstag holen, um diese noch auftauen zu können, danach gleich ins Kühllager, alles zusammenstellen und in den Transporter einladen. Zwischendurch ein Anruf, wieviel Christbäume braucht ihr? Hr. C. von Cafe & Co stattet heuer die Einrichtungen mit Christbäumen aus, UND, es ist ihm ein besonderes Anliegen, dem gesamten Team unseres Vereins einen Christbaum, eine Nordmanntanne, kostenlos ins Wohnzimmer zustellen. Vielen, herzlichen Dank für diese tolle Geste und wundervolle Spende. Wir bekommen etwa 50 Christbäume gespendet. Toll! Weiter geht’s, wieder zurück in unser Lager, den Beiden beim Zusammenstellen der verschiedenen anstehenden Spendenlieferungen zu helfen. Um 11 Uhr trifft unser neuestes Teammitglied ein, Sabine hilft uns heute auch. Am Nachmittag kommen noch Maria und Beate, also werden wir 2-3 Einrichtungen schaffen. Viel Arbeit. Ziemlich arbeitsintensiv der Tag zur Wochenteilung, aber auch toll mit einem solchen Team zusammenzuarbeiten. Es geht flott, das einzige was fehlt, ist Platz. Die bereits zusammengestellten Paletten stehen im Wege rum, und wir tänzeln zwischen den Bananenschachteln durch. Schnell noch in Leonding Bananenschachteln holen, Stefan hat 75 Stück für mich beiseite getan. Der Mittwoch dauert dann bis etwa 18.30 Uhr und wir haben heute gesamt 4 (!) Spendenlieferungen kommissioniert. Das war richtig harte Arbeit. Zuhause geht’s dann noch weiter mit all der Vereinsarbeit am PC, Dinge vorzubereiten, Hinweise ausdrucken, Bilder bearbeiten, Postings erstellen um Euch am Laufenden zu halten. Der heutige Donnerstag begann früh morgens mit einem weißen Schneekleid über dem grünen Gras in meinem Garten. Ui, und es schneit immer noch. Der Tag wird lang und der Wetterbericht sagt heute nicht viel Gutes. Es wird wohl den ganzen Tag regnen oder schneien, Mal schauen, unser Herr hat da schon oft kurzfristig anders entschieden. Also noch ein Stoßgebet Richtung Schneewolken, vielleicht hilft’s ja? Heute Morgen steht Bauhof am Plan, Einkauf abholen, Telefonieren und vielen Menschen zu antworten. 9.30 Uhr Treffpunkt Lager, mit Elke, Robert und Sabine. Elke und ich fahren nach Haid, wie üblich Brot und Gebäck holen, Obst und Gemüse ebenso. An dieser Stelle ein großes DANKE an Susanne, für die ganzen Sachen die wir bekommen. Eingeladen, ab geht es nach Ansfelden, alles ausladen, ui, mah, ich habe die gespendeten Kekse zuhause vergessen, dabei wollen wir heute heißen Tee und Kekse austeilen. Also ab Richtung Franzosenhausweg, Kekse holen und gleich wieder zurück. Die Post muss im Waren Eingang abgeholt werden, heute waren es 11 Packerl, die den Weg zu uns fanden. Alles auspacken und fotografieren. Telefon: „Ich habe Euch vor 2 Wochen einen Schlafsack via Amazon geschickt, ist der angekommen?“ Kann ich nicht beantworten, da Amazon den Absender nicht nennt, wenn nicht explizit eine Grußkarte ausgefüllt wurde. Keine zufriedenstellende Antwort, aber ich kann’s nicht ändern, ich weiß es leider nicht. Wer uns von der Amazon-Wishlist etwas schickt, wäre es fein, wenn Ihr eine Grußkarte ausfüllt damit wir auch Auskunft geben können, ob die Spende ankam. Wieder und wieder kommen große Packerl an mit Kleidung, obwohl wir immer noch Kleidungs-Stop haben, leider. Elke kümmert sich um die Weihnachts-Geschenke die ich zur morgigen Spendenlieferung mitnehmen werde, Robert und Sabine kontrollieren das ganze Gebäck und Obst auf Genießbarkeit. Sortieren es sortenrein in Bananenschachteln und verpacken das Gebäck gleich in 3-er Einheiten, damit wir es nachmittags nur noch ausgeben müssen. Käse, Wurst, Pizzen, Dorschfilets u.a. sind bereits seit gestern in unserer Gefrierkombi und frösteln dort vor sich hin (und her), also noch Salami aufschneiden, fast alle Kühlboxen sind voll, wohin mit der Salami und dem Brie? Eine Kühlbox finden wir noch. Alles gut. Um 13.30 Uhr begannen wir zum Laden unserer Donnerstagswagerl, der Humer-Anhänger muss sich noch ein wenig vom Camembert-Geruch lösen, sonst fällt unsere Ingrid in Ohnmacht. Um 15.15 Uhr Abfahrt bei Regen und 4° in Ansfelden, unser Transporter ist heute etwas schwerer als sonst, wir haben viele, viele tolle Sachen dabei. Der Wettergott heute dürfte wenig Einsehen haben, tiefe Wolken und kein heller Fleck am Himmel. Deshalb haben wir auch unsere neuen Pavillons eingepackt, aber auf die Plane, auf die Folie vergessen, Brigitte angerufen, sie war gottseidank erst vom Lager Richtung Linz aufgebrochen, wurde aber durch einen LKW behindert, sodass sie noch nicht weit kam und die Folien aus dem Lager holen konnte. Wir bauten langsam auf und warteten auf Brigitte und die Planen. 20 Schützlinge sind schon da, und Monika steht wie immer, als Erste vor unserem Bus. Brigitte kam und wir bauten die 2 Pavillons auf, damit das Team und die Lebensmittel vorm Schnee und Regen geschützt sind. Da kommt ein Flixbus-Fahrer und drückt mir € 50,- in die Hand, „das ist eine ganz tolle Sache die Ihr hier macht und obendrein absolut seriös“, DANKE das Ihr das macht. Wir sagen Danke für die Spende. J Keine 5 Minuten später wollte jemand etwas einkaufen bei uns, als er die Antwort bekam, dass man hier nicht einkaufen kann sondern dass wir hier Spenden verteilen, zückte er sein Portemonnaie und spendete uns € 20,-, auch hier ein Vergelt’s Gott und Dankeschön. Die Ausgabe läuft ruhig ab mit den schon gewohnten 2 Meter Abstand, mit heißem Tee und Kekse für unsere 79 Schützlinge, die uns heute besuchten. Es war ein ruhiger Verteil-Donnerstag, als Joe kam und mir seine Hand auf meine Schulter legte und meinte: „Ihr seid sooo Geil, dass ihr uns nicht vergesst und uns jede Woche, bei jedem Wetter helft, ich kann es nicht so sagen wie ich es gerne tun würde, drum sag ich einfach DANKE. Was Du machst für uns, hat noch nie jemand gemacht.“ Mir bleibt jedes Wort im Hals stecken und sag ihm: „Unserem Team musst Du danken, die stehen jede Woche hier und teilen die Spenden an Euch aus, nicht mir“. Ich mag es nicht, wenn ich immer im Fokus aller Schützlinge und Spender stehe, und wenn auf unser tolles Team vergessen wird. Unser gesamtes Team hat sich mindestens so ein großartiges Lob verdient, wie ich es oft bekomme. Das ist mir immens wichtig. Frau B. und ihr Freund, beide aus dem Ausland, seit über 20 Jahren hier in Österreich, wurde krank, verlor Job, Wohnung, verlor alles, seit einiger Zeit nächtigen die Beiden im Linzer Kanalsystem nahe dem Bahnhof, keine Adresse liebe Leute, die man sich als „Anschrift“ wünscht. Die Beiden tun mir leid, unendlich leid, weil hier wirklich das Schicksal erbärmlich zuschlug! Harry, ein Schützling von uns, bedankte sich heute 3 Mal bei mir und ich sagte ihm, er solle sich bei Ingrid bedanken, Ingrid hat ihm auch eine neuwertige Winterjacke und neue Schuhe gegeben. Was er dann auch machte. „Ich freue mich immer, wenn ich Ingrid sehe. Ihr seid schon ein toller Verein“, meint Harry. Gegen 17.45 Uhr sehe ich wie ein Parkwächter an Brigittes Auto schreibt, ich stürze über die Straße beim Wissensturm, und wollte ihm erklären, dass Brigitte gerade Spenden austeilt und sie die Zeit übersehen hat. „Pech gehabt“ meinte der Parkwächter mit lächelndem Gesicht. Tja, ich sag‘ besser nichts. Das Lächeln hätte er sich sparen können. Vor 14 Tagen erwischet es unsere Ingrid, die auch Strafe zahlen musste. Ich geh wieder zurück zu unserem Bus und weiß, dass ich mir hier etwas überlegen muss, es kann nicht sein, dass dauernd wer von uns Strafe zahlen muss. Mir wird eine Lösung einfallen, bestimmt. Um 18.25Uhr, wieder fast eine halbe Stunde länger als geplant, geht der letzte Schützling von unserem Bus weg, mit einem zufriedenen Gefühl und einem Schlafsack unterm Arm. 46 Nächtigungsjetons teilten wir auch heute wieder aus, damit unsere Schützlinge wenigstens die eine oder andere Nacht in der warmen Notschlafstelle verbringen können. Wir bauen die beiden Pavillons ab, alles wird eingepackt, ab nach Hause ins Lager, es wurde schon kalt an den Ohren, Fingerspitzen und Zehen. Der Platz noch schnell abgesucht ob der ganze Müll eingesammelt wurde. Abfahrt ins Lager, bei 1° kommen wir in Ansfelden an, unser Team wartet schon vorm Lager. Alles ausladen und wieder einlagern, wir teilen noch die übriggebliebenen Jour-Krapfen auf und teilen uns noch kurz aus, die verschiedenen Eindrücke werden kurz erwähnt und dann geht jeder seinen Weg in die Nacht. 20.30 Uhr – Daheim angekommen, bekomm ich vom Nachbarskater, der bei mir eingezogen ist, die Leviten gelesen, miau miau miau (ich habe Hunger) unaufhörlich. Der Tag hängt mir heute extrem nach und es wird 22 Uhr bis ich mich zum PC quäle und Euch den Donnerstag schildere. Jetzt um 23.38 Uhr stelle ich mein Posting Online und wünsche Euch allen eine gute Nacht. Und vielen lieben Dank an alle Spender/innen dass wir auch heute wieder nach Linz fahren durften, und ein besonderes Danke an unser Team, das heute bei Schnee und Regen tapfer ausgehalten hat. Bin richtig stolz auf EUCH! Schön dass es Euch gibt. Gott schütze Euch! J <3